Tur-Abdin Lexikon von A-Z
An dieser Stelle finden Sie ein kleines Tur-Abdin Lexikon, das nach und nach erweitert wird und die wichtigsten Orte, Persönlichkeiten, Dörfer und Begriffe rund um Tur-Abdin verständlich erläutern soll 

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Mor Malke in Sare
Hof- und Gartenterrasse von Mor Malke, Sare (Gawayto) Hof- und Gartenterrasse von Mor Malke, Sare (Gawayto) Aussicht auf Mor Malke und das Haus der Familie von Malke be Haydo
Aussicht auf Schalwo vom Hof- und Gartenterrasse Mor Malke´s , Sare (Gawayto) Aussicht auf Schalwo vom Hof- und Gartenterrasse Mor Malke´s , Sare (Gawayto) Eingang zur Mor Malke und alte historische erhaltene monumentalsteine vom Mor Malke
Tur-Abdin / Suryoye / Aramäer Lexikon
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Tur-Abdin (Suryoye) Lexikon von A wie bis Z,
Dörfer, Orte, Kirchen und Heilige aus Tur Abdin

Die Bibel (Altes und Neues Tetament)

A

Wer sind die Aramäer (Suryoye)?



Ainwardo
Arkah
Antiochia am Orontes - Stadtgeschichte

Arnas:  Arnas - Baglarbasi - 'Urnus - 'Oernes – Urnas
Arnas Heute (auf türkisch)
Arbo (Tasköy)
Azech - Beth Zabday - Idil
Anschütz, Helga 
(* 19.4. 1928 Hamburg, † 13.5. 2006 Reinbek, Geographin, Journalistin und Fürsprecherin der syrisch-orthodoxen Christen.)

Alphabet (Geschichte und Ursprung)


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Wer sind die Aramäer (Suryoye)?

Die christlichen Syrer bzw. Suryoye sind ethnisch gesehen Aramäer semitischen Volksstammes, die in Aram Naharaim (Aram-Nahrin=Mesopotamien) zu Hause sind. Der in der Literatur verwendete Begriff "Syrer" hat mit der jetzigen politischen Bezeichnung "Syrien" als arabischer Staat nicht unbedingt zu tun. Die Begriffe "Syrer" und "Aramäer" sind hier identisch und bezeichnen ein und dasselbe Volk, sind also ethnisch und nicht politisch-geographisch zu verstehen. Die Verwendung des Begriffes Syrer für die Aramäer geht auf die Griechen zurück. Die Griechen bezeichneten das Gebiet "Syria" und seine Bewohner, die mehrheitlich Aramäer waren, als "Syrer". Mit Alexander dem Großen (336-323 v. Chr.) fand diese Bezeichnung für die ethnischen Aramäer große Verbreitung. Der Begriff "Syrer" hat sich aber erst mit der Christianisierung der Gebiete endgültig durchgesetzt. Die eigentlichen Bewohner des alten Syrien (Aram) bezeichneten sich selber als Aramäer, so die berühmten griechischen Historiker und Geographen Poseidonios und Strabon. Auch die aramäischen Gelehrten sind sich über ihre ethnische Zugehörigkeit einig. 

siehe dazu Geschichte und Lehre der Aramäer, Teil 1

siehe dazu Geschichte und Lehre der Aramäer, Teil 2

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Christianisierung der Aramäer

Die Aramäer Aram-Nahrins (Mesopotamiens) haben bereits in den ersten Jahrhunderten das Christentum angenommen. Zunächst verbreitete sich das Christentum von Antiochien bis hin zur zweitgrößten aramäischen Provinzhauptstadt Edessa, dem bedeutenden Kulturzentrum der Aramäer. Tur-Abdin, Beth-Zabdai und Umgebung haben das Christentum am Ende des ersten bzw. zu Beginn des 2. Jh. durch den Apostel Addai (Thaddäus) angenommen. Der Briefwechsel zwischen dem aramäischen König Abgar V. und Jesus wird von unseren Kirchenvätern als Zeugnis dafür verwendet, dass die Aramäer bereits zur Zeit Jesu die Frohe Botschaft angenommen haben. Bis heute wird dieser Tag, der 1. Oktober, in der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien als der Tag der Christianisierung der Aramäer und als der Neujahrstag der Aramäer gefeiert. Der Begriff "Tur-Abdin" ist christlichen Ursprungs und meint so viel wie "Berg der Knechte (Gottes)" oder "Berg der Einsiedler". Geschichtlich geht dies auf die aramäischen Mönche und Eremiten (Einsiedler) zurück, die sehr früh hierher zogen und in Klöstern und Höhlen wohnten.

Sprache(n) der Aramäer (Suryoye)

Die syrisch-orthodoxen Aramäer sprechen einen aramäischen Dialekt, genannt Turoyo. Turoyo wird nur gesprochen, nicht aber geschrieben. In der Liturgie wird das Alt-Aramäische verwendet. Die Alt-Aramäische Sprache heißt soviel wie: "Kthobonoyo" d.h. "Buchsprache, Hochsprache" genannt. Die aramäische Sprache gehört zum semitischen, besonders dem nordsemitischen Sprachstamm und wird seit weit mehr als 3000 Jahren gesprochen. Diese Sprache war im 6. Jh. v. Chr. die eigentliche internationale und offizielle Sprache des Orients. Als zeugen dieser Sprache des Inschriften und Fragmente aus Papyrus und Pergament in den großen Museen und Bibliotheken der Welt zu sehen. Diese Sprache ist das Erbe des aramäischen Volkes, das bis heute seine Muttersprache ist; Aramäisch war ebenfalls die Muttersprache Jesu Christi in Galiläa. Für viele scheint diese Sprache gestorben zu sein, da sie hier kaum bekannt ist. Außerdem hat sie ihre frühere Position verloren. Die aramäische Sprache wurde vor allem durch die Arabisierung und Islamisierung des Orients verdrängt. Dennoch hat sie sich in manchen Gebieten des Orients erhalten können, wie z.B. im Tur-Abdin (Südosten der Türkei) und in Syrien (Aram), Die lange Geschichte des aramäischen Volkes lässt eine Entwicklung der aramäischen Sprache feststellen; es wird daher unterschieden zwischen Altaramäisch, Mittelaramäisch und Neuaramäisch.

Verkehrs- und Diplomatensprache

Aramäisch war in alttestamentlicher Zeit zugleich eine 'Lingua franca', d.h. allgemeine Verkehrs- und Diplomatensprache, des Orients. Sie verdrängte schnell die Sprachen des nahen Ostens und breitete sich gesamten Orient aus. Mit dem Beginn der Perserherrschaft ( 540 v. Chr.) wird das Hebräische als Umgangssprache im jüdischen Volk vom Aramäischen allmählich verdrängt. Zurzeit Jesu sprach das Volk in Palästina aramäisch. Auch revolutionierte die aramäische Sprache die Schriften. Große Teile des Alten sowie des Neuen Testaments werden in Aramäisch verfasst. So wurden Teile des Daniels- und Esrabuches nicht in hebräisch, sondern in aramäischer Sprache geschrieben. Aramäisch ist somit die "zweite Sprache des Alten Testaments". Im aramäischem Urtext sind folgende Teile des Alten Testaments abgefasst: Jer 10, 11; Esra 4,8 - 6, 18; 7, 12-26; Dan 2,4 - 7, 28

Aramäisch in viele Dialekte eingeteilt

Ein Spezifikation des Aramäischen ist, dass es in zahlreichem Dialekte eingeteilt wird. Es wurde zunächst in Ost- und Westsemitisch unterteilt. Der älteste Dialekt ist der Proto-Aramäisch. Es wurde vor 1000 v. Chr. gesprochen.

Westaramäische Dialekte

Die westaramäischen Dialekte war zum einen jüdisch-palästinensisches Aramäisch. Es ist die eigentliche Sprache Jesu. Zum anderen christlich-palästinensisches Aramäisch und samaritanisches Aramäisch.

Ostaramäische Dialekte

Die ostaramäischen Dialekte umfassten jüdisch-babylonisches Aramäisch, die Sprache der jüdisch-mesopotamischen Gemeinschaft und Mandäisch. Der altsyrische Dialekt, der sog. Peshitta ist der Dialekt mit der ältesten kompletten Bibelübersetzung. Der letzte Dialekt ist ein spätliterarischer Dialekt der heute auch als modernes Aramäisch bezeichnet wird; sog. Suroyo. Er entwickelte sich mit dem Aufstieg des Islam.

Die Aramäischen Kaiser und Päpste zu Rom

Um die Motive für die Niederlassung der Aramäer im Westen zu deuten, will ich einiges aus der Geschichte der römischen Cäsaren aufgreifen. Dazu muss ich in die Geschichte des 3. Jahrhunderts zurückblicken und zwar auf die severianisch-aramäische Dynastie 211 - 235 n. Chr.

Nachdem Bihlmeyer die Politik des Kaisers Septimus Severus und dessen Heirat mit Julia Domna, der Tochter des Hohenpriesters des Sonnenkultus der Aramäer zu Emesa (heutige Stadt Horns in Syrien) erläutert hatte, schrieb er folgendes: "Daher ließ er auch den Prunkbau des Septionimus mit einer Darstellung der Planetengötter als des eigentlichen Leiters seiner Geschicke krönen und nahm den Weisungen der Astrologen folgend als Legat der Provincia Lugdunensis im Jahr 185 eine Aramäerin, deren Nativität mit der seinen übereinstimmte, zur (zweiten) Frau. Das war Julia Domna (aramäisch Martha), die schöne und hochbegabte Tochter des Bassiamus, des Hohenpriesters des Sonnengottes zu Emesa".

Julia Domna hinterließ konkrete Spuren ihrer Geschichte, die von ihrer orientalischen Gesinnung geprägt waren. "Julia Domna förderte nämlich als Kaiserin nicht nur die einheimische Sitte und Religion im Westen auf alle Weise - die Aramäer sind von jeher Vertreter einer glühenden und stark propagandistisch gerichteten Frömmigkeit, als Heiden wie als Christen, - sie übte auch mit den anderen, ebenso intelligenten und herrschsüchtigen Frauen ihrer Familie, die sie nach Rom zog, ihrer Schwester Julia Mäsa und deren beiden Töchtern Julia Soemias und Julia Mamäa - beide Mütter von Kaisern - auf lange Zeit einen maßgebenden Einfluss auf die Geschicke des Reiches. Von der Regierung ihres Sohnes Karakalla an durchbrach der Orientalismus alle Schranken und Dämme und so genoss die Welt das so unrömische Schauspiel, daß vier aramäische Frauen, die genannten vier Julien, 24 Jahre hindurch (211 - 235) die Zügel der Regierung in den Händen hielten und das religiös-sittliche Leben der römischen Gesellschaft beherrschten"2. Es ist nicht erstaunlich, wenn Julia Domna die Türe des Reiches für ihre Familie und die orientalischen Landsleute geöffnet hat. Sie wird als Himmelskönigin, Königin der schönen Wissenschaften und Hohepriesterin des Synkretismus bezeichnet. Julia Mamäa folgte auch ihrem Beispiel. Sie trat in voller Aktivität unter der Regierung ihres Sohnes Kaiser Alexander (222 - 235) in den Vordergrund.

Bihlmeyer stellt eine Frage über das Verhältnis der aramäischen Dynastie zu der jungen Kirche. "Wie verhielt sich die Dynastie der aramäischen Kaiser und ihre Zeit überhaupt gegenüber dem Christentum?

Im Hinblick auf die Aussagen der Kirchenväter beantwortete er selbst diese Frage. "Jedenfalls wurde diese ganze Zeit von Christen selbst als Zeit der äußeren Ruhe und ungestörten Entwicklung aufgefasst. Den vielen gaffierenden Orientalismus angesteckten und vor allem den Herrschern, die ihrer Abstammung nach selbst Orientalen waren, und den tonangebenden kaiserlichen Damen mussten eine Religion nicht ganz Unsympathisch sein, welche in Palästina-Syrien heimisch und aufgewachsen war und mit den Mysterienkulten so manche verwandte Züge hatte".

Nach dem Tod des Kaisers Septimus Severus regierte sein Sohn Karakana 211 - 217 mit seiner Mutter Julia Domna. Nach Karakalla regierte Elagabal (aramäisch: Elagabal = Gott schuf) 218 - 222 mit seiner Mutter Julia Mäsa. Elagabal ist nach dem aramäischen Sonnenkult zu Emesa mit der Hohenpriesterwürde bekleidet und führt den aramäischen Namen EIagabal, in griechisch-lateinischer Umformung Heliogabalus.

Elagabal wollte seinen aramäischen Namen und der orientalischen Religion treu bleiben. Nun erkannte man in Rom den Priesterkönig von Emesa als Herrscher des Gesamtreiches an. "Der Senat musste sich vor dem aramäischen Knaben, Jupiter Kapitolinus vor dem Baal von Emesa beugen, der römischokzidentalische Geist vor dem orientalischen Unwesen trauernd sich verbergen. Elagabal hatte nichts römisches mehr an sich wie immerhin noch Karakalla und Makrinus, er war ganz Aramäer, der alles in sich vereinigte, was der Orient nur irgend an geiler Sinneslust und schmachvollen Lastern zu erzeugen vermag.

Der religiöse Synkretismus ist beim Kaiser Elagabal in der gröbsten und abstoßendsten Gestalt; das semitische beherrscht in ihm alles und gewinnt vollends die Oberhand über den griechisch-römischen Kult. "Es ist wohl zu verstehen, daß zahlreiche Aramäer aus Asien sich in Europa niederließen, während ein Aramäer als Herrscher in Rom regierte und die aramäischen Kulte von Römern eifrig verehrt wurden. Der Mensch lebt wohl und fühlt sich in Sicherheit, wo die Menschen die gleichen Bekenntnisse wie er haben.

Ich kann mir die Situation der Emigranten Christen aus der Türkei vorstellen, die nicht nach Arabien flüchteten, sondern nach christlichen Ländern (Europa). Die Aramäer selbst unterstützten aus nationalistischen Gründen die aramäischen Kaiser sowohl in Asien als auch im Westen. Bihlmeyer beschreibt die mangelnde Reife des Kaisers, wobei die Aramäer ihm beistanden" ...daß zahlreiche Kolonien von Syrien in oft einflussreichen Stellungen zu Rom und im übrigen Abendland ihm zur Stütze dienten". Seine religiöse Politik schuf eine günstige Lage für die christliche Mission. Er wollte die anderen Götter ja eigentlich nicht beseitigen, sondern aus ihnen nur Diener seines EI-Gabal machen. Auch die Juden und Christen sollten ihren bildlosen Gott eben nur im Tempel des Sonnenkultes anbeten, im Übrigen hätte er sie ruhig gewähren lassen. Die Abwertung und die Erniedrigung des Polytheismus und der Kaiserkult führte zur höchsten Stufe gepflegten Synkretismus, der der wahren monotheistischen Religion die Bahn mehr und mehr ebnete!

"Tatsächlich lebte die christliche Kirche unter Elagabal fast in völligem Frieden dahin, von einer Verfolgung derselben war keine Rede,,. Nach dem Tod Elagabals kam Severus Alexander 222 - 235, im Alter von erst 13
Jahren, so jung wie noch kein römischer Kaiser vor ihm; der Sohn von Mamäas bestieg als Alleinherrscher den Thron.

Für das Reich war dies ein Zeichen der Dekadenz und Veranlassung für die Aufstände und das Eindringen der Grenzvölker und Herrschaften ins Land. "Nach altrömischen Prinzipien wäre diese Dynastie, die aus einem Weibe und einem Knaben bestand, zur Regierung eigentlich gar nicht befähigt und berechtigt gewesen, allein um solche staatsrechtliche Bedenken kümmerten sich die herrschgierigen aramäischen Frauen nicht, es waren ja auch gar keine echten Römer mehr. An der Spitze der Regierung Alexanders standen natürlich seine Großmutter Julia Mamäa Mäsa und seine Mutter Julia Avita Mamäa. Eigentlich hatte Alexander nicht regiert, sondern in seinem Namen seine kluge Mutter. Er war dazu gar nicht fähig.

Als Alexander ins Feld zog, begleitete ihn seine Mutter; beide wurden am 19. März 235 in der Umgebung von Mainz im Zelt erschlagen. Mit Alexander starb die severisch-aramäische Dynastie aus. Die Historiker rühmen ihn sehr. Er ließ die Christen und ihre Religion ganz unangefochten, die Verfolgungsgesetze, wenn auch nicht formell aufgehoben wurden nicht angewendet; Toleranz war ihm Regierungsmaxime. Viele glauben, er sei Christ gewesen, im Hinblick auf den Schriftwechsel zwischen Origenes und Mamäa.

Nach der severisch-aramäischen Dynastie ist der enge Kontakt der Aramäer mit den Römern weiter gepflegt worden, so dass sechs Aramäer in Rom den päpstlichen Thron bestiegen: Hl. Anicetus (154-165), Johannes V. (685-686), Hl. Sergius I. (687-701), Sisiinus (708), Constantinus I. (708-715), Hl. Gregorius III. (731-741).

Aus Bilhlmeyer, Karl : Die Syrischen Kaiser zu Rom (211-235) und das Christentum. Rottenburg 1916
Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien - Ein geschichtlicher Überblick. Bar Hebräus Verlag, 1990

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Verfolgung und Auswanderung

Seit Beginn der Islamisierung der Araber und vor allem unter der Herrschaft der Mongolen, Osmanen, Türken und Kurden erlebten die Christen im vorderen Orient eine ständige religiöse und politische Verfolgung und mussten unter der Missachtung ihrer Menschenrechte leiden. Zu Beginn unseres Jahrhunderts, 1914/15 wurden über 2 Millionen christliche Armenier und etwa eine halbe Million Aramäische Christen (Syrisch-Orthodoxe, Syro-Nestorianer, heute Assyrer, Syro-Chaldäer, Syro-Melkiten und Syro-Protestanten) massakriert. Allein in den letzten Jahren wurden über 35 syrisch-orthodoxe Christen in der Region Tur-Abdin umgebracht. Der islamisch-religiöse Fanatismus und türkische Nationalismus haben bis heute kein Ende genommen. Die Konflikte im Nahen Osten und vor allem die Veränderung der Menschenrechtssituation im Tur-Abdin zwangen viele aramäische Christen, ihre Heimat zu verlassen. Seit Beginn der 60er Jahre nutzten viele die Gelegenheit, als Gastarbeiter in europäische Staaten auszuwandern. Danach, etwa seit der Mitte der 70er Jahre, als sich die Lage im Tur-Abdin weiter zuspitzte, mussten viele aramäische Christen fliehen und in den europäischen Staaten Asyl beantragen.

Anmerkung!

Man sagt, dass Mor Aphrem Barsaum (sluthe 'aman), zu seiner Zeit, noch als Bischof im Jahre 1919 beim englischen Premierminister eine Klage gegen das Osmanische Reich erhob. Folgende Tabelle soll er als Ausmaß des Schadens vorgelegt haben:

Tabelle von Mor Aphrem Barsaum 1919 an den englischen Premierminister

original siehe hier

Die Tabelle zeigt die Anzahl der zerstörten Dörfer, Kirchen, der getöteten Familien, einzelnen Aramäer und Priester.

Die Tabelle habe ich beim durchforcen des Internets nach näheren Informationen zu diesem Thema gefunden. Mehr konnte ich nicht rausfinden. Das Internet ist in diesem Fall eher dürftig ausgelegt.

Weiß einer mehr darüber?

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Wieviel Aramäer leben heute in einzelnen Staaten?

Es leben ca. 80.000 syrisch-orthodoxe Christen in Deutschland. Sicherlich sind nicht alle Mitglieder der SOK in Deutschland Aramäer, aber der Großteil wird es sein. Und wenn man dann noch die nicht-syrisch-orthodoxen Aramäer berücksichtigt, so würde man, vermute ich, auf 80.000 - 90.000 Aramäer kommen (grob geschätzt). -> Angaben ohne Gewähr!


Mitglieder der SOK (Syrisch-Orthodoxen-Kirche):

Türkei => 25.000
Kuwait => 1.000
Ägypten => 250
Arabische Emirate => 5.000
Schweiz => 6.500
Österreich => 2.500
Neu Seeland => 1.500
Jerusalem & Jordanien => 6.000
Großbritannien => 700
Libanon => 30.000
Palästina => 3.000
Indien => 2.000.000
Amerika => 35.000
Argentinien => 5.000
Australien => 4.000
Kanada => 7.500
Schweden => 75.000
Brasilien => 3.000
Frankreich => 1.500
Belgien => 6.000
Deutschland => 80.000
Niederlande => 16.000
Syrien => 180.000
Irak => 70.000 / insgesamt aber ca. 270.000 bis 300.000*
------------------------------
Insgesamt => 2.764.450

Die Zahlen in der Tabelle beziehen sich nur auf eingetragene syrisch-orthodoxe Christen. Da gibt es noch viele Aramäer, die Mitglied bei der Assyrischen (Apostolischen) Kirche des Ostens, Syrisch-Katholische Kirche, Chaldäisch-Katholische Kirche und anderen christlichen Kirchen sind. Hinzukommen noch Aramäer, die anderen Religionen nachgehen. Und dann stellt sich noch die Frage, ob wir u. a. Maroniten noch hinzuzählen sollen/können/dürfen....?

* Im irak leben geschätze 200.000 - 300.000 tausend Suryoye die sich aber Assyrer nennen. Deswegen sind die viellecht bei der Zahlung nicht berücksichtigt worden. Und vor paar jahren waren es genau 2 millionen Suryoye im Irak die alle geflüchtet sind....

siehe dazu Geschichte und Lehre der Aramäer, Teil 1

siehe dazu Geschichte und Lehre der Aramäer, Teil 2

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Ainwardo

Ainwardo ist eines der bekanntesten Dörfer des Tur Abdin's, es liegt auf einer Höhe, östlich von Midyat und ist 2 Stunden zu Fuß zu erreichen. Alle Bewohner des Dorfes waren syrisch-orthodox. Zur Zeit des ersten Weltkrieges betrug die Zahl seiner Einwohner 200 Familien. In Ainwardo existiert auch die große Mor Hadbschabo- Kirche, die wie eine unbezwingbare Festung aussieht.

Die Männer aus Ainwardo waren bekannt für ihre Tapferkeit und ihr Eifer. Kein Dorf von den Ländern von Mesopotamien konnte sich den Türken und Kurden widersetzten und gegen sie kämpfen, wie dieses. In der Umgebung gedeihen Getreide, Obst und Wein; wie in vielen Ortschaften der Türkei betreiben die Bauern hier auch Viehwirtschaft.

In Ainwardo stehen drei Kirchen: "Mart Schimuni", "Mar Hodtschabo" und "Joldath Aloho". Wie alle christlichen Ortschaften im Tur Abdin ist Ainwardo mehr als 1000 Jahre alt. 1248 wurden hier Mönche und ein Stylit erwähnt. Mehrere Bischöfe, Kopisten und ein Patriarch stammten aus dem unter dem Namen " 'Ain Quarda" ' Ainwarda bekannten Dorf. Ein Evangeliar mit Miniaturen aus dem Jahre 1201 befindet sich noch im Besitz der Dorfkirche.

Im Jahr 1453 besetzten die Türken den Ort; im 16. Jahrhundert erlebte es einen Aufschwung. Damals wurde es mit dem Namen "Aynwerde" unter den reichen christlichen Siedlungen im Tur Abdin in den Katasterbüchern aufgeführt. Von 1526 bis 1570 stieg die Einwohnerzahl von 46 auf 136 Familien. Einige Reisende erwähnten den Namen des Dorfes unter verschiedenen Schreibweisen.

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Arkah

Das Dorf Arkah ist erstmals in der Lebensgeschichte des heiligen Malke, der im vierten Jahrhundert gelebt hat, erwähnt. Es ist eines der Dörfer der früheren Diözese Beth Rische. Es liegt in der Nachbarschaft zum Kloster Mor Malke von Kluzma, an der Nordseite der Izlo Berge. Östlich davon liegt das Dorf Arbo, südöstlich Hbob (Habab), südlich Beth Debe, Sederi und Harabemischka. Nördlich von Harabala kommt man nach Kafro Tachtayto und nordwestlich nach Anhel.

Zur Deutung des Namens Arkah haben einige die etwas vage Vermutung aufgestellt, ihn von einer Kombination des Griechischen ‘arché’ und des syrischen Buchstabens ‘h’ abzuleiten, was im Syrischen auch die Zahl 8 bedeutet. Das würde die Bedeutung ergeben: ‘Haupt von acht [Dörfern]’. Oder: Harabale ist eine Zusammenziehung des vollen Namens ‘Harbath Ayle’, was ‘das zerstörte Dorf der Hirsche’ bedeutet. Der türkische Name des Dorfes ist Ucköy mit der Bedeutung von ‘Hauptdorf’.

Wie im Leben des Mor Malke berichtet wird, war Arkah in der Mitte des vierten Jahrhunderts ein syrisches heidnisches Dorf. Wir lesen dort, daß Schlemun, der Sohn des Vachbun, durch den Heiligen einem Drachen entrissen wurde. Dies bezeugt sein Freund Rhimo, der Sohn von Zabday. Dieses Wunder führte zur Bekehrung des ganzen Dorfes zum Christentum. Schlemun wurde der erste Schüler von Mor Malke. Sie erbauten das Kloster, und er lebte dort bis zu seinem Tod.

In dem Buch von Patriarch Abdallah von Sadad mit dem Namen „Statistiken“, das er im Jahre 1870 zusammengestellt hat, erwähnt er die drei Priester des Dorfes: Schemun, Gawriye (Georg) und Michael. Bürgermeister war Yakup Makko. Die Statistik enthält die Namen von 41 Familien im Dorf.

Wie mündlich berichtet wird, wurde das Dorf im Verlauf der politischen Auseinandersetzungen zwischen 1900 und 1926 dreimal niedergebrannt und von den Bewohnern jedes Mal wieder aufgebaut. Zur selben Zeit verließen viele das Dorf und die Izloberge und wanderten nach Syrien, in den Libanon und in den Irak aus. Während dieser Periode der Auswanderung ging eines Nachts ein schweres Unwetter nieder und 27 Personen, auch der Bischof Severius Schmuel von Beth Debe, der in Malke residierte, starben infolge des kalten Wetters. Nicht lange nach dieser Flucht taten sich die maßgeblichen Männer des Dorfes zusammen und beschlossen, in das Dorf zurückzukehren. Doch manche blieben in Syrien, im Libanon und im Irak. Heute gibt es mindestens 70 Familien in Kamischli und in Kabre Hewore in Syrien.

Im Folgenden wird ein Überblick über die Namen der Priester, Lehrer und Bürgermeister des Dorfes seit 1920 gegeben. Priester: Pfarrer Dimet, der Sohn von Pfarrer Schemun, Pfarrer Aho aus dem Hause des Pfarrers Gawriye, Pfarrer Schabo von Aynwardo, Pfarrer Aho, Pfarrer Lahdo, Pfarrer Afrem von Aynwardo, Pfarrer Qawme in Mor Malke, Pfarrer Eliyo, Sohn des Marawge von Beth Hawshab, der gegenwärtig die Gläubigen von Arkah und Anhel betreut. Lehrer waren: Malfono Gabriel, Malfono David, Malfono Fawlus, Malfono Marawge, Malfono Shabo, Malfono Mushe, Malfono Ishok and Malfono Shlemun. Bürgermeister waren: Yusuf Henno, Tade von Beth Cheni, Elyas von Beth Goge, Patte von Beth Patte, Aho von Beth Henno, Ello von Beth Gamsho, Abdulmesih von Beth Enes und Marawge von Beth Gamsho.

Im Jahre 1980 gab es im Dorf 80 Familien, von denen 24 bis heute im Dorf verblieben sind. Gegenwärtig leben etwa 1000 Familien von Arkah in Europa und in Syrien. (Das kann aber nicht bedeuten, daß 1000 von Arkah stammende Familien ausgewandert sind! Anm. der Redaktion.)

Folgende Priester, die von Arkah gebürtig sind, versehen heute ihren Dienst: Pfarrer Eliyo im Dorf Arkah, Pfarrer Sleman in Kabre Hewore, Pfarrer Habip Hapsun Isa in Mor Aho in Demkiya, Pfarrer Habib Schao von Beth Muksi Lachdo in Göppingen (Deutschland). Mönch Aziz Gawriye von Beth Hawschab und Schwester Zero Isa von Beth Patte leben im Kloster Mor Malke und Mönch Gabriel Dimet von Beth Kaschischo Schemun und Schwester Sayde Malke von Beth Hio sind im Kloster Mor Gabriel.

Die staatliche Schule wurde im Jahre 1961 eröffnet. Die Militärstation verlegte man 1975 vom Dorf Habab (Ehwo) nach Arkah. 1984 wurde ein Tiefbrunnen gebohrt, um das Dorf und die Militärstation mit Wasser zu versorgen. Das Dorf kann auf drei Straßen erreicht werden: Eine Straße führt durch die Dörfer Maare, Harabemischka, Sederi, Beth Debe und Habab; eine zweite kommt von der Hauptstraße Midyat Cizre und führt durch die Dörfer Barekwe, Kafnas, Daywan und die Yezidi Dörfer; die dritte wird von den Dorfbewohnern hauptsächlich benützt. Sie zweigt bei Anhel von der Straße Nusaybin Midyat ab und führt über Kafro Tachtayto ins Dorf. Sie wurde in diesem Jahr planiert und asphaltiert.

Das Dorf erhielt 1986 Strom und 1988 Telefon. Der nicht aufgeklärte Mord von Aydin von Beth Patte und seinen Begleitern im Jahre 1993 in einem Minibus hat viele aus dem Dorf und den Nachbardörfern bewogen, das Dorf zu verlassen. Zur Zeit wird für die Jugend des Dorfes ein neuer Fußballplatz errichtet: der Boden ist planiert, um den Platz ist eine Mauer im Bau, ebenso werden Duschräume und Toiletten gebaut werden.
Die wichtigste Erwerbsquelle sind die Weintrauben und die Tierzucht. Das Dorf ist durch seine Trauben, die Drayso genannt werden, bekannt. Sie werden frisch oder getrocknet als Rosinen verkauft und sind im Vergleich zu anderen sehr teuer. Diese Art von Trauben findet man sonst nirgends im Turabdin. Sie sind viel größer als die sonstigen Weintrauben und schmecken ausgezeichnet.

Arkah war einst der Mittelpunkt einiger Dörfer der Umgebung und der Ort, wo sich die Menschen einfanden, um ihre Probleme zu lösen. Jetzt ist es eines der wenigen christlichen Dörfer, die im Turabdin übriggeblieben sind. Es wurde beschützt durch die Vorsehung Gottes gemäß dem Bibelwort: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut. Wenn nicht der Herr die Stadt bewacht, wacht der Wächter umsonst (Ps 127,1). Jetzt wartet das Dorf auf die Rückkehr seiner Söhne und Töchter, damit sie darin leben. Es ist das Dorf ihrer Vorfahren, die für sie Kirchen und Klöstern erbaut und hinterlassen haben. Zusammen mit dem Kloster Mor Malke in seiner Nähe lädt es zur Rückkehr in die Heimat ein. Warum sollten die Izloberge, die einst eine blühende Ansiedlung waren, nicht aufs neue aufblühen.

Quelle:arkah.de

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Antiocheia am Orontes - Stadtgeschichte

Im Jahre 307 v.Chr. wurde einige km landeinwärts vom heutigen Antiochia durch Antigonos I. die Stadt Antigoneia gegründet. Ein Jahr später erfolgte die Neugründung an der jetzigen Stelle durch Seleukos I. Nikator nach seinem Sieg über Antigonos I. Seleukos benannte die Siedlung nun zu Ehren seines Vaters Antiochos um. Antiochia liegt auf beiden Flussufern des Orontes, später kamen zwei weitere Siedlungsbereiche hinzu (Strabo: „Tetrapolis“). Im Jahre 83 v.Chr. wurde Antiochia durch den Armenier Tigranes und 64 v.Chr. von Pompeius erobert. Seitdem war Antiochia römisch; es genoss den Status einer privilegierten Freistadt.

Um 115 n.Chr. zerstörte ein schweres Erdbeben die Stadt, während sich Kaiser Trajan dort aufhält. Im Jahre 260 n.Chr. wurde Antiochia für kurze Zeit durch den Perserkönig Shapur I. in Besitz genommen, aber bald von den Römern zurückerobert. Nach der Anerkennung der christlichen Kirche durch  Konstantin (313) wurde Antiochia Sitz eines Metropoliten, später eines Patriarchen.

In den Jahren 526 und 528 zerstörten erneut schwere Erdbeben große Teile von Antiochia, und 540 wurde es durch Chosrau I. erneut von den Persern erobert. Es folgt die nochmalige römische Rückeroberung durch Justinian, der Antiochia wieder aufbauen ließ, aber nach weiteren Eroberungen in den Jahren 611(Eroberung durch die Perser) und 628 (Kaiser Heraklios) fältt Antiochia 638 an die Araber, von denen es 969 letztmalig durch den byzantinischen Kaiser Nikephoros Phokas zurückerobert wird, bevor ab 1084 die Seldschuken über Antiochia herrschen. Während der Kreuzzüge wurde Antiochia 1098 durch Bohemund von Tarent erobert und bis 1268 Hauptstadt des Fürstentums Antiochia.

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Entstehung und Geschichte der christlichen Gemeinde im 1. Jahrhundert nach Christus.

Zwischen 35 und 40 n.Chr. gründeten Hellenisten, die aus Jerusalem vertrieben worden waren (vgl. Apg 6,1-6; Apg 8,1; Apg 11,19-26), eine erste christliche Gemeinde in Antiochia. Die leitende Figur dieser Gemeinde war offenbar Barnabas.

Die antiochenische Gemeinde war offenbar von Anfang an eine aktive Missionsgemeinde. Zielgruppe der Mission waren zunächst sicher die zahlenmäßig sehr stark in Antiochia vertretenen Diasporajuden. Doch wurde schon sehr bald die Grenze des Judentums überschritten, und es entstand eine aus ehemaligen Heiden und ehemaligen Diasporajuden gemischte Christengemeinde.

Paulus schloss sich nach seiner Berufung zum Apostel der antiochenischen Gemeinde an. Daraufhin betrieben Barnabus und Paulus aktive Mission in Zypern und Kleinasien (Südgalatien).

48 n.Chr. fand das sogenannte Apostelkonzil statt (Gal 2,1-10; Apg 15). Die Vertreter der Gemeinden von Antiochia und Jerusalem verständigten sich darüber, dass das Bekenntnis zu Christus und die Taufe auf seinen Namen (also die Vollzugehörigkeit zur christlichen Gemeinde - die sich ja als Volk Gottes versteht) nicht die Beschneidung zur Voraussetzung hat. D.h. die Gemeinde von Antiochia konnte ihre beschneidungsfreie Heidenmission weiter betreiben. Gleichzeitig begann das frühe Christentum aus dem Rechts- und Religionsverband des Judentums herauszutreten.

Danach kam es allerdings in der antiochenischen Gemeinde zu Konflikten über das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in der gleichen Gemeinde, und zwar über die Frage, wieweit die Gesamtgemeinde - also auch die Christen nichtjüdischer Herkunft - auf die jüdischen Speisegebote, an die sich die Christen jüdischer Herkunft gebunden fühlten, Rücksicht nehmen muss (so genannter Antiochenischer Konflikt, vgl. Gal 2,11-14).

Paulus vertrat kompromisslos einen gesetzeskritischen Standpunkt und musste weichen. Seitdem war Paulus nicht mehr Gemeindemissionar der Gemeinde von Antiochia, sondern unabhängig wirkender Apostel.

Petrus hielt die Verbindung zwischen Jerusalem und Antiochia aufrecht. Dass Petrus aber der erste Bischof von Antiochien gewesen sein soll - wie zuerst von Hieronymus behauptet - ist ein Märchen. 1.: Es gab damals noch keine Bischöfe. 2.: Petrus hat zu keiner Zeit die Gemeinde geleitet. Die einzige Leitungsfigur aus dieser Zeit, die uns bekannt ist, ist Barnabas.

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Spätere Entwicklung der antiochenischen Gemeinde

Bischof Ignatius von Antiochien - nach gängiger Auffassung etwa 112 als Märtyrer nach Rom abtransportiert - schrieb auf dem Transport nach Rom Briefe an die Gemeinde von Antiochia, die eine wichtige Quelle für die Theologie Antiochias im frühen 2. Jahrhundert darstellen. Hier zeigt sich eine große Nähe zu paulinisch geprägten Traditionen.

Euseb von Cäsarea überliefert eine Liste der Bischöfe von Atniochien: 1. Euodios, 2. Ignatius, 3. Heros, 4. Kornelios, 5. Eros, 6. Theophilos, 7. Maximinos
Nach Hieronymus ist schon Theophilos der 7. Bischof, weil Hieronymus die Liste mit Petrus beginnt. Allerdings sind alle diese Listen weitgehend Konstruktion und besitzen kaum historischen Wert.

Nach Ignatius ist Theophilos von Antiochien der zweite Theologe aus Antiochia, von dem Schriften überliefert sind. Gestorben ist Theophilos zwischen 180 und 191 n.Chr.. Überliefert sind von ihm drei Bücher "Ad Autolycum", eine apologetische Schrift, gerichtet an einen fiktiven Adressaten Autolycos. Während der  Christenverfolgung unter Decius erlitt der antiochenische Bischof Babylas das Martyrium.

Die nächste interessante Figur ist Paul von Samosata, 261-270 Bischof von Antiochia. Von ihm wissen wir allerdings nur, dass er als angeblicher oder tatsächlicher Häretiker verurteilt wurde. Wir besitzen von ihm keinerlei Schriften, so dass gesicherte Aussagen über diese Vorwürfe nicht gemacht werden können.
Paul stammt offenbar aus Samosata, der Hauptstadt des  Königreichs Kommagene. Er gehörte vemrutlich zur der Oberschicht an. Angeblich stammte er aus einfachen Verhältnissen, wurde später aber reich. vielleicht hatte er ein Amt als Staatsbeamter inne.

Paul von Samosata wurde von zwei Synoden abgesetzt, weigerte sich aber, die Hauptkirche von Antiochia zu räumen. Erst als sich die neue Gemeindeleitung an den (heidnischen!) Kaiser Aurelian wandte, konnte man ihn aus der Kirche vertreiben. Die kann wohl erst 272 stattgefunden haben, nachdem Aurelian Antiochia zurückerobert hatte. Denn Zenobia, Königin von Palmyra, hatte zwischenzeitlich Syrien, Ägypten und Kleinasien erobert um dort ein selbstständiges Reich zu etablieren. Paul von Samosata wird auch als Parteigänger und Berater der Zenobia bezeichnet. Ob das stimmt, lässt sich nicht mehr überprüfen. Etnweder hat er sich während der Besetzung Antiochias durch Palmyra mit der neuen Oberherrschaft gut gestellt, oder es handelt sich um Verleumndung, um ihn bei Aurelian anzuschwärzen.

Ende des 3./4. Jahrhunderts war Antiochia Sitz theologischer Gelehrsamkeit. Die antiochenischen Theologen waren weniger spekulativ als die Alexandriner oder dann die Jungnicäner, sondern sie waren eher exegetisch-biblisch orientiert. In der Schriftauslegung übten sie deutlich Zurückhaltung gegenüber der Allegorese (Origenes). Typisch für die antiochenische Theologie ist Theodor von Mopsuhestia. Auch der Presbyter Lukian († 312 während der  Diokletianischen Verfolgung), der sich um die Revision der Septuaginta bemühte, also grammatische Arbeit leistete, kann als typischer Vertreter der antiochenischen Theologie angesehen werden. Berühmt ist auch Johannes Chrysostomos (* 349 in Antiochia; † 407 in Konstantinopel). Er war eng mit dem gleichaltrigen Theodor von Mopsuhestia befreundet.

Bevor er im Jahre 386 Presbyter in Antiochia wurde, hatte er ein asketisches Leben in den Bergen außerhalb der Stadt geführt. Johannes Chrysostomos war ein gefeierter Prediger. Überliefert sind von ihm 17 Abhandlungen und mehr als 700 Predigten. Ein erheblicher Teil dieser Predigten stammt aus seiner Zeit in Antiochia, und sie sind auch eine reiche Quelle für das Leben der Stadt Antiochia, die Beziehungen der Christen zu Heiden und Juden, über tagespolitische Fragen usw.

Seine Beliebtheit drang bis an den Hof von Konstantinopel. Im Jahre 398 wurde Johannes Chrysostomos unter einem Vorwand in die Reichshauptstadt gelockt und gegen seinen Willen zum Bischof von Konstantinopel gemacht. Hier versuchte Johannes seine Ideale vom einfachen asketischen Leben eines Geistlichen auch den anderen Priestern und Bischöfen zu vermitteln; er wetterte gegen Luxus, Verschwendungssucht etc. und hielt sich vom Leben des kaiserlichen Hofes fern, was ihm Feinde einbrachte. Sein ungeschicktes Verhalten bei kirchenpolitischen Konflikten führte schließlich im Jahr 403 zu seiner Amtsenthebung und sogar zur Verbannung nach Kappadokien, wo Johannes Chrysostomos 407 starb.

Libanios und Julian Apostata

Im 4. Jahrhundert gab es in Antiochia eine pagane Gegenreaktion gegen das sich ausbreitende Christentum. Bedeutendste Vertreter dieser Bewegung war Libanios (* 314 † 393). Er stammte aus Antiochia und war Abkömmling einer Patrizierfamilie. Libanios hatte ein Rhetorikstudium absolviert und war so erfolgreich, dass er bereits mit 25 Jahren Rhetorikprofessor in Athen war. Er wirkte aber auch in den Städten Konstantinopel, Nikomedien und ab 354 in Antiochia. Libanios lehnte als Vertreter der paganen Religiosität das Christentum konsequent ab.
In den Jahren 362-363 hielt sich Kaiser Julian Apostata in Antiochia auf, um seinen Perserfeldzug vorzubereiten. Libanios gehörte zu dessen engstem Berater- und Freundeskreis. So ist es auch kaum verwunderlich, dass Julian Apostata während seines Aufenthaltes in Antiochia den Versuch unternahm, viele alte heidnische Kulte wiederzubeleben.

Die Entwicklung nach 451 (Konzil von Chalcedon)

Nach dem  Konzil von Chalcedon (451) begannen sich im Hinterland von Antiochia monophysitische (antichalcedonensische) Gemeinden zu sammeln. Im syrischen Hinterland und der Umgebung Antiochias ist zugleich das Mönchtum sehr wichtig. So siedelte sich der Säulenheilige Symeon Stilites d.J. in den Bergen bei Antiochia an und gründete dort ein Kloster, das Anziehungspunkt für zahlreiche Pilger wurde.

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Arnas:  Arnas - Baglarbasi - 'Urnus - 'Oernes – Urnas

Dieser Ort liegt 9 km nördlich von Midyat auf einem steilen Abhang an der steilen Piste Midyat - Arnas — Hah. Von den 970 (942) Einwohnern sind 30 Familien christlich (1980: 28 Familien). Sie sprechen Turojo und Kurdisch. Die Dorfkirche „Mär Kyriakos" aus dem Jahre 76l  ist nur teilweise restauriert. Ruinen, Säulenreste, Steinblöcke mit Inschriften und Ornamenten umgeben das Bauwerk. Auch im Dorf stehen zahlreiche Ruinen, darunter die Überreste einer Burg.  Dazwischen nehmen sich einige moderne, langestreckte Verwaltungsbauten und die Schule wie Fremdkörper aus.

Arnas war schon seit dem 9. Jahrhundert bekannt; ein Bischof und ein Metropolit stammten von hier. Im 16. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung dieses blühenden christlichen Ortes von 85 auf 188 Familien an. Zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurde Arnas durch mehrere hier kopierte Handschriften, einige Bischöfe und einen Maphrian bekannt . Im 19. Jahrhundert hatte der Ort wie alle anderen christlichen Ortschaften im Tür 'Abdin seine Bedeutung verloren. Colonel Shiel traf hier um 1835 einen von den Osmanen eingesetzten „wild aussehenden Bürgermeister" an, ob Christ oder Muslim, ist unbekannt. Um 1870 war jedoch bereits die Hälfte der Bevölke­rung muslimisch. Aber die alten Überlieferungen waren noch lebendig: Parry, die Architektur der Dorfkirche bewundernd, erfuhr von den Einheimi­schen, eine Säule im Kircheninnem sei noch ein Rest eines von der Kaiserin Helena angebrachten Kreuzes. Die byzantinische Vergangenheit ist bis heute nicht vergessen.

Die Dorfkirche „Mar Kyriakos" spiegelt das Schicksal der Christen im Tür 'Abdin wider; häufig zerstört, wurde sie wiederaufgebaut und restauriert; Or­namente und Inschriften verschwanden hinter Putz, wie schon die englische Kunsthistorikerin Gertrude Bell bemängelte. Trotzdem entdeckte der Franzose Pognon eine größere Zahl von Inschriften, von denen heute noch die meisten an der Kirchenwand zu sehen sind. Um 1900 hatte sich das Bevölkerungsgewicht  bereits zugunsten des muslimischen Anteils verschoben (100 muslimische, 90 christliche Familien), die amerikanische Mission konnte zehn Familien gewinnen. Wie ich bei meinem Besuch 1968 von einem Mitarbei­ter der österreichischen Schule in Istanbul erfuhr, hatte sich ein Teil der christlichen Bevölkerung irgendwann der unierten Kirche angeschlossen, war Aber wieder zur alten Kirche zurückgekehrt. 1968 habe der Priester bei ihmangefragt, was die katholische Kirche für ihn und seine Anhänger tun könne,wenn sie zur syrisch-katholischen Kirche überwechselten. Im Gegensatz zum 19. Jahrhundert, als auch die katholische Kirche die westsyrischen Christenmit den verschiedensten Mitteln zum Übertritt bewegen wollte, winkt sie jetzt  zumeist bei solchen Vorstößen der Einheimischen ab. Deshalb gehörtPriester Schimun Dag (geb. 1923, Priesterweihe 1955) noch der syrisch-ortho­doxen Kirche an.

Quelle:Helga Anschütz-Die Syrischen Christen im Tur Abdin

Quelle: Lebendiges Kulturerbe (Prof. Dr. Hans Hollerweger)

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Arbo-Tasköy

Arbo zählt 324 (369) christliche Einwohner (1980: 30 Familien) und liegt 30 km südöstlich von Midyat im Zentralen Tur Abdin, 6km südlich des Klosters Mar Gabriel . Seine Bevölkerung spricht Turojo. In der Kirche Mar Dimet befinden sich mehrere Patriarchen- und Bischofsgräber. Der Priester Afrem Alan aus dem benachbarten Harapali betreute die Gemeinde bis zu seiner Übersiedlung  nach Deutschland 1981. Dort starb er 1982. Mehrere Kirchenruinen ( Mar Schallita, Joldath Aloho, Mar Eschajo und Matt Schimmuni) so wie die Überreste des Klosters Mar Schimun in der nähe Arbo bezeugen die frühere Bedeutung des heute kleinen Dorfes.

Möglicherweise war Arbo in römischer Zeit Hauptort der Provinz Arbaye die bald den Persern, bald den Römern gehörend, von Nisibis (Nusaybin) bis zum Tigris reichte. An dieser Zeit erinnert der Bezirk Arbu innerhalb des Kreises von Midyat. Er reichte von dem Dorf Arbo (Ba`arbaja) bis Nusaybin Süden und dem Tigris im Norden, entsprachen also in seiner Ausdehnung der Provinz Arbaye in der Römerzeit. Im Tur Abdin ist mehrfach zu beobachten, wie Antike Verwaltungsgrenzen und Orte die vergangenen 1500 Jahre bis heute überdauerten. Größere Ruinenfelder weisen, wie in  Arbo auf die frühere Bedeutung der Orte hin.

Der einheimische Überlieferung entsprechend soll Arbo als einzige christliche Ortschaft 1400 von den Tataren verschont geblieben sein. Behnan Setti, Bischof von Arbo, soll Tatarenkhan Timur besucht und sich so interessant mit ihm unterhalten haben, dass der sonst so Unnachsichtige die Heimsucht des Ortes unterließ. Das besorgte dann aber 1403 und 1505 die Kurden. Ein Sonderpatriarch aus Midyat stammte noch um 1784 aus Arbo. Im 19. Jahrhundert hatte Arbo wie die anderen christlichen Siedlungen unter mehrfachen Überfällen kurdischer Heerscharen aus dem Bothan-Gebiet jenseits des Tigris zu leiden. Zahlreiche Priester und Dorfbewohner wurden getötet und die  Kirchen Mar Dimet, Mar Schimun Mar Schallila und Joldath Aloho zerstört. Die Räuber öffneten die Gräber der Priester und raubten sie aus.

Tur-Abdin Karte - hier klicken

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Quelle: Helga Anschütz.

Azech - Azach - Azekh - Beth Zabday - Idil


Schicksal einer aramäischen Stadt

Azech liegt zwischen Midyat und Cizre. In der ehemaligen rein christlichen Azech die durch vielen Kirchenruinen bezeugt wird, teilen sich heute verschiedene ethnische Gruppen die Handelsstadt, in der Arabisch, Kurdisch, Aramäisch und Türkisch zu hören ist. In Azech sind leider nur noch wenige christliche Familien.

Quelle: http://www.bethzabday.de/

Kleine Anmerkung:

Über Azekh ist im Volksmund ein großer Unsinn bekannt: Angeblich hieße die Stadt früher "Beth Zabdai". Das ist nur die halbe Wahrheit. Sie hieß schon "immer" Azekh und wurde über eine kurze Periode nach einer bedeutenden Persönlichkeit Namens "Zabdai" benannt. Die Türken nannten sie später Idil.

Azekh ist somit vollkommen richtig.

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ANSCHÜTZ, Helga

* 19.4. 1928 Hamburg, † 13.5. 2006 Reinbek, Geographin, Journalistin und Fürsprecherin der syrisch-orthodoxen Christen. - Aus einer ursprünglich in Thüringen beheimateten Familie von Ärzten und Gelehrten stammend, wurde A. am 19.4. 1928 als Tochter des Psychologen Prof. Georg Anschütz (1886-1953) in Hamburg geboren, besuchte in Reinbek die Sachsenwaldoberschule und studierte 1948-1956 an der Universität Hamburg Geschichte, Pädagogik, Philosophie und Zeitungswissenschaft. Nach dem 1. Staatsexamen für das Höhere Lehramt 1955 promovierte sie 1956 unter der Anleitung von Prof. Fritz Fischer mit einer Arbeit über "Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei in Hamburg bis 1930" zum Dr. phil. in Geschichte, Vorgeschichte und Wirtschaftsgeographie. 

Nach vier Jahren Schuldienst wirkte sie 1960-1989 als Dozentin für deutsche Sprache an den Goethe-Instituten in Teheran und in Rabat. Ab 1965 erforschte sie den in der Südosttürkei liegenden Tur 'Abdin und die dort lebenden "Suryoye" und gleicht darin anderen Damen der europäischen Bildungsschicht seit dem 19. Jahrhundert, die - zuweilen alternativ zu einem populären, aber nicht erfüllenden geselligen Bohème-Leben - alleinreisend den Orient erkundeten. Aufmerksam geworden war sie auf die Syrer einerseits durch einen ihrer Sprach-Studenten, Melek Simsek, andererseits wie schon bei ihrer Dissertation durch die Auseinandersetzung mit ihrem Vater, der 1915 bis 1919, also in Zeiten der Verfolgung der Armenier und "Nestorianer" durch die Jungtürken und der "Jakobiten" vor allem durch die Kurden (zuweilen wohl mit stillschweigender Duldung seitens der türkischen Behörden und Regierung), in Istanbul ein Institut für experimentelle Psychologie gegründet und geleitet hatte. 1968 bis 1971 unternahm A., gefördert durch drei DFG-Stipendien, Feldforschungen in der südosttürkischen Provinz Mardin, die sie 1984 in der Monographie "Die syrischen Christen vom Tur 'Abdin" zusamenfaßte. Hierin stellt sie in einer Bestandsaufnahme den Zustand der westsyrischen / aramäischen Gemeinden im Zeitraum zwischen 1965 und 1982 dar, der sich angesichts des vorangegangenen türkischen und des nun erneut zunehmenden kurdischen Drucks auf diese zwischen Stagnation, Resignation und Auswanderung bewegte (vgl. dazu auch H. Kaufhold in Oriens Christianus 70 (1986), 205-211). Daneben betrieb sie bei zusätzlich bei Julius Aßfalg und Peter Kawerau syrische Sprachstudien. 

Gleichzeitig produzierte sie ab 1968 gemeinsam mit ihrem libanesischen Ehemann, dem Theologen und Filmemacher Dr. Boulos Harb (* 1933) über 80 Fernsehdokumentationen. Reisen führten sie nach Nordafrika und durch den gesamten Vorderen Orient. Nicht nur in mehreren Vereinen, die sie mitgründete, dem 1990 gegründeten Deutsch-Libanesischen Verein in Reinbek, dessen Schriftführerin und Öffentlichkeitsreferentin sie war, dem 1992 gegründeten Mar Gabriel Verein, dessen Vorsitz sie von 1992 bis 2005 innehatte, der DAVO (Deutsche Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient), wo sie das Panel zum Christlichen Orient anregte, sondern auch in vielen Veranstaltungen an Universitäten, Akademien, Volkshochschulen und in Kirchengemeinden erhob beständig sie die Stimme zugunsten der westsyrischen Christen / "Jakobiten" im Gebiet des "Berges der Knechte Gottes", die sie zu Zeiten, als diese noch nicht wie später durch Zeitschriften und durch Internet-Publikationen selber ihre Stimme erheben konnten, gewissermaßen adoptiert hatte, und der "Suryoye" insgesamt, deren Zerstrittenheit in "Aramäer" und "Assyrer" sie beklagte. 2001 wurde A. bei einem schweren Autounfall in ihrer zweiten Heimat Marokko schwer verletzt und war fortan in ihrem Wirken eingeschränkt. Nach ihrem Tod am 13.5. 2006 wurde sie am 27.5. 2006 auf dem Friedhof des syrisch-orthodoxen Klosters Mar Ephräm in Losser/Glane in den Niederlanden begraben, damit ihrer als Fürsprecherin der syrischen Christen aus dem Tur 'Abdin weiterhin gedacht werden kann.

Die syrischen Christen vom Tur 'Abdin: eine altchristl. Bevölkerungsgruppe zwischen Beharrung, Stagnation und Auflösung. von Helga Anschütz

258 Seiten
ISBN 3-7613-0128-6
Würzburg, Augustinus-Verlag,1984

Zu diesem Buch:

Aufgabe dieser Arbeit soll es sein, die Gegenwartslage der syrischen Christen im Tur 'Abdin und die Situation in den von ihnen - früher oder gegenwärtig, ganz oder teilweise - bewohnten Ortschaften darzustellen. Der von uns untersuchte Zeitraum umfaßt genau die Jahre 1965 bis 1979 bzw. 1982. Dabei kommen den sozialen und kulturellen Hintergründen, die zu dem jetzigen Zustand geführt haben, natürlich eine besondere Bedeutung zu. Notwendigerweise müssen, wenigstens in gewissem Umfang, auch die historischen Zusammenhänge in unsere Betrachtung einbezogen werden, um das Neben- und Gegeneinander der verschiedenen Bevölkerungs- und Religionsgruppen zu verstehen. Es gilt, manche heutige Verhaltensweisen zu ihren geschichtlichen Wurzeln zurückzuverfolgen. Dabei zeigt sich, wie sehr sich die Bedeutung der christlichen Bevölkerung und ihrer Kultur gegenüber früheren Zeiten verringert hat. Unübersehbar lassen dies u. a. die zahlreichen Kulturhinterlassenschaften Kirchen, Klöster, Ruinen - erkennen, die sich auch außerhalb der heute von Christen bewohnten Ortschaften finden. Gegenwärtig aber scheint eine seit dem frühen Mittelalter währende christliche Prägung des Gebietes überhaupt zu Ende zu gehen.


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Alphabet (Geschichte und Ursprung)

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4.2.

Das aramäische Alphabet, das mit der aramäischen Sprache als lingua franca die weiteste Verbreitung unter den nordsemitischen Alphabeten gefunden hatte, führte ab dem frühen 9. Jh. v. Chr. und ebenfalls unter Beibehaltung der Abgad-Reihe die matres lectionis ein. Seine typologischen Weiterentwicklungen in der palmyrenischen, haträischen und syrischen Schrift führten zu keinen wesentlichen Veränderungen des Alphabets, aber der konsonantischen Orthographie und damit indirekt zu Verschiebungen in der Häufigkeit des Gebrauchs einzelner Buchstaben. Insbesondere wurde über die Vermittlung des Nabatäischen das Samech in der arabischen Schrift völlig aufgegeben, die dagegen schließlich dem höheren Phonemstand durch die Einführung diakritischer Zeichen zur phonetischen Doppelbelegung einzelner Grapheme Rechnung trug. Das moderne arabische Alphabet basiert dabei nicht mehr auf der Abgad-Reihe.

Aramäisches Alphabet

siehe dazu Link

siehe auch Link (Aramic Write)

Olaf = nichts
Beth = b
Gomal = g / gh
Dolath = d / dh
He = h
Wow = w / u
Sai = s
Cheth = ch
Teth = t
Jus = j / i
Kof = k
Lomas = l
Mim = m
Nun = n
Semkas = s / ß
´e = ´
Fe = f
Sode = s oder ß
Qof = q
Risch = r
Schin = sch
Tau = T / th

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Die Kanzlei-Kursive des achämenidischen Perserreichs wurde in nachexilischer Zeit sukzessive auch für das Hebräische übernommen (vgl. Esr 4,7; Babylonischer Talmud, Traktat Sanhedrin 21b.22a; Text Talmud), womit eine „jüdische“ Schrift entstand. Als ihr ältester Beleg mag immer noch der Papyrus Nash gelten, ein den Dekalog und das → „Schema Israel“ ( Dtn 6,4f) enthaltendes ägyptisches Papyrusfragment aus dem 2. Jh. v. Chr. In den Handschriftenfunden vom Toten Meer und der judäischen Wüste (→ Qumran etc.) wurde in der grob in einen hasmonäischen und einen herodianischen Typ zu unterscheidenden Schrift geschrieben, die ihre Vollendung schließlich in der sog. Quadratschrift fand, die bis heute als die typische hebräische Buchschrift gilt.

Wo Hebräisch nicht mehr Erst- oder Muttersprache war, entstand in der jüdischen Diaspora, aber auch im griechisch- oder aramäischsprachigen Palästina das Bedürfnis nach zusätzlicher Bezeichnung der Vokale über die alte Verwendung der matres lectionis hinaus. Hierbei hatte sich schließlich seit dem 8. Jh. n. Chr. das tiberische System durchgesetzt, wonach Vokale – im Prinzip ohne Interesse an ihrer Quantität, aber offene und geschlossene Qualitäten unterscheidend – durch unter oder über die Konsonantenzeichen, die eigentlichen Buchstaben, gesetzte Punkte oder Striche bezeichnet werden. Da es sich hierbei um Zusatzzeichen handelt, die im Prinzip auf der gleichen Ebene wie die Akzente und der diakritische Punkt für und stehen, kann hier jedoch nicht von der Erweiterung des Graphemrepertoires eines Alphabets gesprochen werden.

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Die Aramäische Sprache heute

Bis heute hat das Aramäische als Sprache von religiösen Minderheiten, hauptsächlich von syrischen Christen (Suryoye), aber auch von Juden und Mandäern, auf Sprachinseln verteilt über den ganzen fruchtbaren Halbmond, überlebt. Diese aramäischen Sprachen und Dialekte bezeichnet man als Neuaramäisch
[4]. Im Westen Syriens liegen die drei Dörfer, Ma‘lula, Bax‘a und Jub‘adin, in denen das so genannte Neuwestaramäisch gesprochen wird[5]. Als Neuostaramäisch bezeichnet man alle anderen Sprachen, wie das Neumandäische im Südirak und Südwestiran[6], das Nordostneuaramäische[7] mit vielen unterschiedlichen von Juden und Christen gesprochenen Dialekten im osttigridischen Raum, der bis nach Iranisch-Azerbeidjan reichte und schließlich die Sprache des Tur Abdin, Turoyo und die inzwischen ausgestorbene Mundart von Mlahsô[8], einem Ort nahe der Stadt Lice in der Umgebung von Diyarbakir. Zur Schriftsprache brachte es nur der Dialekt von Urmia, aus dem Bereich des Nordostneuaramäischen, als in der Mitte des 19. Jh. mit Hilfe von amerikanischen Missionaren dieser Dialekt wohl vor allem für Missionszwecke verschriftlicht wurde. Damit war eine neue aramäische Literatursprache geschaffen, in der neben der Bibel auch viele andere literarische Werke, Lexika und Übersetzungen aus der Weltliteratur verfasst wurden[9]. Von einer systematischen Verschriftlichung sind alle anderen neuaramäischen Dialekte weit entfernt.

siehe dazu Geschichte und Lehre der Aramäer

Quelle:

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Turoyo

Das Turoyo ist die bis heute fast nur mündlich tradierte Sprache des Tur Abdin im Südosten der Türkei, die seit der Verbreitung des Syrischen in der Einflusssphäre des Westsyrischen war. Deshalb wird oft auch die Bezeichnung ma‘irboyo „westlich“ für Turoyo gebraucht. Im Orient ist das Turoyo schon seit der islamisch-arabischen Expansion im 7. Jh. durch das Arabische, später durch das Kurdische, immer mehr aus dem Alltag verdrängt worden. Die geographische Verbreitung des Turoyo muss zu früherer Zeit die syrische Gazire und die Mardinebene mit eingeschlossen haben. Bis Ende des 19. Jhs. hat es allerdings nur noch in einigen wenigen Dörfern im Zentrum des Tur Abdin überleben können. Und das auch nur, weil die Suryoye dort als religiöse Minderheit im kurdisch-islamischen Umfeld eine geschlossene Gesellschaft darstellten. Die in Syrien in der Grenzregion zur Türkei lebenden Turoyosprecher (rund 20.000) stammen alle aus dem Tur Abdin und sind erst im Verlauf des 20 Jhs. in diese Gegend emigriert[10].

Quelle:

Die erste semitistische Arbeit über das Turoyo verfassten die deutschen Orientalisten Prym und Socin noch im 19. Jh. Sie sammelten im Orient Geschichten und Anekdoten und veröffentlichten sie mit einer deutschen Übersetzung in den Jahren 1881/82[11]. Auf die Arbeiten von Prym und Socin basierend verfasste Siegel im Jahre 1923 eine diachronische Studie zum Turoyo[12]. Danach ruhte die Turoyoforschung. Erst 1960 bekam Helmut Ritter Kontakt zu Studenten aus dem Tur Abdin in Istanbul, die für ihn Aufnahmen aus verschiedenen Dörfern und aus der Stadt Midyat sammelten. Ritter publizierte diese Materialien in drei Bänden in Transkription mit einer deutschen Übersetzung. Zwei weitere Manuskripte, nämlich ein Wörterbuch und eine Grammatik, konnte er nicht mehr druckfertig vorlegen, bevor er im Jahre 1971 starb. Das Wörterbuch erschien in Faksimile im Jahre 1979, und die Grammatik in Reinschrift im Jahre 1990[13]. In den sechziger Jahren hatte Jastrow durch Ritter Zugang zum Turoyo gefunden und verfasste seine Dissertation über die Laut- und Formenlehre des Dialekts von Midin, die inzwischen in der 4. Auflage erschienen ist[14]. Darauf aufbauend schrieb er im Jahre 1992 ein Lehrbuch des Turoyo für den Gebrauch im akademischen Unterricht[15].

Quelle:

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B

Die Bibel (Altes und Neues Testament)
Die Geschichte der Bibliotheken der Suryoye (Aramäer)


Beten, Gebete (Slutho)
Bsorino
Badibe (Badebe, Beth Debe)
Bethzabday
Beth Kustan (Bekusnoye, Alagöz, Bakisyan)
Bnebil (Bülbul)
Bar Hebräus
Prof. Sebastian P. Brock

hier: Der Pastriarch und alle Bischöfe der Syrisch-Orthodoxen-Kirche

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Die Geschichte der Bibliotheken des Suryoye Volkes

Die Bibliotheken im Kloster Mor Aphrem der Syrer in Damaskus: Im Syrisch Orthodoxen Kloster Mor Aphrem der Syrer in Damaskus befinden sich folgende Bibliotheken: Die Bibliothek des Patriarchen Mor Ignatius Aphrem Barsaum (1887, Mossul -1957, Homs).

Die Bibliothek des Klosters Mor Athansios

Diese Bibliothek befand sich in der Ortschaft Bet Tell-Besme nahe Risch Ayno und wurde im 8. Jh. vom Metropoliten Mor Athanasios IV. Sandalaja gegründet. Zwischen 740 bis 1042 kamen 15 Episkopen aus diesem Kloster hervor. Der Abt Anastas verwaltete zu jener Zeit die Klosterbibliothek.

Die Bibliothek des Klosters Teil Ada

Die Bibliothek des Klosters wird schon im 7. Jh. von einigen Schriftgelehrten erwähnt. Sie besaß eine reiche Sammlung von Werken aus dem Jahre 570, die von Mor Ishok geschrieben waren. Nachdem Mor Yakub aus Urfa (684-708) verstarb, wurden seine Werke von den Mönchen des Klosters der Klosterbibliothek hinzufügt. Heute befinden sich einige der wichtigsten Exemplare aus dieser Bibliothek im British Museum unter der Nummer 740.

Die Bibliothek des Klosters Mor David

In der Vergangenheit existierten zwei Klöster, die nach dem Heiligen Mor David benannt wurden. Einer dieser Klöster befand sich in der Ortschaft Busar, nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus. Später wurde das Kloster nach den Heiligen Mor Hina umbenannt. Den syrischen Quellen nach wurde in der zweiten Hälfte des 6. Jh. ein weiteres Kloster nahe der Stadt Qenneshrin erbaut.

Zu den wertvollsten Werken der Bibliothek des Klosters Mor Hina zählte das Manuskript "Filulutis" (die Wahrheit Lieben) des Heiligen Mor Severyos. Dieses Werk wurde im 7. Jh. dem Abt des Klosters Mor Daniel ausgehändigt. Dieses Exemplar befindet sich heute in der Bibliothek des Vatikans (Nr. 139).

Die Bibliothek des Klosters Mor Yuhanon

Die Bibliothek des Klosters wird in der Zeit des Abts Paulus dreimal erwähnt (163, 171, 182). Aus dieser Bibliothek ist nur noch eine Bibel aus dem Jahre 586 erhalten geblieben. Heute befindet sich diese Bibel in einer florentinischen Bibliothek.

Die Bibliothek des Klosters Mor Yuhanon Narip         

Es wird angenommen, dass dieses Kloster in der Nähe der syrischen Stadt Aleppo errichtet wurde. Ein wertvolles Buch von Briefen und Artikeln des Bischofs Mor Filiksinos, das im Jahre 569 beendet wurde, wurde für eine längere Zeit, in dieser Bibliothek aufbewahrt. Heute befindet sich dieses Exemplar im British Museum.

Die Bibliothek des Klosters Mor Mushe (Berg Nabih) 

Zu den Sammlungen dieser Klosterbibliothek gehörte ein Werk des Mor Ivanis Fumo d'Dahbo (der mit der Goldenen Zunge) aus der Mitte des 6. Jh.s. Gegenwärtig befindet sich dieses Werk in einem Museum.

Die Bibliothek des Klosters Mor Esfulus (Risch Ayno)

Im Jahre 724 wurden vom Episkops von Mardin und Esfulus der Bibliothek zahlreiche Werke geschenkt. Einige dieser Werke befinden sich heute im Britischen Museum (Nr. 24)

Die Bibliothek des Klosters Atnos

Das Kloster Atnos befand sich in der Nähe der Ortschaft Tel-Basam bei Ras-al-Ayn. Die Bibliothek des Klosters wurde im 8. Jh. seitens des Bischofs Atanasios aus Mofarkat gegründet. Während des Zeitraums von 740-1042 wurden in diesem Kloster 15 Bischöfe ausgebildet. In den Eintragungen wurde die Klosterbibliothek unter dem Namen "Anastas" aufgeführt. Einige Werke aus dieser Bibliothek befinden sich heute im British Museum unter der Nummer 934.

Die Bibliothek des Klosters Mor Kuryakus

Dieses Kloster wurde in der Nähe der Ortschaft Tello errichtet. Infolge der zahlreichen Angriffe wurden die Bibliothek und das Kloster geplündert und zerstört. Aus dieser Bibliothek sind heute nur noch 3 Bücher erhalten geblieben. Zwei von diesen Exemplaren aus dem Jahre 616 und 617 werden im Londoner Britisch Library aufbewahrt. Das dritte Exemplar, das im Jahre 720 vollendet wurde, befindet sich in der Bibliotheque National in Paris.

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Bsorino


Wenn man von Midyat kommend nach Idil (Azakh, Beth Zabday) fährt, fällt  auf der linken  Straßenseite eine Ortschaft auf, deren Häuser sich einen mäßig hohen Hügel hinaufziehen. Dieser gegen Westen blickende Ort, der eine Fülle von Assoziationen hervorruft und seiner Umgebung ein Lächeln zuwirft, ist Bsorino. Wenn man nur ein wenig in die Vergangenheit dieses alten, großen Dorfes vordringt, wird man unmittelbar in seinen Bann gezogen und kann ermessen, welch hoher Rang ihm auf der Ehrentafel des Turabdin zukommt. Allein das Attribut Bsorino, „Haupt der Religion", sagt schon alles über die historische Bedeutung dieses Ortes.

Der Name Bsorino kommt von dem Wort Beth Sabro, was auf syrisch "Haus der Hoffnung" bedeutet. Der türkische  Ortsname ist Haberli  wobei sich diese Bezeichnung von der syrischen Wörtern Sabro (Hoffnung) und Sbartho (gute Nachricht) ableitet. Bsorino heißt das Dorf in Turoyo, dem örtlichen syrischen Dialekt, Basibrin auf Arabisch und Basibrine auf kurdisch.

Zu den Besonderheiten dieses Ortes zählen sein Reichtum an Kirchen, der große Respekt, den die Bewohner der Kirche und dem Klerus entgegenbringen, ihr Vertrauen in die zivile Obrigkeit, die Häufigkeit von Namen wie Gulo, Gulavi, Kezo, Kawme, Mahlo, Ceno,Kamco und Hamri, die in anderen Orten gar nicht oder nur selten vorkommen, sowie die häufige Verwendung des P-Lautes. Dieser P-Laut, der andernorts nicht gebräuchlich, aber im Lokaldialekt von Bsorino sehr oft zu hören ist, zeigt, wie sehr den Menschen an der Bewahrung ihrer eigenen Sprache gelegen war.

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Bsorino - Baspirin - Haberli - Bissorino (Haus der Hoffnung) - Besorino - Bisorino/Basebrina

Baspirin liegt 37 km östlich von Midyat in der Nähe der Straße Mardin - Cizre im Waldland des östlichen Tur-Abdin. Terrassen mit Wein-, Obstbaum- und Walnußpflanzungen umgeben den Ort; überall stehen Ruinen in der Nähe und im Ort selbst. Zwischen den Felsen sieht man die unregelmäßigen, durch Steinwälle abgegrenzten Ackerflächen rotbraun hervorleuchten. Beiderseits des in das Dorf führenden Weges stehen die flachen Zementbauten der Polizeistation, des Krankenhauses und der Schule.

Baspirin ist Bezirksort mit 505 (775) christlichen Einwohnern (1980: 60 Familien), die Turoyo (aramäischer Dialekt) sprechen. Hanna Aydin schätzte die Zahl der christlichen Einwohner für 1980 auf 62 Familien. Am östlichen Ortsende steht die Kirche "Mar Dodo" mit mehreren Grabkammern. Hier ruhen auch die sterblichen Überreste des als Heiliger und Märtyrer des Tur-Abdin verehrten Maphrian Schimun; er lebte im 18. Jahrhundert, war als Autor theologischer Schriften und Hymnen bekannt und wurde von Kurden ermordet. An das Hauptgebäude schließen sich zwei kleine Kapellen an, davon wird eine jetzt als Schafstall benutzt.

In einer Ecke des Hofes wurde eine überdachte Nische mit einem Altarstein für die exkommunizierten Kirchenmitglieder angebracht; sie durften nur hier beten. Im Westen grenzen die umfangreichen Ruinen des Klosters "Mar Dodo" an, dessen große Flügel früher einen weiten Hof umschlossen.

Hier lebten einst Mönche und Nonnen in den verschiedenen Gebäudeteilen. Dorfpriester ist heute Yusuf Cicek; bis etwa 1974 war es Gabriel Arslan (geb. 1927, Priesterweihe 1951). Er wanderte nach Berlin aus, wo er 1978 starb. Bei meinem Besuch 1967 zeigte er mir mehrere alte aramäische Handschriften, die er restaurieren lassen wollte.
Als ich Baspirin 1967 und 1968 besuchte, erfuhr ich, daß es dort insgesamt 25 kleinere und größere Kirchen gebe.

Der Priester führte mich zu den Kirchen "Mar Schimun", "Mar Jakub Malphono", "Mar Daniel", "Mar Kaume", "Mar Osyo", "Mar Azazael", "Mar Kyriakos", "Mar Sarkis Bakos", "Mar Aho", Yoldath Aloho", "Mar Eschayo" und zwei Kirchen "Mariam Magdoleito". Diese würfelförmigen Tonnengewölbe waren oft nicht als Kirchen zu erkennen und standen entweder im Dorf oder außerhalb davor zwischen Ruinen.

Die zahlreichen Kirchen und umfangreichen Ruinen in der Umgebung weisen darauf hin, daß Baspirin früher eine weitaus größere Bedeutung hatte als heute mit seinen kaum 400 Einwohnern. Aber bei vielen Dorfbewohnern ist das Bewußtsein früherer Größe noch lebendig, die Kirche "Mar Dodo" mit dem Grab des heiligen Schimun ist Ziel von Wallfahrern aus dem In- und Ausland. In die Sonntagsschule gehen etwa 60 Kinder.

Der Ort war bereits im 10. und 11. Jahrhundert durch Mönche, Kopisten, Autoren und Bischöfe bekannt. Bis 1167 wohnten hier auch Muslime. Jedoch kam es häufig zu Reibereien zwischen den beiden Religionsgruppen, und deshalb kauften die Christen den Muslimen nach langwierigen Verhand-lungen das Land ab. Die Muslime versuchten daraufhin mehrmals vergeblich, sich in den benachbarten Dorfruinen eine neue Existenz zu schaffen.

Da die Christen keine Muslime in der Nähe haben wollten, besetzten sie die Ruinen von Sari mit 10 Familien und bauten diese wieder auf. Die Muslime aber zogen nach Damaskus und holten sich dort militärische Hilfe gegen die Christen, um wieder in Baspirin einziehen zu können. Ihre Angriffe scheiterten jedoch am erbitterten Widerstand der christlichen Bewohner.

Damals wurde der Ort von der reichen Familie Sobo regiert, die den Landkauf finanzierte. Auch ließ sie die zerstörten Kirchen "Mar Dodo", "Mar Aho", "Mar Osyo" und "Mar Eschayo" wiederaufbauen, eine Burg und eine Karawanserei errichten sowie Gärten und Brunnen anlegen. In ihrem Auftrag wurden außerdem mehrere Handschriften mit Buchmalerei und goldenen Dekkeln angefertigt. Im 15. Jahrhundert stammten aus Baspirin bedeutende Bischöfe, Autoren und Kopisten.

Mehrfach in seiner Geschichte hatte der Ort unter Überfällen und Verwüstungen zu leiden: 1396 durch die Tataren, 1433 durch osmanische Truppen, ,1453 durch nomadisierende Kurden aus Bohtan, 1492 durch Kurden, Jesidi und Stämme aus dem westlichen Tur-Abdin. Oft wurden Gefangene in die Sklaverei verkauft.

Das Dorf blieb aber auch von Naturkatastrophen nicht verschont: 1423 forderte die Pest 400 Opfer, 1674 wurde es durch ein Erdbeben zerstört; 1727 vernichteten Heuschrecken die gesamte Ernte, 1759 herrschte Hungersnot. - Aber trotz aller Heimsuchungen blieb das geistige Leben ungebrochen: 1631 besuchten z.B. 306 Kinder die Sonntagsschule. Viele Hymnen wurden über die Geschichte von Baspirin verfaßt.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts bot Baspirin ein Bild des Wohlstands, von seinen Frauen durch reichen Silberschmuck zur Schau gestellt. Die Umgebung war sorgfältig in Terrassen angelegt. Der ganze Ort war wohlbefestigt, bestand aus Häusern mit Terrassen, und war stets durch seine hohen Mauern und Schießscharten verteidigungsbereit.

Die festungsähnliche Kirche überragte auf einem felsigen Bergrücken das Dorf und die Umgebung. Der Missionar Sandreczki besuchte damals den Ort und wurde von einem Priester empfan-gen, der ihn in sein geräumiges und reinliches Haus führte. Der Geistliche machte - im Gegensatz zu manchen Kollegen in dieser Gegend - einen belesenen Eindruck. Wie heute, so sprachen in jener Zeit die Bewohner der 80 Häuser Aramäisch (d.h. Turoyo); sie trugen die gleiche Kleidung wie die Kurden.

Dieser Wohlstand dauerte aber nicht lange; wenig später brannten die Briganten des Kurdenführers Massur Beg das Dorf nieder und töteten zahlreiche Einwohner. Auch in der folgenden Zeit erlebte Baspirin nur kurze Erholungspausen; die Situation der aramäischen Christen verschärfte sich durch innere Streitigkeiten. Pognon geriet beispielsweise Ende des 19. Jahrhunderts in einen Krieg zwischen den Christen von Baspirin und Sari. Die Bevölkerung von Sari war bereit, sich dem Kurdenhäuptling Serkhan anzuschließen, um neuen Verfolgungen zu entgehen; nun sollte sie von den kämpferischen Nachbarn mit Gewalt daran gehindert werden. In der Kirche "Mar Dodo" standen die Kämpfer bereit.

Wenig später, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, hatten die wiederholten Kriege und Überfälle den Ort gezeichnet: er erschien den Außenstehenden trist und unbedeutend; die Umgebung wurde nur durch einige Bäume und Sträucher belebt und ging bald in eine öde Felsgegend über. Für den Kunsthistoriker Preusser hatte Baspirin mit seinen verfallenen Kirchen ohne Ornamente die "Leblosigkeit eines Gräberfeldes".

Seine englische Kollegin Gertrude Bell interessierte sich dagegen für die vielen Bauwerke in der wasserlosen, mit niedrigen Eichen bestandenen Landschaft. Außerhalb der eigentlichen Ortschaft stieß sie auf das nur noch von einem Mönch bewohnte Kloster "Mar Bar Sauma" und einige, von je einem Mönch bewohnte kleinere Klöster, die wie Festungen auf verschiedenen Hügeln errichtet waren. Die Tausend und eine" Kirchen wiesen keine Ornamente oder Inschriften auf. In der größten Dorfkirche fand sie auch nur einen Lesetisch aus Stein in einer Apsis, sonst Wohn- Eßräume und Ställe.

Im 1. Weltkrieg gehörte der stark befestigte Ort neben Idil, Ayinvert, Zaz und Enhil zu den Dörfern, die sich gegen die kurdische Übermacht bis zur Beilegung des Krieges erfolgreich verteidigen konnten. Auch darüber berichtet eine Reihe von Hymnen.

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Badibe (Beth Debe)

'''Das Dorf Badebe (Badibe, Beth Debe)''' 


Das Dorf Badebe findet man im Süden Turabdin´s. Die Dörfer Arkah „Harabale“ Sedarie, Harabemiska etc. sind die so genannten Nachbar Dörfer die sich alle im Turo D´Izlo befinden. Badebe wurde Mitte der 80er sozusagen komplett leer geräumt. Hauptgrund zur totalen Evakuierung war die schlechte politische Lage im Südosten der Türkei. Zudem steckte Angst und Bange dahinter, denn die Berge wurden von den Kurden übernommen. Ein Angriff auf die Aramäer schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein. So blieb auch die St. Maria Kirche (Badebe´s Dorf Kirche) unbenutzt. Heute ist das Ziel Badebe wieder aufzubauen. Die Ersten Badeboye kehrten schon in den letzten Jahren zurück. Die Badebe Vereinigung 2003 e.V hatte aus diesem grunde schon einige Häuser renoviert. Neben diesen Häusern wurden zusätzlich 6 komplett neue Häuser gebaut zudem wurde die St. Maria Kirche renoviert. In den letzten Jahren besuchen immer mehr Badeboye das Dorf Badebe und verbringen ihren Urlaub im Dorf. Im Sommer finden zahlreiche Badeboye ihre alte Heimat wieder. Wenn Chori Abraham Gök aus Gütersloh auch mal seinen Urlaub in Badebe verbringt, wird die St. Maria Kirche zum Gebet genutzt ansonsten besuchen die Badeboye die Nachbar Kirche im Dorf Arkah „Harabale“.

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Bethzabday (Azech - Beth Zabday - Idil) 


Türkischer und offizieller Name seit der Ernennung zur Distrikthauptstadt: Idil

Azech befindet sich in Südostanatolien im Grenzgebiet zu Syrien. Es liegt auf einer Linie zwischen Mardin und Cizre. Die Entfernung Mardin-Azech beträgt 128, Azech-Cizre 30 Km.

Die Kleinstadt zählt heute rund 15000 Einwohner, überwiegend kurdische Muslime. Vor 40 Jahren war Azech noch die Heimat Arabisch sprechender Christen. Sie sind im Ursprung Aramäer und nahmen im Laufe der Zeit die arabische Sprache an. Neben Arabisch sprachen die Einwohner dieser Stadt die Sprache ihrer kurdischen Nachbarn. Wer die Schule besuchte, beherrschte Türkisch in Wort und Schrift. Hocharabisch oder Aramäisch wurden in einer Religionsschule in der Mariannenkirche illegal unterrichtet.

Die Geschichte der Einwohner in dieser Stadt ist vom Kampf um die Bewahrung der kulturell-religiösen Identität inmitten einer kurdisch-muslimischen Umgebung geprägt. Den Alltag mit den kurdischen Nachbarn bestimmten sowohl friedliche Koexistenz und gute geschäftliche Beziehungen als auch täglicher Kleinkrieg bis hin zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen in dieser Region. Unentwegt galt es, sich als christliche Minderheit zu behaupten: unter dem langen Arm der Hohen Pforte, später unter der straff-bedingungslosen Hand der Jungtürken und schließlich unter der Ägide gleichgültig abweisender Beamten der Türkischen Republik. Hinter den Kulissen zogen meist die eigentlichen Machthaber der Region die Fäden: die kurdischen Aghas. Sie waren Fürsprecher der christlichen Nachbarn bei der Obrigkeit oder ließen sie fallen und bekämpften die Christen im Namen der Staatmacht. Nicht selten hatten die Aghas das Schicksal der Christen in ihrer Hand.

Heute haben bis auf wenige Familien, nahezu alle Christen Azech verlassen. Die verschiedenen Flucht- und Auswanderungswellen werden im folgenden kurz zusammengefasst.

Anfang des 19. Jh. leitete Schammas Stayfo die Geschicke von Azech. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um seine Person. Er genoß höchste Anerkennung als außergewöhnlich mutiger, gescheiter und zugleich bescheidener Mann. Er sah das Verderben, in das sein Neffe Shaq Bazo die Stadt führen würde, vorher. Ungeachtet dieser Warnung ernannten die Stadtbewohner Azechs Shaq Bazo zum Nachfolger von Semmas Stayfo und beschworen damit die erste große Vertreibung herauf. Shaq Bazo nämlich verweigerte dem Mire Bota, dem kurdischen Emir von Bota, der seinen Sitz in der heutigen Stadt Cizre hatte, den üblichen Tribut. Schlimmer noch: Shaq Bazo machte die Soldaten des Mire Bota zum Gespött und schickte sie gedemütigt zurück. Der Mir reagierte prompt. Er überfiel Azech gemeinsam mit Mire Kora, dem "einäugigen Emir" von Rawanduz. Der Ferman Rawenduz, wie der Überfall noch heute unter den Leuten aus dieser Stadt genannt wird, leitete die erste große Fluchtbewegung in der Geschichte von Azech ein. Zahlreiche Mädchen und Frauen wurden in den Irak entführt. Es war der Auftakt zu einer jahrzentelangen Tragödie von Flucht, Vertreibung und Auswanderung.

Immer wieder gab es bewaffnete Auseinandersetzungen mit kurdischen Stämmen. Häufig kämpften diese im Namen der Obrigkeit, meist jedoch hatten sie ihre eigene Unabhängigkeit im Sinn, bisweilen nur schlichte Bereicherung.

Zur Zeit des ersten Weltkriegs, als die Armenier auf der Seite Rußlands gegen die Mittelmächte und deren osmanische Verbündete kämpften, griffen kurdische Soldaten im Namen der Osmanen auch andere christliche Dörfer an. Zahlreiche Dörfer wurden damals zerstört. Nur in wenigen konnte die christliche Bevölkerung den Angriffen standhalten- Azech war eines davon. Die Alten berichten nicht ohne Stolz über die entbehrungsreiche Zeit der "Kurdenangriffe" während des Ersten Weltkrieges und ihren erfolgreichen Wiederstand gegen die Angreifer. Azech wurde damals nicht zerstört, das Vertrauen vieler Familien in ihren Ort als sichere Heimat aber war erschüttert. Viele wanderten aus, vor allem in das nahegelegene Qamischli im heutigen Syrien sowie in den Libanon.

Nach dem Ersten Weltkrieg verliehen Kemal Atatürk und seine neue laizistische Türkische Republik Christen und Muslimen die gleichen Rechte als Staatsbürger. Damit verbesserten sich die allgemeinen Lebensbedingungen der Christen, und das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen entspannte sich in der Folge etwas.

Die Entspannung jedoch war nicht von Dauer. Mit dem Tod Atatürks und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrten wieder schlechte Zeiten ein. Viele Männer wurden eingezogen. Eine große Hungersnot herrschte zur Zeit der Inflation im Tur Abdin. Hinzu kamen immer wieder Auseinandersetzungen mit kurdischen Muslimen. In ihren Geschichten erinnern die Alten an die schweren Hungersnot in der es nichts zu essen gab und die Not entsprechend groß war.

Hunderte Familien wanderten zu dieser Zeit in das nur 20 Kilometer südöstlich liegende Derike (Malikiyye) im heutigen Syrien aus. Heute zählt Derike mehrere tausend christliche Bewohner, die aus Azech ausgewandert sind.

Ein weiterer Markstein der Auswanderungsgeschichte war die Zypernkrise im Jahr 1964. Vor dem Hintergrund der griechisch-türkischen Auseindandersetzungen wurde von seiten der Kurden auf die Christen des Tur Abdin erneut verstärkt Druck ausgeübt. Von den damaligen Übergriffen berichten die Alten von Azech in ihren Erzählungen von Entführungen und Morden. Wieder verließen viele Christen Azech. Meist folgen sie bereits ausgewanderten Verwandten nach Derike und Qamischli.

Neben Handwerk betrieben die Bewohner dieser Stadt hauptsächlich Landwirtschaft. Sie lebten vom Anbau von Getreide, Wein, Obst und Gemüse sowie von der Vieh- und Bienenzucht. Mit Ackerbau und Viehzucht konnten keine Reichtümer angehäuft werden. Die Äcker waren steinig und nicht übermäßig ertragreich. Plünderungen von Feldern und Weinbergen und die Abholzung von Obstbäumen durch Kurden kamen erschwerend hinzu. Die Lebensgrundlage der Bauern schwand nach und nach.

Als zu Beginn der 60er Jahre ein Rekrutierungsbüro in Diyarbakir Fremdarbeiter für Deutschland anwarb, meldeten sich auch einige Männer aus Azech. Sie wollten von Deutschland aus ihre Familien in der Heimat unterstützen, Diesem Beispiel folgend schickten immer mehr Familien ihre erwachsenen Söhne zum Arbeiten nach Deutschland, damit diese so zum Lebensunterhalt der Familien in Azech beitragen konnten.

Auswanderung nach Europa hatten die Bewohner der Stadt, zum damaligen Zeitpunkt nicht im Sinn. Zwar war das Verhältnis zu den Kurden nach wie vor kompliziert und die ökönomische Lage der meisten Familien schwierig, aber die Mehrzahl der Leute wollten die Heimat nicht aufgeben.

Als im Jahre 1974 im Vorfeld der Bürgermeisterwahlen auf offener Straße ein Attentat auf den Christlichen Bürgermeister und einige einflussreiche Männer verübt wurde, und ein Muslim sich anschickte den "traditionell" christlichen Bürgermeister abzulösen, waren viele Christen verunsichert. In den folgenden Jahren fand die bisher größte Auswanderungswelle, diesmal nach Europa statt. Sie erreichte ihren Höhepunkt 1978, als ein Muslim das Amt des Bürgermeisters übernahm. Nun sahen die meisten Christen in Azech keine Zukunft mehr. Land und Besitz waren ohnehin übernommen worden. Was noch nicht in kurdischer Hand war, wurde von den Auswanderern an die neuen Leute von Azech verpachtet.

Heute leben die Christen aus Azech überall, nur nicht in Azech. So lebt ein großer Teil in Syrien, in den grenznahen Orten Derike (Malikiyye) und Qamischli.

Größere Gemeinden haben sich in einigen Orten und Gegenden Schwedens, der Schweiz und Deutschland gebildet. So gibt es im schwedischen Norrköping eine Gemeinde von etwa 200 Familien, in der Nähe von Zürich (Baden und Umgebung) etwa 120 Familien, im Tessin (Lugano, Locarno und Bellinzona) etwa 100 Familien. In Deutschland leben in Stuttgart und Umgebung etwa 100 Familien, in Bad Vilbel und Umgebung etwa 100 Familien, in Pfullendorf etwa 100 Familien, in Böhl-Iggelheim und Umgebung etwa 30 Familien. Einzelne Familien finden sich in Aalen, Augsburg, Hamburg, Gelsenkirchen, Calw, Balingen und Göppingen. Auch in Frankreich, Österreich, Italien, Australien und den Vereinigten Staaten haben sich einzelne Familien niedergelassen.

Etwa 50 Pfarrer der syrisch-orthodoxen Kirche halten heute in ganz Deutschland regelmäßig Gottesdienste ab und kümmern sich um das Seelenheil der Gläubigen. 1997 wurde für die syrisch-orthodoxen Christen in Deutschland eine Diözese gegründet. Die Diözese Deutschland hat ihren Sitz im ehemaligen Dominikanerkloster in Warburg (Nordrhein-Westfalen), Oberhaupt ist Metropolit Mar Dionosius Isa Gürbüz.

Glaube, gemeinsame Herkunft und nicht zuletzt ein eigenständiger Dialekt vermitteln den Leuten von Azech auch in ihren neuen Gemeinden ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Quelle: bethzabday.de

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Beth Kustan (Bekusnoye, Alagöz, Bakisyan)

Das Dorf

Das Dorf Beth Kustan liegt etwa 28km nord-östlich von Midyat, der Kreisstadt entfernt, umgeben von fruchtbaren Feldern.Obwohl Beth Kustan eines der interessantesten Dörfer Tur Abdins ist, findet es in den Schriften gegenwärtiger Autoren kaum Beachtung. Oft ist nur vom "Land zwischen Hah und Deyrkube" die Rede, wenn sie über diesen Ort berichten.  Der Name Beth Kustan oder Kustin taucht schon in frühen Annalen auf. Es heißt, die Armee Konstantins durchquerte mehrmals mitsamt ihren Pferden das Dorf Beth Kustan. Unweit des Dorfes liegt der "Shu'o d-Helane", ein Gestein, das nach Helena, der Mutter Konstantins benannt wurde. Einigen Legenden zufolge fand sie das heilige Kreuz Jesu in Palästina. Es wird manchmal erzählt, dass Beth Kustan in vorchristlicher Zeit eine Herberge oder eine Raststelle für Reisende war. Im folgenden soll auf Beth Kustan näher eingegangen werden.

Die Landschaft

Kaum ein anderes Dorf in Tur Abdin verfügt über soviel Land wie Beth Kustan. Südlich des Dorfes befinden sich Höhlenkomplexe, die durch den Abbau des Kalkgesteins vergrößert wurden. Sie scheinen unendlich komplex zusein. Beim Abbau des Kalkgesteins wurden Gräber aus vorchristlicher Zeit freigelegt. Unterdessen tauchte beim Bau einer Strasse, etwa 1984, ein vom Pfeil durchbohrter Schädelknochen auf. Immer wieder trifft man auf Knochen, die jedoch aufgrund ihres Alters zerfallen. Die Gräber wurden zum Teil in den Gestein hineingehauen.
Die ”Berhemiye” liegt 2 km östlich vom Dorf. Die Mor Barsawmo-Kirche liegt auf einem Berggipfel, von dem aus man einen großartigen Rundblick über diese Gegend hat. Weinberge, Eichen und andere Fruchtbäume prägen das Bild der Landschaft. 

Weiter nord-östlich von der "Berhemiye" auf der links gegenüberliegenden Bergseite befinden sich die “Harbe d-Mor Gabriel”, die Ruinen des Heiligen Gabriel, dem berühmtesten Sohn dieses Dorfes. Es handelt sich um ein Hof dessen Mauern aus felsenschweren Steinblöcken bestehen. Die Mauern sind lediglich etwa ein Meter hoch. Von Beth Kustan aus erreicht man in süd-östlicher Richtung eine Gegend, die "Qasroke" genannt wird. Hier befindet sich vermutlich die Ruine eines sehr alten heidnischen Tempels. Die Bewohner von Beth Kustan sprechen oft von den "Salme di Qasroke", d.h. Götzen(anbeter) der Qasroke. In einer Entfernung von etwa 4km östlich vom Dorf befindet sich im Berg auf der rechten Seite "i M'artho da 'ajobe" die Höhle der Wunder. Eine besonders komplexe und unendlich scheinbare, von vielen Sagen umwobene Höhle. Dessen Eingang wurde versperrt, um zu verhindern, dass Menschen oder Vieh sich darin verirren. In Sarhavdana, so der Name einer Landschaft, befinden sich die Überreste zweier Kirchen. Eine Mutter-Gottes-Kirche und Mor Osyo. Die genauere Gegend dieser beiden Kirchen trägt ebenfalls den Namen "Mor Osyo". Prof. Hans Hollerweger nennt die Mor Osyo Kirche Mor Esha'yo in seinem Buch "Lebendiges Kulturerbe Tur Abdin". Die Bevölkerung von Beth Kustan aber spricht immer von Mor Osyo. Ob es ein Synonym für Mor Esha'yo ist oder eine Verwechselung mit einer weiter süd-östlich gelegenen Kirchenruine ist, ist noch nicht klar. Die Kirchen wurden vermutlich vom Tatarenkhan Timur Lenk und seine plündernden Horden, die um das Jahr 1400 Tur Abdin heimsuchten, zerstört. Südöstlich von Sarhavdana befinden sich in der Schlucht auf einen Hügel die Ruinen eine Kirche oder Kloster. Hier fand man vor einigen Jahren ein altes Weihrauchgefäss.

Die mystische Landschaft "Zini" befindet sich nord-westlich von Sarhavdana. Hier stößt man auf beeindruckende Ruinen einer alten Zivilisation, möglicherweise den Vorfahren der kusnoye. In hartem Felsengestein gehauene Höhlen, Brunnen und geheimnisvolle Bauten bezeugen eine große Vergangenheit. Die "Harbe da Hadode", Ruinen der Schmiede, nord-westlich vom "Zini" gelegen, sind Ruinen eines alten Dorfes. Große Säulen aus hartem Gestein "geschmiedet", stehen hier inmitten der Häuser. Wände aus rechteckigen, tonnenschweren Steinen lassen die Bedeutung dieses Ortes erkennen. Die meisten Wände stehen noch fast vollständig aufrecht, die Decken hingegen sind alle eingestürzt. Über die Bevölkerung ist nichts bekannt. Die Kusnoye erzählen eine Legende über diesen Ort: Die Dorfbewohner sollen sich während einer Versammlung einstimmig gewünscht haben, dass ihre Häuser ihnen über ihre Köpfe einstürzen mögen. So soll es darauf geschehen sein. 

Geht man weiter westlich den Berg hinauf, erreicht man die "Pirhavendo". Hier befinden sich, in zwei Stellen, ebenfalls alte Ruinen. Etwa 1960 versuchten die Familien von Beth Kasho-Danho und Beth Haushab diese Ruinen aufzubauen und zu besiedeln. Die Familie Beth Haushab war zum Teil angesiedelt. Bei Beth Kasho-Danho kam es zu

Unstimmigkeiten innerhalb der Familie, weshalb das Vorhaben zunächst verschoben wurde. Später verschlechterte sich die Lage der Christen in der Türkei. Die Bevölkerung begann auszuwandern. So verließ auch die Familie Beth Haushab die Siedlung.
Die "Dayrinto" nennt man die kahle Bergseite nord-östlich vom Dorf. Hier befinden sich auch Überreste von alten Bauten, zu denen auch die Mor Shem'un Kirche gehört. Die Decke der Kirche ist eingestürzt. Die übrigen Ruinen dürfen viel älter sein als die Kirche. Dort sollen einst Menschen gelebt haben. Vor langer Zeit sollen die Kusnoye Tongefäße ausgegraben haben, die mit gelblicher Erde gefüllt waren. Da die damaligen Gräber hofften Goldschätze zu finden, zerstörten sie die Gefäße und gruben sie wieder ein.
Nord-westlich des Dorf, in einer Entfernung von drei bis vier Kilometern ist eine weitere Siedlung. Diese Siedlung wird "Beylo" genannt. Sie war bis etwa 1900 bewohnt. Einige Kusnoye-Familien lebten dort. Die Häuser und die Kirche sind inzwischen zerfallen. Die Familien mussten den Kurden ausweichen und zogen nach Beth Kustan zurück. Eine davon ist die Familie Beth La'go.

Die Bevölkerung

Die Vorfahren der Kusnoye sind vermutlich aus den verschiedenen umliegenden Siedlungen zusammengezogen. Über die vorchristliche Glaube der Kusnoye gibt es verschiedene Meinungen. Manche gehen davon aus, dass die vorchristlichen Vorfahren der Kusnoye Götzenanbeter waren, weil die "Qasroke" ein Tempel solcher Götzenanbeter gewesen sein soll. Beth Kustan wurde wahrscheinlich wie viele andere Dörfer im Tur Abdin im 4. Jahrhundert christianisiert. Die Kirche Mor Eliyo ist auf das Jahr 343 datiert. Eine Steintafel enthielt eine Alt-Aramäische Inschrift, die man lange Zeit dachte, es sei römisch. Erst vor wenigen Jahren wurde der Text entziffert und festgestellt, dass es altes Aramäisch ist. Bei Renovierungsarbeiten wurde auch das Grab eines Mönches entdeckt. 


Seit dem Einzug des Islams ins Land mussten die Kusnoye ständig wachsam sein und die Übergriffe der Moslems, insbesondere ab dem 15. Jahrhundert, abwehren. Beth Kustan überdauerte viele Schicksalsschläge: die Eroberung Tur Abdins durch die Araber um 640, die Herrschaft des Tatarenkhans Timur Lenk um 1400 und den Genozid im "Jahr des Schwertes" 1914/1915. Ihre Hartnäckigkeit brachte ihnen Hass und Anerkennung gleichzeitig. Kurdisch-islamistische Extremisten lauerten ihnen ständig auf um sie hinterhältig zu töten. Besonders im 19. und 20. Jahrhundert töteten Kurden, wie "Ali Qut" Ali der Kurze, im Schutz der türkischen Politik, die Christen von Beth Kustan.
Nach 1960 begann die Emigration, zunächst nach Midyat und Istanbul und später ins Westeuropa und Skandinavien. Die Auswanderung hat das Dorf fast entvölkert. Gegenwärtig leben in Beth Kustan etwa 12 Familien. Gabriel Aktas ist der Pfarrer, Bürgermeister ist sein Bruder Ibrahim Aktas. Malfono Lahdo Acar leitet den Chor der Knaben und Mädchen.

Quelle: beth-kustan.org

Bildergalerie von Tur-Abdin 1909 bi 1911


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Bnebil (Bülbul)

Bnebil liegt 12 km östlich von Mardin an den südlichen Abhängen des Tur 'Abdin unterhalb einer etwa 200 m hohen Felswand. Die 276 (285) Einwohner sprechen Mardin-Arabisch; 30 Familien waren
1980 noch christlich. Ihr Priester ist Jakub Günay (geb. in Keferzi, Priesterweihe 1954). Dorfkirche ist „Mor Jakub".
An dieser Stelle stand in byzantinischer Zeit die Festung „Benabelon". Das aus der syrischen Kirchengeschichte bekannte Kloster „Mor Stephanus", heute Ruine, befindet sich in der Nähe des Dorfes .Im 16. Jahrhundert war Benabil überwiegend christlich; seine Bevölkerung wuchs von 1518 bis 1554 um 87 auf 102 Häuser an . 
Der Ort wurde im Zusammenhang mit kopierten Handschriften und deren Kopisten mehrfach erwähnt. Als der Missionar Pany um 1895 Benabil besuchte, erlebte er einen heftigen Streit um ein Mädchen, das seinem Verlobten weggelaufen war, um einen anderen Mann zu heiraten. Nur das Machtwort des Patriarchen konnte den Streit dadurch schlichten, daß er eine größere Geldsumme an die Familie des verlassenen Bräutigams durch den jungen Ehemann zahlen ließ.
Zwar hat der Patriarch im fernen Damaskus heute in dieser Region kaum noch Einfluß auf sein Kirchenvolk; der Bischof  Philoxenos Hanna Dolabani aber wurde bis kurz vor seinem Tode 1969 noch häufig bei Streitigkeiten hinzugezogen. Eine solche Persönlichkeit fehlte den Christen im Tur 'Abdin seit der Pensionierung von Bischof Juavannes Afrem Bilgic; sein Nachfolger Jakub AI Ain-wardi vermochte wegen seiner häufigen Abwesenheit diese Lücke nicht zu füllen. Auch deswegen, weil sie ihres Haltes beraubt waren, suchten die syrischen Christen vom Tür 'Abdin ihr Heil in der Auswanderung. Die weitere Entwicklung seit der Weihe eines neuen Bischofs 1982 bleibt abzuwarten.
Quelle: Die Syrischen Christen vom Tur Abdin- 1985/Helga Anschütz

 Gregorius Bar-Hebraeus Abu al-Faraj

Bar`Ebroyo - Bar-Hebräus: Er ist in Melitene (heute: Malatya) in der Türkei, im Jahre 1226 geboren und auf den Namen Yuhannun (Johannes) getauft worden. Sein Vater war ein Arzt und Diakon Namens Ahrun (Aaron), Sohn von Touma. Über Bar-Hebräus schreiben einige westliche Autoren, dass er jüdischer Abstammung und der Name Bar-Hebräus oder Bar`Ebroyo sei darauf zurückzuführen. Die aramäischen Kirchenväter halten dies für falsch. Deren Auffassung nach ist der Name Bar`Ebroyo auf das aramäische Wort `bar (hbar) zurückzuführen, was so viel wie durchgehen, überqueren, eintreten bedeutet. Er wurde zu einem Zeitpunkt geboren, als dessen Eltern den Fluss Euphrat überqueren wollten. Aufgrund dieser Tatsache wird er vom Wort `bar (hbar), Bar`Ebroyo genannt.

Bezüglich seiner Herkunft schreibt Bar`Ebroyo selbst in einem Gedicht:

"Enhu d-moryo qnumeh kani lam shomroyo,
lo testam`ar (testamhar) en neqrunokh bar`ebroyo,
frothoyau ger hau shumoho of nahroyo,
lo d-tauditho mumthonitho w-lo sofroyo"


Deutsche Übersetzung: "Wenn der Herr sich selbst Samariter nannte,
so sollst du dich nicht schämen, Bar`Ebroyo genannt zu werden.
Denn dieser Name bezeichnet keine Religionszugehörigkeit
oder einen Glauben, sondern kommt vom Fluss Euphrat"


Dies ist eine Bestätigung, dass Bar`Ebroyo keine jüdische Abstammung hatte.

Er beherrschte neben seiner Muttersprache Aramäisch auch Arabisch und Griechisch. Er verfasste Schriften in Theologie, Medizin, Astronomie usw. 

Er wurde am 14.09.1246 vom Patriarchen Ignatius Davud II. (1222-1252) zum Bischof von Gubbas geweiht, einem Ort in der Nähe von Malatya und wurde später vom Patriarchen Ignatius Yeschu III. (oder IV.) (1264-1283) in der Stadt Bosis mit der Würde des Maphiryans (Katholikos) bekleidet. Der Zuständigkeitsbereich des Maphiryono (Katholikos) umfasste das Gebiet von Ost- und Niedermesopotamien (Aram-Naharaim), den Iran bis hin zum Kaukasus und war in 10 Diözesen aufgeteilt. Dabei waren seine hauptsächlichen Aufenthaltsorte Mossul-Nineve, Maraghah in Azerbaycan und Täbris.

1285 erwartete er aufgrund astrologischer Erwägungen für das nächste Jahr seinen Tod und tatsächlich starb er in der Nacht zum 30.07.1286. Seine letzte Ruhestätte hat er im Kloster Mor Matai bei Mossul (Irak) gefunden.

Bar`Ebroyo, genannt "Meer der Weisheiten", "Licht des Ostens" (des Morgenlandes) und des Westens (des Abendlandes), "König der Wissenschaftler" usw. hat in seinem Leben 36 Bücher geschrieben. Quelle: Sabo Hanna

Laut Wiki:
Sullarat Haunãnãyã (Aufstieg des Geistes), ein Werk über Astronomie und Kosmographie, editiert und übersetzt von F. Nau (Paris, 1899)

Es gibt noch ein Buch, das heißt: "Das Buch von der Erkenntnis der Wahrheit oder der Ursache aller Ursachen", ins Deutsche übersetzt von Carl Kayser im 19. Jh.
Manche schreiben dieses Werk einem aram. Bischof aus dem 10. Jh. zu, Carl Kayser meint, das hätte Bar Hebräus geschrieben. In diesem Buch findet man schon die Theorie von Galileo Galilei und das schon Jahrhunderte vor seiner Geburt...
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Die Bibel


Prof. Sebastian P. Brock

Bevor er 1974 an die Universität Oxford ging, lehrte Professor Brock an der Universität Birmingham (1964 - 1967) sowie an der Universität Cambridge (1967 - 1974). Er ist Mitglied der British Academy und korrespondierendes Mitglied des Aramäischen Lehrstuhls der Iraqi Academy. Professor Brock wurde die Ehrendoktorwürde des Päpstlichen Orientinstituts verliehen (1992), und er erhielt von der Maronitischen Diözese in St. Maron, USA (1989) den St. Silvesterorden. Auf seinem Fachgebiet liegen zahlreiche Publikationen von ihm vor.




C

Metropolit Mor Julius Yeshu Çiçek

Eine große Säule der Syrisch-Orthodoxen Kirche ist gefallen, seine Eminenz Mor Julius Cicek Metropolit Zentral-Europas und der Benelux-Länder ist am 29. Oktober 2005 entschlafen und übergegangen von dieser irdischen Welt zur himmlischen Welt.

Herzliches Beileid an seine Heiligkeit Moran Mor Ignatios Zakka Iwas, das Oberhaupt der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und den restlichen Bischöfen und allgemein an den Klerus der Syrisch-Orthodoxen Kirche

Das ganze syrisch-aramäische Volk trauert und weint und bemitleidet unseren guten und wahren Hirten der Syrisch-Orthodoxen Kirche, seine Eminenz Abun Mor J. J. Cicek.

Würdig wurde ihm der Titel "Mor Yakub des 20. Jahrhunderts" verliehen von seiner Heiligkeit Moran Mor Ignatios Zakka des Hauses Iwas I. Der wahrhaftig einer der Reorganisatoren der Syrisch-Orthodoxen Kirchen war. Eine große Säule, die die Syrisch-Orthodoxe Kirche hielt und festigte ist gefallen und gestürzt durch seinen plötzlichen Tod der über uns alle kam, sie der unerwartete Dieb der Nacht, der Jesus selbst versinnbildlicht, wenn Jesus seinen Engel des Todes aussendet um sein Pfandgut zu ihm zu holen.

Es ist ein großer Verlust für die Syrisch-Orthodoxe Kirche und für das syrisch-aramäische Volk. Mögen seine Gebete uns stets begleiten.

Biography englisch siehe Link:

http://syriacchristianity.org/bio/SyriacOrthodox/bio_JuliusCecek.htm

Metropolit Mor Julius Yeshu Çiçek mit dem Aram-Preis für die aramäische Sprache und Literatur ausgezeichnet

SOLNews – Stockholm (Januar 2004). „The Association of the Academic Arameans“ verlieh am 12. Dezember 2003 den Aram-Preis des Jahres 2003 seiner Eminenz Mor Julius Yeshu Çiçek, dem Metropoliten der syrisch-orthodoxen Diözese Mitteleuropas, wegen seines großen Verdienstes an der Belebung und Pflege der syrisch-aramäischen Sprache und Literatur. Mor Julius schrieb eine große Anzahl syrischer Handschriften in seinem eigenen kalligraphischen Stil ab und gab über hundert syrische Bücher heraus. Er machte einen großen Teil der syrischen Literatur den interessierten Lesern zugänglich und bereicherte das Studium der syrischen Sprache und Bücher, indem er den syrischen Bibliotheken viele schöne handgeschriebene Faksimileausgaben bescherte, so die Begründung der Jury in der ihm verliehenen Urkunde.

1. Januar 1942  - 29. Oktober 2005

Nicht nur literarisch hat sich Mor Julius Yeshu Çiçek einen Namen gemacht, sondern auch im pastoralen Dienst für die syrisch-orthodoxe Kirche. Seit Übernahme der Leitung der neu gegründeten Diözese von Mitteleuropa im Jahre 1977 als Patriarchalvikar und seit 1979 als Bischof investierte er viel Kraft in den Aufbau der Kirchengemeinden der Diözese, welche sich über sechs Länder erstreckt: Holland, Deutschland (seit 1997 selbstständige Diözese), Belgien, Frankreich, Schweiz und Österreich. Er erwarb vierzig Kirchen und drei Klöster: Mor Ephrem der Syrer 1981 (NL), Mor Augin 1996 (CH) und Mor Jakob von Serug 1996 (D); er weihte zahlreiche Priester, Diakone, Mönche, Nonnen und Subdiakone sowie Lektoren. Darüber hinaus veröffentlichte er bislang 113 Werke und gibt seit 1978 die Zeitschrift Kolo Suryoyo kontinuierlich heraus. Für den Bar ‘Ebroyo Verlag erwarb er 1986 eine eigene moderne Druckerei, die leider nur ungefähr vier Jahre in Betrieb gehalten werden konnte. Wegen seiner hervorragenden Leistungen verlieh ihm der Patriarch Mor Ignatius Zakka Iwas den Titel „Mor Jakob Burd‘ono des 20. Jahrhunderts“ und begründete dies damit, „dass Mor Julius seine Diözese mit großem Eifer leitet, Gemeinden baut und das syrische Volk im Glauben stärkt. Daher ist er würdig, seinen Namen mit Buchstaben aus Licht in das Buch der Geschichte einzutragen“. Der heilige Mor Jakob Burd‘ono († 578) war derjenige Bischof, der die syrische Kirche im 6. Jahrhundert mit über achtzig von ihm geweihten Bischöfen reorganisierte, als die syrische Kirche auf Grund ihrer Verurteilung der Lehre des Konzils von Chalkedon (451) von den Chalkedonensern massiv verfolgt wurde.

Mor Julius Yeshu Çiçek, der 1942 geboren ist, stammt aus einer Priesterfamilie aus dem Dorf Kafro ‘Eloyto im Tur Abdin. Seine Eltern, Priester Barsaumo und Bathqyomo Sayde, waren ab 1951 im Pastoraldienst in der nördlich vom Tur Abdin gelegenen Region Besheriye tätig. Seine Mutter war eine geweihte Bathqyomo (1), ein seltenes Amt in der gesamten damaligen Syrischen Kirche, und hatte die Aufgabe, einen Priester zu unterstützen, vor allem bei der Taufe der erwachsenen Frauen. Um seinen Eltern bei seelsorgerlichen Aufgaben zu helfen, ließ sich Mor Julius von 1951-1955 im Kloster Deir Za‘faran theologisch ausbilden und war zwei Jahre lang im Dienst des gelehrten Bischofs Mor Philoxenos Hanna Dolabani († 1969) in Mardin, der ihn durch seine Spiritualität und sein Engagement für die Herausgabe syrischer Bücher entscheidend beeinflusste.

Er vertiefte sich in dieser Zeit vor allem in das Studium des Syrischen und des Arabischen und erlernte auch den Umgang mit der Druckerei. 1957 hatte er seinem Vater bei der Betreuung syrischer wie auch armenischer Familien in den zerstreuten Dörfern des Besheriye beizustehen. Nach Verlauf eines Jahres weihte ihn Bischof Hanna Dolabani 1958 zum Diakon und schickte ihn in die Regionen Bitlis und Seert, wo er ca. 270 Menschen taufte (ohne den heiligen Myron, der nur einem Priester vorbehalten ist) und sie seelsorgerlichen betreute. Nach dem Massaker an den Syrern im Jahre 1915 blieben die wenigen Überlebenden dort ohne geistliche Betreuung und damit ohne Empfang der heiligen Sakramente und gerieten so in Vergessenheit.

In dieser Zeit entschied sich Mor Julius für ein Leben als Mönch. Als er 1960 in das Kloster Mor Gabriel kam, wurde er Mönch und 1969 Priester, geweiht durch den Bischof vom Tur Abdin, Mor Iwannis Afrem Bilgiç (1891-1984). Nach dem Ableben des Abtes Şabo Güneş übernahm Mor Julius 1962 die Leitung des Klosters und begann, wie Mor Shmuel und sein Schüler Mor Shemun, die ersten Gründer dieses Klosters vor 1607 Jahren, das Kloster wieder zu beleben. Er renovierte die verfallenen Gebäude, schuf Neubauten, befestigte das Kloster mit einer Mauer, gründete ein Priesterseminar (1963), trug das Kloster und seine Immobilien ins Grundbuch des türkischen Staates ein (1964), baute eine Autostraße (1966), versorgte das Kloster mittels eines Generators mit dem damals in der Region nur selten vorhandenen Strom (1972) und gab die Klosterchronik in arabischer und türkischer Sprache heraus (1971). Um dies alles zu finanzieren und die Klostergemeinschaft zu versorgen, unternahm er zweimal Spendenreisen: 1964 nach Syrien und 1972 nach Europa. Während seines zwölfjährigen Dienstes bereitete Mor Julius Yeshu das Kloster Mor Gabriel auf die Mönchsgemeinschaft und die vielen Seminaristen vor, so dass es heute als Perle im Herzen des Tur Abdin glänzen kann.

Das Kloster Mor Gabriel ist bekannt für die vorbildliche Pflege der syrischen Sprache sowie dafür, dass die in ihm ausgebildeten Seminaristen als Bischöfe, Priester und Lehrer der syrischen Kirche dienen, wie das Kloster und seine Mönche damals im 7. und 8. Jh. die einzigen in der Region waren, die in ihrer theologischen Haltung und weltlichen Politik gegen die Unterdrücker der syrischen Kirche eine entscheidende Rolle spielten.

Als Mor Julius 1973 in den Libanon reiste, um für das Kloster Mor Gabriel eine syrische Druckerei zu erwerben und einzurichten, wurde er unerwartet vom mittlerweile verstorbenen Patriarchen Mor Ignatius Jakob III. († 1980) beauftragt, die Syrer in der westlichen Diaspora zu betreuen. So kam er 1974 nach Deutschland und hielt sich von 1975-1977 in den USA bei Mor Athanasius Yeshu Samuel auf. Dann kehrte er wieder nach Europa zurück und betreute von der niederländischen Stadt Hengelo aus all die zerstreuten syrischen Gemeinden in den europäischen Ländern, deren Mitglieder in den 1960er und 1970er Jahren als Gastarbeiter zum großen Teil aus dem Tur Abdin kamen. Als die zwei Diözesen von Mitteleuropa und Skandinavien im Jahre 1977 gegründet wurden, übernahm Mor Julius Yeshu Çiçek endgültig die Leitung der Diözese Mitteleuropas.

Der Aram-Preis des Jahres 2003 ist ein deutliches Zeichen für die Anerkennung und Dankbarkeit im Hinblick auf das geistige und literarische Werk seiner Eminenz Mor Julius Yeshu Çiçek, der seit 45 Jahren im Dienst der der syrischen Kirche und für die Pflege des syrisch-aramäischen Erbes unermüdlich tätig ist.

(1) Bathqyomo wird als „Tochter des Bundes“ übersetzt und bezeichnet eine Frau, die ein Gelübde abgelegt hat. Eine geweihte Frau mit dieser Bezeichnung lebte ursprünglich asketisch und für den Dienst an den Armen. Zum ersten Mal finden wir diesen Namen bei dem ältesten syrischen Kirchenvater, Bischof Aphrahat dem Weisen (ca. 280-367), und ist nur in der syrischen Kirche bekannt. Diese Weihe hat im Laufe der Zeit ihre Bedeutung verloren und wird heute nicht mehr vollzogen. Jedoch wird die Frau eines Priesters auch heute noch gewöhnlich als Barthqyomo bezeichnet, auch wenn sie nicht geweiht ist.


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D


Das Kloster Deir az-Zafaran
Diözesen der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien
Dayro d`Mor Augin
Dayro d` Mor Malke
Dayro d´ Slibo
Diyarbakir
Aramäische Dörfer (Alphabetisch geordnet)
DIE DREIFALTIGKEIT UND DIE EINHEIT

Das Kloster Deir az-Zafaran

Das größte und bedeutendste Kloster des Tur Abdin liegt unweit der Stadt Mardin und trug ursprünglich den Namen Deir Mar Hanania (Ananiaskloster). Heute wird der Komplex allgemein Deir az-Zafaran genannt, was eine Anspielung auf die safrangelbe Farbe seiner Außenmauern ist.
Die ältesten Gebäudeteile stammen aus dem 4. Jh. n.Chr. Hierzu zählt auch das sog. Beit Qadishe (Haus der Heiligen). Hierbei handelt es sich wahrscheinlich ursprünglich um einen Unterrichtsraum für Medizin. In seiner heutigen Gestalt zeigt es sich allerdings als Grabgebäude, zu dem es wohl im 13. Jahrhundert umfunktioniert worden ist. Es sind sieben Arkosolnischen zu sehen, in denen insgesamt ca. 50 Patriarchen und über 100 Metropoliten beigesetzt sind. Die Amtsträger wurden in vollem Ornat beigesetzt, wobei jeweils der zuletzt verstrobene sitzend bestattet wurde. Der gesamte Raum ist von einer Kuppel überwölbt. 

Aus dem 4. Jahrhundert n.Chr. stammt die Marienkirche, die heute für Taufen benutzt wird. Es ist noch ein geosteter Steinaltar mit einem Holzaufsatz (wohl aus dem 16. Jh.) erhalten. Vor diesem Altar sind noch einige Mosaikreste zu sehen, die ins 5./6. Jahrhundert n.Chr. datiert werden. 


Die eigentliche Klosterkirche, die dem Heiligen Ananias geweiht ist, stammt ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert n.Chr.. Sie war ursprünglich größer, ist aber nach der Zerstörung durch die Mongolen kleiner wieder aufgebaut worden. Es handelt sich um einen Bau mit drei Apsiden. In großer Höhe über dem Boden befindet sich eine Holzempore, auf der die Menschen den Gottesdienst verfolgen konnten, wenn die Kirche sehr voll war. Direkt neben dem Eingang ist ein Fresko aus dem 9. Jh. erhalten, das den Ananias zeigt. In der Hauptapsis befinden sich ein Metropolitenthron und der Thron des syrisch-orthodixen Patriarchen, der auch als Patriarch von Antiochia bezeichnet wird. Da das Kloster aufgrund der gefährlichen Situation der Christen in der Türkei heute nicht mehr der Patriarchensitz ist (der Patriarch lebt seit 1959 im Exil in Damaskus), wird der Patriarch durch ein Foto repräsentiert, das den Thron ziert. Bemerkenswert ist noch ein Friesband, das den ganzen Raum umzieht. Es zeigt Rankenmuster und korbähnliche Motive.

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Diözesen der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien

Patriarchat des Apostolischen Stuhles von Antiochien und des ganzen Ostens
Die Syrisch-Orthodoxe Kirche zählt heute 48 Diözesen und Patriarchalvikariat
Syrien Residenz des Patriarchats

Patriarch von Antiochien und dem ganzen Osten: S.H. Moran Mor Ignatius Zakka I. Iwas

Hier die Originalfassung

Autor: Seine Heiligkeit Mor Ignatius Zakka Iwas I,
Patriarch von Antiochien und dem ganzen Osten
und das Oberhaupt der Universal-Syrisch-Orthodoxen Kirche
(verfaßte als Erzsbischof vom Baghdad 1980)

Die Syrisch-Orthodoxe Kirche durch die Jahrhunderte. vom Patriarch der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien Mor Ignatius Zakka Iwas I.

37 Seiten
Nederland, Bar Hebraeus Verlag, 1995
Bezug über: Mor Ephrem Monastry

1.Patriarchen-Sekretär: Metropolit Mor Athanasius Eliyo Bahe
2. Patriarchen-Sekretär: Mor Philoxenos Mattais Nayis (seit 7.1.2007)
Patriachalvikar für die Angelegenheiten Indiens:  Mor Athanasius Geeverghese
Patriarchal-Vikariat von Damaskus
Bischof: Mor Iwannis Paulos al-Souky
Erzdiözese von Aleppo
Metropolit: Mor Gregorius Hanna Ibrahim
Erzdiözese von Jazirah und Euphrat
Metropolit: Mor Ostatheos Matta Rohom 
Erzdiözese von Homs und Hama
Metropolit: Mor Silvanos Petrus al-Na'ma
Vorgänger: Mor Malatius Barnaba (+ 2004)

Irak

  1. Erzdiözese von Bagdad und Basra
  2. Metropolit: Mor Severius Jamil Hawa
  3. Erzdiözese vom Kloster Mor Matta
  4. Metropolit: Mor Timotheos Mousa Shamani (seit 16.12.2005)
  5. Vorgänger: Mor Dioskoros Luka Sha'ya († 22.9.2006)
  6. Erzdiözese von Mossul
  7. Metropolit: Mor Gregorius Saliba Shamoun


Heiliges Land

  1. Patriarchal-Vikariat von Jerusalem und Jordanien
  2. Metropolit: Mor Severius Malke Mourad

Libanon

  1. Erzdiözese von Beirut
  2. Metropolit: Mor Athanasius Aphrem Barsaum
  3. Erzdiözese von Tur Lebnon
  4. Metropolit: Mor Theophilos George Saliba
  5. Metropolit der ”Benevolent Institution”
  6. Metropolit: Mor Philoxenos Matta Shem’un/Mor Klemis Daniel Gevriye (seit 18.2.2007)
  7. Erzdiözese von Zahle
  8. Metropolit: Mor Justinianus Bulus
  9. Vorgänger: Mor Severius Saliba Tuma (+ 2004)


Türkei
Erzdiözese des Tur'Abdin (Metropolit: Mor Timotheus Samuel Aktas)

  1. Kloster Mor Gabriel
  2. Mor Yakub, Salah
  3. Mor Malke, Arkah
  4. Kloster Mor Abrohom und Mor Hobel, Midyat
  5. Kloster Mutter Gottes, Hah
  6. Mort Shmuni Kirche, Midyat
  7. Mor Barsaumo, Midyat
  8. Mor Sharbel, Midyat
  9. Mor Hadbshabo, Aynwardo
  10. Mor Azozoel, Kfarze
  11. Mor Eliyo, Bethkusyone
  12. Mor Theodoros, Arkah
  13. Mor Esha’yo, Anhel
  14. Mor Dodo, Bethsbirino
  15. Mor Yakub von Srugh, Midon


Erzdiözese von Mardin

  1. Metropolit: Mor Philoxenos Saliba Özmen
  2. Kloster Deir Zafaran
  3. Vierzig-Martyrer Kirche, Mardin
  4. Bnebil  Mutter-Gottes-Kirche, Diyarbakir
  5. Patriarchal-Vikariat von Istanbul
  6. Metropolit: Mor Philoxenos Yusuf Çetin
  7. Website: www.suryanikadim.com

Mitteleuropa

Patriarchal-Vikariat von Holland

  1. Metropolit: Mor Polykarpos Avgin Aydin (seit 15.4.2007)
  2. Erzdiözese von Mitteleuropa und Benelux (bis 28.10.2006)
  3. Vorgänger: Mor Julius Yeshu' Çiçek († 29.10.2005)
  4. Webseite: www.morephrem.com


Patriarchal-Vikariat von Deutschland

  1. Metropolit: Mor Julius Hanna Aydin
  2. Vorgänger: Mor Dionysius Isa Gürbüz (bis 31.1.2006
  3. Patriarchal-Vikariat von Belgien und Frankreich
  4. Metropolit: Mor Severius Hazael Saume

Schweden

  1. Erzdiözese von Schweden und Skandinavien
  2. Metropolit: Mor Julius 'Abdalahad Gello Shabo
  3. Patriarchal-Vikariat von Schweden
  4. Metropolit: Mor Dioskoros Benjamen Ataş


Großbritannien

USA

USA 
Patriarchal-Vikariat des Ostens der USA Metropolit: Mor Kyrilos Aphrem Kerim
Vorgänger: Mor Athanasius Yeshue Samuel

Webseite: www.syrianorthodoxchurch.org 
  1. Mor Ephraim's Cathedral, Burbank, California
    Mort Mary's Church, Phoenix, AR
    Mor Mor Elias Church, Chico, CA
    Paul's, San Diego, California
    Mor Ephraim's Church
    Mor George's Church, San Fernando, California

Kanada

  1. Patriarchal-Vikariat von Kanada
    Metropolit:
    Mor Timotheos Aphram Aboodi
    Webseite:
    www.syrianorthodoxchurch.com
    Saint Jacques Church, Montreal
    St. Severius' Church, Calgary, Alberta

Australien

  1. Patriarchal-Vikariat von Australien und Neuseeland
  2. Metropolit: Mor Malatius Malke Malke
  3. Mor Yacoub Burdono Church,  Melbourne
  4. Mor Ephrem Church
  5. Mor Gabriel
  6. Mother of God Church

Argentinien

  1. Patriarchal-Vikariat von Argentinien
  2. Metropolit: Mor Nikolaus Mattay

Brasilien

  1. Patriarchal-Vikariat von Brasilien
  2. Patriarchalvikar: Rabban Gabriel Dahho
  3. Saint Maria Church

Indien – Kerala

  1. Katholikat des Ostens
  2. Katholikos Mor Baselius Thomas I.
  3. Assistent Bischof Mor Athanaius Elias 
  • Erzdiözese der Kananaya: Mor Severios Kuriakose & Asst. Bischof Mor Gregorios Kuriakose
  • Diözese von Angamaly: Mor Severios Abraham (Asst. Bischof: Mor Aprem Mathews)
  • Diözese von Cochin: Mor Gregorios Joseph
  • Diözese der Simhasana Kirche und der Institution des apostolischen Stuhl in Indien
  • Diözese von Malabar: Mor Philoxenos Yuhanon
  • Diözese von Kandanad: Mor Iwannis Mathews
  • Diözese Kollam & Thumbamon: Mor Miltheos Yuhanon
  • Diözese Kollam: Mor Theodosios Mathews
  • Diözese von Trissur: Asst. Bischof Mor Eusebios Kuriakose
  • Diözese von New Delhi und Groß-Indien: Asst. Bischof Mor Osthatheos Pathros
  • Diözese Niranam-Thumpamon: Asst. Bischof Mor Kurilos Geevarghese
  • Diözese von Groß-Indien & Kottayam: Metropolit: Mor Themotheos Thomas Muriyankal
  • Diözese der Malakara-Syrisch-Orthodoxen in den USA und Kanada: Mor Titos Yeldo
  • Evangelical Association of the East & The Honavor Mission: Mor Polykarpos Geevarghese & Asst. Bischof Mor Chrisostomos Markose
  • Patriarchalvikariat der Patriarchal-Institutionen & Kirchen: Mor Julius Kuriakose
  • Abtei des Klosters Mor Ignatius Elyas III. (Manjinkkara/Pathanamthitta): Mor Dionysius Geevarghese
  • Abtei des Klosters Malecuriz: Mor Dioskoros Kuriakose
  • Diözese Europa & M.S.O.T Seminar in Udayagiri: Mor Theophilos Kuriakose
  • Antiochienische Bewegung in Indien: Mor Athanaius Elias

siehe dazu Geschichte und Lehre der Aramäer, Teil 1

siehe dazu Geschichte und Lehre der Aramäer, Teil 2

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Dayro d`Mor Augin

Das älteste Kloster im TUR ABDIN ist Mar Augin, das an den Abhängen des Izlo-Gebirges erbaut wurde. Der heilige Augin gilt als der Begründer des monastischen Lebens im TUR ABDIN und als dessen zweiter Missionar. Mor Augin lebte zu Konstantinos Zeiten, also im 3. Jahrhundert. Er war bekannt für seine Teufelsaustreibungen, rettete ein Kind aus den Klauen der wilden Wölfe im tiefen Wald und auch die von ihm bestandene Feuerprobe lässt ihn nicht in Vergessenheit geraten. Mor Augin hatte 72 Schüler (Jünger), darunter waren Heilige wie z.B. Mor Isayo.

Dayro d` Mor Malke

Dieses in seiner langen Geschichte häufig zerstörte Kloster wurde erst nach dem 2. Weltkrieg von den christlichen Bewohnern der umliegenden Dörfer wiederaufgebaut. Es liegt 4 km südlich von Harapali und etwa 20 km südöstlich von Midyat in der "Raite" oder im "Izala", dem gebirgigen Teil des südlichen Tur 'Abdin. Am Fuße des Hügels, auf dem Deir Mar Malke errichtet wurde, entspringt der Av-i-Spi, ein Quellfluß des Djaghdjagh, der die Sümpfe bei Nusaybin bildet. Obst-, Wein-, Gemüse- und Tabakanpflanzungen umgeben das Bauwerk, ein umfangreicher Landbesitz gehört dazu.
Das von den einheimischen Christen als Wallfahrtsort verehrte Kloster wird dem heiligen Malke, einem Verwandten des Klostergründers Mar Augen, zugeschrieben. In der Kirchengeschichte wurde es verschiedentlich erwähnt. Bis vor kurzem wurden noch manchmal Epileptiker hierhergebracht, die, an eine Kette gefesselt, in einen tiefen Brunnen hinabgelassen wurden, wo sie mindestens 24 Stunden verbringen mußten. Wie man mir bei meinem Besuch versicherte, seien verschiedene Geisteskranke auf diese Weise geheilt worden. 

Über diesen Ruf des Klosters berichtete schon Niebuhr um 1760: Epileptiker seien durch die Fürbitte des heiligen Malke und die Gebete der Mönche geheilt worden. Gertrude Bell beobachtete an eine Kette gefesselte Geisteskranke, bei denen "wirksame Teufelsaustreibungen" vorgenommen worden waren. Als sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts dort war, traf sie noch einen Bischof an, der in diesem mehrfach von Kurden geplünderten und nur noch teilweise restaurierten Bauwerk residierte.
Bis 1981 war das Kloster dagegen nur von Schabo Bilgic, Mönch aus dem Kloster Mar Gabriel, und einer Familie bewohnt. (Als ich das Kloster 1968 besuchte, hatte der Mönch Jakub Kurt /heute in Hah/ eine Klosterschule für die Dorfjugend aus den umliegenden christlichen Siedlungen eingerichtet; sie mußte jedoch geschlossen werden, als er das Kloster verließ.) Nach einem Überfall der Kurden verließen alle Bewohner 1981 das Kloster. 

Das früher so bedeutende Kloster hat auch besonders in den Kämpfen zwischen Zentralregierung und kurdischen Aufständischen in den Jahren von 1924 bis 1928 gelitten. Damals verschanzten sich die Kurden hinter den Klo-stermauern und forderten dadurch ein Bombardement heraus, das den größten Teil des Klosters zerstörte. Erst in den fünfziger Jahren wurde das Bauwerk durch die benachbarte Dorfbevölkerung wiederaufgebaut. Dabei blieb zwar die Architektur erhalten, etwa noch vorhandene Ornamentik wurde jedoch durch den Mauerverputz verdeckt. Als erster Mönch zog der alte Kaume mit einer Familie in die restaurierten Räume ein. Er ist inzwischen verstorben.

Quelle: Helga Anschütz, Die syrischen Christen vom Tur Abdin, 1984

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Diyarbakir

Das Wahrzeichen von Diyarbakir ist die 5,5 Km lange Stadtmauer, die von den Römern erbaut wurde zur Verteidigung des “Landstriches” Mesopotamiens gegen die Perser. Im Jahr 639 n. Chr. wurde Diyarbakir von den Arabern erobert, was die Islamisierung zur Folge hatte. Im Jahre 1085 von den Seldschuken und 1515 von Sultan Selim. Das alte Diyarbakir war schon im 4.Jahrhundert Bischofssitz der Syrisch-Orthodoxen Kirche. Im Mittelalter war das Kloster Patriarchenresidenz. Die Marienkirche ist der Rest der grossen Bischofskirche aus dem 6.Jahrh. In ihr befinden sich 3 Grabmale des Theologen Jakob von Sarug (451-521) Er war ein gebildeter Bischof wie Ephrem der Syrer (4.Jahrh.) der in hymnischen Gesängen den Glauben lehrte. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Brücke über dem Tigris: Ihre früheste Erwähnung besagt, das sie von Johannes Saoro Bischof von Diyarbakir im 4. Jahrhundert erbaut wurde.

Quelle


Die syrisch-orthodoxe Mutter-Gottes-Kirche in Diyarbakir geplündert

SOLNews – Diyarbakir (09.01.03). In der Nacht vom 6. auf den 7. Januar 2003 wurde in die syrisch-orthodoxe Mutter-Gottes-Kirche in Diyarbakir, die dort als „Meryem Ana Kilisesi“ bekannt ist, von bislang unbekannten Moslems eingebrochen und dort großer Schaden angerichtet. Nach Informationen des in der Kirche wohnenden Syrischlehrers Saliba Açis gegenüber Suryoyo Online (www.suryoyo-online.org) entwendeten die Plünderer wertvolle liturgische Gegenstände – darunter das im Altarraum befindliche große, handgeschriebene Evangeliar mit silbernem Deckel aus dem 18. Jh., drei silberne bischöfliche Handkreuze aus dem 17. Jh. und eine sehr alte Mutter-Gottes-Ikone, die über dem Grab des im Jahre 1171 verstorbenen berühmten syrischen Theologen und Metropoliten Dionysios Bar Salibi stand, sowie zwei seltene, aus Seide gefertigte und vergoldete liturgische Velen über dem Kelch und der Patene, die ebenfalls aus dem 18. Jh. stammen. Weitere Heiligengemälde – so Saliba Açis – wurden auf den Boden geworfen und geschändet. Die Räuber waren in die Kirche eingedrungen, nachdem sie die für unüberwindlich gehaltenen hohen Außenmauern erklommen und ein mit Stahlgittern gesichertes Kirchenfester aufgesägt hatten. Entdeckt wurde die Tat erst am frühen Morgen, als der Priester Yusuf Akbulut das Morgengebet abhalten wollte. Die Behörden wurden sofort eingeschaltet. 

Die syrische Gemeinde von Diyarbakir und der Metropolit des Tur Abdin, Timotheos Samuel Aktas, aus dem Kloster Mor Gabriel, waren bestürzt, als sie von der Plünderung der Kirche hörten. Wieder einmal wurden sie an ihre unsichere Zukunft in einer heute stark islamisierten Umgebung erinnert. Vor zwei Jahren (2001) hatte es in der einzigen syrischen Gemeinde in Diyarbakir schon eine politisch motivierte Aktion gegeben, als der dortige Priester Yusuf Akbulut vor ein türkisches Gericht gestellt wurde. Dieser hatte von einem Völkermord nicht nur an den Armeniern, sondern ebenso an den Aramäern (auch Syrer genannt), der im Jahre 1915 in der Türkei begangen worden ist, gesprochen. Die Journalisten der türkischen Zeitung Hürriyet zeichneten seine Äußerungen insgeheim auf Tonband auf und nannten ihn in ihrer Zeitung einen „Verräter unter uns“. Damit hetzten sie die türkische Bevölkerung gegen die wenigen Aramäer in der Türkei auf. Nach mehreren Verhandlungstagen, die von ausländischen Politikern und Menschenrechtlern sehr aufmerksam beobachtet wurden, sprach man den Priester allerdings wieder frei. Von türkischen Behörden und Journalisten wird er aber weiterhin kontrolliert. Jeden Sonntag verfolgen Angehörige des türkischen Geheimdienstes (die zum Teil bewaffnet sind) die Predigt des Pfarrers im Gottesdienst. Die Zeitung „Aksam“ bezeichnete am 27. Juni letzten Jahres, die Aramäer in abschätziger Weise als Separatisten. Sie veröffentlichte eine ethnographische Karte des Tur Abdin (das ist die syrische und wohl bekannteste Bezeichnung für die Region im Südosten der Türkei, in der einmal ausschließlich Aramäer gelebt haben) aus einem Bildband des österreichischen Professors Hans Hollerweger und behauptete, dass die Aramäer eine Abspaltung des Tur Abdin von der Türkei auf Grundlage dieser Karte anstrebten. Auf Initiative des syrischen Bischofs des Tur Abdin wurde die radikale Zeitung „Aksam“ am 06.09.2002 von der 3. Istanbuler Strafkammer verurteilt. 

Diyarbakir oder „Amid“ bzw. „Ameda“ – so die früheren Namen seit dem 13. Jh. v. Chr. für die Hauptstadt des aramäischen Königreiches Bet-Zamani – war im 12. Jh. nach Chr. Sitz des Patriarchen von Antiochien und Hochburg der Aramäer. Aus ihr gingen viele namhafte syrische Theologen und Patriarchen hervor. Sie fanden zum Teil in der Mutter-Gottes-Kirche ihre letzte Ruhestätte. Außerdem befinden sich dort viele Reliquien, wie diejenigen des Apostels Thomas und des heiligen Jakob von Sarug († 512). Die Kirche gehört zu den ältesten syrischen Kirchenbauten in Mesopotamien überhaupt; ihre christlichen Baufundamente sollen bis ins 3. Jh. n. Chr. zurückgehen. Zuvor dürfte sich hier ein großer heidnischer Tempel aus vorchristlicher Zeit befunden haben, wie die noch heute erhaltenen beiden Löwenköpfe im Eingangsportal zum Diakonikon belegen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gotteshaus immer wieder von fremden Herrschern und marodierenden Moslems geplündert und zerstört. In ihrer Blütezeit war die Kirche eine rege Pilgerstätte für die Region. Deswegen leitet sich wahrscheinlich der heutige Name der Stadt Diyarbakir aus „Deir Bakira“ ab, d.h. in arabischer Sprache „Kirche der Jungfrau“ [Maria]. Hier befindet sich eine Reliquie vom heiligen Kreuz sowie eine der wenigen erhaltenen Bibelhandschriften aus dem 6. Jh. auf Pergament. 
Im Laufe der Zeit verlor Diyarbakir allmählich seine syrisch-aramäischen Ureinwohner. 1870 lebten hier und in den umliegenden Dörfern noch 13500 Aramäer. Allein im „Jahr des Schwertes“, - so wird das Jahr des Massakers von 1915 bezeichnet - wurden 5379 Menschen getötet. Im Jahre 1966 befanden sich es hier noch 1000, heute gibt es nur noch 4 syrisch-aramäische Familien sowie den Pfarrer, der alle christlichen Konfessionen dort betreut. Der Rest emigrierte nach Istanbul und in die westliche Diaspora. Besonders erschreckend ist die Missachtung der Würde der Toten, als ein Teil des syrischen Friedhofs mit seinen Gräbern von der Stadt Diyarbakir aufgelöst wurde, um eine Straße zu bauen. Die Proteste der syrischen Gemeinde blieben bislang erfolglos.   

Quelle: Gabriel Rabo





Dayro du Slibo

Wenn man auf halber Strecke zwischen Zaz und Kfarburan nach Norden abbiegt, erreicht man nach etwa 2 km das kleine Dorf Dayro Daslibo, "Kloster des Kreuzes".

In diesem Dorf, das einmal ein Kloster war, hielt sich einige Zeit der Bischof aus Hah auf.
Das Kloster wurde vom hl. Aho gegründet, der enge Beziehungen zum kaiserlichen Hof in Konstantinopel hatte. Er soll von dort einen Splitter des Kreuzes Christi ins Kloster geschmuggelt haben. Für den Bau der Kirche soll Kaiser Anastasius (491-518) Geld gespendet haben.
1915 lebten hier 70 aramäische Familien.


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Aramäische Dörfer (Alphabetisch geordnet)

Ardo
Ainwardo (Iwardo)
Adiyaman
Arbo
Arkah
Ahlah
Anhel, Turkish
Arbayé
Azakh (Azech, Beth Zabdai)
Arnas
Barmunus
Bohtan
Bsorino
Beth Qustan / Beth Kustan
Beth-Ishok
Badibé/Beth Débé
Békusyoné
Beth Man’am
Birguriya
Bseriye (Bscheriye in Syrien)
Benkelbé
Bnebil
Boté
Chtrako
Dara
Dayro du Slibo
Dayro d´ kirko
Dayro du K´fon
Deyro da kubé
Diyarbakir (Amid)
Difne
Derelya
Esfes
Ester
Elazig
Ehwo
Enhil (Anhil)
Gziro
Gremira
Gharzan
Gerjusch
Gundeké di ‘ito
Gunduk Shukro
Hah
Habsus
Hassana
Harabale
Harran
Harabémechka (türkisch Ücköy)
Hasankeyf (Hesno d-kifo)
Ihwo
Izlo
Iwardo (Ainwardo)
Kfarbé
Kfarburan
Kafro ‘Elayto
Karkine
Karabash
Kadikoy
Kabieh
Kafro Tahtayto
Kanak
Karboran
Keferze (Kfarze)
Kamischli
Kelith
M’aré
Midyat
Miden
Mzizach / Mzizzah
Mardin
Malatya
Mar Bobo

Nisibin (Nusaybin, Nsiwin)
Nemrud Dag
Omid
Qanak
Qilleth
Qall'et Mara
Quarbel
Sharabi
Sederie
Saleh
Sawro
Savur (Sor)
Saré (Gawayto)
Séderi

Strako
Tamerzé
Urdnus (Hirdnis)
Urfa
Yardo
Zaz

Zercel
Zinawrah

Anmerkung!

Man sagt, dass Mor Aphrem Barsaum (sluthe 'aman), zu seiner Zeit, noch als Bischof im Jahre 1919 beim englischen Premierminister eine Klage gegen das Osmanische Reich erhob. Folgende Tabelle soll er als Ausmaß des Schadens vorgelegt haben:

Tabelle von Mor Aphrem Barsaum 1919 an den englischen Premierminister

original siehe hier

Die Tabelle zeigt die Anzahl der zerstörten Dörfer, Kirchen, der getöteten Familien, einzelnen Aramäer und Priester.

Die Tabelle habe ich beim durchforcen des Internets nach näheren Informationen zu diesem Thema gefunden. Mehr konnte ich nicht rausfinden. Das Internet ist in diesem Fall eher dürftig ausgelegt.

DIE DREIFALTIGKEIT UND DIE EINHEIT

Nach der Lehre der syrisch-orthodoxen Kirche

Was bedeutet die Dreifaltigkeit und Einheit?
Die Dreifaltigkeit und Einheit bedeutet: Wir bekennen einen einzigen Gott - Lobpreis seinen Namen! - in der Dreiheit, d.h. in drei real voneinander verschiedenen Hypostasen*, die als der Vater, der Sohn und der Heilige Geist bekannt sind.

(*syr.-aram.=Qnume, hier als Personifizierung göttlicher Besonderheiten oder Eigenarten in der Trinität. Deshalb wird auch "Hypostase" gewöhnlich mit "Person" übersetzt)

Ist also jede der drei Hypostasen oder göttlichen Personen der eine wahre Gott?
Ja, jede dieser Hypostasen (Personen, Qnume) ist voll und ganz Gott; denn sie sind in der Gottheist wesensgleich.

Sind aber demnach die drei göttlichen Hypostasen (Personen, Qnume) nicht drei Götter?
Keineswegs! Sondern es ist nur ein Gott; denn sie (die drei Qnume, göttlichen Hypostasen) besitzen ein und dieselbe Gottheit, die eine göttliche Ousia (syr-aram= Ithutho, Wesenheit), gleiche Herrlichkeit, gleich ewige Erhabenheit, dieselbe Ehre und denselben Ruhm, ein und die selbe göttliche Natur/Substanz, einen Willen, eine Kraft/Macht, nur ein und dasselbe Wirken und eine Herrschaft.

Was ist die Eigenart der göttlichen Hypostasen(aram=Qnume)?
Die Eigenart/persönliche Besonderheit der ersten Hypostase (Qnumo) ist die Vaterschaft,
die der zweiten Hypostase (Qnumo) ist die Sohnschaft,
und die der dritten Hypostase (Qnumo) ist das ewige Hervorgehen*. Durch diese hypostatischen Eigenschaften, das heisst persönliche Besonderheiten, unterscheiden sich die Hypostasen (Qnume) voneinander.

(* Bezüglich des Heiligen Geistes bedeutet das syrisch-aramäische Wort für "Ausgehen" hier "ewiges Hervorgehen", da es sich nicht um eine menschlich ausdenkbares und materielles hervorgehen handelt, sondern um ein göttliches, daher ewiges.


Quelle: Katechismus der christlichen (syr.-orth. Kirche) Lehre, Patriarch Mor Ignatius Aphrem I.Barsaum

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E

Ephesos - Hauptstadt der Provinz Asia
Die christlichen Bauten von Ephesos
Enhil - Yemisli - Anhil - Anhel - Anhül


Ephesos - Hauptstadt der Provinz Asia

Einer der faszinierendsten Orte in der Geschichte des frühen Christentums ist Ephesos (heute Selcuk) an der Westküste der heutigen Türkei. Die pulsierende Metropole der Antike mit imposanten Bauten, wie dem Artemision - einem der sieben Weltwunder
- war zugleich ein Zentrum christlichen Lebens.




Historischer Überblick

Den ältesten Fund im Gebiet des heutigen Ephesos stellt ein mykenisches Grab aus dem 14. Jh. v.Chr. dar; es lässt auf eine mykenische Ansiedlung am Ayasoluk um 1500 v.Chr. schließen.

In hethitischen Quellen begegnet eine Ortschaft Apasa, in einer Landschaft Arzawa an der Westgrenze des hethitischen Einflussgebiets. Sie könnte mit Ephesos identifiziert werden.

Nach dem Zusammenbruch der mykenischen und der hethitischen Herrschaft entstand eine ionische Ansiedlung. Gemäß einer Chronik aus dem Jahre 264/3 v.Chr. soll sie am Nordhang des Koressos erfolgt sein. Der sagenhafte Stadtgründer war Androklos, Sohn eines griechischen Königs. Eine weitere griechische Ansiedlung mit dem Namen Smyrna befand sich entweder am Fuß des Theaters oder östlich der heutigen Staatsagora. Daüber hinaus gab es eine Ansiedlung von Ureinwohnern um den Kultbezirk des späteren Artemision, sowie eine karische Siedlung, die weiter landeinwärts lag. Diese Siedlung wurde von den Griechen zerstört.

Ab 800 v.Chr. gehörte Ephesos zum ionischen Städtebund. Im 6. Jh. v.Chr. kam es unter lydische Herrschaft (unter Kroisos, 560 - 547 v.Chr.). Die besondere Bedeutung des Kroisos für die Siedlungsgeschichte von Ephesos bestand darin, dass er die Einwohner der ionischen Siedlung am Koressos zwang, mit den Bewohnern der Ansiedlung um den Kultplatz in der Ebene zusammen zu ziehen. Er gestaltete diesen Ort als Heiligtum der Artemis aus. Sein Ziel war es, ein Gegengewicht gegen Milet, den großen Tempel in Didyma und das Hera-Heiligtum auf Samos zu schaffen. 546 v.Chr. erlitt Kroisos eine Niederlage gegen die Perser, und Ephesos wurde persisch. Es war nicht am ionischen Aufstand beteiligt.


386 v.Chr. gelangte Ephesos unter persische Oberhoheit, nach der Schlacht am Granikos (334) wurde es makedonisch-griechisch, nachdem es zwischenzeitlich auf die Seite der Griechen übergewechselt war und dem attisch-delischen Seebund angehört hatte.

Um 300 v.Chr. gehörte Ephesos - nach der Konsolidierung der Diadochenreiche - zum Machtbereich des Lysimachos. Auch Lysimachos lenkte die Siedlungsgeschichte in besonderem Maße. Zwischen Pion und Preon gründete er eine neue Stadt, die er nach seiner Frau Arsinoe nannte. Die Bewohner der bisherigen Ortsanlage um das Artemision herum siedelste er dorthin um, auch die Einwohner von Teos, Lebedos und Kolophon zwang er, sich zu Gunsten der neuen Stadt dort anzusiedeln. Der Grund für die Neugründung war in erster Linie der verlandete Hafen von Ephesos. Darüber hinaus wurde das alte Siedlungsgebiet häufig überschwemmt, und der Grundwasserspiegel stieg. Den Namen Arsinoe trug die Stadt nur kurze Zeit und wurde bald wieder Ephesos genannt.

281 v.Chr. wurde die Stadt seleukidisch, kurzfristig auch ptolemäisch. 188 v.Chr. gehörte sie zu Pergamon, 133 v.Chr. wurde sie zur römischen Provinz. Zwar hatte Ephesos noch einige Privilegien, aber durch das Steuersystem wurde es ausgebeutet. Nachfolgend eroberte Mithradates VI. die Stadt, wurde aber von Sulla besiegt. Es folgte der römische Bürgerkrieg und 31 v.Chr. die Neuordnung des Römischen Reichs. Ephesos war Hauptstadt der Provinz Asia und die Steuererhebung stand unter direkter Kontrolle des Augustus, so dass der Missbrauch eingeschränkt wurde.

Ab 220 n.Chr. kam es zum langsamen Niedergang des Römischen Reichs. 262 n.Chr. wurde Ephesos von den Goten von See her angegriffen und geplündert. 431 n.Chr. fand das Konzil von Ephesos statt.

Die Verlandung des Hafens und die zunehmende Versumpfung der Umgebung förderte die Malariagefahr. Im 6. Jh. n.Chr. entstand daher die Siedlung auf dem Ayasoluk, unterhalb der Johannesbasilika. Dort gab es zudem eine größere Sicherheit vor arabischen Piratenangriffen.

Ende des 11. Jh. folgt der nächste größere Einschnitt: Die Seldschuken siegten 1071 in der Schlacht bei Malazgirt über Ostrom. Ephesos wird 1090 für kurze Zeit seldschukisch. 1147/48 überwinterte Konrad III. während des 2. Kreuzzuges in Ephesos, 1304 wurde Ephesos wieder seldschukisch, 1389 osmanisch. 1402 wurde es durch die Mongolen erobert und 1426 endgültig osmanisch und bedeutungslos. Der heutige Ort Selcuk wurde im 20. Jh. gegründet.


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Die christlichen Bauten von Ephesos: 

Das sogenannte Lukasgrab

Die Forschung am Lukasgrab, das sich in der Nähe des Magnesischen Tores befindet, ist noch nicht abgeschlossen, es ist aber gesichert, dass dieses Bauwerk zwei wesentliche Bauphasen erlebt hat. In der ersten Phase handelte es sich um eine römische Brunnenanlage, einen Monopterusbrunnen, der in der Mitte des 2. Jh. n.Chr. errichtet worden war. Das Podium hatte einen Durchmesser von 15,15 m. Auf der Sockelmauer sind 16 Pfeiler errichtet worden, die mit Orthostatenplatten verkleidet waren. Bei den Ausgrabungen wurde an der aus byzantinischer Zeit stammenden Südtreppe eine dreisträngige Wasserleitung freigelegt, die auf den Mittelpunkt des Rundbaus zulief. Diesen bildete ein Mittelpfeiler, der innen hohl war. Die Zugänge befanden sich an der Ost- und Westseite, die heute byzantinisch überbaut sind. An der Nordseite zwischen zwei Pfeilern hat sich ein in den Boden eingelassenes Wasserbecken (70 x 35 x 50 cm) zum Ablauf des Brunnens befunden.

Auffällig sind die T-förmigen Verlängerungen der Säulenfundamente in Richtung Mitte. 14 Zwischenräume waren von außen durch Türen zu betreten, von denen vier in den Umgang um die Mittelsäule führten, die übrigen führten in Kammern, die hinten verschlossen waren. Die Nutzung dieser Kammern ist unklar.
In der 1. Hälfte des 5. Jh. n.Chr. wurde die römische Brunnenanlage byzantinisch umgestaltet
Eine Unterkirche im östlichen Sockelbereich und eine oberirdische Kirche entstanden. Dazu wurde die Brunnenanlage nicht nur durch den Einbau einer ringförmigen Fundamentmauer erweitert. Auch entstanden ein Narthex an der Stelle der westlichen Treppenanlage und eine Apsis an der östlichen Treppenanlage. Damit der Kirchenraum der Unterkirche, für den die radialen Mauern im östlichen Sockelbereich entfernt wurden, eine hinreichende Raumhöhe erhielt, wurde das Bodenniveau um 40 cm tiefer gelegt. Der Zugang zur Unterkirche lag zwischen Säule 12 und 13. Er war von zwei Pfeilern mit Kreuz bzw. Stier und Kreuz umgeben. Bei den Pfeilern handelt es sich um Spolien; auf der Seite des Pfeilers mit Kreuz und Stier ist noch eine ausgeschlagene Personendarstellung zu erkennen, womöglich eine Person im Redegestus.

Die Marienkirche

Im Jahre 431 n.Chr. tagte das 2. Ökumenische Konzil in der Marienkirche, die durch den Umbau der Südhalle des Temenos des Olympieion entstand. Die besonders repräsentativ gestaltete dreischiffige Halle war 263 m lang. Sie bot sich zu dem Umbau in eine Kirche an.zurück zur Tur Abdin lexikon von A bis Z

Die Paulus-Grotte

Die sogenannte Paulusgrotte ist eine 7 x 3 m große Höhle, von der aus ein ca 15 m langer Gang in den Berg hinein führt. Die Paulusgrotte trägt diesen Namen aufgrund eines Freskos mit der Darstellung von Paulus, das sich an der westlichen Längswand befindet. Zu Beginn des Ganges ist zunächst eine Darstellung Abrahams mit Isaak zu finden. Die Fresken wurden von Hirten, die diese Höhle als Unterstand und Feuerstelle nutzten, mit einer Kreideschicht versehen. Vor der christlichen Nutzung dieser Grotte scheint sie auch bekannt gewesen und genutzt worden zu sein. Darauf lässt eine Gipsschicht unter den Fresken schließen, die zwar nicht bemalt wurde, auf der aber noch Fingerabdrücke und Graffiti zu erkennen sind.


Die Fresken stammen aus dem 6. Jh. n.Chr. Am Eingang kann man auf einem roten Hintergrund eine Fürbitte lesen. Im Gang befindet sich ein Fresko, das die Legende von Paulus und Thekla wiedergibt. 
Paulus ist recht ungewöhnlich dargestellt, nämlich mit geteiltem Bart. Damit soll er vermutlich als jüdischer Schriftgelehrter dargestellt werden. Links von ihm ist im Obergeschoss eines Hauses am Fenster Thekla zu sehen, die der Predigt des Paulus zuhört. Auf der anderen Seite ist Paulus von Theokleia flankiert, die nach den apokryphen Paulus- und Theklaakten ihre Tochter davon abzuhalten versucht, den asketischen Predigten des Paulus zuzuhören und zu folgen.
Der erwähnte Gang führt zu einer weiteren Höhle. Am Ende des Ganges waren wohl vor dem eigentlichen Altarraum Chorschranken angebracht. In der Mitte des Altarraums ist Christus dargestellt, rechts und links von ihm sind jeweils drei lebensgroße Gestalten mit einem Nimbus abgebildet.
 

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Das Siebenschläfer-Coemeterium

Einer Legende nach sollen sieben Männer während der Decischen Verfolgung (249-251) in eine Höhle geflüchtet sein, in der sie dann von den Verfolgern eingemauert wurden. Unter Theodosius II. (408-450) sollen diese Männer wieder hervorgekommen sein. Ebenso wie viele andere Orte, beansprucht auch Ephesos für sich, Schauplatz dieses Vorfalles gewesen zu sein.
In der Höhle sind heute noch 10 Grabkammern zu erkennen. Über diesen ist wohl gegen Ende des 4. Jahrhunderts n.Chr. eine Kirche errichtet worden, die mit der unterirdischen Anlage über eine Treppe im nördlichen Vorhof verbunden war. Am Eingang des Coemeteriums befindet sich ein Sarkophag, der als letzte Ruhestätte der Maria Magdalena verehrt wird. 

Die Johannesbasilika

Epehsos ist geprägt von einer sehr starken Johannes-Tradition (die Gelehrten streiten darüber, um welchen Johannes es sich handelt. zur Auswahl stehen u.a. der Jünger Johannes, der Verfasser der Apokalypse, der sog. Presbyter Johannes, der Zebedaide Johannes...). Eine Grablege auf dem Ayasoluk-Hügel wurde von den frühen Christen als die letzte Ruhestätte dieses Johannes verehrt, und so wurde bereits im 4. Jh. n.Chr. ein Memorialbau mit Basilika über dem Grab errichtet. Justinian ließ die vorhandenen Bauten im 6. Jh. niederreißen, um eine neue Basilika zu errichten. Diese orientierte sich architektonisch stark an der Apostelkirche in Konstantinopel. Es handelt sich dabei um eine Kreuzkuppelkirche in Form eines lateinischen Kreuzes, deren Hauptkuppel sich direkt über der Grablege erhob. Das Baptisterium des Vorgängerbaus wurde beibehalten. Auch heute noch sind in zahlreiche Bodenmosaiken zu erkennen, und auch das Taufbecken ist noch erhalten.

 © Sebastian Buck 2007-2008


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Enhil - Yemisli - Anhil - Anhel - Anhül

Dieser Ort liegt mit seinen mehrheitlich christlichen 1520 (1426) Einwohnern 10 km südlich von Midyat an dem alten Verkehrsweg Midyat-Nusaybin auf einem Kalkfelsen. In neuester Zeit erhielt der 1968 noch rein christliche Ort muslimischen Zuzug. 1980 lebten hier noch 120 christliche Familien. Im Dorf stehen mehrere alte Kirchen und ein Kloster: "Mar Kyriakos" (Priester: Ibrahim Özkaya, geb. 1924, Priesterweihe 1953, Landwirt. Er wanderte 1979 in die Bundesrepublik Deutschland aus und lebt heute im Frankfurter Raum.) - "Mar Eschaya" (Priester bis 1973: Abdulahat Isik, geb. 1895, Priesterweihe 1927, gest. 1973. Sein Nachfolger wurde Priester Aho). Im Kloster "Mar Schimun" werden nur an besonderen Feiertagen Gottesdienste abgehalten. Mehrere Kirchenruinen befinden sich in der Umgebung des Ortes, u.a. noch die Überreste der Kirche "Mar Gewergis".

Enhil gehört zu den größten Dörfern des Tur 'Abdin und beherrscht dessen südlichen, "Raite" genannten Teil. Einige Läden und Handwerksbetriebe haben sich hier angesiedelt. Enhil war auch in der Geschichte ein bekannter Ort. Aus dem Mittelalter haben mehrere Handschriften, darunter zwei Bücher mit Heligenviten aus dem 9. Jahrhundert, die wechselvolle Geschichte überdauert. Seit dieser Zeit fand der Ort unter verschiedenen Namen häufige Erwähnung (Bet Nahle an-Nahl - Deboraita - Anchill - Anhel - Enhil). In den Katasterbüchern des 16. Jahrhunderts wurde Enhil unter den reichen, christlichen Siedlungen aufgeführt. Seine Einwohnerzahl stieg zwischen 1526 und 1570 von 68 auf 108 Familien. 

Im 17. Jahrhundert gingen aus Enhil ein Sonderpatriarch und ein Maphrian hervor; im 19. Jahrhundert war es Bischofssitz. 1821 wurde ein Maphrian aus Enhil von Kurden getötet. Mehrere Kopisten und Autoren stammten noch im 19. Jahrhundert aus diesem Dorf; Kurdenscharen unter der Führung von Massur Beg plünderten und brandschatzten Enhil 1855; dabei kamen drei Priester um. Von diesen Kriegsereignissen erholte sich das Dorf nur schwer und wurde deshalb von den verschiedenen europäischen Reisenden für unbedeutend gehalten. Preusser beschrieb es sogar als "echtes Räubernest", das von "wild aussehenden Kurden" bewohnt war. 

Wegen seiner günstigen Lage konnte Enhil im 1. Weltkrieg erfolgreich verteidigt werden; während der Kämpfe wurden ein Bischof und viele Dorfbewohner getötet. Im Zusammenhang mit der kurdischen Rebellion nach dem Krieg erlitt Enhil durch den kurdischen Führer Hadjo erneute Brandschatzungen. Nach der Vertreibung der Kurden aus Beirut 1976 belagerten die Rückwanderer wochenlang das Dorf und veranlaßten viele Christen zur Flucht nach Europa.

Quelle: Helga Anschütz, Die syrischen Christen vom Tur Abdin, 1984

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F

Fasten

Aramäische Fernsehsender

Föderation der Syrischen-Aramäischen-Vereine e.V


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Das Fasten und seine Geistlichkeit (vom Papst-Patriarch der Koptisch-Orthodoxen Kirche, Schenuda III.)

Das Fasten ist nicht nur eine körperliche Tugend
Es ist nicht nur die Enthaltsamkeit gegenüber Nahrung für eine gewisse Zeit in dem Sinne, dass man keine Nahrung mit tierischem Fett zu sich nimmt. Im Fasten liegt auch ein geistliches Element.

Das erste geistliche Element ist die Kontrolle des Willens
Mit demselben Willen, mit dem die Nahrungsaufnahme reguliert wird, kann man auch seine Sprache beherrschen, indem man keine unpassenden Ausdrücke benutzt, ebenso wie man seine Gedanken und Gefühle unter Kontrolle halten kann. Mor Ishok der Aramäer sagte: "Die Enthaltsamkeit der Zunge ist besser als die Enthaltsamkeit des Mundes; und die Enthaltsamkeit des Herzens ist besser als beides."

Das zweite Element im geistlichen Fasten ist die Reue
Im Fasten von Ninive sehen wir, dass die Menschen sich nicht nur des Essens enthielten, sondern "jeder wandte sich vom Weg des Bösen ab und von der Gewalttätigkeit, die in seinen Händen war." Gott schaut mehr auf die Reue als auf das Fasten. "Gott sah, dass sie sich von ihrem bösen Treiben abwandten. Da tat es ihm leid, sie zu vernichten, und er führte seine Drohung nicht aus" (Jon. 3,8-10).

So muß das Fasten begleiten sein von der Demut vor Gott
So wie es auch offenbar wurde im Fasten der Menschen von Ninive. Sie bedeckten ihren Körper mit Sackleinen und setzten sich in Asche. Deutlich wird das auch in Joel: "Ruft einen Fasttag aus, ordnet einen Bußgottesdienst an! Versammelt das Volk! Selbst die Brautleute sollen aus der Hochzeitskammer kommen! Die Priester, die Diener des Herrn, sollen auf dem Platz zwischen Tempel und Altar weinen und beten: Herr, hab
Erbarmen mit deinem Volk!" (Joel 2, 15-17).

Fasten bedeutet nicht nur, dem Körper die Nahrung vorzuenthalten, hinzu kommen muß eine positive Seite, nämlich die Ernährung des Geistes
Daher ist Fasten mit dem Gebet verbunden wie in den Gebeten der Kirche, und wie wir es vom Fasten in der Bibel bei Nehemia, Esra, Daniel und den Leuten von Ninive kennen. Das wird deutlich in dem Ausspruch: "Ordnet einen Bußgottesdienst an!".

Es ist ein geistliches Vorrecht, den Körper abzutöten, um den Geist zu erhöhen
Das Abtöten des Körpers ist nicht nur ein Mittel, das Ziel dagegen ist, den Geist zu erhöhen durch Gebet, Meditation, durch Leben und all die Mittel der Gnade, weit entfernt von den Hindernissen, die der Körper darstellt.

Erinnern wir uns daran, dass Gott das Fasten, das nicht geistlich ist, zurückweist, wie das Fasten der Heuchler (Mt. 6,2), der Pharisäer (Lk. 18,11) und die falsche Art des Fastens, die bei Jesaja beschrieben wird (Jes. 58, 3-7).

Quelle: Papst-Patriarch der Koptisch-Orthodoxen Kirche, Schenuda III.

 Suryoyo Sat ist das wichtigste Projekt und die größte Herausforderung der aramäischen Gemeinschaft seit dem Aufbau der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Europa ab Ende der 1970er Jahre. Es ist mit Sicherheit eines der größten Projekte in der aramäischen Geschichte.

Nun ist es kein Traum mehr, Suryoyo Sat ist Realität! Was noch vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte, ist Realität: Wir, die Aramäer, haben einen eigenen Fernsehsender. Er ist frei, unabhängig und gehört uns - allen Aramäern. Aber, wir müssen alle dazu beitragen, dass Suryoyo Sat ein Erfolg – ein Vorzeigeprojekt - wird.

siehe hier

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 Suroyo-TV: Stimme der Aramäer 

In der Antike waren die Assyrer eine kulturelle Großmacht. Sie sind die Urbevölkerung des Nahen Ostens. Heute ist das vergessene Christenvolk über alle Erdteile verteilt. Und überdies in rivalisierende Kirchen und Konfessionen gespalten. Von den rund 5 Millionen Assyrern lebt jeder Dritte in der westlichen Diaspora, in Schweden sind es rund 80 000. In Södertälje sind sie seit Jahrzehnten zuhause.

Babylonische Vielfalt sind sie gewohnt, die Macher von Suroyo-TV in Södertälje. Vier Stunden Programm senden sie täglich über Satellit in 80 Länder. In Schwedisch, Arabisch, Deutsch und zwei aramäischen Dialekten.

Suroyo will die Stimme für alle assyrischen Christen sein, sagt Redakteur Metin Rhawi mit Nachdruck - ohne Rücksicht auf die konfessionelle und staatliche Zugehörigkeit der Zuschauer.

”Unser Volk hat viel durchgemacht. Einst waren wir bedeutend, doch heute wird uns die Existenz abgesprochen. In unseren Heimatländern haben wir keine Rechte. Grenzen haben uns getrennt. Mit unserem Programm wollen wir diese Grenzen überwinden. Das bedeutet sehr viel für mich und meine Kollegen hier.”

SuroyoTV strahlt seit einiger Zeit sehr erfolgreich eine Interview-Reihe, "Dore u Yawmotho" über alle Dörfer des TurAbdin aus. Diese Sendung wird jeden zweiten Sonntag um 20.25 Uhr ausgestrahlt.

Yawsef Beth Turo

Geboren wurde er 1974 in Mardin. Nach der Mittelschule hatte er 3,5 Jahre im Kloster Deyrul Zafaran studiert. In seiner Klosterzeit hat er u. a. die Arabische und Aramäische Sprache erlernt. Im Oktober des Jahres 1993 wanderte er nach Holland aus. Im Moment ist er Chef der Nachrichtenagentur im Suroyo TV.

siehe hier

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Föderation der Syrischen-Aramäischen-Vereine e.V

Wer ist die Syriac Universal Alliance?

Die Syriac Universal Alliance (SUA) ist ein internationaler Zusammenschluss von Dachverbaenden und Foederationen des syrisch-aramaeischen Volkes aus den USA, Schweden, Deutschland, Holland, Australien, Frankreich, der Schweiz und dem Libanon. Die SUA wurde 1983 gegruendet, um die Kultur und Identitaet des aramaeischen Volkes zu bewahren sowie seine Interessen zu vertreten. Der offizielle Sitz der Organisation ist Lyon/Frankreich und sie ist dort im Amtsgericht rechtmaessig eingetragen. Sie ist parteipolitisch neutral und bemueht sich um internationale Verstaendigung und Menschenrechte.

Foederation der syrischen-aramaeischen Vereine in Deutschland e.V.

Als Dachverband der syrisch-aramaeischen Vereine ist die Foederation die zivile Vertretung der Aramaeer in Deutschland. Sie hat die Aufgabe, sich um die kulturellen, sozialen und politischen Belange der Aramaeer zu kuemmern und sie zu vertreten. Das Einleben der in Deutschland lebenden Aramaeer zu erleichtern und sich gleichzeitig fuer die Erhaltung und Foerderung der aramaeischen Kultur einzusetzen sind vorrangige Ziele der Arbeit der Foederation. Auch die aufenthaltsrechtliche Problematik ist ein Hauptbetaetigungsfeld der Foederation. Solidaritaet und Verbundenheit mit den in der Heimat verbliebenen Aramaeern, sowie die Bereitschaft, sich jederzeit fuer sie einzusetzen, sind nicht nur erklaerte Ziele der Foederation, sondern eine Selbstverstaendlichkeit, die sich ueber jede noch so grosse geographische Entfernung hinwegsetzt.
 
Die Geschichte der Foederation: Die ersten aramaeischen Vereine wurden in den 70er Jahren gegruendet, nach der ersten groesseren "Einwanderungswelle" der Aramaeer in Deutschland. Sie waren notwendig um das Einleben der hauptsaechlich "Hals ueber Kopf" aus der Heimat geflohenen aramaeischen Familien in Deutschland zu unterstuetzen. Zu der Zeit gab es keine Organisationen oder Institutionen, die sich um die sozialen, kulturellen und aufenthaltsrechtlichen Belange der Aramaeer kuemmerten. Also gruendeten die Aramaeer Vereine, die sich diese Arbeit zur Aufgabe machten. Mit Hilfe dieser Vereine konnten die neueingewanderten von der Erfahrung der vor ihnen eingereisten Personen profitieren. Die unerfahrenen Vereinsaktivisten suchten Hilfe und Rat bei ihren deutschen Nachbarn und fanden diese auch oft bei den Schwesterkirchen, Hilfsorganisationen und vielen ihrer neugewonnenen deutschen Freunde. Spaeter, beim Aufbau der syrisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland, war es der Erfahrungsschatz dieser Vereine und ihrer Aktivisten, die ein schnelles Vorankommen in diesem Punkt erst moeglich machte. Mit dem Anstieg der Anzahl der Aramaeer in Deutschland, durch dramatische negative Veraenderungen der Menschenrechtsituation, vor allem im Turabdin (Suedosten der Tuerkei), wuchs auch die Anzahl der Vereine in Deutschland. Eine grosse Nachfrage nach Begegnungs-, Kultur- und Sportveranstaltungen fuehrte dazu, dass die Vereine gezwungen waren, den Radius ihrer Aktivitaeten auszudehnen. Das war aber aus organisatorischen und wirtschaftlichen Gruenden nicht unproblematisch. Die Vereine, die sich zu 100 % selbst finanzieren mussten, stiessen an die Grenzen ihrer Moeglichkeiten, zumal die Aktivisten alle nur ehrenamtlich taetig waren und auch noch sind. Inzwischen, (Mitte der 80er Jahre) war die Anzahl der Aramaeer in Deutschland auf ca. 25.000 Personen angewachsen und es gab viel zu tun. Eine Organisation, die auf dem gesamten Bundesgebiet aktiv ist und sich um die Belange und Angelegenheiten aller Aramaeer in Deutschland kuemmert, war notwendig geworden. Immer mehr kam der Ruf nach einer zivilen Vertretung aller in Deutschland lebenden Aramaeer. Im Jahre 1985 war es soweit. Der erste Dachverband der Aramaeer in Deutschland sollte gegruendet werden. Nach langen Vorbereitungen setzten in Heilbronn die Vertreter von 10 aramaeischen Vereine ihre Unterschriften unter dem Protokoll der Gruendungsversammlung. Die Foederation der syrischen-aramaeischen Vereine in Deutschland e.V. wurde gegruendet. Der aus den Delegierten der Mitgliedsvereine gewaehlte vorstand nahm seine Arbeit auf. Inzwischen hat die Foederation 27 Mitgliedsvereine, in denen etwa 10.000 Personen organisiert sind. Zur Zeit leben ca. 45.000 Aramaeer in Deutschland. Aramaeische Vereine gibt es mittlerweile in den meisten Laendern, in denen Aramaeer leben. Die Zusammenarbeit mit diesen Vereinen und die Begegnung der Aramaeer ueber die politischen Grenzen hinweg ist ein weiteres Betaetigungsfeld der deutschen sowie der anderen Foederationen.

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G

Gawayto (Sare)

Mor Gabriel (594-668), Abt und Metropolit
Mor Gabriel Kloster
Gertrude Bell
Glaubenslehre der Syrisch-Orthodoxe-Kirche

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Gawayto (Sare)


Das Dorf Sare liegt in majestätischer Landschaft auf einem Hochplateau aus Kalkstein, das sich von Mardin aus in Richtung Osten bis tief ins biblische Tigris-Tal erstreckt.

Sare– Sari, Sariköy heißt das Dorf in der Provinz Sirnak auf Türkisch - machte Schlagzeilen in der türkischen Presse, als Anfang Oktober 2004 die Armee in einer symbolträchtigen Zeremonie die Ortschaft ihren rechtmäßigen Besitzern übergab. Mit ihrer Vertreibung aus Sare signalisierte Ankara, dass die im Hinblick auf einen EU-Beitritt forcierten Reformen diesmal nicht nur im Westen des Landes umgesetzt werden müssten, sondern auch im Osten.


weiter...


  Mor Gabriel (594-668), Abt und Metropolit:

"Gabriel, der guten Männer Haupt,
der erweckte die Toten und der befreite
alle Besessenen, war ein Segen!" 

Der heilige Gabriel ist der berühmteste Sohn Beth Kustans und der Hauptheilige des Tur Abdin. Sein Leben stellt einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte des Klosters von Kartmin dar, das später nach ihm benannt wurde. Von diesem Kloster aus leitete er zwei Diözesen, die von Tur Abdin und jene von Dara. Während der Eroberung Tur Abdins durch die Araber handelte er mit dem raschidischen Kalifen Umar einen Vertrag aus, der die Rechte der Christen in diesem Gebiet sicherte.

In der Erinnerung lebte Mor Gabriel als ein heiliger Mann, dem Propheten Elia gleich. In der Chronik von Kartmin lesen wir, dass er mit Gottes Hilfe drei Tote zum Leben erweckte: Seinen Freund und Abt des Klosters "Dayro Daslibo", den Sohn einer Witwe aus Sigun und einen Jungen aus Olin.

Im Alter von 70 Jahren schickte der Heilige Gabriel einige Männer mit Ochsen nach Beth Debe (Badebe), um einen Stein ins Kloster zu transportieren. Der Stein war so schwer, dass die Ochsen ermüdeten und vier Meilen vor dem Ziel aufgeben mussten. Als der Heilige Gabriel den schweren Stein sah, befahl er allen Leuten im Kloster, beim Transport des Steines mitzuhelfen. Auf diesen Befehl Gabriels verließen sogar die Toten ihre Ruhestätte um mitzuhelfen.
Er sah sie voller Verwunderung an, denn er hatte diese Männer noch nie zuvor im Kloster gesehen. Als sie ihm erzählten, dass sie Tote seien und auf seinen Befehl auferstanden sind, warf sich der Heilige vor ihnen nieder und bat um Vergebung.
Auch ein Besessener, der im Kloster angekettet war, befand sich unter ihnen. Die Toten hatten ihn von seinen Fesseln befreit. Auf ihre Gebete und mit Gottes Hilfe wurde der schwere Stein schließlich ins Kloster transportiert und in der großen Kuppel der Theodora abgelegt.

In einem Traum sah er, dass seine Zeit zu sterben gekommen war. Er rief seine Schüler zu sich und begann zu beten und zu bitten für alle, die im Namen Gottes leben. Am 23. Dezember 668 starb der Heilige Gabriel um 9 Uhr im Alter von 74 Jahren.
 

Die gesamte Bevölkerung Tur Abdins nahm an seiner Beerdigung teil, darunter auch 10 Bischöfe, 2700 Priester und Ministranten. Wegen des großen Andranges wurde dabei ein 10-jähriger Junge zu Tode getrampelt. Auf seine Fürbitten wurde der Junge wieder zum Leben erweckt. Die Legende sieht in Mor Schemun d-Zayte (Simon von den Oliven) diesen Knaben.

Die bemerkenswertesten Taten des Heiligen Gabriels sind aber diejenigen, die er nach seinem Tode bewirkte und zwar mittels seiner Reliquien: Übernatürliche Energie schien aus seinen Knochen hervorzutreten, besonders aus dem rechten Arm und den Fingern der rechten Hand. Als die Pest im Tur Abdin wütete, wurde der Leichnam Gabriels exhumiert und aufrecht in der Kirche aufgestellt, um der Pest ein Ende zu erbitten. Sein rechter Arm wurde abgetrennt und nach Hah gebracht, um auch dort ein Ende der Pest herbeizuführen. Und so geschah es auch.
Dieses Wunder geschah 126 Jahre nach seinem Tod.

Ihm sind drei Feiertage gewidmet: der 23. Dezember, der Neue Sonntag sowie der 31. August.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, der dich, Heiliger Gabriel, auserwählt hat.

Mehr über das Leben dieses großen Mannes:

» Die Geschichte von Mor Schmuyel, Mor Schemun und Mor Gabriel von Dr. A.Palmer., Verlag Bar Hebräus, Losser-Holland, 1983
» Die Geschichte des Klosters Mor Gabriel von F.Y. Dolabani, Bar Hebräus-Verlag, Losser-Holland, 1991.

(Bücher sind in aramäischer Sprache)

Mor Gabriel Kloster

Zu den ältesten noch heute bestehenden Klöstern gehört Mor Gabriel (Qartmin), eine Gründung des 4. Jahrhunderts sowie das Ananiaskloster ("Dayr Za'faran") mit der Kirche aus dem 6. Jahrhundert, das für Jahrhunderte auch Sitz des Patriarchen bzw. Gegenpatriarchen der Jakobiten war. Beide Klöster sind bis heute Bischofssitze der Syrisch-orthodoxen Kirche.

"Gesegnet bist du, Kloster der Heiligen Samuel und Simon!
Schätze des Lebens erfüllen deine Mauern.
Zwölftausend sind im "Haus der Heiligen",
Achthundert, die aus Ägypten kamen.
Berühmt und gefeiert heiliger Bischof Gabriel!
Zugleich verherrlicht ihr Heiligen Aksenoyo und Simon von den Oliven.
Halleluja! Ihre Gebete mögen unsere Hilfe sein."

Das Kloster Mor Gabriel, vor 1600 Jahren (397) von Samuel gegründet, zeichnet sich dadurch aus, dass es eines der ältesten, wenn nicht das älteste bestehende Kloster der Welt ist. Um mindestens 400 Jahre älter als eines der Athosklöster, reicht seine Gründung hinter die des Klosters Mar Saba in Palästina um etwa 80 Jahre und die des Katharinenklosters am Sinai um 150 Jahre weiter zurück. Das bedeutet, dass die Mönche und Nonnen des Klosters Mor Gabriel, die dort heute das monastische Gebet singen, eine Tradition fortsetzen, die, wenn man von einigen Perioden absieht, in denen das Kloster einem Überfall zum Opfer gefallen und für einige Zeit verwaist war, sich über einen Zeitraum von etwa 1500 Jahren erstreckt.

Schon aufgrund dieses Umstandes verdient das Kloster Mor Gabriel von der gesamten christlichen Welt in Ehren gehalten zu werden. Für die Syrisch-Orthodoxe Kirche aber hat das Kloster eine besondere Bedeutung, da es ein Zentrum syrisch-orthodoxer Liturgiesprache und Tradition bildet. Über die Jahrhunderte hinweg sind viele berühmte Namen mit dem Kloster verbunden, wie Mor Aksenoyo (Philoxenos), Mor Shemun d-Zayte (Simeon von den Oliven), Mor Gabriel aus Beth Kustan, dem das Kloster seinen gegenwärtigen Namen verdankt, und viele andere.

Ein Zeugnis der Bedeutung des Klosters als kulturelles Zentrum über die Jahrhunderte hinweg stellen die vielen Manuskripte dar, die von hier ihren Weg in Bibliotheken des Westens gefunden haben. Ein frühes Beispiel dafür ist das schöne Estrangelo Manuskript, das die biblischen Bücher Esra und Nehemia enthält. Es wurde von einem gewissen Emmanuel im Herbst des Jahres 770 kopiert. Im Mittelalter befand sich dieses Manuskript, wie einige andere, die im Kloster entstanden waren, in der Bibliothek des syrischen Klosters in der Nitrischen Wüste. Heute befindet es sich in der British Library.
 

Die British Library besitzt auch ein anderes wichtiges Manuskript, das in Mor Gabriel geschrieben wurde. Dieses enthält ein theologisches Kompendium des Bar Hebräus mit dem Titel "Das Buch der Strahlen". Dieses wurde von einem gewissen Barsaumo im Jahre 1364 kopiert, weniger als ein Jahrhundert nach dem Tod des Autors. In jüngster Zeit spielt das Kloster eine sehr wichtige Rolle, indem es Syrischlehrer für syrisch-orthodoxe Gemeinden für viele Teile der Welt zur Verfügung stellt.

Die Schule wurde 1956 durch Abt Shabo Gurash wiederbegründet; sie hat sich unter seinen Nachfolgern sehr ausgeweitet: Abt Yeshu Cicek (von 1962-1973, jetzt Metropolit Mor Yulius) und Abt Samuel Aktas (ab 1979, jetzt Metropolit Mor Timotheos). 

Es erübrigt sich festzustellen, dass der Erfolg jeder Schule von den Lehrern abhängt. Im Falle der Schule von Mor Gabriel ist dem Direktor Malfono Isa Gülten für seine unermüdliche Arbeit und sein Engagement in besonderer Weise zu danken.

Quelle: Sebastian Brock

Engel legten das Fundament

Die Legende von der Gründung des Klosters Mor Gabriel findet man in der Lebensgeschichte der Heiligen Samuel und Simon. Diese beginnt so:

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts verließ Samuel, der aus Esthin in der Nähe von Savur stammte, in jungen Jahren sein Dorf und seine Verwandten und fasste den Entschluss, allein als Mönch zu leben. Er zog sich in die 
Einsamkeit am Umrin Berg in der Nähe von Nusaybin (Nsibin) zurück und verbrachte dort zehn Jahre in Gebet und Betrachtung. Als die Perser das Gebiet eroberten, zog er nach Osten und erbaute bei einer Quelle in der Nähe 
von Kartmin eine einfache Behausung aus Stein. Durch ein Wunder heilte er ein Kind mit Namen Simon, das von einer bösartigen Krankheit befallen war. Er nahm Simon als seinen Schüler zu sich.

Der heilige Samuel liebte die Einsamkeit. Deshalb zog er weiter weg vom Dorf und nahm Simon mit sich. Die beiden Heiligen wanderten in nordöstlicher Richtung. Während sie auf ihrem Weg Psalmen beteten, gelobten sie, dort ein kleines Kloster zu bauen, wo sie das ganze Buch der Psalmen beendet hätten. Als sie alle Psalmen gesungen hatten, waren sie, nur einen Steinwurf entfernt, bei den Ruinen eines heidnischen Tempels angelangt. Wie sie kurz zuvor versprochen hatten, blieben sie an dieser Stelle. Die beiden Heiligen, die von ihrer Wanderschaft sehr müde waren, fielen in einen tiefen Schlaf. Sie nahmen sich vor, beim Anbruch des Tages mit der Errichtung ihres Klosters zu beginnen.

Als sie in tiefem Schlaf versunken waren, erschien dem Simon ein Engel des Herrn in der Gestalt des heiligen Samuel: "Simon, mein Sohn, steh auf! Lasst uns das Fundament für das Kloster legen!" Simon stand auf und ging mit dem Engel. Der Engel wies auf einen Stein im Westen und sagte: "Das soll das nördliche Tor sein." Der Engel bezeichnete dann einen Stein in südlicher Richtung und sagte: "Und das soll das südliche Tor sein."
Dann gab der Engel dem Simon eine Messschnur und die beiden maßen eine ausgedehnte Fläche ab: von Ost nach West und von Nord nach Süd. Als der heilige Simon sah, wie groß der Platz war, wunderte er sich und fragte bei sich selbst: "Warum einen so großen Platz für zwei Menschen?" Der Engel wusste, was er dachte und sagte: "Mach dir keine Sorgen! Das wird in Zukunft der Ort sein, wo viele Menschen beten und wohnen werden! Hast du nicht von der Offenbarung gehört, die der Prophet Sacharja erhielt? Dort heißt es: 'Lauf und sag dem jungen Mann dort: Jerusalem wird eine offene Stadt sein wegen der vielen Menschen und Tiere, die darin wohnen'. (Sach 2,8) Ebenso heißt es: 'Die künftige Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die frühere'. (Hag 2,9)." Daraufhin sagte Simon: "Gut, aber wer wird ein so großes Haus bauen?"

Der Engel nahm einen großen Stein und hob ihn etwa einen Meter in die Höhe und sagte: "Die Kraft, die diesen Stein mitten in der Luft hält, wird diesen Bau errichten."

Nachdem der Engel und der heilige Simon das Fundament gelegt hatten, kehrten sie zu dem Platz zurück, wo Samuel schlief. Der heilige Simon legte sich wieder schlafen ohne bemerkt zu haben, dass es ein Engel gewesen war. Dann wachte der heilige Samuel auf. Sobald er sein Gebet beendet hatte, weckte er den heiligen Simon auf und sagte: "Steh auf, mein Sohn, lasst uns Steine sammeln, die wir brauchen, um das Haus des Gebetes zu bauen." Der erschöpfte Schüler aber sagte: "Meister, die ganze Nacht haben wir gearbeitet und das Fundament gelegt. Wir haben doch drei Steine als Markierung an verschiedenen Stellen aufgestellt." Als er das hörte, begriff er, dass Simon eine Erscheinung gehabt hatte. Er sagte: "Gut, dann gehen wir zu diesem Platz und setzen unsere Arbeit fort." Als sie dort ankamen, sah der greise heilige Samuel den Stein in der Luft schweben und hatte eine große Freude. Sie begannen miteinander mit der Errichtung des Hauses des Gebetes.

Dies trug sich im 708. Jahr nach Alexander dem Großen, dem Sohn Philipps von Mazedonien (d.i. im Jahr des Herrn 397) und zur Zeit Falabyanos, dem Patriarchen von Antiochien.

Quelle:  Yuhanon Dolabani, Geschichte des Klosters Mor Gabriel, Mardin 1959

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Gertrude Bell 

Gertrude L(owthian) Bell (* 14. Juli 1868 in Washington Hall, County Durham; † 12. Juli 1926 in Bagdad) war eine britische Forschungsreisende, Historikerin, Schriftstellerin, Archäologin, Alpinistin und politische Beraterin. Auf Grund ihrer auf einer Reihe von Reisen gewonnenen Kenntnisse des Nahen und Mittleren Ostens spielte sie ebenso wie der als Lawrence von Arabien bekannt gewordene Thomas Edward Lawrence während und nach dem Ersten Weltkrieg eine große Rolle in der politischen Neuordnung dieser Region.

Als zunächst inoffizielle Mitarbeiterin des britischen Geheimdienstes, später als politische Verbindungsoffizierin und Orientsekretärin war sie maßgeblich an der Gründung des heutigen Iraks beteiligt und gehörte zu den engen Vertrauten des irakischen Königs Feisal. Auch an der Entstehung des archäologischen Museums in Bagdad hatte sie wesentlichen Einfluss.
Quelle:wikipedia

Besuch in Tur-Abdin 1909 (deutsch)

Bericht aus Tur-Abdin 1909 (english)

Glaubenslehre der Syrisch-Orthodoxe-Kirche

Die Syrische Kirche leitet ihre Lehren ab von der göttlichen Inspiration, geoffenbart in der Heiligen Schrift, wie sie von den heiligen Vätern ausgelegt wird, und von den Traditionen, die wir von den heiligen Aposteln empfangen haben. Sie akzeptiert und unterschreibt den Glauben, wie er von den drei heiligen Ökumenischen Konzilien definiert wurde von Nicea (Nizäa, 325 n .Chr.), Konstantinopel (381 n. Chr.) und Ephesus (431 n. Chr.).

Die folgenden 10 Punkte sind eine Zusammenfassung ihrer wichtigsten Glaubenslehren:

1.) Sie glaubt, dass Gott, der Allerhöchste ist, einer in drei verschiedenen Personifizierungen (Qnume): der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, und dass diese Personen gleich sind in jeder Hinsicht.

2.) Sie glaubt, dass die zweite Person der Heiligen Dreifaltigkeit vom Himmel auf die Erde herabkam, im Leib der Jungfrau wohnte, von ihr durch den Heiligen Geist einen vollständigen menschlichen Leib annahm und so fleischgewordener Gott wurde.

3.) Sie glaubt, dass unser Herr und Meister Jesus Christus ganz Gott ist und zu derselben Zeit ganz Mensch ist, und dass er eine Person ist von zwei Personen her, und eine Natur von zwei Naturen her, ohne sich zu mischen oder zu verschmelzen oder sich zu verändern.

4.) Sie glaubt, dass der menschgewordene Gott gekreuzigt wurde, starb und beerdigt wurde. Bei all diesem wich die Göttlichkeit nicht, weder von seiner Seele noch seinem Leib. Dass er auferstand von den Toten am dritten Tag und die Menschheit vom Tod, vom Teufel und von der Sünde rettete. Die Kirche erwartet sein Kommen zu jeder Zeit.

5.) Sie glaubt, dass der Heilige Geist, die dritte Person der heiligen Trinität vom Vater allein ausgeht.

6.) Sie glaubt, dass die heilige Maria, die Jungfrau, von ihrem Vater Joachim und ihrer Mutter Anna in der Erbsünde geboren wurde. Dann wurde sie gereinigt durch das Herabkommen des Heiligen Geistes auf sie. Das Wort Gottes wohne in ihrem Leibe und wurde von ihr geboren. Deshalb betrachten wir sie als die 
Mutter Gottes (Theotokos).

7.) Die Kirche glaubt an die Fürsprache der Heiligen, der Märtyrer und der siegreichen Gerechten. Sie verehrt ihre Reliquien und feiert ihre Feste.

8.) Die Kirche betet zugunsten der Toten, indem sie für sie Gottes Gnade und Vergebung erbittet.

9.) Die Kirche spendet die sieben heiligen Sakramente (roze), nämlich: a) die Taufe, b) das heilige Chrisam, c) die Eucharistie, d) die Beichte, e) die Salbung der Kranken (Krankensalbung), f) die Ehe und g) die Priesterweihe.

10.) Die Kirche glaubt an die Auferstehung des Leibes mit seiner Seele am Tage des Gerichtes beim zweiten Kommen.


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H

Das Kloster Hah
Habsus
Hah
Harran
Hasankeyf (Hesno d-kifo: Festung des Steines)
Pfr.Horst Oberkampf (Initiative Christlicher Orient - ICO)
Prof. Dr. Hollerweger (Freunde des Tur Abdins)
Harabale
Die 7 heiligen Sakramente
Berühmte Hitoriker über die Aramäer


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Das Kloster Hah


Etwa 30 km östlich von Midyat liegt das Kloster Hah. Besonders die der Maria geweihte Klosterkirche ist bemerkenswert. Wie alle Marienkirchen des Tur Abdin wird sie auch El Adhra genannt (etwa "die Verehrte"). Hierbei handelt es sich um einen kubischen Bau, der ursprünglich von einer großen Kuppel überwölbt wurde. Heute lassen sich zwei Bauphasen ausmachen: Der untere Teil bis zur ersten Arkadenreihe im Giebel, auf dem früher die Kuppel ruhte, ist sehr alt, lässt sich aber nur schwer datieren. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das obere Stockwerk vollständig erneuert und mit einer weiteren Arkadenreihe ergänzt, auf die eine neue, kleinere Kuppel gesetzt wurde.

Der Legende nach haben sich hier 12 Könige aus dem Orient getroffen (die μάγοι απο ανατολων aus Mt 2,1), aus denen drei ausgewählt wurden, um das Jesuskind anzubeten. Als sie dies getan hatten, nahmen sie ein Stück der Windel Jesu mit und versuchten, diese unter sich aufzuteilen. Doch es war ihnen unmöglich, die Windel zu zerteilen. Als sie sie daraufhin verbrennen wollten, wurden aus dem Windelstück drei Amulette, die auf der Vorderseite je einen König und auf der Rückseite ein Abbild Marias zeigten. Aus diesem Anlass gründeten die drei Könige an diesem Ort die Marienkirche.

Mutter-Gottes-Kloster

In Hah befanden sich 40 Kirchen. Heute sind 23 davon bekannt und die meisten sind Ruinen. Die älteste Kirche der Christenheit soll nach den aramäischen Bewohnern von Hah die Mutter-Gottes-Kirche sein, die von den aus Betlehem zurückkehrenden Königen gebaut worden sein soll. Heute ist diese Kirche ein Kloster. Das Marienkloster von Hah wird heute (2006) vom aramäischen Mönch Mushe Gürbüz seelsorgerisch betreut.

Die Mor Sobo-Kathedrale wurde von Timur Lenk, einem türkischen Tyrann um 1400 zerstört und ist seitdem eine Ruine in der Mitte des Dorfes. Im Kloster Mor Sarkis und Mor Bakos gab es bis in die 1970er-Jahre Mönche. Sie zählt zu den ältesten Kirchen der Welt.

Das Mutter-Gottes-Kloster von Hah ist das berühmteste und zugleich bedeutendste Bauwerk des Dorfes Hah und somit das Wahrzeichen von Tur Abdin. Das Mutter-Gottes-Kloster erhebt sich seit fast 2000 Jahren über die Dorfbewohner von Hah. Es ist Sinnbild der aramäischen Orthodoxie und Architektur. Nach einer historischen Überlieferung soll die Klosterkirche während der byzantinischen Ära durch die Stiftung Kaiser Theodosius II. (+ 449 n. Chr.) errichtet worden sein. Die mündliche Überlieferung datiert die Grundfundamente auf die Zeit der Geburt Jesu Christi.

Zwölf Könige kamen aus dem Osten, einem Stern folgend, den sie als Zeichen eines neugeborenen Königs im Lande Judäa deuteten. Sie kamen nach Hah und sandten von hier aus drei von ihnen nach Jerusalem. Diese fanden das Kind und beschenkten es.

Sie erhielten als Andenken ein Kleid des Kindes, das sie nicht zerteilen wollten. Sie verbrannten es, um dann die Asche zu teilen. Doch im Feuer verwandelte sich das Kleid in 12 Medaillen. Als sie dieses Wunder sahen, beschlossen sie, ein Denkmal zu Ehren der Mutter Gottes zu bauen, das bis zum Ende der Welt bestehen sollte. Das Feld, wo sich das Wunder sich zutragen haben soll, wird bis zum heutigen Tag „Parpuso“ (das Zerrissene) genannt. Im Laufe der Jahrhunderte sind im Marienkloster weitere Gebäude errichtet worden. Das Bild von O. H. Parry im Jahre 1892 zeigt noch den alten Baustil der Kuppel. Sie stellte eine Quadrat mit kegelförmiger Spitze dar, ringsherum mit Säulen versehen.

Die Veränderung der Kuppelspitze zur Halbkugel, nur von außen, erfolgte im Jahre 1907 durch Abt Yausef, genannt Uske. Die heutige Form der Kuppel mit einer zweiten Säulenreihe und kegelförmiger Spitze, oben drauf an der Spitze eine kleine Kuppel mit Kreuz versehen, besteht seit 1939. Dieser Umbau geschah auf Initiative des Abtes Malke Beth Qascho von Hah. Die Renovierung selbst nahm der aramäische Baumeister Muqsi Elyas aus Midyat vor.
Sanierung
Witterung und Umwelteinflüsse haben durch die Jahrhunderte dem historischen Marienkloster geschadet. Um dieses baugeschichtliche Kleinod für die folgende aramäische Generationen zu erhalten, ist es dringend notwendig, in immer kürzeren Zeitabständen Instandsetzungs- und Reparaturmaßnahmen durchzuführen. Durch die Initiative der Dorfbewohner, mit Einvernehmen mit Diözesanbischofs Timotheos Samuel Aktas von Tur Abdin und mit technischen Hinweisen und Hilfestellungen einer Gruppe der Universität Libanon, hat die Gemeinde am 4. November 1999 die nötigen und wichtigen Renovierungsarbeiten von außen und innen begonnen.

Das Kirchengebäude gehört zum Typus der Querschiffkirche. Vorgelagert ist ein weiteres Querschiff, das eine Art Narthex bildet. Biede sind mit je einer Quertonne überwölbt, wobei diese im Hauptschiff durch die Kuppel durchbrochen wird. Diese wird vom Oktogon durch Trompenbögen zur vollkommenen Rundung geführt. An das eigentliche Kirchenschiff schließt sich im Osten eine Apsis an, in der sieben Nischen durch reich verzierte Blendarkaden aus der frühesten Zeit dieser Kirche gebildet werden.

Der Bischofssitz der ersten Diözese vom Tur Abdin war Hah, damals die Metropole vom Tur Abdin und Königsstadt. Hier ist auch die älteste christliche Kirche (Mutter-Gottes-Kirche), die nach aramäischen Bewohnern von Hah von den aus Betlehem zurückkehrenden Königen gebaut wurde.

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Habsus

Die Kirche Mor Schemun am Ostrand des Dorfes Habsus sieht man schon von weitem, wenn man von Midyat kommt. Man betritt durch den an der Südseite vorgelagerten Hof eine später hinzugefügte Vorhalle, von der aus man durch eine Türmit reichverziertem Rahmen in den Narthex gelangt.In Habsus wurde um die Mitte des 7. Jahrhunderts Mor Schemun d-Zayte, der Erbauer der Kirche, geboren. 

Er wurde Abt von Mor Gabriel und im Jahre 700 Bischof von Harran. Er starb 734.Eine später entstandene Legende sieht in ihm den Knaben vom Kloster Mor Gabriel, der bei der Beerdigung des Abtbischofs Gabriel wegen des großen Andranges zu Tode getrampelt, aber auf dessen Fürbitte wieder zum Leben erweckt wurde. Er wird „d-Zayte" (von den Oliven) genannt, weil er in der Ebene südöstlich vom Turabdin 12.000 Olivenbäume gepflanzt hat. Das war ein so gewinnbringendesUnternehmen, daß das Kloster, sein Dorf und der ganze Turabdin im späten 8. Jahrhundert wohlhabend wurden.

Hah

Hah liegt 29 km östlich von Midyat im Zentrum einer fruchtbaren, hügeligen Landschaft, die von kleinen Wäldchen, Obst-, Walnuss- und Mandelbäumen und Weinfeldern geprägt ist. Ruinenfelder umgeben den Ort kilometerweit. Obwohl es auch im Norden des Tur-Abdin und in einem Gebiet liegt, das heute hauptsächlich von Kurden beherrscht wird, nimmt es doch im Bewusstsein der Syrern einen solchen Platz ein, dass es von ihnen trotz aller Schwierigkeiten noch gehalten wird. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen war Hah früher bis in den christlichen Jahrhunderten eine der bedeutendsten Städte und Zentren Tur-Abdins. 

Der Name Hah stammt vom vorchristlichen Namen Habhi(a). Dieses war früher möglicherweise die Bezeichnung auch für die umliegende Region/Land, das dem heutigen Tur-Abdin entspricht. Die Formulierungen Habi, Habhi oder Habhia kommen bereits zur Zeit des assyrischen Plünderers Assurnasirpal II. vor, der die aramäische Bevölkerung vom Tur-Abdin im Jahre 879 v. Chr. tyrannisierte. Kirchengeschichtlich spielte Hah, einst die größte Metropole Tur-Abdins, eine nicht geringere Rolle: Sie war die erste Diözese im Tur-Abdin; erst 1089 wurde das Gebiet in die zwei Diözesen Kloster Mor Gabriel und Hah aufgeteilt. 

Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts residierten hier nicht weniger als 18 Bischöfe. Die bekanntesten Autoren, die aus Hah stammten, waren u.a. Metropolit Sargis (Serkis), Sohn des Priesters Qar`uno († 1508), Priester Yeschu` Bar Kaylu († 1309) und nicht zuletzt der berühmte Priester Saliba Bar Khayrun († 1340), der das Kalendarium der Syrischen Kirche gänzlich erneuerte. Von einer ehemals großen Metropole wurde Hah schließlich ein kleines Dorf. Um 1870 lebten in Hah 81 und heute nur noch 18 syrisch-aramäische Familien bzw. 114 Seelen (Stand: Juli 2002). Die meisten Bewohner von Hah wanderten in den 1980er Jahren nach Europa, die meisten von ihnen wohnen in Bietigheim-Bissingen. Das Dorf hat ab 1984 Strom, Telefon und fließendes Wasser. Die syrisch-orthodoxe Gemeinde wird heute vom Mönch Musche Gürbüz seelsorgerisch betreut.

Quelle:hahoye.org




Harran

Die Stadt Harran liegt in der Provinz Şanliurfa und der syrischen Grenze. Harran ist eine uralte, mesopotamische Stadt mit einer lebhaften Geschichte.

Harran wird bereits auf den im syrischen Mari gefundenen Keilschrifttafeln vom Anfang des Jahres 2000 v. Chr. erwähnt. In hethitischen Inschriften aus der Mitte des 20. Jahrhunderts v. Chr. ist zu lesen, dass bei der Verhandlung zwischen Hethitern und Mitanniern der Mondgott Sin von Harran und der Sonnengott Zeuge waren.
Will man dem alten Testament Glauben schenken, wohnte Abraham in Harran und sein Vater starb hier. Zusammen mit seinem Vater Terach war er aus Ur in Chaldäa (dem Süden des heutigen Irak) nach Harran gewandert.

Viel ist von der einstmals stolzen Stadt nicht mehr zu sehen. Was wir sehen, sind die Reste einer großen Omayadenmoschee, wie sie noch heute in Aleppo und Damaskus zu finden sind und der ersten islamischen Universität. Das auf dem Fotos sichtbare Tor soll beide Komplexe verbunden haben. Der Steinbruch von Harran und die Han al-Ba'rur Karawanserei sind ebenfalls noch erwähnenswert.

Bekannt ist Harran heute hauptsächlich wegen seiner Trulli-Häuser, einer uralten Bauform der hier anzutreffenden Häuser. 1023 Steine werden für den Bau der Kuppel benötigt. Im Innern dieser Häuser herrscht eine angenehme Kühle, gänzlich ohne Air-Kondition und Ventilatoren.

Hasankeyf (Hesno d-kifo: Festung des Steines)

Dieser Bezirksort blickt auf eine große Vergangenheit zurück, besteht jedoch heute größtenteils aus Ruinenfeldern, einigen alten Bauten, mehreren neuen Häusern und Höhlenwohnungen. Er liegt 50 km nördlich von Midyat und ist seit jeher ein wichtiger Tigris-Übergang gewesen. Die neu angelegte und asphaltierte Straße Midyat - Batman - Diyarbakir hat Hasankeyf mit einer neuen Brücke wieder an das Verkehrsnetz angeschlossen. Fluss aufwärts stehen die Überreste der mächtigen Brücke aus frühosmanischer Zeit. In dem engen Tal mit dem rasch dahinströmenden Wasser ist nicht viel Platz für die Siedlung.

Südlich der Brücke drängt sich die Altstadt mit dem Bazarviertel um eine Moschee aus der Orthokidenzeit (14. Jahrhundert). Das Minarett ist mit Inschriften und Schlangenornamenten versehen; früher war das würfelförmige Hauptgebäude der Moschee eine Kirche. Oberhalb der Altstadt erreicht man auf einem gewundenen Pfad eine Schlucht mit großen Höhlen; früher lag hier der Hauptteil des Bazars, heute sind es Magazine und Ställe. Dahinter führen steile Serpentinen und Treppen zu einer Burgruine hoch auf Felsen mit zwei Toren, auf denen man Schlangen- und Löwenreliefs erkennen kann. Durch die schießschartenähnlichen Fenster der Burg überblickt man das Tal mit der Stadt; auf dem gegenüberliegendem Tigrisufer stehen in einer Flußschleife die Überreste einer Türbe mit blauer Kachelornamentik im persischen Stil aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. 

Westlich und östlich der Stadt erstrecken sich auf der kahlen Hochfläche mehrere Ruinenfelder mit Minaretts, Türmen und Festungsmauern. Eine in den steilen Felsen eingehauene Treppe führt direkt von der alten Brücke zu einer der Ruinenstädte oberhalb des Tigris. Flußabwärts ragen die Überreste; einiger Moscheen und Minaretts mit schöner Ornamentik aus der Orthokiden- und Osmanenzeit zwischen den Trümmern hervor. Von oben aus erblickt man auf der nördlich gelegenen Hochfläche mehrere Ölpumpen im Fördergebiet von Batman.
3 363 Einwohner, zumeist Kurden, aber auch einige arabisch- und türkisch sprechende Familien, wohnen in den Höhlen am Tigris und in den neuen Häusern beiderseits von Brücke und Straße. Sie leben von der Landwirtschaft, auch von Handel und Handwerk und den kleinen Restaurants und Teehäusern, die durch die neue Straße Midyat - Batman einen bescheidenen Aufschwung erlebten. Eine Erinnerung an die früher bedeutende Flößerei und Flussschiff- fahrt auf dem Tigris vermittelt die kleine Anlegestelle unterhalb der Altstadt, wo Flöße aus aufgeblasenen Ziegenbälgen und Baumstämmen zusammengebunden und fluß abwärts nach Cizre verschifft werden. Wie in alter Zeit so exportiert der Tur 'Abdin noch heute Holz als Baumaterial, hauptsächlich von den Pappelanpflanzungen in den Talauen. Bis zum 1. Weltkrieg und vor der neuen Grenzziehung von 1923 wurden Holz, Wein, Trockenfrüchte, Getreide und Nüsse von Armenien den Tigris abwärts bis nach Mosul und Bagdad befördert. 

Die Höhlen von Hasankeyf waren bereits in assyrischer Zeit um 800 v. Chr. bewohnt; in römisch-persischer Zeit stand hier eine bedeutende Zitadelle. Römer, Perser und Armenier wechselten sich in der Herrschaft über Burg und Stadt ab. Auf dem Konzil von Chalcedon 451 war „Cepha"/„Kiphas" (der häufig erwähnte Name für die Stadt) durch einen Bischof vertreten. In byzantinischer Zeit gehörte es zu den wichtigsten Grenzfestungen im Osten des Reiches. Die Araber besetzten die Burg und Stadt nach 636. Kurdische Dynastien herrschten ab 944, die Ayyubiden ab 1232. Seit dem Mongolensturm von 1260 konnte sich die Stadt bis zur Heimsuchung durch die Tataren 1394 und auch später nicht mehr richtig erholen. 1471 kam als erster Abendländer der Venezianer Josafa Barbaro durch Hasankeyf, das er als „recht ansehnlich" schilderte. Der Wohlstand wurde aber immer wieder durch lokale Kriege beeiträchtigt.
Seit 1514 gehörte die Stadt zum Osmanischen Reich; sie war der Hauptort eines „Sanjaks", eines Bezirks, der auch den Tur 'Abdin umfaßte. Um diese Zeit lebten hier 787 christliche, 519 moslemische und 20 jüdische Familien; die Bevölkerung war also in ihrer Mehrheit noch christlich. Jedoch erschien der Ort äußerlich eher islamisch, da es in der Stadt allein vier große Freitags- und 30 kleinere Moscheen gab. Die mystischen Strömungen jener Zeit fanden ihren Ausdruck in 11 Derwischklöstern innerhalb der Stadtmauern.
Bis zum 16. Jahrhundert blieb Hasankeyf („Hesna", „Hesna dhe Kephe") westsyrischer Bischofssitz. Die Christen hatten häufig unter kurdischen Übergriffen zu leiden. Der Sonderpatriarch und Schriftsteller Mas'oud von Salah wurde bei einem Besuch von dem Fürsten von Hasankeyf vergiftet. Die muslimischen Herrscher ließen häufiger christliche Untertanen von den Felsen stürzen oder auf andere Weise töten; viele Christinnen wurden entführt. 

Zu ihrem Patriarchen im Kloster Deir-ez Za'faran hatten die westsyrischen Christen ein gestörtes Verhältnis und schlossen sich deshalb erst dem Sonderpatriarchen in Salah, nach der Beendigung dieses Schismas aber dem neuerlichen Sonderpatriarchen Sohdo von Midyat an. Innerhalb dieses bis 1621 andauernden Schismas bildeten Hasankeyf und Midyat ein Bistum".
Im 14. und 15. Jahrhundert wurde Hasankeyf auch durch mehrere syrische Manuskripte und Autoren bekannt. Zu den berühmtesten hier verfaßten Werken gehört „Das Geistige Schiff des Bischofs und späteren Patriarchen Basil Mas'oud, Bischof seit 1481. 

Von den vielen Kirchen, die einst in Hasankeyf standen, sind aus den Quellen und bei den Christen im Tur 'Abdin „Joldath Aloho", „Mor Zoche", „Deiro Makarius" und die Kirche der „Vierzig Märtyrer" bekannt. General Moltke berichtete um 1835 über seine Eindrücke von einer Fahrt mit dem Floß über Hasankeyf nach Cizre. In Hasenkeyf fielen ihm die Reste der großen Brücke und die Ruinen der Altstadt auf. Offenbar war der Ort bereits  ' im 19. Jahrhundert in einer ähnlichen Verfassung wie heute; die Ruinen der Bauwerke beeindruckten auch Taylor und Parry. Im Gegensatz zu dem früheren Glanz führte die Bevölkerung in den Höhlen ein ärmliches Leben.
Hier wohnten vor allem Armenier, deren Oberhaupt die amerikanische Missionsschule in Mardin besucht hatte und daher presbyterianisch beeinflußt war. Für den Gottesdienst stand nur eine kleine „kuriose" Kirche zur Verfügung. Die Muslime lebten hauptsächlich in den Häusern am Tigrisufer. Außer den armenischen lebten hier noch 50 westsyrische Familien. 


Im 1. Weltkrieg wurden die Christen aus Hasankeyf vertrieben oder getötet; die Westsyrer flüchteten nach Midyat, Syrien und Beirut - von den Armeniern fehlt jede Spur. Nach dem Krieg wurde der Ort nochmals zum Kriegsschauplatz zwischen den Truppen der Zentralregierung und den Kurden, die hohe Blutverluste erlitten.
(Anmerkung von Huyodo.Com: Im Zuge des Südostanatolien-Projekts, das die Schaffung vieler Staudämme – wie auch des Ilısu-Staudamms – im Süd-Osten der Türkei zum Ziel hat, plant der türkische Staat, Hasankeyf unter Wasser zu setzen..)

Quelle: Helga Anschütz – Die Syrischen Christen vom Tur Abdin

Pfr. Horst Oberkampf ist seit zwei Jahren im Ruhestand und kümmert sich nunmehr seit fast 30 Jahren um die syrisch-orthodoxen Christen im Tur Abdin. Er ist Mitbegründer der „Solidaritätsgruppe Tur Abdin“, die er im Jahr 1993, zusammen mit Prof. Dr. Hollerweger aus Linz ins Leben gerufen hat. Ihr Anliegen ist es, den Tur Abdin zu erhalten, ihn durch Öffentlichkeitsarbeit bekannt zu machen und den Aramäern im Tur Abdin in schweren, aber auch ruhigeren Zeiten begleitend zur Seite zu stehen. 

Seit 1991 kümmert er sich zudem um die Christen im Nordirak. Daher ist Pfr. Oberkampf seinen Worten nach, im Grunde genommen doch nicht im Ruhestand, denn sein Blick ist auf den Tur Abdin gerichtet. 

Hier sein Bericht aus Tur Abdin 

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Bericht über die Situation im Dorf Sare. Der Vorsitzende des Dorfvereins von Sare, Matthäus Lukas Turan aus Berlin betonte: Es war damals eine Symbol trächtige Räumung. Sare war das erste Dorf, das nach einer 10 jährigen Besetzung wieder geräumt wurde.
Die Planungen für die Wiederherstellung des Dorfes z.B. Infrastruktur, landwirtschaftliche Wiederaufforstung usw. gehen voran. Quelle:

Höllisches Paradies.
Zu "Hans Hollerweger: Tur Abdin. Lebendiges Kulturerbe.
Wo die Sprache Jesu gesprochen wird."
Freunde des Tur Abdin, Linz 1999

Seit Mitte der achtziger Jahre lässt sich Hans Hollerweger, emeritierter Liturgieprofessor aus Linz, von dem uralten christlichen Kulturland Tur Abdin zwischen oberem Tigris und syrischer Ebene im Südosten der Türkei faszinieren. Immer wieder flog er dorthin, um zu Fuß oder per Auto bis zu 1700 Jahre alte Kirchen und Klöster auf dem Tur Abdin, dem "Berg der Gottesknechte" an der syrisch-türkischen Grenze zu besuchen und zu fotografieren. Ruinen aus Kalksandsteinblöcken ragen aus der kahlen, bis zu 1500 m hohen Berglandschaft heraus, die sich, im Osten in Basaltblockfelder übergehend, auf etwa 200 km West-Ost zwischen der Provinzhauptstadt Mardin und der Kreisstadt Cizre im Osten - ein Zentrum kurdischen Widerstands gegen die türkische Zentralregierung - auf einem Hochplateau erstreckt. Etwa 100 km führt eine Straße im Norden von der alten Brückenstadt Hasankeyf am Tigris - sie wird in absehbarer Zeit im geplanten Tigris-Stausee versinken - durch hügeliges Land über den Steilabfall des Gebirges zum uralten Handelszentrum Nusaybin, heute ein Grenzübergang nach Syrien. Die Mühen der strapaziösen Unternehmungen tragen jetzt ihre Früchte in einem Bildband aus Glanzpapier, Umfang 367 Seiten. Dem Leser eröffnet sich auf schönen Farbfotos der Blick in ein scheinbares Paradies: Weite, grüne Landschaften, wohlgepflegte Felder, Wein- und Obstbaumanpflanzungen und trutzige Dörfer mit würfelförmigen Häusern aus Kalksandsteinblöcken. Blumenwiesen und blühende Bäume erwecken den Eindruck, dass wir durch ein Paradies wandern; und überall ragen aus der Hügellandschaft festungsartige Bauwerke, oft größtenteils in Ruinen. Diese mehr als 1000 Jahre alten Kirchen und Klöster waren oft Zuflucht für die verfolgte christliche Bevölkerung. 

Hier ein Bericht aus Tur Abdin  - in PDF-Format (von Pfr. H. Oberkampf)

Bis zum Ende des 19. Jhs. war es den Christen in islamischen Ländern verboten, einen Glockenturm zu bauen und die Glocken zu läuten. Auch die schmalen, niedrigen Eingänge der Gotteshäuser zeugen für die Flucht- und Verteidigungsbereitschaft der Gläubigen, die ihre Tradition auf die ersten Jahrhunderte nach Christus zurückführen und sogar glauben, dass sie durch den Apostel Thomas und die Heiligen Thaddäus und Mari für das Christentum gewonnen wurden. Sie sprechen einen altertümlichen aramäischen Dialekt, ähnlich der Sprache Jesu, die damals, im persischen, byzantinischen und römischen Reiche Verkehrssprache zwischen Mittel- und Kaspischem Meer war. 
Die Kulturen des Altertums haben auch den Tur Abdin geprägt, wie Hollerweger in einigen Details zeigt; allerdings konzentriert er sich auf die christliche Kultur, die für den Kundigen überall im Land Zeugnis von einer bedeutenden Geschichte ablegt. "Lebendiges Kulturerbe" hat Hollerweger den Bildband genannt und hofft, dass diese christliche Kultur trotz aller Widrigkeiten überleben wird. Der Leser wird aber zunächst eingeführt durch Grußworte des syrisch-orthodoxen Patriarchen Ignatius Zakka I Iwas, der seinen Sitz im syrischen Damaskus hat. Nach eigenen Angaben der syrisch-orthodoxen Kirche leben in Syrien etwa 200.000 Kirchenmitglieder, zumeist in Aleppo, Damaskus, Homs, sowie in Hassake und Qamishli an der türkischen Grenze. Die meisten sind im I. Weltkrieg und danach aus dem Tur Abdin, sowie aus den Provinzhauptstädten Mardin, Urfa und Diyarbakir nach Syrien geflohen und haben sich damals unter den Schutz der französischen Armee gestellt. - So traf Hollerweger seit 1985 auf eine von 10.000 auf kaum 2.000 Köpfe im Jahr 1999 schwindende syrisch-orthodoxe Gemeinde in einigen Dörfern und Klöstern im Tur Abdin. Diese Entwicklung konnten weder Erzbischof Timotheos Samuel Aktas, noch die Begeisterung und der unermüdliche Einsatz von Hans Hollerweger und einiger Freunde aufhalten, auch die Bemühungen der beiden englischen Syrologen Sebastian Brock und Andrew Palmer nicht, die in detaillierten Berichten die Leser in die Geschichte der "Heimat einer alten syroaramäischen Kultur" und "1600 Jahre Mor Gabriel" einführen.  

Sie und viele andere, z.B. der Weltrat der Kirchen, evangelische und katholische Hilfsorganisationen und engagierte Einzelpersönlichkeiten haben sich seit Jahrzehnten um die syrischen Christen im Tur Abdin und den Erhalt ihrer eindrucksvollen Kultur bemüht, die nur durch ihre Träger dem Untergang entgehen kann. Davon erfährt man allerdings in diesem Bildband nichts, auch nicht von den zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten, Missions- und Reiseberichten der letzten 150 Jahre. So verlassen, wie sie sich fühlten oder doch glauben machen wollten, waren die syrischen Christen vom Tur Abdin seitdem nicht; im Gegenteil, Missionare von katholischen Orden und amerikanischen evangelischen Missionskirchen wollten in einer Aufbruchsstimmung um die Mitte des 19. Jhs. den "verirrten" oder "abtrünnigen" Christen den "wahren" Glauben bringen, um sie fit zu machen für eine Mission unter ihren moslemischen, kurdischen Nachbarn. Kirchen, Schulen und Krankenhäuser wurden gebaut, auch die Mädchen in eine Bildung einbezogen. Viele syrisch-orthodoxe Christen, durch Raub und Mord kurdischer Räuberbanden im 19.Jh. verarmt, verängstigt und von der osmanischen Regierung im Stich gelassen, schöpften durch das spendable Auftreten der Missionare neue Hoffnungen, während die gleichzeitig stärker fanatisierten kurdischen Halbnomaden und Feudalherren neidisch auf die beschenkten Christen blickten, die ihren Glauben nun auch selbstbewußt zur Schau stellten.  

Der neue Hass der Nachbarn, deren Zahl durch Zuzug aus dem verarmten kurdischen Bergland jenseits des Tigris ständig anwuchs, eskalierte im I. Weltkrieg im Rahmen der Feldzüge und Verfolgungen gegen die benachbarten christlichen Armenier. Kurden stellten einen großen Teil der osmanischen Truppen; sie benutzten die Gelegenheit, auch die mit den Armeniern nicht verwandten syrischen Christen, die sich aus der Politik immer herauszuhalten versuchten, gleichzeitig mit zu eliminieren oder zu vertreiben, um ihren Besitz zu vereinnahmen. Sie überfielen die christlichen Dörfer im Tur Abdin und töteten mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Nur einige Dörfer konnten bis zum Kriegsende verteidigt werden. Nach alter Tradition, die auf den Heiligen Ephräm von Edessa (Mar Afrem, um 400) zugeht, haben syrische Christen ihr schweres Schicksal im I. Weltkrieg ("Seifo") in Hymnen gedichtet. Diesen alten Traditionen und ihrer bedeutenden Literatur auf Altsyrisch/Aramäisch, sowie zahlreichen Inschriften verdanken wir die guten Kenntnisse über die im Mittelalter berühmte Kultur vom Tur Abdin, von denen Hollerweger in seinem Bildband eindrucksvolle Beispiele zeigt. 

Aber - wie lange bleiben diese Überreste der syrisch-aramäischen Kultur noch lebendig? Von vielen Kirchen und Klöstern - mehr als 100 im Mittelalter - stehen kaum noch Mauerreste. Die seit etwa 900 in den Tur Abdin hereinstürmenden Kurdenstämme haben viele christliche Klöster, Kirchen und Dörfer ausgeraubt und in Schutt und Asche gelegt. Andere Neuankömmlinge aus dem Osten, Moslems oder Anhänger vorchristlicher Religionen, haben ihre Schaf- und Ziegenherden in den alten Gemäuern untergebracht oder aber die sorgfältig behauenen Steinblöcke der Mauern für den eigenen Hausbau verwendet. Nur die in einigen Dörfern zurückgebliebenen 2000 syrischen Christen kennen noch die Ruinen und ihre Geschichte.  

Die Legenden der Heiligen und Märtyrer wecken diese Plätze in den Köpfen der Nachfahren zu neuem Leben, anderenfalls bleiben die Steine tot, auch für die Emigranten. - Als ich Ende der sechziger Jahre mit Priester Abdullah Gülce aus Midyat und einigen Sonntagsschülern durch den Tur Abdin wanderte, hielten sie unterwegs an oft hinter Gebüsch versteckten Ruinen an, wo einst ein Heiligengrab oder ein Gebetsraum stand. Jedem der Märtyrer widmeten sie ein Gebet, und der Priester erzählte vom Leben und Sterben der Heiligen, z.B. vom persischen Arzt Dometius (Mar Dimet), der bereits in den ersten Jahrhunderten zum Christentum übertrat und viele Wunderheilungen vollbracht haben soll.  

Er erlitt den Märtyrertod, wie Tausende seiner Glaubensbrüder in Mesopotamien durch Römer und Perser nach grausamer Folter. Mehrere Kirchen im Tur Abdin und ein Kloster in seiner Wirkungsstätte Killit tragen seinen Namen. Andere Märtyrer, wie Mar Bossos, wurden der Überlieferung nach wegen ihres christlichen Glaubens von persischen Soldaten die "Höllenschlucht" hinuntergestoßen. Grausam starb auch der Asket Mar Jakub "der Zerschnittene" standhaft für seinen Glauben. Das Kloster Mar Jakub bei Salah trägt bis heute seinen Namen. Solche Überlieferungen sollten unbedingt in einen Bildband über den Tur Abdin gehören, um diese lebendig zu halten. Die von mehreren deutschen und französischen Wissenschaftlern herausgegebenen "Akten Persischer Märtyrer" könnten die mündlichen Erzählungen untermauern und den Jüngeren in der Ferne eine Nachbearbeitung der Berichte ermöglichen. - Die schönen Aufnahmen von glücklichen Menschen und lachenden Kindern lassen den Leser aber fragen, warum die meisten ihrer Glaubensbrüder keine Kosten und Strapazen gescheut haben, um in das kalte, oft unfreundliche Abendland zu gelangen, wo viele in verwohnten Großstadthäusern als Asylbewerber oder Hilfsarbeiter lange Zeit ein oft freudloses Dasein fristen mussten, während ihre stattlichen Steinblockhäuser leer stehen oder von kurdischen Flüchtlingen aus dem Osten besetzt wurden, die berühmten Weingärten und Obstbaumplantagen verkümmerten. Nur wenige haben in den Jahren zurückgefunden, höchstens auf Besuch. Sie haben aber den 2000 Zurückgebliebenen westliche Errungenschaften, wie Fernsehgeräte, Satellitenschüsseln, Videorekorder und auch moderne Kleidung geschickt oder mitgebracht. Die gutgekleideten Dorfbewohner werden auch in dem Buch gezeigt. Trotzdem geht der Auszug in den Westen weiter, Videos von herrlichen Hochzeiten und Luxus mögen manche in die Ferne locken, die Sehnsucht nach den Verwandten in Europa, die wegen ihrer Asylanträge oder Furcht vor den Drangsalen des türkischen Militärdienstes nicht in die Türkei fahren können oder wollen - die Hauptursache für den Auszug ist die tausendjährige Furcht vor neuen Verfolgungen und Diskriminierung um ihres Glaubens wegen. Denn bis heute fühlen sich syrische Christen in der Türkei trotz der Trennung von Staat und Religion durch den Republikgründer Atatürk nicht als vollwertige Staatsbürger, auch wenn sie, wie in Istanbul, zu Ansehen und Wohlstand gekommen sind.  

In Pass und Ausweis ist die Religion vermerkt; im Militärdienst kommt es zu Schikanen bis zur Zwangsbeschneidung. Höhere Staatsämter bleiben ihnen verschlossen. Den Klöstern im Tur Abdin wurde immer wieder der Religions- und Sprachunterricht in Altsyrisch verboten. Bekannte Mörder von christlichen Dorfbewohnern wurden nicht verhaftet und unter Anklage gestellt. Übergriffe durch Beauftragte von Feudalherren bleiben ohne Folgen. Alles das und alltägliche Diskriminierungen haben die meisten syrischen Christen veranlasst, nach mehr als 2000 Jahren Verfolgung und auch Blütezeiten, von denen bereits assyrische Keilinschriften aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. zeugen, aus ihrem schönen Paradies zu flüchten, selbst, wenn dann Ruhe herrscht. Auch großzügige Spenden, wie z.B. ein Mähdrescher für 120.000 DM, landwirtschaftliche Projekte mit Landschenkung, Saatgutbeschaffung usw. haben eher die Auswanderung vorangetrieben, wie der zur syrisch-orthodoxen Kirche konvertierte amerikanische Priester Bar Youhanon (früher Fr. Dale A. Johnson) in einem alarmierenden Rundschreiben "Analyse der Emigration vom Tur Abdin" 1999 berichtet. Er, der sich von seiner Familie getrennt hat, um sein weiteres Leben als Mönch im Kloster Mar Gabriel zu verbringen, prangert den westlichen Materialismus als wesentliche Ursache für den Exodus aus dem Tur Abdin an. Die Geschenke, wie z.B. der Mähdrescher, hätten nur Neid der kurdischen Nachbarn auf die Christen, neue Schikanen, Verfolgungen und Entführungen gebracht; schließlich hätten die Christen entnervt die meisten Schenkungen verkauft und damit Schleuserbanden bezahlt, die sie und ihre Familien in das sichere Europa gebracht hätten. Auch die inzwischen in ihre neuen Heimatländer integrierten und vielfach zu Wohlstand gelangten ehemaligen Tur Abdin-Bewohner sähen lieber, wenn alle Verwandten die alte Heimat verlassen würden. Denn immer noch sind sie den Gesandten der kurdischen Feudalherren ausgesetzt, die von ihnen auch in Deutschland, Schweden usw. Tribut fordern.  

Anmerkung!

Man sagt, dass Mor Aphrem Barsaum (sluthe 'aman), zu seiner Zeit, noch als Bischof im Jahre 1919 beim englischen Premierminister eine Klage gegen das Osmanische Reich erhob. Folgende Tabelle soll er als Ausmaß des Schadens vorgelegt haben:

Tabelle von Mor Aphrem Barsaum 1919 an den englischen Premierminister

original siehe hier


Die Tabelle zeigt die Anzahl der zerstörten Dörfer, Kirchen, der getöteten Familien, einzelnen Aramäer und Priester.

Die Tabelle habe ich beim durchforcen des Internets nach näheren Informationen zu diesem Thema gefunden. Mehr konnte ich nicht rausfinden. Das Internet ist in diesem Fall eher dürftig ausgelegt.

Weiß einer mehr darüber?

Wenn sie nicht zahlen, werden die im Tur Abdin zurückgebliebenen Verwandten beraubt, überfallen oder entführt. So müssen sie sogar von deutscher Sozialhilfe an kurdische Feudalherren zahlen. Diesen Aspekt erwähnt der schöne Bildband nicht, überhaupt sieht man keine kurdischen Nachbarn, die inzwischen in der Provinz Mardin auf mehr als eine Mill. angewachsen sind. Auch den türkischen Staatsvertretern und Menschenrechtlern ist nicht damit geholfen, nur von rätselhafter Auswanderung (eventuell unter Druck) zu sprechen. Man muss die Zustände beim Namen nennen, wenn man sie ändern, wenn man ein so großartiges Zeugnis menschlicher Kultur retten will; nur die Träger dieser Kultur, die syrischen Christen, sind dazu imstande. Ihre Klagen müssen den Zuständigen und Verantwortlichen vorgetragen und für Abhilfe muss gesorgt werden. Vielleicht kehren dann einige zurück. Damit kann der Bildband von Hans Hollerweger helfen und dafür, dass die nächsten Generationen ihre Wurzeln nicht vollständig verlieren. 

Die Angst der Emigranten vor einer wenn auch besuchsweisen Rückkehr in ihre Heimat sitzt noch zu tief, obwohl dort zeitweise Ruhe eingekehrt ist, wie Erzbischof Julius Isa Cicek auf seiner ersten Reise nach langer Zeit im Herbst 2000 feststellen konnte: kurz danach wurde der syrisch-orthodoxe Priester Yusuf Akbulut in Diyarbakir zur Polizei vorgeladen, weil er in einem Interview mit der türkischen Zeitung Hürriyet die Ermordung von Hunderttausenden Armenier und auch syrischer Christen im I. Weltkrieg bestätigt hatte. Ihm wurde deshalb Volksverhetzung vorgeworfen. Wegen internationaler Proteste wurde er schließlich vom Staatssicherheitsgericht in Diyarbakir freigesprochen. - Dieser, überall in der Welt verbreitete Vorfall diente weder dem Ansehen der Türkei, noch ermutigte er die syrisch-orthodoxen Christen, in ihre alte Heimat zu reisen. So hat vor einer schwärmerischen Schilderung der alten Kulturlandschaft ein Situationsbericht von gestern und heute zu stehen, damit das Land wieder in Zukunft zu neuer Blüte kommt.

Quelle: Dr. Helga Anschütz

Bildband: Tur Abdin. Lebendiges Kulturerbe


Harabale

Der Name Harabale bedeutet "Ruinen". Die alte syrische Ansiedlung von Arkah war zerstört und verlassen worden und ihr Name ging verloren. Als der Ort im 19. Jahrhundert wiederbesiedelt wurde, nannten ihn die Leute nach den Ruinen, die sie vorfanden.

Harapali - Ucköy - Charabale - Charabe Ale - Harabale

Diesen Ort erreicht man etwa 18 km südöstlich von Midyat auf einer kaum befahrbaren Piste von Enhil aus. Das von Ruinen umgebene Dorf (der Name bedeutet: "Ruine des AliJ liegt im Hügelland des südlichen Tur-Abdin und zählt 992 (862) christliche Einwohner (1980: 100 Familien); sie sprechen Turoyo, einen Dialekt der aramäischen Sprache. In der Dorfkirche "Mar Afrem" befindet sich eine alte Handschrift in Estrangela.

Dorfpriester war bis 1980 Afrem Alan (geb. 1920 in Ayinvert, 1958 für die Kirche "Mar Estephanos" in Keferbe geweiht); 1981 fuhr er in die Bundesrepublik Deutschland und starb dort nach kurzer Zeit in einem Krankenhaus an Krebs. In der Sonntagsschule erhielten 1979 55 Kinder Unterricht. Von einer zweiten Kirche, "Mar Theodorus", stehen nur noch Ruinen.

Bis um etwa 1840 hieß Harabale, "Arkah" und war offenbar so stark befestigt, daß es Christen aus benachbarten Dörfern vor kurdischen Räubern Schutz bieten konnte. Irgendwann wurde es aber verlassen und später unter seinem heutigen Namen neu besiedelt. Viele Dorfbewohner wanderten nach Europa aus.


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Berühmte Historiker über die Aamäer und Suryoye

"b-kaldoyutho armoyto d-lo`uzoyo lo habelton, wal-suryoyutho oromoyto d-koruzoyo yabelton"

Dies sind die Worte des aramäischen Universalgelehrten Gregorios Bar Hebräus, der im 13. Jahrhundert lebte.

Die meisten Aramäer haben keine Ahnung von der Literatur ihres Volkes und manche hoffen, irgendein Professor könnte vielleicht ihre Wissenslücken füllen. Diese berufen sich dann in irgendwelchen Diskussionen auf ihn und seine Antworten.

Ich bin der Meinung, dass wir selbst nach der aramäischen Wirklichkeit fragen und forschen, bevor wir an irgendwelchen Ideologien arbeiten. Vor vier Jahren habe ich mich eingehend mit unseren uralten Schriften beschäftigt. Das, was ich in den Schriften unserer Vorfahren über unsere aramäische Identität fand, beruhigte mich vollends:

www.urhoy.info 

Wir haben uns nicht nur "Suryoye" genannt, wie die Eigenbezeichnung heute ist, wir haben uns auch seit je her "Oromoye" und "bnay Orom" (Söhne/Kinder Arams) genannt. Die ersten beiden waren zu jeder Zeit und an jedem Ort in allen unseren Kirchen gleichbedeutend.

Doch wie sieht es heute aus?

Unsere Identität, die im Einklang mit den Schriften der Historiker/Orientalisten und der unsrigen steht, wird von uns selbst immer mehr geleugnet und negiert. Unsere Volksbezeichnung wird mit falschen Bezeichnungen aneinandergekettet und/oder durch neue Namen ausgetauscht. An die Stelle unserer historischen Identität tritt eine künstliche Identität, die von Gruppen unseres Volkes konstruiert wurde.

Wir können/dürfen nicht auf unsere aramäische Identität verzichten. Das können wir unseren Vorfahren nicht antun. Zudem laufen wir auch Gefahr uns dadurch selbst in der Diaspora zu verlieren...

An dieser Stelle möchte ich nochmals den tschechischen Historiker Milan Hubl zitieren (das Zitat stammt aus dem Buch 'The Book of Laughter and Forgetting' des Schriftstellers Milan Kundera):
"Der erste Schritt ein Volk zu liquidieren, ist seine Erinnerung auszulöschen. Zerstöre seine Bücher, seine Kultur und seine Geschichte. Danach soll jemand neue Bücher schreiben, eine neue Kultur erzeugen und eine neue Geschichte erfinden. Innerhalb kurzer Zeit wird das Volk vergessen was es war und was es ist. Die Welt ringsherum wird es noch schneller vergessen."

Unsere eigenen Schriften sollten der Maßstab sein, wie wir uns bezeichnen, aber was die Autoren der Antike und des Mittelalters sowie die Orientalisten über uns geschrieben haben, ist auch nicht uninteressant.
Die genauen Quellen dieser Zeugnisse habe ich im Englischen auf meiner Seite in den Klammern angegeben.

Der Grieche Poseidonios, der aus dem syrischen Apameia stammt, ist einer der eindrucksvollsten Universalgelehrten des gesamten klassischen Altertums. Er wurde im Jahre 135 v.Chr. geboren und starb 51 v. Chr.

"Das Volk, welches wir [Griechen] Syrer nennen, nennt sich selbst Aramäer."

Strabo, geboren 63 v. Chr. in Amaseia in Pontos und gestorben 23 n.Chr., war ein griechischer Geschichtsschreiber und Geograph.

In seiner Erdbeschreibung schreibt er:

"Demnach vermutet Poseidonios, dass auch die Benennungen dieser Völker einander ähnlich sind. Denn die bei uns Syrer Heißenden werden von den Syrern selbst Arimäer oder Aramäer genannt."


Flavius Josephus, der 37 oder 38 n. Chr. in Jerusalem geboren und im Jahre 100 in Rom verstarb, war ein jüdischer Historiker und verfasste seine Werke in griechischer Sprache, zum Teil aber auch in seiner aramäischen Muttersprache.

In seinen Jüdischen Altertümern verzeichnet er:

"Von Aram die Aramäer, die von den Griechen Syrer genannt werden."


Eusebius von Caesarea wird als "Vater der Kirchengeschichte" bezeichnet. Geboren wurde er zwischen 260 und 264 in Palästina. Er starb zwischen 337 und 340.

In seiner Chronik schreibt er:

"und von Aram die Aramäer, die auch Syrer genannt werden."

Mohammad ibn Al-Sa'ib Al-Kalbi war ein bedeutender arabischer Historiker und Gelehrter der islamischen Rechtswissenschaft. Er ist der Vater des berühmten Genealogen Hisham. Er starb 763 n.Chr. in Kufa [Irak].

"Aram ist der Name des Patriarchen, in welchem die Genealogien der Aditen, Thamudäer, der Bewohner von Sawad und der Bewohner von Gazyra [Mesopotamien] zusammentreffen."

Anmerkung: Patriarch ist hier als Stammvater zu verstehen und nicht als Oberhaupt einer Kirche (obwohl es in Antiochien einen aramäischen Patriarchen namens Aram gegeben hat, laut Assemani)


Al-Mas'udi, geboren um 895 in Baghdad und gestorben 957 in Ägypten, war ein arabischer Historiker, Geograph und Philosoph. Man nennt ihn auch "Herodot der Araber".

In seinem at-Tanbih bringt er die Notiz:

"Tur Abdin ist der Berg, in dem sich noch Überreste der aramäischen Syrer befinden."


Prof. Dietrich Hermann Hegewisch, geboren 1746 in Quakenbrück und gestorben 1812 in Kiel, war ein deutscher Geschichtsforscher.

In seinem Aufsatz "Die Aramäer oder Syrer; ein kleiner Beitrag zur allgemeinen Weltgeschichte", der in der Berlinischen Monatsschrift 1794 erschienen ist, schreibt er:

"Sollten die Syrer, wie sie gewöhnlich genannt werden, oder die Aramäer, wie sie eigentlich heißen, nicht mehr Aufmerksamkeit in der Weltgeschichte verdienen, als gewöhnlich auf sie verwandt wird?"

"Die Namen Syrien, Assyrien, Mesopotamien, Babylonien u.s.w. rühren von den Griechen her, die, als sie zuerst dieselben zu brauchen anfingen, mit der wahren Geographie dieser Länder nicht bekannt waren und nachher, teils aus fortdauernder Unwissenheit, teils bei schon richtigen Kenntnissen aus Bequemlichkeit, dabei beharrten: weil es eine Art von Anstrengung erfordert, sich der einmal geläufig gewordenen Namen und Einteilungen der Länder zu enthalten, und sich der neuen, ob sie gleich richtiger sind, zu bedienen. Der alte, wahre und einzige Namen dieser Länder ist Aram; er kommt unzählige Male in der Bibel des Alten Testaments vor; auch die gelehrten Griechen kannten ihn, und nannten wohl die Einwohner des Landes Aramäer, aber nur selten: denn gewöhnlich behielten sie die Benennung Syrer bei, weil diese einmal den Griechen geläufig war. In allen Stellen des Alten Testaments wo von Aramäern die Rede ist, werden sie immer als ein und das nehmliche Volk bezeichnet; 

sie kommen aber schon in der Geschichte der Patriarchen vor, und dann noch in den Schriften der letzten Propheten. Ungefähr wo diese aufhören, fangen die Nachrichten der Griechen an und in der Folge der Römer an; wobei es dem aufmerksamen Leser nicht entgehen wird, dass die Gelehrten unter ihnen, so wenig bestimmt auch ihre Kenntnis von diesen Ländern war, gleichwohl mit dem Namen Syrer den Begriff eines großen weit ausgebreiteten Volks verbanden."

"Die Syrer oder Aramäer waren nicht bloß ein zahlreiches, großes, sie waren auch ein sehr kultiviertes Volk."



Prof. Arnold Hermann Ludwig Heeren, geboren am 1760 in Arbergen bei Bremen und gestorben 1842 in Göttingen, war ein deutscher Historiker. Mit seinen einflussreichen Arbeiten zur Handels- und Verkehrsgeschichte betrat er für die damalige Geschichtswissenschaft Neuland.

In seinem Buch "Ideen über Politik, den Verkehr und den Handel der vornehmsten Völker der Alten Welt" das er 1793-1796 in Göttingen veröffentlichte, schreibt er:

"Einen andern Haupttheil der Länder diesseits des Euphrats machen diejenigen aus, welche von den Griechen unter dem Namen von Syrien begriffen werden. Allein diese Benennung ist so schwankend und unbestimmt, dass eine vorläufige Erörterung derselben durchaus notwendig ist.

Der griechische Name Syrien entspricht in seiner weitesten Bedeutung der orientalischen Benennung Aram, und bezeichnet alle diejenigen Länder, die von dem Volk der Aramäer oder Syrer bewohnt wurden. Es begreift nicht nur die Provinzen diesseit des Euphrats, sondern auch oft ganz Mesopotamien und Babylonien, ja auch selbst das eigentliche Assyrien oder Kurdistan, jenseits des Tigris."



Prof. Theodor Mommsen wurde 1817 in Schleswig-Holstein geboren und starb im Jahre 1903. Er war ein deutscher Historiker und gilt als der bedeutendste Altertumswissenschaftler des 19. Jahrhunderts.

In seinem Werk "Römische Geschichte" von 1854-1856 (dafür erhielt er 1902 den Literaturnobelpreis) schreibt er:

"Dies historische Ganze ist es, was man nicht passend die Geschichte der alten Welt zu nennen pflegt, die Culturgeschichte der Anwohner des Mittelmeers, die in ihren vier großen Entwickelungsstadien an uns vorüberführt die Geschichte des koptischen oder ägyptischen Stammes an dem südlichen Gestade, die der aramäischen oder syrischen Nation, die die Ostküste einnimmt und tief in das innere Asien hinein bis an den Euphrat und Tigris sich ausbreitet, und die Geschichte des Zwillingsvolkes der Hellenen und der Italiker, welche die europäischen Uferlandschaften des Mittelmeers zu ihrem Erbtheil empfingen."

"Es ist noch weniger Mangel an Zähigkeit und Eigenartigkeit des Nationalgefühls; vielmehr haben die Aramäer mit einer Hartnäckigkeit, welche kein indogermanisches Volk je erreicht hat und welche uns Okzidentalen bald mehr, bald weniger als menschlich zu sein dünkt, ihre Nationalität gegen alle Lockungen der griechischen Zivilisation wie gegen alle Zwangsmittel der orientalischen und okzidentalischen Despoten mit den Waffen des Geistes wie mit ihrem Blute verteidigt."

Prof. Rubens Duval, geboren 1839 in Morsang [Frankreich] und gestorben 1911, war der führende französische Syrologe seiner Zeit.

In "Anciennes Litteratures Chretiennes" schreibt er in der Einleitung:

"Syrien selbst oder das Syrien am Euphrat, Mesopotamien, Babylonien, die orientalischen Provinzen wie Adiabene, Garmai, Susiana, waren hauptsächlich von Aramäern bewohnt, die nach der Evangelisierung dieser Länder den Namen Syrer annahmen."


Prof. Theodor Nöldeke war der bedeutendste deutsche Orientalist seiner Zeit. Er wurde 1836 in Hamburg-Harburg geboren und starb 1930 in Karlsruhe.

In seinem Aufsatz "Assyrios, Syrios, Syros" welcher in: Hermes 5, Zeitschrift für klassische Philologie, im Jahre 1871 veröffentlicht wurde, schreibt er:

"Es ist nun begreiflich, dass man die wichtigste Nationalität nach dem Landesnamen zu benennen anfing und so den Namen "syrisch" ethnologisch fasste und ihn mit "aramäisch" gleichsetzte."

"Auch die Orientalen sahen übrigens bald den ursprünglich politisch-geographischen Namen als richtige Übersetzung des einheimischen Aram an. So geben die alexandrinischen Juden Aram, aramäisch, u.s.w. im Alten Testament überall mit Syrien, syrisch u.s.w wieder und zwar ohne Unterschied, ob es sich um Dinge diesseits oder jenseits des Euphrat handelt."

"Wie es nun kam, dass die Aramäer zuletzt mehr und mehr ihren alten Namen aufgaben und den griechischen Ausdruck syrisch u.s.w. auf sich selbst, ihre Sprache und Nationalität anwandten, das zu erörtern, würde uns über die Grenzen dieses Aufsatzes hinausführen."

"Seit Alexander, wenn nicht schon früher, hat man angefangen, den Namen der Syrer auf die in Syrien vorherrschende Nationalität allein zu übertragen, und so ist dieser ursprünglich politisch-geographische Begriff zu einem ethnologischen geworden, der sich mit dem einheimischen "Aramäer" deckte."


und in seiner Kurzgefassten Grammatik schreibt er:

"Mit dem Namen „Syrer" bezeichneten die Griechen, seit sie Asien näher hatten kennen lernen, die Nation, welche sich selbst „Aramäer" nannte."


Prof. Carl Eduard Sachau, geboren 1845 und gestorben 1930, war ein deutscher Orientalist, der ausgedehnte Reisen in den Orient unternahm.

In der Vorrede zu "Verzeichnis der Syrischen Handschriften der königlichen Bibliothek zu Berlin", 1899, notiert er:

"die Nation der Aramäer. Dieser einheimische Name machte später, hauptsächlich in Folge jüdisch-christlicher Literatureinflüsse, der griechischen Bezeichnung "Syrer" Platz.

Anmerkung! 

Suryoyo=omoroyo:Oromoyo=suryoyo

Aramäer=Syrer(suryoyo);Syrer(suryoyo)=Aramäer

wer das nciht versteht hintergeht seine vorfahren , kirchenväter und sogar sein jetztigen patriarchen , denn er war es der sagte : Suryoyo = Oromoyo und oromoyo=suryoyo, wer ein unterschied zwischen den beiden namen macht , macht ein großen fehler.


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I

Izlo
Iwardo
Ihwo

Izlo

Das bedeutende Kloster Mor Augin aus dem 4. Jh. das an den Abhängen des Izlo-Gebirges erbaut wurde war ein großes Zentrum, aus dem Tausende Mönche hervorgingen. Sie spielten eine großeRolle im Tur Abdin und in der syrischen Kirche.Seit ca. 1983 steht das Kloster unbewohnt und wurde zum Teil von den Kurden zerstört. 

Der heilige Mor Augin gilt als der Begründer des monastischen Lebens im TUR ABDIN und als dessen zweiter Missionar.

Sammelt euch keine Schätze auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie Stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist dein Herz. (Mt. 6, 19-21).


Iwardo (Ainwardo)

Von Midyat aus erreicht man in östlicher Richtung über einen Sattel ein weites llanggestrecktes Tal, an dessen Ende auf einer Anhöhe das Dorf Inwardo liegt, dessen Name "Quelle der Rose" bedeutet!
Von der Kirche Mor Had Bschabo hat man einen großartigen Rundblick bis zu den Bergen, die im Norden des Turadin die Grenzlinie zum Tal des Tigris ziehen. Durch seine leicht zu verteidigende Lage hatte Inwardo in der Geschichte des Turabdin besondere Bedeutung. Die Christen der umliegenden Dörfern fanden hier Zuflucht in gefährlicher Zeit und überlebten.

Die Kirche Mor Hab Bschabo ist von starken Mauern und Wehrtümern umgeben, in denen noch Gewehrkugeln aus zeiten der Belagerungen stecken.
Der Grundgriss der Kirche gleicht dem der Kirchen von Kfarze und Urdunus

Ainwardo ist eines der bekanntesten Dörfer des Tur Abdin's, es liegt auf einer Höhe, östlich von Midyat und ist 2 Stunden zu Fuß zu erreichen. Alle Bewohner des Dorfes waren syrisch-orthodox. Zur Zeit des ersten Weltkrieges betrug die Zahl seiner Einwohner 200 Familien. In Ainwardo existiert auch die große Mor Hadbschabo- Kirche, die wie eine unbezwingbare Festung aussieht.

Die Männer aus Ainwardo waren bekannt für ihre Tapferkeit und ihr Eifer. Kein Dorf von den Ländern von Mesopotamien konnte sich den Türken und Kurden widersetzten und gegen sie kämpfen, wie dieses. In der Umgebung gedeihen Getreide, Obst und Wein; wie in vielen Ortschaften der Türkei betreiben die Bauern hier auch Viehwirtschaft. 

In Ainwardo stehen drei Kirchen: "Mart Schimuni", "Mar Hodtschabo" und "Joldath Aloho". Wie alle christlichen Ortschaften im Tur Abdin ist Ainwardo mehr als 1000 Jahre alt. 1248 wurden hier Mönche und ein Stylit erwähnt. Mehrere Bischöfe, Kopisten und ein Patriarch stammten aus dem unter dem Namen " 'Ain Quarda" ' Ainwarda bekannten Dorf. Ein Evangeliar mit Miniaturen aus dem Jahre 1201 befindet sich noch im Besitz der Dorfkirche. 

Im Jahr 1453 besetzten die Türken den Ort; im 16. Jahrhundert erlebte es einen Aufschwung. Damals wurde es mit dem Namen "Aynwerde" unter den reichen christlichen Siedlungen im Tur Abdin in den Katasterbüchern aufgeführt. Von 1526 bis 1570 stieg die Einwohnerzahl von 46 auf 136 Familien. Einige Reisende erwähnten den Namen des Dorfes unter verschiedenen Schreibweisen.

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Ihwo/Ehwo - Hbob - Güzelsu - Habab


Dieses Dorf liegt 33 km südöstlich von Midyat im südlichen Tur ’Abdin und wurde erst nach 1960 wieder von ca. 20 christlichen Familien besiedelt. (Im türkischen Zensus von 1960 wird der Ort nicht aufgeführt.) Seine Einwohner sprechen Turojo. 1980 lebten hier fünf christliche Familien. Die Dorfkirche heißt „Mar Sarkis Bakos“. Am Ortsrand stehen die Ruinen des Klosters „Mar Elijo“. Priester Afrem Alan betreute die Christen bis 1981 Harapali aus mit. Früher war Habab ein großes und bedeutendes Dorf. Zwar wurde es 1403 von Kurden besetzt, aber um 1570 gehörte es mit seinen 136 christlichen Familien zu den wohlhabenden Dörfern im Tur ’Abdin. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Habab Bezirkshauptstadt und Zentrum des südlichen Tur ’Abdin und zählte damals – Berichten zufolge – sogar mehr als 1000 christliche Familien. Um 1850 wurden die Lebensbedingungen im südlichen Tur ’Abdin offenbar durch Heuschreckenplage, Wasserarmut und die folgenden Hungersnöte unerträglich. Zahlreiche Dorfbewohner wanderten in die wasserreiche, aber durch Kriegszüge entvölkerte Ebene am Rande des Tur ’Abdin aus und siedelten sich dort in den verlassenen Ruinen der Dörfer Giremira, Gündük, Güdükschükrü und Birguriya an. Nach dem 1. Weltkrieg zogen viele von hier aus in das nordostsyrische Nachbargebiet und nach Beirut. Zwar bestand Habab noch am Ende des 19. Jahrhunderts, im 1. Weltkrieg war es jedoch schon eine Wüstung; während der Kämpfe um die Unabhängigkeit nach dem Weltkrieg verschanzten sich die Kurden hier und erlitten große Verluste.


Quelle dieses Textes ist das Buch „Tur Abdin“ von Helga Anschütz 

Ihwo ist nach dem heutigen Erkenntnisstand eines der ältesten Dörfer des Tur Abdin. Es liegt in einer Tal Ebene östlich vom Kloster Mor Melke. In der Lebensgeschichte des Mor Melke ist zu lesen, dass Mor Melke einen geliebten Freund aus dem Dorf hatte. Der Name dieses Mannes war Yesuh der Sohn von Yousef. Yeshuh war sehr wohlhabend und verehrte Mor Melke. Aus diesem Grund war er auch maßgeblich am Bau des Klosters Mor Melke beteiligt. Sowohl finanziell als auch durch Arbeitskraft seiner Bediensteten. Seine Unterstützung ging so weit, das eins der Gebäude des Klosters ihm gewidmet wurde. Als Zeugnis davon ist uns bis heute ein gelochter Stein mit seinem Daumenabdruck erhalten geblieben. Dieser Stern befindet sich über der Tür zur Kirche von Mor Melke. Mor Melke lebte Mitte des 3. Jahrhunderts, woraus wir feststellen können das das Dorf, da es zu dieser Zeit bereits erwähnt wurde, weitaus älter sein muss. Ihwo hat sich auch in der syrisch orthodoxen Kirche einen guten Namen gemacht, indem es viele Mönche, Priester, Bischöfe und sogar einen Patriarchen hervorgebracht hatte.

Anmerkung:  Diese Geschichte über Ihwo hat Muksi Gevriye Aydin, nach intensiven Recherchen ausgearbeitet, und uns freundlicher Weise in aramäischer Schriftform übergeben. Anschließend wurde es von uns in Zusammenarbeit mit Malfono Ishak Esen über das Turoyo ins Deutsche übersetzt. IHWO.de bedankt sich hiermit nochmals ganz herzlich bei diesen beiden Personen für ihre ehrenamtliche Unterstützung von IHWO.de


J

St. Jakob von Edessa (Mor Jakob von Edessa)
Metropolit Mor Julius Yeshu Çiçek

Mor Jakob von Edessa

Jakob Edessa ist es gewesen, der die erste Grammatik überhaupt für die syrisch-aramäische Sprache geschrieben und verfasst hat. Ich berufe mich hierzu auf den großen Gelehrten der Syrischen Kirche, der von den Schein-Assyrern ermordet wurde, auf den Patriarchen Mor Aphrem Barsaum I. in seinem Buch Berule Bdhire.

Hier sein Leben in einer kurzen Zusammenfassung:

Jakob von Edessa (+708) 
Dipl.-Theol. Sabo Hanna

Einer der größten und berühmten syrisch-orthodoxen Gelehrten. Er gilt in der Syrischen Kirche als Sprachreformer, als Restaurator der syrisch-aramäischen Sprache und als Verfasser vieler Kanones und Regeln für die Mönche und der kirchlichen Ordnungen. Ein großes Verdienst um die Erhaltung der Sprache [Syrischen] in dieser für ihre Existenz bedrohlichen Zeit erwarb sich Jakob von Edessa. oder "das größe Verdienst aber erwarb sich Jakob durch seine Bemühungen um die Erhaltung seiner Muttersprache." So urteilt der berühmte deutsche Orientalist und Syrologe Carl Brockelmann.

Er betätigte sich als Grammatiklehrer, Poet (Dichter), Übersetzer, Historiker, Exeget, Kirchenrechtler, Philosoph und nicht zuletzt als Theologe.

Er war seiner syrisch-aramäischen Muttersprache und der griechischen Sprache mächtig. Patriarch Ephräm Barsaum vergleicht ihn mit Bar-Hebräus.

Geboren wurde Jakob von Edessa im Dorf `indaba (Endeba) nahe Antiochiens gegen 633 n. Chr. Sein Vater hieß Isaak (Ishoq). Er wurde in seiner Kindheit vom Pater Quryaqos in die Fundamente der Alten und des Neuen Testamentes und der Schriften der Kirchenväter unterrichtet und eingeführt. Später ging er ins Kloster Qenneschrin, wo der berühmte Sevire Sabuchat mit Freude empfing und lehrte bei ihm die griechische Sprache. Er beendete seine Lehre und sein Studium in der Sprache (griechische), in der Philosophie und der Theologie mit seinem Freund und Weggefährten Athanasius aus Bolod (Balad/i), der spätere Patriarch von Antiochien (als Athanasius II. 683-686). Nach diesem Studium ging er nach Alexandrien, um sein philosophisches Studium weiterzuführen. Schließlich kehrte er nach Syrien zurück und erlernte in Edessa (Urhoy) die hebräische Sprache. Und genau hier wurde er weltberühmt.
Im Jahre 672 wurde er Diakon und zwei Jahre später 674 wurde er von seinem Freund und dem Patriarchen Athanasius II. aus Bolod Metropolit von Urhoy. Sein Tod wird auf den 5. Juni 708 datiert und sein Gedächtnis wird in der Syrisch-Orthodoxen Kirche am diesem Tag gefeiert, wobei dieses im syrischen Kalender nicht immer eingeführt und begangen wird. Das ist natürlich bedauerlich im Hinblick auf seine Berühmtheit und Verdienste für das Syrertum insbesondere für die syrisch-aramäische Sprache.

Seine Werke:

  • Revision [Verbesserung] der Peschitto-Version des Alten Testamentes. Er gilt als der erste in der Syrischen Kirche, der die Hl. Schrift in Kapiteln gliederte und diese mit einem kurzen und knappen Satz beschmückte, ähnlich wie heutigen westlichen Bibelversionen.
  • Das Buch der Könige, das er im Jahre 705 mit den Versionen der Syrer und der Griechenverglich.
  • Bibelenzyklopädie: Worts- und Ortsverzeichnis der beiden Testamente. Modell für die heutigen Bibellexikas bzw. enzyklopädien.
  • Kommentare zum Genesis und der Mosesbücher.
  • Das Buch über die Wissenschaft von der Theologie (eventuell sein Kommentar zum Schöpfungsbericht)
  • Schöpfungsbericht, genannt Schtoth Yawme, die Schöpfung in Sech Tagen. Sein Freund Gewargi (Georg), derAraberbischof vollendete sein Werk in zehn Kapiteln. Sein Buch wird immer noch in der Syrischen Kirche eifrig gelesen.
  • Fragen und Antworten über das Christentum für die Lehrlinge.
  • Kommentare über die Syrische Liturgie: Hl. Eucharistie, Hl. Myron
  • Regelung der wöchentlichen Gebete, genannt Schhimo
  • Bücher für die Gebete der Sonntage und Feste, genannt Fenqitho/Fenqyotho
  • Buch der Schätze. Darin ist die Ordnung der Taufe, der Ehe (und der Verlobung) und die Segnung des Wassers für das Fest Denho (Taufe).
  • Ordnung der Beerdigung der Priester, der Bischöfe, der Männer, der Frauen und der Kinder
  • Hymnen für die Nacht des Freitags der Kreuzigung nach de MelodieQum Faulus und den Montag in der Karwoche und andere Hymnen und Lieder für die Karwoche.
  • Revision der Anaphora [Hochgebet] des Jakobs des Herrenbruders nach der griechischen Vorlage.
  • Eine eigene Anaphora
  • Chronikon der Feste des ganzen Kirchenjahres, das bis heute gilt.
  • Übersetzung der aristotelischen Kategorien, genannt Isagogie (Einführung in eine Wissenschaft).
  • Übersetzung der Kirchengeschichte des Eusebius von Cäsarea
  • Das Buch Enchiridon, d.h. Handbuch oder kleines Lehrbuch, in dem er die philosophische und theologische Begriffe definiert, wie ExistenzNaturProsopon und Person.
  • Das Buch über die Grammatik der syrisch-aramäischen Sprache. Nach diesem Muster bauten die Ost- und Westsyrer ihre Grammatik.
  • Da die sehr wenig übersichtliche nestorianische Vokalbezeichnung sehr leicht zu Irrtümern Anlass gab, ersetzte er sie durch die Vokalzeichen [Ftoho, Zqofo, Rboso, Hboso, Hsoso] der griechischen Schrift, die er einfach über den syrischen Buchstaben anbrachte. Später versuchte er noch eine radikale Umgestaltung der syrischen Schrift, indem er die griechischen Vokale zwischen die syrischen Konsonanten einschob. (Carl Brockelmann)


Mor Jakob von Edessa verfasste viele andere Briefe theologischen und philosophischen Inhalts.

Über sein ausführliches Leben und Werke empfehle ich BERULE BDHIRE des Patriarchen Barsaum I.

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K

Kthobonoyo (Aramäische Sprache/Schrift)
Das Kloster Deir az-Zafaran
Das Kloster Mor Gabriel
Kafro (Tahtaito)
Kfarburan
Kferze
Kamischli (Kamischlo, Al Qamischli)
Kloster (Deiro) Mor Abrohom
Kloster Mor Jakub von Sarug (ehemals Kloster Warburg) Bischofssitz der syr. orthodoxen Kirche von Deutschland


Kthobonoyo

Ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach einer Kthobonoyo- lernmethode, ohne dabei zwingend in ein Kloster oder in eine Schule gehn zu müssen.
Nun scheine ich endlich einen Weg (dem Internet sei Dank) gefunden zu haben, den ich euch nicht vorenthalten will, da ich denke, dass es viele von euch interessieren wird.

Mittels des Links http://www.syrianorthodoxchurch.com/Syriac.html werdet ihr auf eine Seite geleitet, bei der Lektionen der verschiedenen Kthobonoyo- Niveau - Stufen erhältlich sind.
Angefangen bei null Kenntniss, bis Fortgeschrittene.

Das Besondere daran ist, dass es nicht nur aus Lesestoff, sondern auch aus Bildern und zu lösenden Aufgaben besteht.
Weiter ist das ganze sehr strukturiert und ausführlich. Hilfstexte und Übersetzungen sind in Englisch geschrieben, was kein Problem sein sollte.

Um euch nicht lange suchen zu lassen, verlinke ich die einzelnen Lektionen direkt hierhin:

Lektion 1: http://www.syrianorthodoxchurch.com/lesson1.pdf

Lektion 2:
http://www.syrianorthodoxchurch.com/lesson2.pdf

Lektion 3: http://www.syrianorthodoxchurch.com/lesson3.pdf

Lektion 4:
http://www.syrianorthodoxchurch.com/lesson4.pdf


Für Fortgeschrittene:



Fortgeschrittene 1: http://www.syrianorthodoxchurch.com/Qarabash-01.pdf

Fortgeschrittene 2: http://www.syrianorthodoxchurch.com/Qarabash-02.pdf

Fortgeschrittene 3:
http://www.syrianorthodoxchurch.com/Qarabash-03.pdf


Da es PDF Dateien sind, steht einem Ausdruck nichts im Wege. (Sind zwar einige hundert Blätter, aber das wirds euch wohl Wert sein.)

Falls jemand schon Erfahrung damit gemacht hat, bitte ich um Feedback.





Das Kloster Deir az-Zafaran


Das größte und bedeutendste Kloster des Tur Abdin liegt unweit der Stadt Mardin und trug ursprünglich den Namen Deir Mar Hanania (Ananiaskloster). Heute wird der Komplex allgemein Deir az-Zafaran genannt, was eine Anspielung auf die safrangelbe Farbe seiner Außenmauern ist.

Die ältesten Gebäudeteile stammen aus dem 4. Jh. n.Chr. Hierzu zählt auch das sog. Beit Qadishe (Haus der Heiligen). Hierbei handelt es sich wahrscheinlich ursprünglich um einen Unterrichtsraum für Medizin. In seiner heutigen Gestalt zeigt es sich allerdings als Grabgebäude, zu dem es wohl im 13. Jahrhundert umfunktioniert worden ist. Es sind sieben Arkosolnischen zu sehen, in denen insgesamt ca. 50 Patriarchen und über 100 Metropoliten beigesetzt sind. Die Amtsträger wurden in vollem Ornat beigesetzt, wobei jeweils der zuletzt verstrobene sitzend bestattet wurde. Der gesamte Raum ist von einer Kuppel überwölbt.
Aus dem 4. Jahrhundert n.Chr. stammt die Marienkirche, die heute für Taufen benutzt wird. Es ist noch ein geosteter Steinaltar mit einem Holzaufsatz (wohl aus dem 16. Jh.) erhalten. Vor diesem Altar sind noch einige Mosaikreste zu sehen, die ins 5./6. Jahrhundert n.Chr. datiert werden.

Die eigentliche Klosterkirche, die dem Heiligen Ananias geweiht ist, stammt ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert n.Chr.. Sie war ursprünglich größer, ist aber nach der Zerstörung durch die Mongolen kleiner wieder aufgebaut worden. Es handelt sich um einen Bau mit drei Apsiden. In großer Höhe über dem Boden befindet sich eine Holzempore, auf der die Menschen den Gottesdienst verfolgen konnten, wenn die Kirche sehr voll war. Direkt neben dem Eingang ist ein Fresko aus dem 9. Jh. erhalten, das den Ananias zeigt. In der Hauptapsis befinden sich ein Metropolitenthron und der Thron des syrisch-orthodixen Patriarchen, der auch als Patriarch von Antiochia bezeichnet wird. Da das Kloster aufgrund der gefährlichen Situation der Christen in der Türkei heute nicht mehr der Patriarchensitz ist (der Patriarch lebt seit 1959 im Exil in Damaskus), wird der Patriarch durch ein Foto repräsentiert, das den Thron ziert. Bemerkenswert ist noch ein Friesband, das den ganzen Raum umzieht. Es zeigt Rankenmuster und korbähnliche Motive.

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 Kafro (Tahtaito) 

Kafro  ist ein aramäisches Wort und bedeutet übersetzt „Dorf“. Um es nicht mit dem gleichnamigen und nahe gelegenen Dorf zu verwechseln wurden sie mit einer zusätzlichen Bezeichnung „tahtaito“ und „helaito“, was „unten“ und „oben“ bedeutet ergänzt.
Kafro tahtaito erhielt nach der Entstehung der türkischen Republik den türkischen Namen Elbegendi. Das Dorf erlebte noch folgende weitere Benen­nungen wie Harapkefri, Kharap Kefre und Harabe Kefre.
Nachfolgend verwenden wir aber den althergebrachten Namen Kafro und verzichten dabei bequemlichkeitshalber noch auf den Anhängsel „tahtaito“.

GEOGRAPHIE 


Das Dorf Kafro liegt in der Provinz Mardin, im Südosten der Türkei und 15 km südöstlich von Midyat entfernt. Es wurde auf einer leichten Anhöhe gebaut und befindet sich ungefähr 900 M.ü.M. Kafro ist umgeben von den anliegenden Dörfern Enhil, Harabale, Arbo und Sivrice, welche kaum mehr als 9 km entfernt sind. Als kleine Provinzstadt bietet Midyat mit 15 km Entfernung die nächste Einkaufs- und Handelsmöglichkeit. Man erreichte sie früher zu Fuss oder mit Esel. Später pendelten Minibusse. Die Grenze zu Syrien liegt lediglich 20km von Kafro entfernt. Vielfach wurde in der syrischen Provinz Kamisli Handel betrieben. Man pflegte das grenzüberschreitende nachbarliche Verhältnis aus zwei Gründen. Einerseits bot Kamisli nicht nur einen guten Absatzmarkt für die erwirtschafteten landwirtschaftlichen Erzeugnisse, sondern auch viele Handelsgüter, die in der Türkei nicht erhältlich waren. Andererseits lebten/leben in Kamisli ebenso syrische Christen, die in der Nachkriegszeit durch die Grenzziehung voneinander getrennt wurden. Somit beruhte die Beziehung zu Kamisli nicht nur auf den Handel; sie war oft auch verwandtschaftlich bedingt.
Unter dem Begriff 'Rayite' versteht man den Überbegriff der örtlich angrenzenden Dörfer Kafro, Harabale, Harapmeski, Sederi, Badibe, Ehwo und Arbo. Sie alle waren ausschliesslich von Christen bewohnt. 

Als Bestandteil des Tur Abdins war das Dorf Kafro ebenso vom tragischen Schicksal betroffen. Infolge der Vielzahl von Kriegen, Verfolgungen und Schändungen des Dorfes durch fremde, v.a. muslimischen Völker blieben über die geschichtliche Entwicklung von Kafro nur noch mündliche Überlieferungen erhalten. Bücher und andere schriftlichen Dokumente wurden entwendet, verbrannt und vernichtet. Die vielfachen gesellschaftlichen Bedrängnisse brachten nicht nur dem Dorf Kafro, sondern auch allen anderen Dörfern aus dem Tur Abdin den Niedergang. 
Laut mündlicher Überlieferung hat das Dorf Kafro seinen Entstehungsursprung noch vor Christi Geburt. In dieser Berichten  beschränken wir uns jedoch nur auf den Zeitraum zwischen 1900 und heute 

Im Jahre 1900 war Kafro von 30 Familien besetzt. Im 1. Weltkrieg 1914/15 waren die syrischen Christen von dessen Folgen zu tiefst betroffen. Alle, die sich retten konnten, flohen in Höhlen und fanden dort ihren Schutz. Kafro war in diesem Zeitraum unbewohnt. Erst um 1916 kehrten die ersten 8 Familien von den Höhlen in ihr Heimatdorf Kafro zurück. Kafro erlebte 1970 mit 46 Familien die Spitze der Bevölkerungszahl. Nach der in den 80-er Jahren beginnenden Auswanderungswelle, vorwiegend in Richtung Europa, schrumpfte die Zahl der Bewohner im Jahre 1992 auf nur noch 5 Familien zurück. Mit der Ausreise der drei letzten Familien im Jahre 1995 steht Kafro seither leer und unbewohnt.

Heute (2004) leben etwa 180 Familien aus dem ursprünglichen Dorf Kafro in Europa, mehrheitlich in Deutschland, Schweden und in der Schweiz. Sollte unser Rückkehrprojekt planmässig laufen -was wir natürlich sehr hoffen- so wird das Dorf Kafro bereits nächstes Jahr von von den 15 rückkehrenden Familien bewohnt werden.

Am 24.05.2008 haben wir Kafro besucht. Herr Yako Demir hat uns über die Planungen und Ausführungen im Dorf Kafro unterrichtet. Über die wertvollen Ratschläge die uns Herr Demir auf dem Weg gegeben hat, wollen wir uns noch einmal bedanken. Nach einem ausgiebigen Dinner haben wir Kafro verlassen. Siehe Projektreise Mai 2008

Anmerkung:
Kafro ist ein Standardname für Dorf oder Kaff. Lt. dem Historiker Sina Schiffer gründeten Aramäer dort wo sie siedelten Dörfer mit dem Namen Kafro.

Im Turabdin gibt es lauter Dörfer die so heißen. Auch in Kfarze, Kafarbe und Kerburan (eigentlich Kfarburan) findet sich das Wort Kafro wieder.

Mit Kafro Elayto wird gekennzeichnet, dass das Dorf zum Turoyo Celoyo gehört (höherem Berg). Im Gegenzu dazu gehört Kafro Tahtayto zum Turo Tahtayo (niedriger Berg). Kafro 'Elayto einfach: Höheres Kafro.

Kfarburan

Kfarburan liegt am Ende der von Midyat kommenden Asphaltstraße. Von den umliegenden Hügeln kommt reichlich Wasser. Seine Wassermühlen wurden von den Dörfern aus nah und fern benützt. Diese günstige Lage machte Kfarburan zu einem wichtigen Ort, in dem es syrisch-orthodoxe, syrisch-katholische und protestantische Christen gab, die oft unter dem Druck der kurdischen Muslime zu leiden hatten.

Während des Ersten Weltkrieges wurde sogar der Bischof ermordet. Die in den folgenden Jahren erfreuliche Entwicklung im Verhältnis zueinander wurde bald wieder zunichte gemacht. 1970 waren noch zwei Drittel der ca. 2000 Einwohner christlich, 1979 verließen die letzten Christen den Ort.

Quelle: Lebendiges Kulturerbe/ Hans Hollerweger


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 Kferze

Das Dorf Keferze liegt etwas 15 km nordöstlich von Midyat oberhalb der neuangelegten Piste Midyat – Hah. Unter den 1622 Einwohnern leben 70 Syrisch-Orthodoxe Familien (1980 waren es 30 christliche Familien). Im Dorf wird Turojo und Kurdisch gesprochen. Priester ist Melke Gümüs (geb. 1929, Priesterweihe 1959).
 
Die Kirche Mor Izozoel wurde 934 errichtet und gilt als ein bemerkenswertes Beispiel syrischer Baukunst. Von den aus der Geschichte überlieferten Kirchen Mor Eliyo und Mor Malke gibt es kaum Überreste. „Kefr Zeh“ wird seit 935 erwähnt. Um 1413 plünderten Jesidi und Kurden den Ort; andere Nachrichten stammen aus dem 15. und 19. Jahrhundert. 


Von der vergangenen Zivilation und dem verlorenen Wohlstand fand Gertrude Bell um 1900 nur die Überreste der Kirche Mor Izozoel; ein Vergleich dieser prachtvollen Kirche mit den „erbärmlichen Hütten“ vermittelte ihr ein „eindruckvolles Bild von Glanz und Niedergang einer Kultur“, eine Aussage, die heute noch für die meisten Ortschaften des TurAbdin zuftrifft, aber ebenso für viele andere versunkene Kulturstätten. Jedoch erscheint der heute Zustand vieler von den Reisenden vor dem 1. Weltkrieg geschilderten Dörfer trotz aller Erscheinungen des Niedergangs besser als damals.

Wie Bischof Semun im Jahre 1855 in einem Evangelium von Keferze schrieb. Griffen der Fürst Asdin Schin Buqtoyo und Masurbak das TurAbdin und unsere Kirchen an und zerstörten sie. Sie töteten vier Pfarrer,Mönche und viele Christen.
Vor und Während des Völkermordes 1914 / 1915 gab es in Keferze ca. 160 syrisch-orthodoxe und 70 moslemische Familien. In dieser Zeit sorgten 3 Pfarrer gleichzeitig für den moralischen und geistigen Segen des Dorfes. Pfarrer Yuhannun, der Sohn von Pfarrer Sabo, Pfarrer Circo, der Sohn von Pfarrer Yauno und Pfarrer Gauriye. Die Bürgermeister zu jener Zeit waren Iskender Marauge be Kawatscha und Danho be Chupano.  

Ein berühmter Kopist und Kaliograph war Chorepsikopos Aziz Günel. Chori Aziz wurde 1919 in Keferze geboren. Er starb Ende Oktober in Belgien im Alter von 78 Jahren und wurde am 2. November 1997 in Anwesenheit von vielen Geistlichen und Laien im Kloster Mor Aphrem in Holland beigesetzt. Chori Aziz hat seine Ausbildung in seiner Heimat (Keferze ) und in Midyat begonnen. Er hatte in den 30er Jahre die Aufgabe des staatlichen Bürgermeisters und des syrischen Lehrer in seinem Dorf übernommen. 1950 wurde er zum Diakon, 1952 zum Priester durch den Bischof Mor Ivannis Ephrem Bilgic und 1969 zum Chorepsikopos durch Mor Diyoskoros Luka, damals Erzbischof von Jerusalem, geweiht. Er war zuerst Pfarrer in Keferze und Adiyaman, dann von 1957 bis in die 70er Jahren in Diyarbakir und schließlich bis vor zwei Jahren in Istanbul. Chori Aziz hat über 36 syrische Handschriften darunter auch Husoye, Phenkiyotho und vier Bibellektionare abgeschrieben. Außer dem oben genannten Buch verfasste er zwei Mimre über den Tod des Erzbischofs Mor Timotheus Toma Aras von Tur'Abdin (242 Bote) 1947, und des Patriarchen Ephrem Barsaum (in 7 Kapitel, 280 Bote) 1959 in Mesiye Kitabi.

Mor Dionyisus Isa Gürbuz wurde 1964 in Keferze, im TurAbdin, geboren. Seine theologische Ausbildung absolvierte er im Priesterseminar des Klosters Mor Gabriel, während er zugleich das türkische Lyzeum in Midyat besuchte. Dort trat er in den Mönchsorden ein und erhielt später die Priesterweihe durch den Erzbischof von TurAbdin, Mor Timotheus Samuel Aktas. Ende der 80er Jahre wurde er nach Damaskus geschickt und lehrte am Theologischen Patriarchalseminar Mor Ephrem vor allem Syrisch und die liturgischen Fächer. Als Mönch betreute er eine Weile auch die syrischen Gemeinden in Ägypten. Später ernannte ihn der Patriarch Mor Ignatius Zakka Iwas zum Spiritual und Direktor des Seminars, bis er im September 1996 zum Bischof geweiht und damit Sekretär des Patriarchen wurde. Zum Zweck des Studiums der englischen Sprache hielt er sich für ein Jahr in den USA auf. Neben dem Syrischen spricht er Türkisch, Kurdisch, Arabisch und nicht zuletzt Englisch.
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Quellen:Kferze.de, Helga Anschütz, Die syrischen Christen vom Tur'Abdin, Würzburg, 1985;
Mor Ignatius I Afrem Barsaumo, Tur'Abdin Tarihi, Holland, 1985;
Aziz Günel, Türk Süryaniler Tarihi, Diyarbakir, 1970.


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Kamischli, Qamischli, Kamischlo, Qamishlo

Der Begriff Kamish ist türkischen Ursprungs und bedeutet auf Deutsch Schilf(rohr). Weil dort angeblich viel Schilfrohr produziert wurde, wurde die neugegründete Stadt Kamishli genannt. Und Kamish bedeutet auf Syrisch-Aramäisch Zolo, daher auch Zolin bzw. Zalin (Pluralform). Die Stadtgründer waren allerdings Aramäer (=Suryoye) aus Turabdin, aus verschiedenen Dörfer und Städten der Türkei. Die Stadt Zalin/Kamishli grenzt an Nsibin (türkisch: Nusaybin) und wird daher auch von uns als Nsibin i Hathto, also Neu-Nsibin, genannt.

Die Suryoye in Kamischli sind in den Vierteln von Harbije, Wusta, Pscherije, Auschurije und Arboje viel vertreten. Der Minister von dem du sprichst ist der Groß Cousin von mein Vater! Der Name vom Minister ist Danho Daoud! Dein Uropa der Huri kenn ich auch!

Im Großen und Ganzen sind die Suryoye dort im Kreis Al-Hasake vertreten. z.B. in den Städten Hasake, Kamischli, Kahtahnije (Kbur El Bid) und in den Dörfern drum Herum einer der bekanntesten Dörfern könnte für euch der Habur sein.

Allein in Qamishli stehen 4 Syrisch-Orthodoxe Kirchen. In den 50 er und 60 er Jahren war Qamishli zu ca. 90 % christlich!!! Und der weitaus größte Teil dieser Gruppe waren gläubige der syrisch-orthodoxen Kirche, die größtenteils aus dem Tur-Abdin geflohen waren.

Deswegen gibt es wohl fast keinen Suryoyo, der nicht festgestellt hat, dass er irgendwelche verwandte in Qamishli hat. Das hat seinen Hintergrund. Ganze Stadtviertel wurden von den Suryoye aus dem Tur-Abdin besiedelt!! Sie hatten und haben immer die Möglichkeit gehabt als Suryoyoe aufzutreten und ihre Interessen im Rahmen des rechtlich und staatlich möglichen geltend zu machen.

Anmerkung!

Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass Zalin eine von Aramäern gegeründete Stadt ist, und es besser wäre, wenn man dann auch den aramäischen Namen für die Stadt verwendet. Wir sagen doch auch nicht Nusaybin, Sanliurfa, Elbegendi, Ücköy, oder sonstige von fremden Völkern gegebenen Namen für unsere aramäischen Orte.
Heute leben dort etwa 50.000 Suryoye.


Kloster (Deiro) Mor Abrohom

Deiro Mor Abrohom wird manchmal mit dem Kloster gleichen Namens bei Midyat verwechselt. Es ist als das „Große Kloster auf dem Berg Izala" in die syrische Kirchengeschichte eingegangen und wurde nach seinem Gründer Abrohom von Kaschkar (gest. 588) benannt. 

Hier war ein Zentrum des ostsyrischen Mönchswesens. Das Kloster liegt etwa 40 km nordöstlich oberhalb von Mirab an einem steilen Abhang; aus seiner Schule gingen mehrere bekannte Persönlichkeiten hervor.
Heute ist nur das hohe Tonnengewölbe der Kirche mit einem Altarbogen und Säulen erhalten, die reiche Ornamente aufweisen. Ruinen stehen zwischen Walnuß- und Feigenbäumen; in der steilen Felswand oberhalb des Klosters befinden sich zahlreiche Höhlen. Vom Dach der abgestuften und würfelförmigen Kirche aus erblickt man auf einer Felsspitze die Ruinen der nahen, aus der Geschichte bekannten Burg „KaPat Jedid" („Neue Burg") und die Ebene darunter. 

Eine fast unpassierbare Straße führt am Kloster vorbei bis Sideri. Sie wurde nach dem 2. Weltkrieg von einer amerikanischen Gesellschaft angelegt, die am Südrand des Tür 'Abdin erfolglos nach Öl suchte.
Bis zum 1. Weltkrieg lebten in Mor Abrohom acht Mönche und zwei Diener; die Mönche wohnten in den Höhlen neben der Kirche. Die heutige christliche Bevölkerung in dieser Gegend hat keine innere Beziehungen zum Kloster und kann daher über seine jüngste Geschichte auch nichts berichten.  Quelle: Helga Anschütz – Die Syrischen Christen vom Tur Abdin

Kloster Mor Jakob von Sarug (ehemals Kloster Warburg)

Das ehem. jüngere Dominikanerkloster (1892 – 1993) an der Klosterstraße dient heute als Kloster und Bischofssitz der syrisch-orthodoxen Kirche. Das Erzbistum Deutschland der syrisch-orthodoxen Kirche wurde 1997 gegründet. Nachdem die Dominikaner ihr erstes Kloster in Warburg (s. dort) 1825 verlassen mussten, erfolgte im Jahre 1892 eine Neugründung der Ordensgemeinschaft in Warburg. Zwischen 1903 und 1908 wurden Klosterkirche und Klostergebäude neu errichtet. 1933 erhielt die Klosterkirche mit dem Anbau des Chores die typische Gestalt einer Bettelordenskirche. Nach nur 60 Jahren wurde die Dominikaner-Niederlassung 1993 geschlossen und die Kirche säkularisiert. 1996 erwarb die syrisch-orthodoxe Kirche von Westfalen die Klosteranlage, die nunmehr Abtei ist. 

Ehem. jüngeres Dominikanerkloster; heute: Syrisch-orthodoxes Kloster St. Jakob von Sarug

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L

Literatur über die Aramäer



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Literatur über die Aramäer

  • Albright, W.F., The emergence of the Arameans: CAH rev. ed. II (1966), 46-53. 
  • Andrews, Peter Alford, Ethnic Groups in the Republik of Turkey, Wiesbaden 1989 (=Beihefte zum Tuebinger Atlas des vorderen Orients, Reihe B = Geisteswissenschaften 60,S. 161-166; 384; 454-466; 568-571)

Deutsch und Englisch

  • Baumstark, A., Geschichte der syrischen Literatur (1922).
  • Bowman, J., Arameans, Aramaic and the Bible: JNES 7 (1948), 65-90.  
    Brinktrine, J.A., A Political History of Post-Kassite Babylonia 1158-722 (Rome 1968).
  • Brinktrine, J.A., Notes on Arameans and Chaldeans in S Babylonia in the early 7th cent. BC: Orientalia 46 (1977), 304-25.
  • Bucellati, G., Cities and Nations of Ancient Syria (Rome 1967).
  • Chabot, J.B., La litterature syriaque (1934).
  • Christen aus der Tuerkei suchen Asyl in der Bundesrepublik Deutschland. Materialdienst Pressestelle Evangelische Akademie Bad Boll, Nr.2/80. 1980. Christliche Minderheiten aus der Tuerkei. Ein Bericht eines Ausschusses von Kirchen, epd-Dokumentation. (Frankfurt 1979).
  • Dupont-Sommer, A., Les Arameens (Paris 1949).
  • Duval, R., La litterature syriaque (1907).
  • Edelstein, L.-Kidd, I.G., Posidonios. I.Fragments, (Cambridge 1972).  
    Garbini, G., Il problema dell´arte aramaica: RSO 34 (1959).
  • Healy, J.F., Ancient Aramean culture and the Bible: Aram 1 (1989), 31-7.
  • Hoftijzer, J., Religio Aramaica (Leiden 1968). Inoenue Ansiklopedisi, Cilt III, (Ankara 1949).
  • Karl, Reinhardt, Poseidonios, (Muenchen 1921). 
  • Kraeling, E.G.H., Aram and Israel (New York 1918). 
  • Kupper, J.R., Northern Mesopotamia and Syria: CAH rev.ed. II/i (1973), 1-41. 
  • Lipinski, E., Aramaeer und Israel: TRE 3 (1978), 590-9. 
  • Macuch, R., Geschichte der spaet- und neusyirschen Literatur (1976). 
  • Malamat, A., The Arameans: D.J. Wiseman (ed), Peoples of OT Times (Oxford 1973). 
  • Mazar, B., The Aramean empire and ist relation with Israel: BA 25 (1962), 98-120.
  • Moscati, S., The Aramean Ahlamu: JSS 4 (1959), 303-7. 
  • Nestle, Eberhard, Syrische Grammatik mit Literatur, Chrestomathie mit Glossar, (Berlin 1888). 
  • Noeldeke, Th., Die Namen der aramaeischen Nation und Sprache, in: ZDMG 25 (1871). 
  • Noeldeke, Th., Namen und Wohnsitze der Aramaeer, in: Ausland 40 (1867). 
  • Noeldeke, Theodor, Kurzgefasste Syrische Grammatik, (Darmstadt 1966). 
  • O´Callaghan, R.T., Aram Naharaim (Rome 1911). 
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Neue Publikationen

  • Acar, Huesnue, Menschen zwischen Kulturen. Aramaeische Jugendliche in Deutschland. (Paderborn 1997).
  • Hanna, Sabo, Aramaeisches Namenslexikon. Personennamen nach Ursprung und Sinn erklaert . Mhadyono da-schmohe suryoye oromoye. Bar Hebraeus Verlag, Glane-Losser Holland 1997, 186 Seiten.
  • Das Buch kann bei diesen Personen bzw. Institutionen bestellt werden: Sabo Hanna (per e-mail), Bar Hebraeus Verlag, NL 7585 PK Glane-Losser, Glanerbrugstr. 33,
  • Foederation der syrisch-aramaeischen Vereine in Deutschland: Auf der Warte 1, D-33378 Rheda-Wiedenbrück. 
    Heinz, Andreas, Syrer. Die unbekannten orientalischen Christen. Bar Hebraeus Verlag (Losser-Niederlande 1997).
  • Iwas, Zakka, Idto Suryoyto bredhyo d-dore. Die Syrisch-Orthodoxe Kirche durch die Jahrhunderte. Bar Hebraeus Verlag Holland 1995, 37 Seiten.
  • Martin Tamcke-Wolfgang Schwaigert-Egbert Schlarb (Hrsg.), Syrisches Christentum weltweit. Studien zur syrischen Kirchengeschichte. Festschrift Wolfgang Hage, Muenster 1995, 427 Seiten.
  • Merten, Kai, Die syrisch-orthodoxen Christen in der Tuerkei und in Deutschland. Untersuchungen zu einer Wanderungsbewegung, Hamburg 1997, 272 Seiten.


M


Die urlate Kirche Mor Malke in Sare
Mor Afrem (Mor Ephrem, Mor Ephram der Syrer)
Metropolit Mor Julius Yeshu Çiçek
Miden
Midyat
Mor Malke Kluzmoyo
Mor Augin
Dayro d`Mor Augin
Das Kloster Mar Gabriel
Kloster (Deiro) Mor Abrohom
Mutter-Gottes-Kirche in Hah (Marienkirche)
Das Kloster / Kirche MOR YAKUP in Saleh
Die Stadt Mardin
Mardin Museum
Marbobo

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Der Heilige Mor Afrem - Die Sonne der Suryoye (Mor Ephrem der Syrer)

Name bedeutet: der doppelt Fruchtbare (hebr.) Diakon, Kirchenlehrer
* um 306 in Nisibis, heute Nusaybin in der Türkei
† im Juni 373 in Edessa, heute Sanlıurfa in der Türkei

  • Mor Ephrem der Syrer (Suryoyo) wird heute von nahezu allen christlichen Kirchen als Lehrer der gesamten Kirche angesehen. Als Lehrer, Dichter Redner und Verteidiger des wahren Glaubens hat sich Mor Ephrem in vielerlei Hinsichten diesen Rang verdient. Er war der Schüler von Mor Jakub von Nsibin (Nusaybin).

Mor Aphrem, geboren in der Wiege der Weisheit,gestillt mit der festen Liebe zu Gott,im Schatten des Kreuzes von Antiochia erzogen,und beschenkt mit der Poesie des ewigen Himmels. Seine Worte und Gedanken den Durst nach Wissen stillten,so daß er gleich einem Sonnenstrahl, das wie ein Licht einfielin die Finsternis der Zeitgeschichte,das Lächeln im tiefsten Winter zauberte,daß Blumen aus die Knospen sprießen läßt.und das Herz des Suryoye Volkes mit Liebe,Wissen und Wärme füllte.

“Die ursprüngliche und alte Syrische Kirche von Antiochien, die heute zu neun konfessionell eigenständigen Kirchen geworden ist, brachte in den ersten Jahrhunderten ihres Wirkens große Gelehrte, Philosophen und Lehrer hervor, die das Christentum und die Kirche als gesellschaftliche Organisation und Institution charakteristisch prägten.

Von den zahlreichen religiös geprägten, künstlerisch schaffenden, literarisch begabten und politisch-organisatorisch motivierten Emporkömmlingen aus den Kirchen und Klöster wie Mor Matay, Mar Gabriel und Deyrul Zafaran sowie aus den theologischen und wissenschaftlichen Universitäten von Urhoy-Harran, Nsibin, Antiochien, Kenishrin und Gundishapur tat sich vor allem Ephrem der Syrer (Suryoyo) hervor. Mor Ephrem der Syrer (Suryoyo) wird heute von nahezu allen christlichen Kirchen als Lehrer der gesamten Kirche angesehen. Als Lehrer, Dichter Redner und Verteidiger des wahren Glaubens hat sich Mor Ephrem in vielerlei Hinsichten diesen Rang verdient. So ist zu verstehen, dass ein Katholischer Papst in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts folgendes über ihn sagte: „...Ich kenne in den Annalen der Heiligenbiographien keinen Heiligen, der so beredete Titel hat wie der hl. Ephrem: er ist Prophet der Syrer, die Krone der syrisch-aramäischen Nationen, die Sonne der Schulen, Meister der Meister, Haupt der Lehrer, Fürst der Poeten, Brunnen der Wissenschaft, Hammer für die Häretiker, Vorbild der Eremiten, Schatzmine, Säule der Kirche, göttlicher Philosoph, Harfe des Heiligen Geistes...“ (1) Einerseits vererbte uns Mor Ephrem der Syrer Hunderte von Gedichten, inspirierte mit der Einführung musikalischer und dichterischer Hymnen und setzte viele Aufsätze und Schriften auf, womit er auf diesem Wege einen großen Einfluss auf die internen Entwicklungen der Kirche ausübte.

Die Musik und Dichtung in der Kirche öffnete neue Wege für die Lobpreisung von Christus. Anderseits aber ist aus seinem Leben nur sehr weniges bekannt und das Bekannte ist zuweilen bei den Historikern auch sehr umstritten.Das Leben von Mor Ephrem der Syrer (Suryoyo)Mor Afrem der Syrer erblickte im Jahre 306 n. Chr. in Nsibin, der Grenzstadt zwischen den damaligen Großreichen Persien und Byzanz und eines der damaligen Zentren des Suryoye Christentums, das Licht der Welt. Die Historiker streiten sich über die Religion der Eltern. Dahingehend äußert sich Mor

Ephrem in einen der wenigen Aussagen bezüglich seiner eigenen Person, „dass er zwar auf den Wege des Glaubens geboren wurde; er sich aber in seiner Kindheit der Größe und Gnade des Glaubens unbewusst war“. Viele Historiker sehen in dieser Aussage den eindeutigen Beweis dafür, dass er in eine christliche Familie hineingeboren sein musste. Dennoch ist sich die Mehrheit der Historiker darüber einig, dass seine in Omid (Diyarbekir) geborenen Mutter Christin gewesen sei und sein in Nsibis geborener Vater ein heidnischer Priester des Gottes Abnil oder Abizal war. (2) Die sehr prägnante und kultivierte Erziehung, die er in seiner Kindheit und Jugendzeit von den Eltern erfuhr, eröffnete ihm viele Wege zu neuen Erkenntnissen und persönlichen Erfahrungen.

Die überwiegende Mehrheit der Historiker schätzt, dass Mor Ephrem die Tauf im 18 Lebensjahr erhalten hat und zum Christentum übergetreten ist. Daraufhin warf ihn sein Vater wegen seiner Verachtung der heidnischen Religion aus dem Haus. Zuflucht fand Mor Ephrem bei seinem größten Förderer und damaligen Bischof von Nsibis „Mor Jakub“.

Von seiner Frömmigkeit, Persönlichkeit, Bildung und lebhaften Intelligenz beeindruckt, nahm er ihn in seine Schule auf. Dort machte Mor Ephrem mit seiner Frömmigkeit und seiner hohen Sittlichkeit und seine schulischen Erfolge auf sich aufmerksam. Der Bischof nahm ihn schließlich in seine persönlichen Dienste auf, machte ihn zum Buchführer der Diözese und ernannte ihn zum Lehrer. Mor Jakub erhob ihn später zum Diakon. Den nachträglichen Wünschen des Bischofs, eine höhere kirchliche Stellung und die Priesterweihe anzunehmen, lehnte er stets ab, da er sich ihrer für unwürdig hielt. In Nsibin wurde er später in das Amt des leitenden Direktors der berühmten Schule erhoben.Um das Jahr 325 n. Chr. herum begleitete Mor Ephrem den Bischof als sein Sekretär zum Konzil von Nicäa. Eine Legende berichtet, dass er dort eine Begegnung mit den Bischof von Cäsarea, Basselius dem Grossen, hatte und dass er seinen Weg bis nach Ägypten fortsetzte, um dort die Erfahrung des eremitischen Lebens zu machen.

Über die weiteren Einflüsse auf Mor Ephrem und wie und auf welchen Wegen er zu der vollen Ausschöpfung seiner christlichen Überzeugung fand, wird in den Geschichts- und Kirchenbüchern sehr viel spekuliert. Dennoch kann man sagen, dass die feste  Freundschaft zum Mönch Julian sowie später die Kontakte und regen Diskussionen mit dem anderen Mönchen seinen weiteren Weg eindeutig geprägt haben. Später fand er wieder den Weg nach Nsibin zurück, um dort in der neuen Universität als Direktor zu fungieren. Mor Afrem war in dieser hohen Universität 25 Jahre im Amt.

Nach dem Tode des Bischofs Mor Jakub (338 n. Chr.) lehrte er auch unter dem Episkopat der drei nachfolgenden Bischöfe: Babo (338-379), Walgache (349-361) und Abraham (361). Während dieser Periode in Nsibis war er nicht nur als Lehrer in der Schule tätig, sondern beteiligte sich auch am öffentlichen Leben. Als die Stadt Nisbis im Jahre 338, 346 und 250 von den militärischen Horden des Perserkönigs Shapur II belagert wurde, betreute er die Gemeinde, indem er sie in ihrem Glauben zu Gott bestärkte. Auch nahm an anderen politischen Wagnissen teil. So ermutigte er beispielsweise das Heer des römischen Imperators Jovian gegen den Perserkönig. (3) Als 363 n. Chr. aber Nsibis fiel und die Stadt im Rahmen eines Friedensschlusses an die Perser übergeben werden musste, flüchtet ein großer Teil der christlichen Bevölkerung aus Angst vor Überggriffen und Repressalien durch die Perser; unter ihnen auch Mor Ephrem.

Sein weiterer Weg führte ihn zunächst nach Beit Garbaye, später nach Omid und schließlich nach Urhoy/Edessa, einem der damaligen christlichen Zentren. Später folgten alle Lehrer der Schule von Nsibin und die Mehrheit der angesehenen Persönlichkeiten Mor Ephrem nach Urhoy. Dort gründete er die berühmte Schule von Urhoy. Diese Universität gewann sehr schnell an Popularität und Ansehen, so dass aus vielen Regionen Schüler kamen, um unter seiner Aufsicht zu studieren. Abo Mschamschono Zaynub, Assuno, Schemun Schmischtoyo, Yulyane, Kaschischo A`Bedschmayo und Ishok Omidoyo sind nur einige wenige der Schüler, die er aufgezogen hat. Zwischen den Jahren 365 und 366 sich in Urhoy die Lebensbedingen verschlechterten und eine Hungersnot und eine Epidemie eintrat, organisierte er die Bewahrung der Stadt vor der Not. Weiters eröffnete Mor Ephrem ein Heim für Obdachlose, Kranke und Waise.

Darum war Mor Ephrem vielen auch als Vater der Armen bekannt. Mor Ephrem selbst lebte in einer Höhle, verbrachte seine Nächte mit Gebeten und dem Studium der heiligen Schrift. Sein Zeitgenosse, der hl. Gregor von Nyssa (355-394) hinterlies uns folgendes Porträt: „Ephrem ist ein Nacheiferer der ersten Apostel; er kann allen Mönchen und Eremiten als Vorbild dienen. Er lebte ohne Tasche, ohne Stock und hatte weder Gold noch Silber. Seine Nahrung war Haferbrot und Gemüse, sein Getränk bestand aus bloßem Wasser. Sein Leib glich einem Skelett aus Ton.“ In der Universität von Urhoy lehrte Mor Ephrem bis zu den letzten Jahren seines Lebens. Seinen Schülern und Mitdozenten lehrte er immer die Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe.

Dennoch hatte er auch ambivalente Sichtweisen. Nichts zuletzt seine politische Haltung und Verachtung der persischen Obrigkeit gegenüber legt dar, dass obwohl er in Bescheidenheit, Frömmigkeit und Frieden lebte, er dennoch bestimmte politische Ansichten vertrat. Am 9. Juli des Jahres 373 verstarb Mor Ephrem. Seine Beerdigung fand in Urhoy statt. Vor seinem Tod gab er Freunden an, seine Beerdigung schlicht und ohne großem Aufwand zu vollziehen. Später wurde über seine Grabstätte ein Kloster erbaut. Nachdem die Kreuzritter im 12. Jahrhundert sich in Urhoy/Edessa niederließen nahmen sie seine Gebeine mit sich. Heute ruhen die Gebeine Mor Ephrems in Rom. Mor Ephrem – der Kirchenlehrer, Exeget, Liturgiker, Historiker, Polemiker, Apologet, Dichter und SängerWas die Menge seiner Schriften betrifft, „gleiche ihre Zahl einem Meer, dessen Ufer man kaum erkennen kann“, so der Erzbischof der Syrisch katholischen Kirche in Hassake, Msgr. Habib Hafouri in seiner Ausführung über den Kirchelehrer Mor Ephrem.

Und Photius, der Patriarch von Konstantinopel (858-886) sagte, dass Ephrem neben seinen Hymnen und Liedern mehr als tausend Reden und Predigten hinterlassen hat. (4) Einem Syrischen Text der Heiligen Schrift aus dem 4. Jahrhundert zufolge („Pschitto“) kommentierte Mor Ephrem die Bücher Genesis, Exodus, Josua, Richter, Samuel, Könige, Chronik und Ijob. Er legte die vier Evangelien in der vereinigten Fassung von Tatian den Syrer und auch die Briefe des heiligen Paulus sowie die Apostelgeschichte dar. (5) Er verfasste mehrere Tausend Hymnen, Gedichte, Schriften über den Glauben, über Christus und das Paradies aber auch gegen Kaiser Julian und gegen Feinde des Glaubens. In einem alten Gesangsbuch der Syrischen Kirche stehen über 500 Gesänge von Mor Ephrem geschrieben. Einige Lieder, die er verfasst hat, haben über 156 Strophen. Als Polemiker machte er sich vor allem gegen Bardaisan einen Namen. In Form von Gedichten und Versen griff der den Häretiker scharf an. Die Gründung von Chorschulen mit Jungen und Mädchen durch Mor Ephrem und damit der Einführung der Musik in die Kirche, konnte als eine kleine Revolution innerhalb der dogmatischen und strengen Sichtweisen der Frühzeitlichen Kirche erachtet werden. Seit dem Tod von Mor Ephrem sind mehr als 16 Jahrhunderte vergangen. Aber das Echo seiner Hymnen und Gebete ertönt noch immer in den Gewölben der syrischen, maronitischen, chaldäischen, armenischen, assyrischen, koptischen, indischen, abessinischen, slawischen, russischen, griechischen und lateinischen Kirchen. Seine Schriften wurden in viele Sprachen übersetzt. Und wie oben schon erwähnt gilt er als einer der wenigen Kirchenlehrer der Universellen Christlichen Kirche. Dennoch ist und bleibt Mor Ephrem allen voran die Sonne des Suryoye Volkes. Nicht zuletzt seinen großen literarischen, theologischen und kulturellen Verdiensten wegen verdient er diesen Titel. Damals wie heute noch lebt Mor Ephrem im Herzen unserer Kirche und unseres Volkes fort.

Selbst die vielen Massaker und Völkermorde haben das Andenken an diesem Kirchenlehrer nichts anhaben können. Aber die Schulen und Universitäten, die einst Mor Ephrem und andere große Lehrer errichtet hatten, sind zu Ruinen und Trümmer geworden. Der einstige Glanz der Syrischen Kirche von Antiochien ist vergangen.

Die Kirche ist inzwischen zersplittert, ihre Einheit zerstört und ihre Farben sind sehr stark am verwelken. Schon Mor Ephrem hatte damals erkannt, dass die Bildung in der Gesellschaft die Basis einer gesunden Zukunft ist. Darum gilt es heute intensiver denn je, uns historisch, kulturell und politisch weiterzubilden und weiterzuentwickeln, um die Existenz unseres Volkes in jeder Hinsicht gewährleisten zu Nur dann können wir mit berechtigtem Stolz sagen, dass wir die Nachfahren des großen Mor Ephrems des Syrers (Suryoyo) sind.

Anmerkungen:(1) vgl. Das Katholische Oberhaupt Papst Benedikt XV. (gest. 1922) über Mor Ephrem; in Isaac Amalé: Saint Ephrem le Syrien, Beirut 1952(2) vgl. Ausführung von Jerome Labbourt über Ephrem the Syrian; transcriped by Thomas M. Barret (3) vgl. Ausführungen eines Jesuitischen Geistlichen über Mor Ephrem (4) Ausführung von Msgr. Habib Hafouri, Syrisch Katholischer Erzbischof von Hassake (Syrien)(5)

vgl. ebd.

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Die urlate Kirche Mor Malke in Sare

Mor Malke

Die uralte Kirche Mor Malke in Sare birgt bis zum heutigen Tag noch zwei Denkmäler aus vorchristlicher Zeit: Eine Stele mit Orante und aramäischer Inschrift und eine Basaltplatte.

Die historische Mor Malke Kirche erhielt einen neuen Glockenturm. Die komplette Sanierung der uralten Dorfkirche wurde Dank Dank der Niederländishen Botschaft in Ankara denkmalgerecht restauriert und behutsam saniert.

Die historische Mor Malke Kirche erhielt einen neuen Glockenturm. Die komplette Sanierung der uralten Dorfkirche wurde Dank Dank der Niederländishen Botschaft in Ankara denkmalgerecht restauriert und behutsam saniert.

Miden

Geographie und Klima:
Miden in der Südost-Türkei ist die größte rein christliche Ortschaft im Tur Abdin und damit in der ganzen Türkei. Zurzeit wird das Dorf von etwas mehr als 45 Familien bewohnt.

Das Dorf liegt am Übergang vom Kalksteinmassiv zu den östlich davon gelegenen Basaltblockfeldern. 15 km weiter südöstlich liegt der erloschene Vulka