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Shamun-Hanna Haydo |
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| HISTORISCHE GESCHICHTE DER ARAMÄER / SURYOYE | |||
Die Bibel (Altes und Neues Testament) Geschichte der Aramäer (Syrisch-Orhodoxe-Kirche) Das Land Syrien, dass sich damals über das Gebiet zwischen dem Euphrat im
Osten, dem Taurusgebirge im Norden, der Mittelmeerküste im Westen und der
Halbinsel Sinai im Süden erstreckte, war seit Alters her Schauplatz von
Wanderungen und Kriegen zahlreicher Völker. Herkunft der Syrer-Aramäer (Suryoye) Mit anderen Worten: Der ursprünglich politisch-geographische Begriff Syrien
oder Syrer wird im Laufe der Zeit zu einem ethnologischen, der sich mit der
Bezeichnung Aramäer deckt. Die Syrer bezeichnen sich heute wiederum als
Aramäer. Die Syrer sind nach syrisch-aramäischen Gelehrten, den griechischen
Historikern und Geographen, sowie den europäischen Orientalisten bzw.
Syrologen, Suryoye aramäischer Abstammung und verstehen sich so bis zum
heutigen Tag. Die Verwendung des Ausdruckes „Syrer“ auf die Aramäer geht auf die alten
Griechen zurück. Der griechische Historiker Poseidonios schreibt dazu: „Denn
was wir [Griechen] Syrer [grch. Syroi/Syrioi] nennen, nennt sich selbst
Aramäer.“ Die Griechen bezeichneten das Gebiet, wo die Aramäer lebten mit
„SYRIA“ und seine Bewohner, die mehrheitlich ARAMÄER waren, als „SYRER“
(griechisch: SYROI oder SYRIOI“ somit auch im Syrischen: SUROYE und SURYOYE;
keilinschriftlich: SÛRI. (Siehe hierzu: Schiffer, Sina, Die Aramäer. ND
Gütersloh 1992, S.160f) Mit Alexander dem Großen (336-323 v.Chr.) fand diese Bezeichnung für die
ethnischen Aramäer große Verbreitung. Der Begriff „Syrer“ (Suryoye) hat sich
aber erst mit der Christianisierung der aramäischen Gebiete mehr oder weniger
durchgesetzt. Die zum Christentum bekehrten Aramäer wollten sich von den
heidnisch gebliebenen Aramäern unterscheiden und so übernahmen sie die
Bezeichnung „SYRER“ (SURYOYE). Neuerdings bezeichnen sich die Syro-Aramäer
wiederum unter ihrem ursprünglicheren Namen „Aramäer“. "Die syrische Sprache selbst ist die aramäische Sprache, und die Aramäer selbst sind Syrer. Wer auch immer einen Unterschied zwischen ihnen gemacht hat, hat sich geirrt. Durch den Lauf der Zeit und die Entwicklung der Umstände schien die Bezeichnung Syrisch neben Aramäisch jeden zu bezeichnen, der diese Sprache spricht; die Bezeichnung ist also austauschbar. Nach der Ausbreitung des Christentums überwog der Name Syrisch über die Bezeichnung Aramäisch, weil die Jünger, die ersten Prediger des Christentums, sprachlich Syrer waren. Als in den ersten Jahrhunderten erkannt wurde, dass die Apostel Syrisch sprachen, hat jeder, der ihre Lehren annahm und durch dir Aramäer Christ wurde, seinen ursprünglichen Namen aramäischen mit dem Namen syrisch vertauscht. Und er war stolz, dass er Syrer war, darum war der Name „Syrisch“ ein Wahrzeichen für den christlichen Glauben. Der Name aramäisch dagegen war ein Synonym für das Heidnische. Daher verwendet die syrische Übersetzung der Bibel, die unter dem Begriff „Peshitta“ bekannt ist, den Begriff „Aramäisch“ als Synonym für „heidnisch“, wie es im Galater Brief 2, 14; 3, 28 heißt. Darum ist die Bezeichnung aramäisch bei den christlichen Völkern im Lande Aram fast vollständig verschwunden. An ihrer Stelle ist die Bezeichnung „syrisch“ eingeführt worden. So wurde das Syrische gleichbedeutend für das Christentum in Herz uns Seele. Wenn wir jetzt „syrische Kirche“ sagen, meinen wir die „christliche Kirche“. Quelle: Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien durch die Jahrhunderte, 1980.
Die Aramäer von Mesopotamien haben bereits in
den ersten Jahrhunderten das Christentum angenommen. Zunächst verbreitete es
sich von Antiochien aus hin zur zweitgrößten Provinzhauptstadt Edessa (Urhoi),
der Wiege und dem bedeutenden Kulturzentrum der Aramäer. Turabdin, Beth-Zabdai
und Umgebung haben das Christentum nach den Zeugnissen der Kirchenväter durch
den Apostel Adai (Thaddäus) und seinem Schüler Agai angenommen.
Der Briefwechsel zwischen dem aramäischen König Abgar V. und Jesus wird von
den syrisch-orthodoxen Kirchenvätern als Zeugnis dafür verwendet, daß die
Aramäer bereits zur Zeit Jesu die Frohe Botschaft angenommen haben. Bis heute
wird dieser Tag, der 1. Oktober, in der syrisch-orthodoxen Kirche als der Tag
der Christianisierung der Aramäer und als der Neujahrstag der Suryoye
(Syrer=Aramäer) gefeiert. Das Volk der Aramäer oder der Suryoye (Syrer)
verteilt sich in vielen Kirchen. Zur Volksgruppe der Aramäer gehören heute folgende
Kirchen an:
Die Apostolische Syrische Kirche von Antiochien ist die erste Gemeinde, die von aus Jerusalem nach Antiochien geflohenen Juden bzw. Aposteln und Propheten gegründet wurde (Apg. 11,19ff). Sie ist zugleich die erste Gemeinde unter dem Begriff Christianoi (Christen) (Apg. 11,26), der zum erstenmal in der Geschichte auftauchte. Die Organisatoren dieser Gemeinde waren Barnabas und Paulus. Der rechtmäßige Gründer der antiochenischen Gemeinde bzw. der Syrischen Kirche ist der Apostel Simon Kephas, genannt Petrus. Der gegenwärtige syrische Patriarch ist Ignatius Zakkai I. Iwas, der 122. Nachfolger des Apostels Petrus auf dem apostolischen Stuhl von Antiochien. Der syrische Patriarch trägt den Titel „Ignatius“ seit 1293 zur Erinnerung an den Märtyrerbischof und Patriarch Ignatius (Nurono) von Antiochien (+107). Heute sitzt der Patriarch in Damaskus-Syrien. Die Nation der Syrer Edessa Antiochien
Antiochien war bis um 518 der ursprüngliche Standort des Bischofssitzes von
Antiochien. So war die Stadt nicht zuletzt aufgrund der berühmten theologischen
Schule ein wichtiges religiöses und kulturelles Zentrum der damaligen Zeit.
Doch wegen vieler historischer Umwälzungen und ständiger Bedrückungen, die die
Kirche zu ertragen hatte, wurde er in verschiedene Mönchsklöster in
Mesopotamien verlegt. Im 13. Jahrhundert wurde er in das Mönchskloster von Deir
Al-Zaafran in der Nähe von Mardin in der Türkei gelegt. 1933 wurde er nach Homs
und 26 Jahre später im Jahre 1959 nach Damaskus in Syrien verlegt, weil die
türkischen Behörden dem Patriarchen den Aufenthalt verweigerten.
Historisch betrachtet ist der Stuhl Petri zu Antiochien (lässt man die Legende von Edessa außer Acht) der älteste - der Stuhl Petri zu Rom wurde erst im Jahre 52 gegründet - , und so mag es verwundern, dass Antiochien oft nur als „Mutter der heidnischen Kirchen" und „Zentrale der Christenheit von Asien" bezeichnet wird. http://www.suryoye.at/images/antioch_birdmosaic.jpg Altes Mosaik aus Antiochien Die ehemals so bedeutsame Stadt am Fluss Orontes trägt heute den Namen Antakya und liegt als Hauptstadt der Provinz Hatay im Südosten der Türkei. http://www.suryoye.at/images/antiochia_heute.jpg "Nach Petrus folgten bald auch der Apostel Paulus
und Barnabas (hebr. „Sohn des Trösters"), einer der 70 Prediger in die
damalige Weltstadt. * Ignatius war ein hellenistischer Aramäer sowie die meisten
Bewohner der Stadt Antiochien vor allem um Antiochien herum (vgl. Dieckmann,
H., Antiochien, ein Mittelpunkt urchristlicher Missionstätigkeit, 21; vgl.
Schultze, V., Altchristliche Städte und Landschaften, 47). Anmerkungen! Die Bezeichnung unserer Kirche als
"Syrische Kirche" entlehnt sich dem Gebiet der Gründung: Syrien. Auch
im neuen Testament steht anstelle für Aram stets Syrien. Griechen und Römer
verwendeten frühestens seit Alexander des Großen den Begriff Syrien für Aram. Neben Antiochien, Rom, Alexandrien und
Konstantinopel gab es als sog. "Ehrenpatriarchat" auch Jerusalem,
aber das nur nebenbei. Mit hellenistische Aramäer meint man Aramäer,
die unter römischer bzw. griechischer Herrschaft hellenisiert bzw. gräzisiert
waren. Das geschah nicht nur in Antiochien, auch in anderen Sädten, die unter
Kontrolle der Griechen bzw. Römer standen, so z.B. in Cäsarea, Melitene oder
Ephesos. In Kleinasien existierten viele aramäische Kolonien bzw. Exklaven.
Aber selbst in der Stadt Antiochien hat es viele Aramäer gegeben.
Schultze, V., betont, dass viele Völker in der Stadt Antiochien lebten,
"doch alle diese Fremdstämmigen bedeuteten nichts oder weniger im
Vergleich zu der Stellung, welche das Syrertum in Antiochia und seiner Umgebung
einnahm. Auf syrischem Boden war die Stadt erbaut, eine griechische Insel im
syrischen Meere." (Schultze, V., Altchristliche Städte und Landschaften
III, Antiochia. Gütersloh 1930, 153). "Auch die Verbindung mit Kleinasien
führte bis tief nach Kilikien durch syrisches Volkstum, und dieses Syrertum war
nach Westen hin in Bewegung geraten. Ein bewegliches, kluges und strebsames
Volk, das sich allen Lagen anzuopassen verstand, war es in allen großen, aber
auch in zahlreichen kleineren Städten im Westen zu finden, oft in starken
Kolonien. Der Kaufmansstand behagte ihm mehr als ein anderer. Aber es gab kaum
einen Beruf, in dem es nicht saß, bis hinauf zu Wissenschaft und Kunst."
(Ebd. 153).
Die Geschichte des syrischen Volkes beginnt lange vor Christi Geburt im Vorderen Orient. Die Geschichte der syrisch-orthodoxen Kirche in Indien steht in engem
Zusammenhang mit der ersten Verbreitung des Christentum in den Ländern östlich
der römischen Grenze, u.a. mit dem Apostel Thomas, der auf seiner Reise nach
Indien viele Bewohner der Städte auf seinem Weg missionierte. Als nach und nach
die Anzahl der errichteten Kirchen und gegründeten Bistümer zunahm, rief man
eine oberste Leitung mit Sitz in Madaen ins Leben. Ihr Bischof wurde Bischof
des Ostens oder Katholikos genannt. Gemäß dem Nomokanon (kirchenrechtliches
Gesetzbuch der syrisch-orthodoxen Kirche) von Bar Hebraeus lässt sich der Name
Katholikos auf das Konzil von Nikäa zurcückführen: „Der große Metropolit des
Ostens soll von jetzt an ... den Namen Katholikos führen. Er hatte in
Zusammenarbeit mit dem Patriarchen von Antiochien Generalbefugnis über die
Kirchen in seinem Machtbereich. Die politische Situation erschwerte jedoch die
Kooperation zwischen Patriarch und Katholikos erheblich, da sich der Sitz des
Patriarchen innerhalb des römischen Imperiums und der Sitz des Bischofs des
Ostens in dem mit Rom verfeindeten persischen Reich befand. DeDe Die Syrisch Orthodoxe Kirche Theologie
Die syrisch-orthodoxe Theologie leitet ihre Lehre ab von der göttlichen
Inspiration, geoffenbart in der Heiligen Schrift, wie sie von den heiligen
Vätern ausgelegt wird, und von den Traditionen, die wir von heiligen Aposteln
empfangen haben. Sie bejaht die ersten drei großen ökumenischen Konzilien der
Christenheit, das Konzil von Nizäa (325 n.Chr.), das Konzil von Konstantinopel
(381 n.Chr.) und das Konzil von Ephesus (431 n.Chr.). Ihre Wesensmerkmale sind:
Einheit, Heiligkeit, Katholizität und Apostolizität. Die Syrisch Orthodoxe Kirche Heute (syrische Übersetzung: "Berg der Knechte [Gottes]") ...ist ein
Gebirgszug am Oberlauf des Tigris, der vom 4. bis 7.
Jahrhundert die Grenze
zwischen Ostrom und dem neupersischen Reich der Sassaniden bildete und
bezeichnet ein Gebiet im heutigen Südosten der Türkei. Sein akkadischer
Name
lautete vermutlich Nawar.
Die
antiken Bewohner waren Aramäer. Tur Abdin hieß früher Kischyari und
Mosch.
Die meisten ihrer Dörfer existierten bereits vor unserer Zeitrechnung
und haben
aramäische Namen. Die Türken haben, seitdem sie über den Tur Abdin
herrschen,
alle Namen in den 1930er-Jahren in türkische Ortsnamen umbenannt. Die
heutigen
Christen lehnen die türkischen Bezeichnungen ab und protestieren
dagegen.
Zu den ältesten noch heute bestehenden Klöstern gehört Mor Gabriel (Qartmin), eine Gründung des 4. Jahrhunderts sowie das Ananiaskloster ("Dayr Za'faran") mit der Kirche aus dem 6. Jahrhundert, das für Jahrhunderte auch Sitz des Patriarchen bzw. Gegenpatriarchen der Jakobiten war. Beide Klöster sind bis heute Bischofssitze der Syrisch-orthodoxen Kirche.
Hier
ist
auch die älteste christliche Kirche (Mutter-Gottes-Kirche), die nach
aramäischen Bewohnern von Hah von den aus Betlehem zurückkehrenden
Königen
gebaut wurde.
Besonders im 19. und 20. Jahrhundert kam es zu Massakern und 1915 schließlich zum Genozid an den Christen. Es ist zu beobachten, dass es in den letzten Jahrzehnten zu einem Exodus der Christen nach Syrien, Libanon, Irak , Nordamerika, Europa oder Australien kam. Heute leben dort etwa 2500 Syrische Christen, die zum größten Teil Angehörige der Syrisch-Orthodoxen Kirche sind. Im Tur Abdin hat die Perspektive eines EU-Beitritts der Türkei eine Aufbruchstimmung ausgelöst. Nach
Jahrzehnten des Exils in Westeuropa planen christliche Aramäer die
Rückkehr in
die Heimat. Sie wollen dafür kämpfen, dass ihre alte Kultur im
Zweistromland
erhalten bleibt.
In
zahlreichen Christendörfern wird renoviert und gebaut; Pläne für eine
Rückkehr
in die Heimat werden geschmiedet. Der EU-Beitritt der Türkei ist für
die Aramäer
von existenzieller Bedeutung.
Der Tur Abdin ist spätestens seit dem 5. Jahrhundert ein durchwegs christliches Land. Die Mönche der zahlreichen Klöster haben ihn zum Christentum geführt und dadurch auch seine Spiritualität geprägt. Die syrisch-orthodoxen Mönche waren den Menschen zugewandt. Sie bauten ihre Klöster in der Nähe der Dörfer. Die Menschen suchten in ihren Nöten bei ihnen Rat, beteten bei den Gräbern der dort bestatteten Heiligen und unterstützten die Klöster in materieller Hinsicht. Durch diesen engen Kontakt wirkte sich die Lebensweise der Mönche auch auf das tägliche Leben der Christen aus.
Durch
die arabische Eroberung um 640 wurden die Christen den muslimischen
Herrschern untertänig. Die Mongolenherrschaft Timur Lenks um 1400
n.Chr. verwüstete
alles, was christlich war. Im Jahre 1895, als der osmanische Sultan
einen Überfall
auf viele Christen in Ostanatolien anordnete, blieb der Tur Abdin
verschont.
Doch 1915 hatte der Tur Abdin nicht soviel Glück, als er einen
ähnlichen
Schlag erlitt, von dem sich die christlichen Dörfer niemals erholt
haben. Der
Niedergang unter den Osmanen erreichte seinen Tiefpunkt mit dem "Seyfo"
während dem 1.Weltkrieg um 1914/15. Noch einmal litten sie unter ihrer
unfreiwilligen Verwicklung in den Kurdenaufstand von 1926. Damals
nahmen die
kurdischen Führer die südlichen Klöster ein. Als sie besiegt waren,
wurden
die nahe gelegenen Klöster zusammen mit den anliegenden Dörfern
zerstört.
Die weitere Geschichte des Tur Abdin ist eine lange Liste von Überfällen, Kriegen, Dürreperioden, Hungersnöten, Epidemien und Verfolgungen. Es ist ein Wunder, dass die syrischen Christen all das überlebt haben. Aber dieses Überleben unter so verheerenden Bedingungen, die so schlecht wie jene in jüngster Vergangenheit waren, gibt Hoffnung für die Zukunft. Das christliche Gebiet war freilich um ein Vielfaches grösser als heute. Dennoch die Frage: Wie konnte sich der Tur Abdin halten? Es waren niemals die Waffen, die ihn schützten, denn er stand unter Fremdherrschaft. Es muss eine andere Kraft gewesen sein, die ihn auch nach schrecklichsten Zeiten neu aufleben liess. Die Antwort darauf ist eindeutig: Es war der christliche Glaube, der den Menschen die Kraft gab, durchzuhalten und neu zu beginnen. Wo einst in diesem Gebiet mehrere Hunderttausende syrisch-orthodoxen Christen ihr Zuhause hatten, leben heute nur noch wenige Tausende. Die Zeit der Christenheit in der Osttürkei scheint zu Ende zu gehen, wenn nichts dagegen unternommen wird.
Quelle: Die Verfolgung und Vernichtung der
Syro-Aramäer im Tur Abdin 1915
Seitenanfang Geschichte vom Dorf Sare und Bsorino in Tur Abdin
Sare
und Bsorino - zwei Dörfer mit Geschichte
Es gibt wenige Dörfer im Tur Abdin, die in der Geschichte eine größere Bedeutung hatten als Sare und Bsorino. Der vorliegende Artikel wurde in der Absicht geschrieben, das Leben in Bsorino Nahezubringen, selbst wenn dies nur ansatzweise gelingen kann. Gewidmet ist er den tapferen Menschen von Bsorino allerorts, vor allem aber unseren Jungen Brüdern und Schwestern, die heute seine klare Luft atmen und sich vom Geist seiner Vergangenheit leiten lassen, die für Ihre Heimat Sorge tragen und sie zu neuem Leben erwecken.
Wenn man von Midyat kommend nach Idil (Azakh, Beth Zabday) fährt, fällt auf der linken Straßenseite eine Ortschaft auf, deren Häuser sich einen mäßig hohen Hügel hinaufziehen. Dieser gegen Westen blickende Ort, der eine Fülle von Assoziationen hervorruft und seiner Umgebung ein Lächeln zuwirft, ist Bsorino. Wenn man nur ein wenig in die Vergangenheit dieses alten, großen Dorfes vordringt, wird man unmittelbar in seinen Bann gezogen und kann ermessen, welch hoher Rang ihm auf der Ehrentafel des Turabdin zukommt. Allein das Attribut Bsorino, „Haupt der Religion", sagt schon alles über die historische Bedeutung dieses Ortes.
Der Name Bsorino kommt von dem Wort Beth Sabro, was auf syrisch "Haus der Hoffnung" bedeutet. Der türkische Ortsname ist Haberli wobei sich diese Bezeichnung von der syrischen Wörtern Sabro (Hoffnung) und Sbartho (gute Nachricht) ableitet. Bsorino heißt das Dorf in Turoyo, dem örtlichen syrischen Dialekt, Basibrin auf Arabisch und Basibrine auf kurdisch. Zu den Besonderheiten dieses Ortes zählen sein Reichtum an Kirchen, der große Respekt, den die Bewohner der Kirche und dem Klerus entgegenbringen, ihr Vertrauen in die zivile Obrigkeit, die Häufigkeit von Namen wie Gulo, Gulavi, Kezo, Kawme, Mahlo, Ceno,Kamco und Hamri, die in anderen Orten gar nicht oder nur selten vorkommen, sowie die häufige Verwendung des P-Lautes. Dieser P-Laut, der andernorts nicht gebräuchlich, aber im Lokaldialekt von Bsorino sehr oft zu hören ist, zeigt, wie sehr den Menschen an der Bewahrung ihrer eigenen Sprache gelegen war. Außerdem ist interessant, daß in der Vergangenheit die meisten Priester von Bsorino Tischler waren. Während dies einerseits einen Beitrag zum Familieneinkommen darstellte, war damit andererseits den Kirchen gedient; so konnten sie Türen, Altäre u. a. selbst herstellen. Bsorino ist zweifellos eine sehr alte Siedlung. Allerdings ist uns aus vor-christlicher Zeit kaum etwas überliefert. Syrische Quellen stimmen darin überein, dass das Christentum im ersten Jahrhundert durch den Apostel Addai und seinen Schüler Aggai über Beth Zabday in den Turabdin gelangte. Aus dieser Tatsache, daß der Turabdin über Beth Zabday christianisiert wurde, lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit schließen, daß Bsorino ungefähr um dieselbe Zeit das Christentum angenommen hat. Die heute vor Ort zu sehenden Ruinen sind Zeugen einer bedeutenden Geschichte. Das Panorama von Bsorino war wohl für so manchen seiner berühmten Dichter eine Quelle der Inspiration. Ein ganz besonders faszinierender Blick bietet sich einem vom Dach der Mor Dodo Kirche aus. Bsorino ist von Mandelbäumen umgeben, in seinen Weinbergen wachsen Bakari-Trauben, es gibt Shmunoye - Feigen und Shabani- Birnen, deren Genuß der Gesundheit förderlich sind. Daß es in Bsorino nicht weniger als 25 Kirchen gibt, ist ein Beweis für die gemütvolle Gläubigkeit der Ortsbewohner sowie dafür, wie eng sie mit ihrer Religion verbunden sind. Die Hauptkirche ist Mor Dodo geweiht. Sie wurde im 6. Jh. errichtet und im Jahre 1199 einer umfassenden Renovierung unterzogen "Mor Sarkis und Mor Bakus sind 1191 in ihrer Bausubstanz saniert worden. Bericht aus Tur Abdin vom 2007 (u.a. aus Sare und Bsorino) Sare liegt etwa eine halbe Stunde Fussweg, von der Hauptstrasse aus
rechts von Bsorino entfernt. Die Bewohner von Sare kommen ursprünglich
aus Bsorino. Sare – Sari, Sariköy heißt das Dorf in der Provinz Sirnak auf Türkisch - machte Schlagzeilen in der türkischen Presse, als Anfang Oktober 2004 die Armee in einer symbolträchtigen Zeremonie die Ortschaft ihren rechtmäßigen Besitzern übergab. Mit ihrer Vertreibung aus Sare signalisierte Ankara, dass die im Hinblick auf einen EU-Beitritt forcierten Reformen diesmal nicht nur im Westen des Landes umgesetzt werden müssten, sondern auch im Osten. Bericht aus Tur Abdin vom 2007 (u.a. aus Sare und Bsorino) Die uralte Kirche Mor Malke in Sare birgt bis zum heutigen Tag noch zwei Denkmäler aus vorchristlicher Zeit: Eine Stele mit Orante und aramäischer Inschrift und eine Basaltplatte. Die historische Mor Malke Kirche erhielt einen neuen Glockenturm. Die komplette Sanierung der uralten Dorfkirche wurde Dank Dank der Niederländishen Botschaft in Ankara denkmalgerecht restauriert und behutsam saniert.Faszinierende Handschriften und schön gestaltete Kirchen Bsorino hat eine ganze Reihe von Verfassern geistig-religiöser Schriften und Gelehrten hervorgebracht, die in ihren zahlreichen Werken bevorzugt spirituelle Themen behandelten und dabei ein beachtliches Niveau erreichten. Einer jener Männer, auf die Ihr Geschichte mit Stolz blickt, ist Yuhanon.von Bsorino, der 998 Metropolit des Turabdin war. Der Bischof, der seine Ausbildung im Kloster Mor Gabriel erfahren hatte, hat sich um die Wiederbelebung der Estrangelo-Schrift im Turabdin große Verdienste erworben. Ihre Verwendung war bereits hundert Jahre gänzlich in Vergessenheit geraten, als er ihr mit Hilfe seiner Neffen Emanuel, Peter und Hoye zu einer Renaissance verhalf.
Interessant ist die starke wechselseitige Beziehung zwischen dem Kloster Mor Gabriel und Bsorino. Das Kloster spielte in der Geschichte von Bsorino eine besondere Rolle, umgekehrt kommt Bsorino in der Entwicklung des Klosters spezielle Bedeutung zu. So hat der aus Bsorino stammende Bibliothekar Raban Schlemun 1040 beachtenswerte Leistungen für die reich ausgestattete Klosterbibliothek erbracht. Abt-Bischof Basilius II (+1254) kam ebenfalls aus Bsorino. Sein hervorragendes schriftstellerisches Wirken läßt die positive Ausstrahlung des Klosters zu dieser Zeit erkennen. Eine weitere Persönlichkeit, die Bsorino mit Stolz erfüllt, ist der Priester Eschayo (+1425), ein Gelehrter von Rang und der wohl gebildetste Mann seiner Zeit. Die Schule, die dieser geistliche Lehrer in Bsorino gründete, entfaltete eine äußerst fruchtbare Tätigkeit. Zu seinen zahlreichen Werken zählen auch einige sehr schöne Vershymnen auf Timur Lenk und ein Husoyo (liturgischer Essay) über den Apostel Addai. Andere berühmte Schriftsteller aus Bsorino sind Kaume, Patriarch des Turabdin (+1454), der eine Anaphora (Hochgebet) und einen Husoyo verfasste, und Raban Malke Sako (+1490), aus dessen Feder außer zahlreichen Husoye auch zwei lange Vershymnen auf die Jungfrau Maria stammen. Der mündlichen Überlieferung zufolge war dieser Mönch Sako im Vergleich zu seinen Mitschülern zunächst keine besonderes Geisteskind, bis ihn Gott eines Tages im Gebet ein Licht aufgehen ließ, sodass er alle seine Klassenkameraden überflügelte und zum Helden des Volksliedes Sako Salik Li Goro („Sako stieg aufs Dach hinauf') wurde, dass in Turoyo gesungen wird.
Eschayos Sohn, Raban Yeshu (+1492) schrieb 40 Husoye zum Gedächtnis der Heiligen sowie u.a. zahlreiche Vershymnen Nach Patriarch Afrem Barsaumo ist Raban Aday von Bsorino jener Mann, der die Chronik der Welt von Bar Hebraeus um 1500 vervollständigte. Er versammelte zu dieser Zeit in Bsorino einen Kreis von über 300 Schülern um sich.
Er war es auch, der die Biographien der Patriarchen und Mafiryone zwischen 1285 und 1492 zu Papier brachte. Darüber hinaus dokumentierte er den Feldzug der Mongolen gegen die Stadt und das Umland von Amid. Seine 37 Seiten umfassende Chronik befaßt sich mit den Ereignissen zwischen 1394 und 1492 und ist 1790 in Druck erschienen. Yuhanon (+1729), Sohn des Kardasch, verfasste zwei liturgische Vershymnen und beschrieb die Plünderungen, die der Turabdin 1714 erlebte. Daneben genießen die Leistungen der Kalligraphen von Bsorino großes Ansehen, die mit ihrer wunderschönen und faszinierenden Handschrift auch für die Ausschmückung der Kirchen des Turabdin sorgten. Zu ihnen zählen Metropolit Yuhanon (998-1034), der Chefkalligraph Raban Amanuel (1041) und sein Bruder Raban Petrus, der Maler Raban Hoye, Sohn des Loozer von Sobo (1133),Raban Petrus (1201), der Sohn des Abulfarach von Beth aus der Familie Sobo, Raban Abrohom (1465-1512), Sohn des Behnam Zanbur, Raban Gabriel (1474) Sohn des Yeshu, sowie Metropolit Garib (1589-1592).
Quelle: Die Verfolgung und Vernichtung der
Syro-Aramäer im Tur Abdin 1915
Geistliche und weltliche Fluchtburgen Ein Kalligraph aus Bsorino namens Markus schuf 1853 ein Fenkhito (liturgisches Buch) für das Dorf Midin und I864 ein Evangeliar, das heute noch in Verwendung ist. Am Ende des Buches fügte er einige historische Ereignisse betreffend seinen Heimatort Bsorino an. Der aus Bsorino stammende Bischof Saliba (1853-1885), der vom damaligen Patriarchen wegen der Schönheit seiner Handschrift und Malkunst zum Metropoliten geweiht wurde, ist wohl das letzte Glied der aus Bsorino gebürtigen Kette von Kalligraphen Die Evangeliare vieler Kirchen des Tur Abdin, so jene des Klosters Mor Gabriel, von Kanik, Ba-dibbe Mar-bobo und Mort Schmuni (Midyat) sind das Werk seiner kunstfertigen Hände. Wie überall, so haben auch in Bsorino politische Auseinandersetzungen Leid über die Menschen gebracht realistisch gesehen, gab es in Krisensituationen drei Fluchtburgen. Das Kloster Mor Gabriel und die Dorfheiligtümer waren die zwei geistlichen Zufluchtstätten, die Festung Dimitrius bot als drittes Schutz bei drohender Gefahr. Diese Burg, die sich südlich von Bsorino zwischen Nisibis und Beth Zabday erhebt, ist eine von jenen drei Festungen, die Kaiser Konstantius II an den Haupteinfallstoren zum Tur Abdin gegen die Perser errichten ließ. Sie wurde 351 von dem römischen Feldherrn Dimitrius erbaut. Nachdem sie an Haytam von Tayya gefallen war, wurde sie Burg Haytam genannt. Später von den Persern zerstört, wurde sie 684 auf Initiative von Mor Schemun d'Zayte durch Abrohom und Loozer (zwei syrische Christen) wieder aufgebaut und trug fortan den Namen Burg Beth Sbirino. 1451 scheiterte der mächtige Timur Lenk an der Eroberung der Festung, die damals Burg Beth Mahlam genannt wurde. Wenn die Burg den Bewohnern von Bsorino auch zeitweise als Zufluchtsort diente, so hat sie doch alles in allem mehr Not und Leid über sie gebracht als Vorteile. So ist sie denn eines Tages auch dem Zorn der Bewohner von Bsorino zum Opfer gefallen und wurde von ihnen zerstört. Heute sind nur noch Ruinen der einstigen Burg erhalten. Die wichtigsten Orte im Gebiet von Haytam sind Bsorino, Hevnat, Gurnesche, Ketshat und Beth Manam. Das Kloster Mor Aho südlich von Beth Manam, das „Kilise Düzlügü“genannt wird ist als Derpu (Dayro d`Putho) bekannt. Den Annalen zufolge lebten im Jahre 1167 300 Familien in Bsorino, wovon 200 syrische Christen und 100 kurdische Muslime waren. In den 70er Jahre des 19. Jhd. gab es in Bsorino nun mehr 90 Familien und vier Priester, in Sare 47 Familien. 1914/1915 zählte man in Bsorino wieder rund 200 Familien 1965 waren es noch etwa 130. Heute ist die Zahl der in Bsorino lebenden Familien auf lediglich 22 gesunken. Wie ist dieses Zeichen der Zeit zu deuten? Wo sind die Menschen? Warum haben sie Bsorino und Sare verlassen?
In Bsorino erzählt man sich, dass es 1167 zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen. zu Missstimmung kam nachdem ein muslimischer Mann einen unsittlichen Überfall auf eine junge Christin verübt hatte. Am Ostermorgen, nach dem gemeinsamen Festmahl, traf man daraufhin eine Abmachung. Diese Abmachung, die durch den Einsatz des Ortsvorstehers Tuma, Sohn des Sobo, zustande kam, sah vor, daß die syrisch-christlichen Ortsbewohner allen Besitz der muslimischen Seite (Häuser, Weingärten, Felder usw.) für 10 Ritil (ungefähr 5 kg) Gold aufkaufen sollten. Die Sammlung ergab allerdings ein Ritil zu wenig, ein Umstand dem schließlich durch eine Kreditaufnahme beim Kloster Mor Gabriel abgeholfen wurde.
Die muslimischen Ortsbewohner verließen das Dorf vereinbarungsgemäß und gelangten auf ihrer Suche nach einer neuen Heimat bis nach Damaskus. Man sagt, dass der heutige Mufti von Damaskus ein Nachkomme der seinerzeitigen Auswanderer von Bsorino ist dieses Ereignis rückte Bsorino und das Kloster Mor Gabriel offensichtlich noch näher zusammen. So stellten die Einwohner von Bsorino ihre Wertschätzung beispielsweise dadurch unter Beweis, dass sie 1502 als konkretes Gebet ums Überleben in einer grassierenden Epidemie das leck gewordene Dach der Kirche des Klosters neu eindeckten.
Das (aktuelle) Schicksal von Sare Jahrhundertelang kümmerte sich Bsorino wie eine liebende Mutter um das Dorf Sare (Ester, Gawayto). Unter der Fühlung von Raban Schemun, einem der drei Söhne des Ortsvorstehers Tuma, die alle in den Mönchsstand getreten waren (die Namen der beiden anderen waren Abulfarac und Abulhayr), wird 1167 das verfallene und unbewohnte Dorf Sare von hundert Familien aus Bsorino wieder aufgebaut, um Versuche einer Inbesitznahme und Besiedlung des Dorfes durch andere zu verhindern Es ist traurig, daß das Dorf von Schemune Hanne Haydo, Gott hab ihn selig, als es wie andere syrische Dörfer auch unbewohnt war, mit staatlicher Unterstützung wenn auch nur vorübergehend von den Koruyucus (Dorfwächtern) besiedelt wurde. Auf diese Art und Weise hat der historische Versuch der Inbesitznahme durch andere in gewisser Hinsicht sein Ziel erreicht wenn auch mit 830 jähriger Verspätung! Zeiten einer regen Bautätigkeit und eine offene Frage Die Muslime, die Bsorino verlassen hatten, versuchten in der Folge, sich im Dorf Sare niederzulassen, was ihnen jedoch von Raban Schemun verwehrt wurde. Nach dem Wiederaufbau des Ortes ging er nach Bsorino zurück. Dort erweiterte er den Innenhof der Mor Dodo-Kirche durch einen Mauerwall und einen hohen Turm, und verwandelte sie so in eine uneinnehmbare Festung. Gleichzeitig verbesserte er den wehrhaften Charakter der Mor Eschayo-Kirche durch den Bau eines ausladenden Turmes, bei der Mor Aho und der Mor Osyo-Kirche wurden die Mauern verstärkt.
ffensichtlich geschah die rege Kirchenbautätigkeit, die diese drei Mönche in Bsorino entfalteten, mit der Unterstützung ihres Vaters Tuma, des Ortsvorstehers. So bauten sie auch zehn Räume für Nonnen, was auf eine große Zahl von geistlichen Schwestern schließen läßt. Zu jener Zeit waren es 31, darunter Schwester Shushan, eine hochgebildete Frau, die für ihre subtilen Kommentare bekannt war. In der östlich des Ortes gelegenen Talsenke errichteten die Mönchsbrüder ein der Muttergottes geweihtes Kloster, wobei sie es sich nicht nehmen ließen, sämtliche Ausstattungsgegenstände (wie Messbücher usw.) mit zur Verfügung zu stellen. Man fragt sich, wo die vier auf Pergament geschriebenen und mit einem aus Gold und Silber getriebenen Einband versehenen Evangelienhandschriften hingekommen sind, die sie mit großer Mühe für die Kirche beschafft hatten? Stürme der Gewalt und ihre Abwehr Es ist nicht leicht, die Wirren der Geschichte, wie sie sich in und um Bsorino abgespielt hat, und ihr Echo im Inneren zu verstehen. Negative Entwicklungen haben sich natürlich auch auf die Quellenlage nachteilig ausgewirkt. Bsorino hat Niederlagen, Angriffe, Massaker, sinnloses Kommen und Gehen und Hungersnöte erlebt. Es ist zwischen Stürme roher Gewalt geraten, die die Wellen des Lebens hervorgerufen haben. Bedingt durch seine bevorzugte Lage war es auch ein bevorzugtes Ziel von Angreifern. Nicht desto trotz haben es seine Bewohner, die für ihre mutige Gesinnung bekannt sind, nie unterlassen, jede Art von Angriff mit aller Vehemenz abzuwehren.
Hintergrundwissen über Dorf Sare und Bsorino In Sare lebte die
bekannte Familie der Hanne Haydo. Wenn wir Beth Sbirino erwähnen, dann meinen
wir diese beiden Dörfer. Beth Sbirino zählt zu den bekannten Dörfern des Tur
Abdin. Es sind zahlreiche syro-aramäische Gelehrte, die aus seinen Schulen
vorgingen, berühmt, darunter der Priester Escha'jo und der PriesterJohannon,
der Mönch Jeschu', der Mönchspriester Malke Saqo vie viele berühmte Bischöfe
und Diakone, die aus diesem Dorf stammen. Beth Sbirino wurde als Elite des
Syrertums bezeichnet. Es liegt östlich des Qartamin-Klosters, in einer
Entfernung von zwei Stunden Fußweg. Zur Zeit der Verfolgung von 1915 lebten in
Beth Sbirino annähernd zweihundert Familien, die alle Syro-Aramäer waren. Die
weltlichen Oberhäupter des Dorfes waren Malke, der Sohn des Hanne Haydo, sowie
Gullo aus der Familie Kamscho. Die Familie Haydo hob
sich durch ihren ältesten Haydo und tapfere wie furchtlose Männer hervor. Der
bekannteste war Schemun, der Sohn des Hanne Haydo, ein lobenswerter Anführer
unter den Familien des Tur Abdin, ein ruhmvoller Held, der bei den Kämpfen, die
unter den Stämmen geführt wurden, kein einziges Mal besiegt wurde . Ein weiser
Mann und gutes Sippenoberhaupt. Leider befand er sich zur Zeit der Massaker in
Harput in Haft. Sein jüngerer Bruder MalIke, damals 25 Jahre alt, war ein
mutiger Mann, gut aussehend, groß, furchterregend. Mit seiner Schusswaffe
verfehlte er kein Ziel. Es wird erzählt, dass er die glühende Kohle
treffen konnte, ohne die Wasserpfeife zu beschädigen. Aber sein Starrsinn und
seine Unduldsamkeit gegenüber der Meinung und dem Willen anderer waren
tadelnswert. Sie bildeten Schwächen, die zur Ursache für Tragödien wurden,
denen die Einwohner von Beth Sbirino später ausgesetzt warren. Denn das Leid,
das dieses Dorfes ertragen musste, war wahrhaftig sehr groß. Beim Lesen dieses
Kapitels werden deine Augen, lieber Leser, sich mit Tränen füllen und
eine große Traurigkeit wird dich überkommen wegen der Leiden dieses
Volkes. Zwar mussten
alle Dörfer des Tur Abdin viel Elend erleiden. Diejenigen, die sterben mussten,
waren tot, und diejenigen, die nicht umgebracht wurden, mussten eine gewisse
Zeit in Unterdrückung leben, bis wieder Ruhe eingekehrt war. Die Bewohner
von Beth Sbirino aber ertrugen zehn Jahre lang die schlimmsten Nöte, Drangsale
und bittere Unterdrückungen. Das Schicksal dieser Menschen steht in Hinblick
auf Spaltungen und Heimsuchungen stellvertretend für das Schicksal des gesamten
syro-aramäischen Volkes. Und dies auch in Hinblick darauf, wie sich seine
Kinder in die vier Himmelsrichtungen zerstreuten. Als die Nachricht von
Massakern an den Christen eintraf, brachen die Bewohner von Sare auf und zogen
nach Beth Sbirino, weil es besser befestigt war. In Beth Sbirino gab es die
festungsgleiche, von einer Mauer umschlossene Mor Dodo-Kirche, die viele Zimmer
besaß und Platz für viele Menschen bot. Als Malke in Beth Sbirino eintraf,
betrat er mit seinen Burschen die Festung der Kirche und nahm sie als Quartier,
und die Dorfbewohner übertrugen ihm die Führung des Kampfes und die Verwaltung
der Angelegenheiten der Familien. Im Dorf amtierte auch ein von der osmanischen
Regierung eingesetzter Bürgermeister, dem ungefähr vierzig Soldaten unterstellt
waren. Malke und die Bevölkerung des Dorfes einigten sich, die Soldaten
anzugreifen, sie zu entwaffnen und sie dann aus dem Dorf zu vertreiben. Malke
und alle Männer des Dorfes umstellten das Gebäude, in dem sich die Soldaten
befanden, und forderten sie auf: „Gebt uns eure Waffen oder wir töten euch!
Falls ihr aber die Waffen übergebt, schonen wir euch und lassen euch gehen,
wohin ihr auch immer wollt." Die Soldaten erkannten, dass sie ihre Waffen
abliefern müssen, und deswegen übergaben sie sie dem Anführer Malke, der ihnen
erlaubte zu gehen. In Beth Sbirino
suchten viele Menschen aus Midun, Tamarz, Beth Ishoq, Zinurah, Beth Wardo,
Qanaq, Bazar und anderen Orten Zuflucht. Hinzu kamen einzelne Flüchtlinge, die
den Massakern entronnen waren. Wir wissen nicht, wie hoch deren Zahl war. Wir
wissen lediglich, dass die Zahl der bewaffneten Männer bei ungefähr zweitausend
lag. Nachdem sie die Soldaten vertrieben hatten, wagte kein Muslim mehr, sie
anzugreifen, weder von den kurdischen Sippen noch von der osmanischen
Regierung. Die Kurden aus der Umgebung hatten solche Angst, dass sie nicht in
ihren Dörfern übernachteten, sondern in den Bergen. Denn sie fürchteten, dass
sie in der Nacht von den Syro-Aramäern überfallen und umgebracht würden.
Zwischen den kurdischen Bewohnern von Robin und den Einwohnern Beth Sbirinos
herrschte Frieden. Sie brachten den Syro-Aramäern Weizen, Gerste, Salz und
andere Waren. Die Jesiden aus dem Dorf Gali, die auch Mehukan hießen,
verkauften den Bewohnern von Beth Sbirino Waren. Einmal überfiel Malke sie und
nahm ihnen ihre Waren und Esel fort und verjagte sie, ohne sie zu entlohnen.
Die Jesiden wiederum hörten auf, ihnen Waren zu bringen. Diese Handlung des
Malke gefiel den Einwohnern von Beth Sbirino nicht. Ein anderes Mal
stellten Malke und seine Männer vor dem Dorf Robin den Kurden einen Hinterhalt
und stahlen vier ihrer Schafherden, brachten sie ins Dorf und verteilten sie
unter sich. Bei der Verteilung der Beute behandelte Malke die Führer der
Familie Kamscho, als ob sie seine Knechte seien. Auch dieses Verhalten gefiel
den Bewohnern von Beth Sbirino nicht. Es ist üblich, dass der Mensch auf seinen
Mitmenschen neidisch ist. Die Alten verglichen den Neid mit einem in der Nacht
umherschwebenden Schwert, das das Gute niederschlägt. Das Schwert des Neides
tötete Adam im Paradies. Der Neid tötete auch Abel, der als das erste Opfer des
Neides gilt. Neid führte dazu, dass Josef in den Brunnen geworfen wurde, und
Neid hängte Jesus ans Holz des Kreuzes. Als die Familie Kamscho so verächtlich
behandelt wurde, überwältigte sie ein Rachegefühl und sie dachten bei sich, dem
Malke einen Hinterhalt zu legen. Und einige Heuchler schürten den Hass zwischen
beiden Familien, indem sie zu der Familie Kamscho sagten: "Malke hat euch
überhaupt nicht als Führer geachtet. Er kam aus Sare und riss die Führerschaft
an sich, und ihr steht ohne jede Bedeutung da, denn euch gebührt die
Führerschaft." So spitzte sich der Hass zwischen beiden Familien zu, und
die Familie Kamscho trachtete, bei passender Gelegenheit Malke zu vernichten. Danach schickte die
Familie Kamscho jemand zu den kurdischen Salhan-Sippen und ließ ihnen
ausrichten: Falls ihr Malke umbringt, lassen wir euch in Beth Sbirino hinein
und werden das Dorf zwischen uns und euch teilen! Die Salhan-Sippe hatte schon
lange auf so eine Gelegenheit gewartet und wünschte sich sehr, die Syro-Aramäer
des Dorfes uneins zu sehen, um Malke umbringen zu können. Damit, nachdem Malke
ausgeschaltet wurde, die Übrigen zu ihren Leibeigenen werden und sie sich ihrer
als Knechte bedienen und nach Gutdünken über ihr Hab und Gut verfügen könnten.
Hinzu kommt, dass die Kurden sich vor den Männern der Haydo-Familie sehr
fürchteten. An dem vereinbarten Tag, als sie Malke umbringen wollten, saß
dieser im Schatten eines Maulbeerbaumes und ließ sich vom Friseur den Bart
rasieren. Der Friseur hatte gerade die eine Seite beendet, als zu ihm ein
junger Mann namens Said kam, einer aus dem Geschlecht der Kamscho-Familie, der
vom Komplott gegen Malke wusste, und zu ihm sagte: „Steh schnell auf, geh in
die Kirche und lass dich dort zu Ende rasieren!" Malke fragte nach dem
Grund und jener Said antwortete ihm: „Das wirst du später erfahren!" Er
fügte noch hinzu: „Du sollst nirgends hingehen, falls jemand nach dir verlangt!
Und mach das Tor des Kirchengebäudes fest zu und komm unter keinen Umständen
heraus!" Darauf ging Malke in die Festung der Kirche und verriegelte die
Tür. Er blieb in der Festung der Kirche und wartete die Ereignisse ab. Da
schickten die Kurden jemand zu ihm und ließen ihm sagen, dass er zu ihnen
kommen möge, um über den Frieden zu verhandeln. Malke erwiderte, dass er nicht
gewillt sei zu kommen. Da er nicht ging, verließen die Kurden ihren Hinterhalt
und kehrten heim. Malke wusste, dass
die Familie Kamscho ihm diese Falle gestellt hatte, um ihn ermorden zu lassen.
Und die Familie Kamscho hoffte, dass Malke ihre List nicht bemerkt hätte.
Danach überlegte auch Malke, wie er die Familie Kamscho ausschalten könnte.
Eines Tages sagte er zu seinen Männern: „Lasst uns zu der Familie Kamscho gehen
und uns mit ihnen versöhnen!" Seine Männer glaubten tatsächlich, dass er
sich mit ihnen versöhnen wolle. Er aber suchte eine Gelegenheit, um die Familie
Kamscho umzubringen. Dann gingen Malke und seine Männer ins Haus der Familie
Kamscho, die ebenfalls meinten, dass Malke um des Friedens willen gekommen sei
und um das Feuer der Zwietracht zu löschen. Aber Malke fand keine passende
Gelegenheit, um sie zu töten. Denn es gab zu viele Menschen bei den Kamschos,
und so saß er eine Weile bei ihnen, stand dann auf und kehrte in die
Kirchenfestung zurück. Die Familie Kamscho freute sich, weil sie glaubten, dass
Malke ihre List nicht bemerkt hätte und er sie um des Friedens willen besucht
habe. Dann sprachen die Priester und die Ältesten des Dorfes mit den beiden
Parteien und sagten: "Wir sollten den Hass in uns überwinden. Wir sind
doch Geschwister. Was geschehen ist, müssen wir vergessen!" Malke nahm
ihre Worte an und redete mit ihnen ganz höflich, und die Familie Kamscho glaubte,
dass Malke keinen Hass mehr in seinem Herzen hege. Drei Tage danach
bestellte Malke sechs Männer von der Familie Kamscho zu sich, aber einzeln. Als
sie bei ihm erschienen, entwaffnete und fesselte er sie und ließ sie in einen
Brunnen hinab. Dann beorderte er alle Oberhäupter des Dorfes zu sich und
erklärte ihnen, dass die Gefangenen ein Komplott gegen ihn geschmiedet hatten:
Sie wollten ihn ermorden und die Kurden ins Dorf hereinlassen und den Besitz
des Dorfes mit ihnen teilen. Dann fragte er die Oberhäupter: "Was für ein
Urteil fällt ihr über diese Verräter? Was denkt ihr? Sollen wir sie freilassen
oder nicht?" Alle sagten einstimmig: "Sie müssen getötet werden!
Außer dem Todesurteil kommt für sie nichts anderes in Frage." Da sagte
Malke: "Wenn das so ist, dann müsst ihr euch auch an der Vollstreckung des
Urteils beteiligen". Sie einigten sich darauf. Sodann zogen sie sie aus
dem Brunnen herauf: Drei ließen sie laufen, an den drei übrigen, nämlich den
Brüdern Makko und Gulolo sowie ihrem Vetter David wurde das Todesurteil in der
Nähe der Mor Tuma-Kirche vollstreckt. Nach der Hinrichtung der drei Genannten
rief ihr Onkel Maruge alle Mitglieder der Familie Kamscho zusammen sowie die,
die Partei für sie ergriffen hatten, und sie flohen bei Nacht aus dem Dorf und
folgten ihren kurdischen Freunden aus der Salhan-Sippe und hielten sich in
deren Dorf auf. Dann kamen sie mit der Salhan-Sippe und lebten im Dorf Sarko
und fingen an, den Bewohnern von Beth Sbirino aufzulauern und jeden
umzubringen, dessen sie habhaft werden konnten. Sie begnügten sich
damit nicht, sondern sie baten andere Kurdensippen der Gegend, bei denen sie
vorstellig geworden waren, um Unterstützung. Sie zogen los, lagen vor dem Dorf
Beth Sbirino im Hinterhalt und konnten die Festung des Mor Barsaumo-Klosters
des Dorfes einnehmen. Die Bewohner von Beth Sbirino merkten davon nichts. In
der frühen Morgendämmerung gingen die Söhne des Said zu ihren Arbeiten und
sandten einen von ihnen zur Burg, damit er für sie Wache halte, so dass sie
ungestört arbeiten könnten. Als er das Kloster erreichte, nahmen ihn die Feinde
fest und töteten ihn mit dem Säbel. Seine Brüder hatten keine Ahnung von dem
Vorfall. Als sie das Land erreichten und ihre Pflüge ansetzten, wurden sie von
den Feinden überfallen und sämtlich umgebracht. Insgesamt waren die Opfer
sieben Personen, fünf Männer und zwei Frauen aus ein und derselben Familie.
Danach griffen sie Beth Sbirino an. Ein großes Gefecht entbrannte um das
gesamte Dorf. Malke und seine Männer verließen die Kirche und begaben sich zum
Palast und fingen an, von dort aus auf die Feinde zu schießen. Die Führer der
Kurden konzentrierten sich auf Malke. Malke aber verlor die Geduld und sagte zu
seinen Männern: „Lasst uns angreifen!" Sogleich kam er aus dem Palast
heraus, seine Männer hinter ihm her, und wie die Löwen stürzten sie auf die
Kurden los, die wie Füchse vor ihnen flohen. Sie verfolgten die Kurden etwa
eine halbe Stunde lang. Während Malke und seine Männer sich weit vom Dorf
entfernt hatten, kamen die Kurden, die im Norden des Dorfes waren, und
schnitten ihm und seiner Gefolgschaft den Weg zum Dorf ab. Als Malke und seine
Männer zurückkehrten, eröffneten die Kurden das Feuer. Eine mörderische
Schlacht tobte zwischen den beiden Parteien. Der Kampf war so erbittert, dass
mit Dolchen und Steinen gekämpft wurde. Viele kamen dabei um. Von den Syro-Aramäern
fielen ungefähr fünfzig Mann, und Malke selbst wurde verwundet, als er im Hof
der Mor Johannon- Kirche kämpfte. Jene Kirche liegt südöstlich des Dorfes.
Sieben Kämpfer der Gefolgschaft Malkes fielen. Einer seiner Männer mit Namen
Hanne Rammo blieb in seiner Nähe, lag jedoch versteckt hinter einer Mauer und
schoss von dort aus auf die Feinde. Malke dachte, dass auch er ihn verlassen
und fliehen würde, und so fragte er ihn tadelnd: "Henno, willst du mich
etwa auch verlassen und davonlaufen?" Henno antwortete ihm. "Wie kann
ich dich verlassen? Ich will mich für dich opfern. Aber von hier aus schütze
ich dich. Denn der Häuptling der Salhan-Sippe, Mohammed Oemer, steht hinter der
Mauer und hat einen Dolch in seiner Hand, und er hat die Absicht, dich
anzugreifen und zu töten. Ich ziele auf ihn,
vielleicht treffe ich ihn!" Dieser Mohammed Oemer verließ sein Versteck,
um Malke anzugreifen und ihn umzubringen. Im selben Moment erschoss ihn Henno.
Die Kugel traf seinen Kopf und er starb. Darauf sprach Henno zu Malke:
"Sei guten Mutes, ich habe den Führer Mohammed Oemer getötet." Durch
diesen Tod siegten die Syro-Aramäer, und kein Kurde wagte, den verwundeten
Malke anzugreifen. Danach verhandelten die kurdischen Anführer mit den
Syro-Aramäern, um Frieden zu schließen und damit jeder die eigenen Toten bergen
könne. Als dies vereinbart wurde, verließen die Kurden ihren Hinterhalt und
bargen ihre Toten. Entsprechend machten es die Syro-Aramäer mit ihren Toten.
Ihren Anführer Malke brachten sie in die Kirche zum Arzt Murad Raschschi aus
Midun, der ein geschickter Arzt war. Er versorgte ihn und innerhalb von zwanzig
Tagen genas er von seinen Verletzungen. Diejenigen
Syro-Aramäer, die von außerhalb gekommen waren und in Beth Sbirino Zuflucht
gesucht hatten, verließen das Dorf. Es gab solche, die in ihre Dörfer zurückkehrten,
und andere, die in den Dörfern des Tur Abdin umherirrten. Denn die
Christenverfolgung hatte sich gelegt. Die Bewohner von Beth Sbirino blieben
also ohne Verstärkung im Dorf zurück, um die Leiden zu ertragen, die ihrer noch
harrten. Im Frühling des Jahres 1917 verlangte der Bürgermeister von Midyat durch den Erzpriester Isa, den Dorfvorsteher von Aynwardo, Gergo, sowie durch
andere, dass Malke die Waffen, die er den türkischen Soldaten abgenommen hatte,
abliefere. Auch die übrigen Einwohner von Beth Sbirino müssten ihre Waffen der
Regierung übergeben. Denn die Regierung werde ihnen ein Regiment für ihren
Schutz schicken. Der Bürgermeister beabsichtigte damit, Malke zu beruhigen und
ihn in der Gewissheit zu belassen, dass die Feindschaft vergessen wäre und die
Regierung ihren alten Plan der Christenverfolgung aufgegeben hätte. Dann
verlangten die Soldaten von Malke, ihnen die Festung der Kirche zur Verfügung
zu stellen. Malke willigte ein. Sodann erhöhte sich die Zahl der Soldaten
allmählich, hundert betrug. Andere sagen, dass Malke selbst zum Erzpriester Isa
nach Midyat
gegangen sein soll und gemeinsam mit dem Erzpriester den Bürgermeister von Midyat
gebeten habe, ein Regiment für den Schutz der Syro-Aramäer vor den Kurden nach
Beth Sbirino zu schicken. Die Soldaten des Schutzregimentes
fingen an, die Bewohner von Beth Sbirino in ihrer Zuversicht auf Besserung zu
bestärken, indem sie sagten: „Habt keine Angst! Von nun an besteht keine Gefahr
mehr für euch! Arbeitet, wie ihr es gewohnt wart!" Die Syro-Aramäer fingen
an, nun auch zu den Bergen und ihren entfernten Feldern zu gehen, und die
Soldaten begleiteten sie, um die Syro-Aramäer in falscher Sicherheit zu wiegen.
Als die kurdischen Sippen das vernahmen, begannen sie, sich auffällig vor dem
Dorf zusammenzurotten, um die Christen bei günstiger Gelegenheit vollständig zu
vernichten. Eines Tages suchten die Kurdenführer den Befehlshaber der
Regierungstruppe auf und bestachen ihn, damit er ihnen erlaube, Malke und die
übrigen Bewohner von Beth Sbirino zu töten. Der türkische Offizier wurde mit
ihnen handelseinig. Und die Kurden warteten nun auf einen günstigen Zeitpunkt,
um ihren Plan zu verwirklichen. Eines Tages öffneten
die türkischen Soldaten ein Loch in der Nordwand der Kirche, durch das sie die
Kurden in die Festung der Kirche hineinließen. Am Tag, an dem sie Malke
umbringen wollten, waren viele Syro-Aramäer des Dorfes in die Berge gezogen, um
Eicheln zu sammeln. In ihrer Begleitung befanden sich auch einige Soldaten.
Jene Kurden, die nicht in die Festung der Kirche eingedrungen waren, umstellten
das Dorf, und der türkische Befehlshaber sowie die in die Festung
eingedrungenen Kurden vereinbarten mit den übrigen Kurden Folgendes: Sobald wir
Malke umgebracht haben, geben wir euch ein Zeichen, um das Dorf anzugreifen. Dann bestellte der
türkische Offizier Malke und drei der Dorfoberhäupter zu sich. Als sie den Hof
der Festung der Kirche betraten, stieg Malke nach oben, seine Freunde noch
nicht. Die Soldaten überfielen seine Freunde und erdolchten sie. Einer seiner
Freunde jedoch, Said, als er sah wie seine Freunde umgebracht wurden, ergriff
schnell die Flucht und berichtete den Dorfbewohnern, was geschah. Als Malke
zurückblickte und seine Freunde tot sah, griff er blitzschnell einen der
Aufseher der türkischen Soldaten an, tötete ihn, nahm dessen Waffe an sich und
stieg in einen kleinen Raum hinauf. Als die Soldaten das sahen, gingen sie in
verschiedenen Richtungen in Deckung und versuchten, aus ihren Verstecken heraus
auf ihn zu schießen. Sie merkten, dass es ihnen auf diese Weise nicht gelingen
würde, Malke zu töten. Deswegen machten die Kurden ein Loch in die Decke jenes
Raumes, in dem Malke sich befand, und warfen brennendes Laub und Lunte über
ihn. Malke war der Qualm unerträglich geworden, deswegen stieg er durch ein Loch
in einen anderen Raum hinunter, aber seine Waffe funktionierte leider nicht
mehr und er musste sie oben lassen. Als die Kurden das merkten, griffen sie ihn
an und erdolchten ihn. So endete das Leben
dieses jungen, tapferen Helden, des Malke Hanne Haydo, im Kampf, und er fiel
durch die Niedertracht des osmanischen Befehlshabers sowie jener
Kurdenhäuptlinge, die nach dem Blut der Christen dürstete. Obwohl Malke in
jungen Jahren starb, ohne sein Leben genießen zu können, werden alle
Syro-Aramäer sein Andenken in ihren Herzen lebendig halten. Nach der Ermordung
Malkes fielen die Kurden über das Dorf her, und es kam zu einem Kampf. Jenen
Einwohnern, die sich außerhalb, in den Bergen, befanden, bereiteten die Kurden
einen Hinterhalt auf dem Wege zum Dorf, so dass sie sie bei ihrer Rückkehr
umbringen könnten. Andere Kurden gingen in die Berge, um jeden der Bewohner des
Dorfes, dessen sie habhaft werden konnten, umzubringen. Diejenigen, die in das
Dorf heimkehrten, wurden im Dorf umgebracht. Der Rest der Dorfbewohner, die vom
Geschehen erfuhren, floh in die Dörfer von Beth Rische (Rahita) und nach
Aynwardo. Die Kurden kämpften zwei Tage und zwei Nächte um das Dorf. Dann fiel
es dem Offizier ein, dass man ihn wahrscheinlich wegen des Vorkommnisses zur
Verantwortung ziehen würde. Deshalb befahl er den Kurden, den Hinterhalt
aufzuheben, und sagte: "Es ist genug!" Und fügte hinzu: "Es muss
Frieden zwischen euch herrschen!" Zu den Einwohnern von Beth Sbirino sagte
er: „Malke griff uns an, und wir haben ihn töten müssen. Aber von nun an
besteht keine Gefahrmehr für euch." Die Kurden gingen dann in ihre Dörfer
zurück. Die aus Beth Sbirino Geflüchteten kehrten ebenfalls zurück. Diesmal
wurden auch ungefähr vierzig Menschen aus Beth Sbirino getötet. Beide Seiten
versöhnten sich dann, doch der Friede hielt nur bis zum April 1918. Die
Versöhnung war scheinheilig. Sie war nur zustande gekommen, damit die
Syro-Aramäer glaubten, dass sie nicht mehr in Gefahr seien. Die
Regierungstruppen begleiteten sie immer zu den Feldern. Sie hatten aber
Hinterlist im Sinn. Nach einer bestimmten
Zeit des Friedens schmiedeten die Anführer der Salhan mit dem Befehlshaber der
Soldaten ein neuerliches Komplott: Die Kurden ersuchten ihn, ihnen erneut zu
erlauben, die Syro-Aramäer zu töten und ihre Mädchen zu rauben. Dieser
hasserfüllte Offizier gestattete ihnen, ihr niedriges Verlangen in die Tat
umzusetzen. An einem Tag, als die Bewohner von Beth Sbirino, Männer, Frauen und
Mädchen, in Begleitung der Soldaten in die Berge zogen, um Brennholz zu sammeln,
wurden sie von den Kurden angegriffen. Die Männer brachten sie um und etwa
vierzig Mädchen und Frauen wurden entführt. Danach kamen die
Salhan-Sippen und drangen in die Festung ein. Die Festung lag auf einer Anhöhe,
dem Dorf gegenüber. Diese Lage erlaubte es, jeden, der aus seinem Haus kam, von
der Festung aus zu erschießen oder unter Feuer zu nehmen. Die Bewohner von Beth
Sbirino blieben in ihren Häusern, sie durchstießen die Mauern, um die Häuser
miteinander zu verbinden, so dass sie sich gegenseitig besuchen und helfen
konnten. Wenn es Nacht wurde, kamen die Kurden von der Festung herunter,
schlugen die Türen auf und versuchten, die Syro-Aramäer zu töten, und die
Bewohner von Beth Sbirino verrammelten ihre Türen umso fester und blieben in
ihren Häusern eingeschlossen. Die Tränen tropfen wie Regen auf die Erde, der
Schreiber versagt, die Zunge verzagt, alles zu beschreiben, was die Bewohner
von Beth Sbirino an bitteren Schicksalsschlägen durch die Kurden zu ertragen
hatten. Sei gewiss, lieber
Leser, als der Verfasser die Geschichte der Blutbäder an den Syro-Aramäern
niederschrieb, flössen seine Tränen unstillbar angesichts all der Nöte, denen
sie ausgesetzt waren. Ich bin mir sicher, dass dich das gleiche Gefühl befällt,
wenn du dies liest, und du wirst weinen überein Volk, das derart brutal
behandelt wurde. Die Syro-Aramäer dieses Dorfes besaßen keine Nahrungsvorräte
mehr, keine Schafe, keine Rinder, keine Hühner, keine Katzen. Alles hatten sie
aufgegessen, bis auf das Gras, das um die Häuser wuchs. In den Nächten gingen
sie in die Berge, weil der Hunger sie dorthin trieb, um irgendetwas Essbares
aufzutreiben, und wenn sie heimkamen, wurden sie auf dem Rückweg ermordet. In
solcher Lage blieben sie eine lange Zeit. Danach sagten die Kurden zu den
Syro-Aramäern des Dorfes: .Wir schließen mit euch einen Frieden, unter der
Bedingung, dass ihr unseren Herden erlaubt, von euren Quellen im Dorf zu
saufen." Unter dem Druck der Umstände akzeptierten die Bewohner von Beth
Sbirino diese Bedingung. Und so brachten die Kurden ihre Herden, ließen sie in
den Feldern von Beth Sbirino weiden und von den Quellen des Dorfes saufen.
Einige Familien fürchteten einen erneuten Hinterhalt, weswegen sie das Dorf
verließen und in das Mor Barsaumo-Kloster zogen und sich dort ungefähr sechs
Monate aufhielten. Eines Tages wurden
zwei Schafherden der Salhan-Sippe geraubt, einer der Hirten getötet und die
Herden ins Kloster gebracht. Als dies geschah, sagten die Salhan-Sippen zu den
Bewohnern von Beth Sbirino: „Geht und fordert sie auf, uns die Herden
zurückzugeben, und kommt ja nicht ohne sie zurück!" Die Syro-Aramäer
gingen und baten die Bewohner des Klosters: „Gebt uns die Herden zurück, denn
falls ihr es nicht tut, werden uns die Kurden großen Schaden zufügen!"
Diejenigen, die im Kloster lebten, erwiderten: "Die Herden geben wir nicht
zurück. Sollen die Kurden mit euch machen, was ihnen gefällt!" Daraufhin
kamen die Salhan-Sippen nach Beth Sbirino, riefen die Männer des Dorfes
zusammen und fesselten jeden, der kam. Schließlich schlachteten sie sie wie
Schafe auf einem Dach, bis ihr Blut wie Wasser von der Regenrinne floss. Wer
nicht gefangen genommen wurde, flüchtete. Die Kurden vertrieben die übrigen
Einwohner aus dem Dorf. Die Vertriebenen suchten Zuflucht in den übrigen
Dörfern des Tur Abdin. Beth Sbirino wurde seiner meisten Syro-Aramäer beraubt.
Nun lebten darin die Salhan-Sippen sowie ungefähr zwanzig Syro-Aramäer aus der
Familie Kamscho. Das war im Jahre 1919. Danach sammelten sich
die Sippen von Salhan und Doman, umstellten die Burg des Mor Barsaumo und
überfielen sie, schlugen eine Bresche, warfen Feuer auf die Syro-Aramäer und
verbrannten sie. Die Überlebenden brachten sie um. Einige Frauen stürzten sich
selbst in die Tiefe, ihre Glieder brachen und sie erlagen dem Tod. Das ist die bittere
Tragödie der Bewohner von Beth Sbirino. Alles, was sich dort zutrug, war die
Frucht des Neids, des Hasses und der Zwietracht. Die Bewohner von Beth Sbirino
litten unter diesem Zustand bis 1925, als ein Dekret der türkischen Regierung
vorschrieb, dass die Kurden aus Beth Sbirino ausziehen mussten und die
Syro-Aramäer wieder einziehen konnten. Darauf sammelten sich die Syro-Aramäer
und zogen erneut in Beth Sbirino ein. Doch schon 1926 wurde es ein weiteres Mal
zerstört und seine Bewohner flohen. Dieses Ereignis ist unter der Bezeichnung
"Die Vorkommnisse des Jahres 1926" bekannt. Der Grund war
folgender: Es gab einen kurdischen Tyrannen namens Haco. Nachdem die Bewohner
von Beth Sbirino aus dem Dorf vertrieben worden waren, kamen Türken und legten
Sprengstoff in den Boden der Mor Dodo-Kirche und zerstörten sie. Erneut blieben
die Bewohner von Beth Sbirino zerstreut außerhalb des Dorfes, in den Dörfern
von Syrien, dann kehrten sie nach Bekanntgabe des Dekrets und durch die
Vermittlung von Saruchan Aga zurück. Die Mor Dodo-Kirche stand noch bis 1952
als Ruine, die dann von den Bewohnern von Beth Sbirino wiederaufgebaut wurde. (vom Erzpriester Sleman Henno, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Vergossenes Blut (von Naaman Abdelmesih, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Zu beziehen über:Förder- und Entwicklungsverein Sare e.V (FEVS) - www.sare-online.com - Anprechspartner: Dipl.-Ing. Matthäus Lukas Turan Tel: 030/ 44 05 23 03 - Fax: 030/ 44 05 23 04 Ein stolzes Zentrum des geistig-religiösen Lebens Die Ortsvorsteher waren weithin angesehen. Die Familien der Beth Sobo, Beth Tuma, Beth Malke, Beth Haydo (in Sare) und Beth Gawro haben sich in der Vergangenheit verdient gemacht. Einige historische Dokumente berichten, dass Bsorino im Jahre 1854 nach dem Tod des Ortsvorstehers Gawro, Sohn des Pfarrers Gulavi, von einem Mann unter Druck gesetzt wurde, der als Waise aufgewachsen war. Diesem Mann war es gelungen, sich bei der staatlichen Obrigkeit und bei der Bevölkerung der Umgebung Ansehen zu verschaffen. Er war in ganz Mesopotamien bekannt, von Niniveh bis nach Amid (Diyarbakir). Die Ortsvorsteher der Dörfer rund um Bsorino unternahmen nichts ohne ihn. Selbst die Steuern wurden über ihn an den Staat abgeführt. Zur Zeit dieses besagten Führers gab es in Bsorino und Sare 12 Geistliche, darunter zwei Mönche.
Bsorino macht Kirchengeschichte Die Menschen von Bsorino verfügen über ein unternehmerisches und friedensstiftendes Naturell. Dies hat sich auch in der Kirchengeschichte gezeigt. Nach dem Tod von Aziz Bar Sobtho, Patriarch des Turabdin, im Jahre 1482 kam es zu Meinungsverschiedenheiten und in der Folge wurden zwei Metropoliten gleichzeitig zum Patriarchen erklärt. Den Leuten von Bsorino gelang es binnen kurzem zwischen den Streitparteien zu vermitteln. Unter dem Vorsitz von Patriarch Halef unterzeichneten beide Seiten in Beth Manam ein Friedensabkommen. Ohne das positive eingreifen und die Bemühungen der Bewohner von Bsorino wäre Patriarch Nuh des Libanon 1494 wahrscheinlich nicht zum Patriarchen von Antiochien gewählt worden Die Tatsache, daß der Fürst von Hasankeyf diesen Patriarchen wissen ließ, daß er vor der Visitation der Diözesen des Turabdin die Zustimmung der Bewohner von Bsorino einholen solle, beweist exemplarisch das Ansehen, das Bsorino in der Region genoss. Die verhängnisvolle Nähe zur Burg Haytam In Jahre 1286 war es in Beth Manam, Kelshat und Bsorino zu schlimmen Massakern gekommen. Im Jahre 1398, als Bedrettin, der Herr der Burg Haytam im Zuge eines Anschlages in Hasankeyf getötet wurde, erlitt ein aus Bsorino stammender Anführer namens Malke gemeinsam mit den anderen Leuten um ihn eine Niederlage. 21 Jahre später wurde letzterer jedoch selbst von den Soldaten von Sincar getötet
Während der schrecklichen Plünderungen durch Sultan Hamza, Sohn des Osman (Turkomen) in der Umgebung von Haytam im Jahre 1433, wurden die Bewohner von Bsorino gefangen genommen und in die Gegend von Mardin ins Exil geschickt. Dank dem Verhandlungs-geschick einiger hochrangiger Persönlichkeiten wurden sie schließlich gegen Bezahlung eines enormen Lösegeldes in die Freiheit entlassen.
Die syrische Bevölkerung in der Region und insbesondere die Bewohner von Bsorino wurden immer wieder in Kämpfen um die Rückeroberung der Burg Haytam aufgerieben. Sie waren Plünderungen und Beutezügen ausgesetzt. Im Jahre 1462, als Fürst Ahmet die Burg an einen türkischen Fürsten verlor, rächte er sich dafür an den Bewohnern von Bsorino. Zuerst tötete er drei Menschen, dann verkaufte er jene Ortsbewohner, die er gefangengenommen hatte, ohne Ansehen der menschlichen Würde wie Sklaven für eine große Summe Geld. Epidemien, Naturkatastrophen und das Geheimnis der göttlichen Gerechtigkeit Zu den traurigen Kapiteln zählt auch der Umstand, daß viele begabte Menschen, die in der beschaulichen Lebenswelt von Bsorino aufgewachsen waren, durch erbarmungslose Krankheiten dahingerafft wurden. 1413 hatte die Pest in Bsorino 400 Menschen, darunter Pfarrer Aday, gefordert 1421 mussten wiederum 170 durch diese tödliche Krankheit ihr Leben lassen. 1425 schlug die Pest neuerlich zu. 510 Menschen starben, darunter zehn Geistliche, u.a. der berühmte Malfono Eshayo und daß damals vier junge Männer die zu Priestern geweiht werden sollten von der Krankheit befallen wurden und allesamt am selben Tag verstarben, ist das ein Zufall oder ein Geheimnis der göttlichen Gerechtigkeit?
Die kriegerischen Ereignisse und Epidemien, die einander folgten, ließen den Bewohnern kaum eine Atempause. Im Jahre 1426 drang die Sendische Armee in Bsorino ein, tötete den Ortsvorsteher Aziz und plünderte das Dorf. Als ob dies nicht schon genug gewesen wäre, zerstörte eine Hitzewelle 1427 die Traubenernte beinahe vollständig und stürzte die Gegend in eine fünf Jahre anhaltende Hungersnot die Bsorino schwer zu schaffen machte. Noch bevor Bsorino die Folgen dieser Katastrophe überwinden konnte, brach bereits die nächste Epidemie herein, sodass 1431 ein Verlust von 500 Menschenleben, darunter zwei Priester, zu beklagen war. Während der Epidemie von 1449 kamen in Bsorino zusammen mit einem Priester und 20 Diakonen insgesamt 581 Menschen um. Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Fürsten von Botan immer wieder im Turabdin einfielen. Im Jahre 1453 töteten sie 16 Menschen, darunter zwei Frauen, bei dem Versuch das Land einzunehmen. Im September 1674 brachte ein Erdbeben viele Häuser und einen Teil der Mor Dodo-Kirche zum Einsturz. Für das Jahr 1759 liest man mit Erschütterung, dass ein Bischof, 9 Geistliche, 20 Diakone und 1000 weitere Bewohner von Bsorino durch eine Dürreperiode und ein anschließende Epidemie sterben mussten.
Interne Streitigkeiten und religiöse Pflichterfüllung Parallel dazu kam es immer wieder Ortsintern zu Unstimmigkeiten. Das selbstherrliche Auftreten mancher örtlicher Funktionäre, die sich bei bestimmten Anlässen über den gesunden Menschenverstand hinwegsetzten, führte zu Streit und Intrigen. Dieser gegenseitige Hass der 1802 zur Ermordung zweier Ortsbewohner gipfelte zeigt, wie ernst diese internen Probleme sein konnten.
Wenn die Schrecknisse der Vergangenheit durch die Tore des Turabdin hereinbrachen, drehte sich das Leben in Bsorino in einem Teufelskreis. Und dennoch, allen Widrigkeiten zum Trotz, sticht die Entschlossenheit ins Auge, mit der man an der Erfüllung der religiösen Pflichten festzuhalten versuchte. Im Jahre 1492 machte sich eine große Schar von Pilgern aus Bsorino zusammen mit vier Priestern unter der Leitung von Pfr. Aday auf den beschwerlichen Weg nach Jerusalem und teilte Freud und Leid der Reise. Einige erlagen unterwegs Krankheiten, andere jedoch kehrten, um Abenteuer bereichert nach Bsorino zurück. Das 20. Jahrhundert und die Wiederholung der Geschichte Die Wende zum 20. Jhd. brachte weltweit nichts Gutes. Der Tur Abdin war da keine Ausnahme. Ein negatives Ereignis folgte dem anderen und in der Erinnerung wird immer Bitterkeit bleiben. Dabei sollte gesagt werden, daß die Wiederholung der Geschichte offenbar System hatte, auch im Fall von Bsorino. Während des Ersten Weltkriegeswaren die führenden Persönlichkeiten in Bsorino, das damals rund 200 Familien zählte, Malke, Sohn des Hanne Haydo, und Gullo aus der Familie der Kamcho. Als die Bewohner von Sare von den Ereignissen hörten, flüchteten sie nach Bsorino, vor allem in die Mor Dodo-Kirhe, wo sie hofften, sich besser verteidigen zu können. Nachdem auch einige syrische Christen aus Midin, Tamarze, Bashok, Zinawrah und Araban dort Schutz gefunden hatten, drängten die Führer von Bsorino, Malke und Gawro, zusammen mit rund 2000 Kämpfern die Angreifer zurück. ![]() Abb. Malke Hannae Haydo - Aga von Sare und Bsorino Andererseits ist die Tatsache, dass sich Bsorino, das während der Sayfo-Jahre keine größeren Zerstörungen erlitt, selbst Schaden zufügte, ein historischer Fehler, der hinterfragt werden muss. Die mangelnde Erfahrung des Führers Malke zerbrach die Einheit und die friedliche Koexistenz der Bewohner von Bsorino in einer äußerst kritischen und schwierigen Zeit. Es kam zu Intrigen. Die internen Probleme nahmen überhand. Man einigte sich, Malke und seine ![]() Abb. Celebi Aga und Sippe
Männer zu entwaffnen. Malke wird im Zuge eines listigen und gemeinen Hinterhaltes von den Salihianern getötet, die mit der Unterstützung der Armee ein Auge auf das Dorf geworfen hatten. 1918 wurde Bsorino abermals von den Salihianern angegriffen, es konnte den Angriff zwar zurückweisen, verlor dabei aber an die 40 Mann. Die Zwischenfälle wollten nicht enden, wie zum Beweis des Sprichwortes, wo es heißt, dass das wilde Huhn das Haushuhn davongejagt hat. 1919 wurden sämtliche Bewohner, mit Ausnahme der Familie Kamcho, die die Einheit von Bsorino untergraben hatten, von den Salibianern vertrieben, die sich dann dort niederließen. Im Jahre 1925 wurden die Bewohner von Bsorino allerdings mit staatlicher Hilfe wieder in ihrem Dorf angesiedelt. ![]() Abb. Celebi Aga und Sippe
Doch noch bevor sie sich von den Folgen dieses Ereignisses erholen konnten, waren die Bewohner von Bsorino erneut gezwungen, ihr Dorf zu verlassen, nachdem Hacho,. ein kurdischer Aga, der gegen den Staat aufbegehrte, dort Zuflucht gesucht hatte. In der Folge wurde die Mor Dodo-Kirche durch die staatliche Artillerie unter Beschuss genommen und zerstört. Die zerstreuten Bewohner von Bsorino konnten schließlich mit der Unterstützung von Saruchan Aga, der auf der Seite der Regierung stand, in ihre Häuser zurückkehren. Die Mor Dodo-Kirche, in der sich die Grabstätten einiger berühmter religiöser Persönlichkeiten wie Mor Dodo, Mafiryan Shemun, Mafiryan Saliba und. Patriarch Mirza des Turabdin befinden, wurde wieder aufgebaut und 1952 für den Gottesdienst geöffnet. Quelle: Die Verfolgung und Vernichtung der Syro-Aramäer im Tur Abdin 1915 (vom Erzpriester Sleman Henno, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Vergossenes Blut (von Naaman Abdelmesih, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Zu beziehen über:Förder- und Entwicklungsverein Sare e.V (FEVS) - www.sare-online.com - Anprechspartner: Dipl.-Ing. Matthäus Lukas Turan Tel: 030/ 44 05 23 03 - Fax: 030/ 44 05 23 04
Vom Zug der Zeit in den 60er Jahren bis heute In der Folgezeit versuchten die Bewohner von Bsorino ihre Kräfte neu zu sammeln, bis sie in den 60er Jahren von der zu dieser Zeit einsetzenden Auswanderungswelle schwer getroffen wurden. So wie die Bewohner anderer Dörfer des Turabdin leben sie nun in verschiedenen Ländern und Städten Europas, vor allem in Berlin und Ahlen in Deutschland. Heute leben 160 Menschen (22 Familien) in Bsorino. Seit 1993 werden sie seelsorgerisch von Pfarrer Tuma Begtas aus dem evakuierten Dorf Hassana und von Diakon Ayiz Bulut betreut. Für die zivilen und sozialen Angelegenheiten des Ortes ist Mukhtar Shemun Demircan aus der Familie der Beth Gewro verantwortlich. Die Madraschto (Kirchenschule) der Mor Dodo-Kirche ist für Buben und Mädchen offen, ihre Bedeutung ist allerdings nicht mehr das, was sie einmal war. Was hat das heutige Bsorino, von wo nur mehr zwei Mönche, drei Priester und zwei Nonnen der syrisch-orthodoxen Kirche dienen, mit dem Bsorino der vergangenen Zeiten gemeinsam, das viele geistig-religiöse Persönlichkeiten hervorgebracht und eine zeitlang sogar Patriarchenwahlen beeinflusst hat? Fröhlich in der Hoffnung und geduldig in der Bedrängnis Die heute nach der Auswanderungswelle in Bsorino zurückgebliebenen Menschen mögen bisweilen ihre Brüder und Schwestern in Europa beneiden, und doch sind sie, im Einklang mit den Worten des heiligen Paulus, fröhlich im Gedanken an ihre Hoffnung. Sie üben Geduld in der Bedrängnis. Sie sind beharrlich im Gebet und wollen Gastfreundschaft gewähren. Sie beten für ihre Verfolger. Sie freuen sich mit den Fröhlichen und weinen mit dem Weinenden; Soweit es ihnen möglich ist, halten sie mit allen Frieden (Röm 12.12-1 S) Quelle: Die Verfolgung und Vernichtung der Syro-Aramäer im Tur Abdin 1915(vom Erzpriester Sleman Henno, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Vergossenes Blut (von Naaman Abdelmesih, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Zu beziehen über:Förder- und Entwicklungsverein Sare e.V (FEVS) - www.sare-online.com - Anprechspartner: Dipl.-Ing. Matthäus Lukas Turan Tel: 030/ 44 05 23 03 - Fax: 030/ 44 05 23 04 Shamun Hanna Haydo, sometimes spelled Chamoun or Schamoun (e) (died August-1963) was a Assyrian resistance leader during the Assyrian genocide of the early 20 century. He was famous for his heroic stand against the Turkish government. He was well respected in the Kurdish communities as well, where he tried to unite secular Kurds and resist the enforcements of the Young Turks and Islamist Kurds. Shamun was born in the Tur Abdin region of what is today Turkey, in the village of Sare. A Syriac Orthodox Christian, Shamoun was different from most Assyrians in that he was very well known among Kurds and had Kurdish friends. During World War I, Shamoun and his best friend Alike Battee together tried to unite their communities against governmental institution and oppressive Kurdish landlords. Prior to the Assyrian genocide of 1914, he travelled to the village of Arbo with the intention to unite the Assyrians of "Beth-Rishee" region in Tur Abdin under a Christian Assyrian rule comparable to what Eastern Assyrians in Hakkari had with the Malik system. He tried to convince the two ruling family clans of Arbo, the Beth Arsan and the Beth Malkuno, to be ready to fight Islamic Kurdish landlords. Shamoun would eventually free the Ottoman territory for Europe. Today, his grandchildren live in Germany and Holland. Many Assyrian and Kurdish songs have been written about him by musicians. Link (History of Shamun-Hanna Haydo) Hintergrundwissen über Dorf Sare und Bsorino - Die Familie be Hanna-Haydo ---------------------------------------------- Weitere Berichte Shamun Hanna Haydo, from the
village of Sare in Tur Abdin. A legendary assyrian from tur adin belonged to
the syriac orthodox church. He was famous for his heroic stand against the
Turkish government, yet he had no national or political ideas or thoughts. His
best friend was a kurd ( Alike Battee), together they were not afraid of any
governmental institution nor of oppressive kurdish landlords. One of his possible
nationalistic aspirations was the day he visited Arbo village ( capital of Beth
Rishee in Tur Abdin) with the intention to unite the Beth-Rishee region in Tur
Abdin under a christian assyrian rule comparable to the Malik system of the
eastern assyrians in Hakkari before WW I. He suggested this idea to fight the
islamic kurdish oppressive landlords " Hajjo" and " Tjellebiyo"
who oppressed the Assyrian christians of Tur Abdin. He visited the two ruling
family clans in Arbo in those days, the Beth Arsan's and the Beth Malkuno's.
Habsuno beth Arsan was positive and had only one condition and that was that
the other family clan should also support this idea, otherwise he said "
there will be treason and we will be killed all like in the days of the Sayfo [
genocide] " . Shamun Hanna Haydo went to the leader of the other family,
Hopo beth Malkuno, but this one was negative and therefor the Arboyeh did not
support the idea. The grandchildren of Shamun
Hanna Haydo live in european countries ( germany, holland) and in Brazil. The
Beth Haydo family enjoys fame because of this legendary person. He was supposed
to survive bullets and his jacket was blessed by magic. Not only assyrians but
also the kurds have sung songs about Shamun Hanna Haydo. Alloho Mh'asele. (Matay Arsan Netherlands Hintergrundwissen über Dorf Sare und Bsorino Diverse Berichte in pdf-Dateien aus Tur-Abdin (u.a. aus Sare sowie Bsorino Zeugenaussage über Melke Hanna Haydo - Bruder vom Shamun Hanna Haydo Das
was ich gerade erzähle geschah
vor dem Massaker, aber im gleichen Jahr. Die Leute aus Pirkanli, hatten
sich
auf der Burg von Bihilfe versteckt. Unsere Suryoye griffen die Burg an.
Bei
diesem Gefecht, wurden Galuäke und Usufke durch Kopfschüsse getötet und
ihr
Bruder am Rücken verletzt. Auch Savme Safo war am Bein getroffen.
Sobald die
Leute aus Saliha darüber erfuhren, gingen sie ihnen zur Hilfe. Der
bereits
erwähnte Rabiho aus Pirkanli, erschoss indessen seinen Neffen, der sich
unter
den Räubern befand. Der
Agha des Dorfes Saliha, Muhammad
Amar, schickte ebenso seine 40-50 Männer, den Leuten aus Pirkanli zur
Hilfe.
Diese wollten durch das Dorf Hirbih gehen. Hirbih befindet sich um
Norden
unseres Dorfes und liegt zwischen Aynverd und unserem Dorf. Aber die
Dörfler
aus Hirbih, erlaubten ihnen nicht, daß sie durch Dorf gehen. Die Männer
aus
Saliha gingen dann hinter einem Berg von Keferbe, namens Sine
Marganiye, in
Stellung. Die Männer aus Hirbih sagten den Einwohner von Keferbe, daß
sie den
Saliha und Pirkanli Leuten zur Hilfe gekommen sind. Und unsere Dörfler
sagten
ihnen: "Wenn ihr die Blockade gegen die Pirkanli nicht aufhebt, dann
wird
keiner von euch aus Saliha überleben." Daraufhin stellten die Leute aus
Keferbe den Angriff. Dann nahmen wir unsere Toten, gingen durch Zinavle
und
kehrten sie ins Dorf zurück. Die Männer aus Saliha, erschossen dann
einen
Suryoyo, namens Hanun Komo, der erst zum Kampf ziehen wollten. Am
nächsten Tag,
bevor die Sonne aufging und ehe wir noch unsere Toten begraben konnten,
hörten
wir, daß das Massaker woanders begonnen hätte. Wir
sagten den Kurden in unserem
Dorf: "Wenn ihr uns helfen würdet, dann werden wir unsere Tiere und
unser
Zeug nehmen und im Kloster Mor Gabriel Schutz suchen." Diese
halfen uns und wir verschanzten
uns im Kloster Mor Gabriel. Wir blieben ca. 3 Monate lang da, ohne
angegriffen
worden zu sein. 3 Monate lang blieben die Rabiho und Halef (Kurden) mit
den
Suryoye im Kloster Mor Gabriel zusammen. Bis eines Tages Rabiho an
seinen
Schwiegervater Mohammed Amar eine Botschaft verschickte: "Kommt zum
Kloster, wir werden euch das Tor öffnen und dann könnt ihr alle Suryoye
töten!" Unsere
Älteren, die auf das Komplott
Rabihos aufmerksam wurden, gingen auf einander los. Die Frauen und
Mönche
mischten sich ein und beruhigten sie. Viele von ihnen waren dafür, daß
Rabiho
getötet werden sollte. Sie töteten ihn aber nicht, sondern teilten ihm
mit, daß
er das Kloster verlassen soll. Daraufhin
sagt Rabiho zu meinem
Vater: "Gib mir noch diesen hier, deinen Sohn, damit wenigstens er
gerettet ist." Aber ich wollte nicht gehen und auch meine Mutter war
nicht
einverstanden. Wir
hatten besonders gute Beziehungen
zu Rabxho. Nachdem er 3 Monate im Kloster geblieben war, begann das
Massaker
und er ging in unser Dorf. Hasan Haco machte sich zur Aufgabe Männer
für seine
Bande zu beschaffen und nahm auch Rabiho dazu. Die Sippe Azam und ihre
Männer,
vereinigten sich ebenfalls mit Hasan Haco. Die ahnungslosen Leute aus
Keferbe,
baten die Kurden aus den umliegenden Dörfern um Erlaubnis, damit sie
ungehindert in ihre Weingärten gehen dürfen. Diese versprachen, daß
ihrerseits
nicht geschehen würde. Ein Teil der sich im Kloster befindlichen
Suryoye,
gingen gruppenweise in die Weinberge, die nahe des Dorfes lagen. Hasan
Haco und die Sippe Azam, sahen
dies als eine günstige Gelegenheit und stellten sich zwischen den
Dörflern und
dem Kloster. Somit begann der erste Gefecht. Bei diesem Kampf wurde
Goluäk
Bihno getötet. Daraufhin gingen die Dörfler in Stellung. Ich war im
Kloster
geblieben, aber meine älteren Brüder Shemun und Malke waren nach
draußen
gegangen. Beide waren hinter einem hohen Hügel nahe des Klosters in
Stellung
gegangen. Hanuk, der Sohn meiner Tante, befand sich gleich unterhalb
von den
beiden. Er wurde von einem Mann, namens Muhammad Amok, getötet. Mein
älterer
Bruder, der das beobachtete, wollte auf Muhammad Amok schießen, aber
sein
Gewehr hatte Ladehemmung. Rabiho
bekam die Ladehemmung mit,
nützte dies aus und erschoss meinen Bruder Shemun vom Hinterhalt.
Malke, mein
anderer Bruder, hielt den Mörder in Schach und rief dem herannahenden
Cousin
Steyfo zu. Dieser sah den getöteten Shemun und erschoss folglich den
Mörder
Rabiho. Der
Kampf ging sehr heftig weiter und
es wurden dabei mehr als 10 Männer getötet. Als mein Onkel Hanne ins
Kloster
kommen wollte, wurde er von Ose Hazam aufgehalten. Und obwohl er
unbewaffnet
war, konnte er den Mann packen und zu Boden werfen. Daraufhin kamen die
Freunde
von Ose Hazam zu Hilfe und erdolchten meinen Onkel. Daraufhin kamen
vier
Personen an das Dorf heran, es waren Afrem Zeytin, Nisan Kavme, Garibe
die
Tochter von Malke Shabo und Hazme, die Tochter von Safar Komo. Es
wurde auf sie geschossen, so daß
Hazme gleich starb und die anderen drei verwundet wurden. Aber später
erlag
auch Garibe ihrer Schusswunde. Es starben an einem Tag mehr als 40
Personen,
darunter Avde Shivan und Malke Shemun. Der Angriff war bis am Abend
abgeschlossen. Als am Abend die Namen der ermordeten bekannt wurden,
konnte der
heldenhafte Gevriye Haqe die Situation nicht mehr länger ertragen.
Dieser nahm
dann einige Männer mit und griff die Männer aus Saliha an, die sich
noch in Stellung
befanden. Die Zahlenmäßig überlegenen Männer aus Saliha, haben dann
auch ihn
während des Kampfes getötet. Die
offiziell zur Massaker gekommene
Gruppe, zog sich nach einem Tag zurück, aber die Angriffe der Kurden
aus den
Nachbardörfern, gingen noch jahrelang weiter. Die Angriffe, die vor 3
Monaten
gegen Aynverd begangen wurden, gingen unvermindert weiter. ![]() Im
Dorf Sare, hatte Malke Hanne Haydo
gesagt: "Wir müssen ihnen zu Hilfe gehen. Daraufhin
versammelten sich 100 Mann
und gingen in das Kloster Mor Gabriel. Guloye Gavro führte sie an. Er
war aus
Basibrin. Sie kamen, versammelten sich in Mor Gabriel, schickten nach
Rayite
eine Botschaft und verlangten Beistand, aber die Männer aus Rayite
kamen nicht.
Zwei Tage später hörten sie, daß die Angriffe der Soldaten auf Aynverd
beendet
wurden. Anderenfalls wären unsere Leute mit den Männern von Malke Hanne
Haydo
zusammen gegangen und an der Front gegen die Soldaten gekämpft.
Bald
nach dem Massaker, mußten wir
wegen der Hungersnot alle auseinandergehen. Damals hatte sich auch die
kurdische Sippe Azam im Kloster Mor Gabriel niedergelassen. Aber es gab
immer
noch 3 Suryoye Familien dort. Die Sippe Azam wandte sich indessen an
den
Staatsmann, der sich in Kartmxn befand, um die Suryoye in Keferbe
ermorden zu
dürfen. Der Staatsmann in Kartmin antwortete darauf: "Holt mir die
Anführer von Keferbe, damit ich sie sprechen kann, und während sie
unterwegs
sind, stellt ihnen eine Falle und tötet sie."
Auch
bei dieser Falle hatten die
Männer aus Saliha und andere Banden der Sippe Azam Beistand geleistet.
Die drei
Männer aus Keferbe konnten dem Attentat entkommen. Daraufhin sagte
Malke Hanne
zu den zwei Gevriye: "Ihr braucht nicht ins Dorf zurückzukehren, ich
werde
100 Mann zur Hilfe schicken und die Leute aus Keferbe hierher bringen.
Aber
alle zwei Gevriye wollten die Leute aus Keferbe nicht alleine lassen.
Jedoch
Malke Hanne entwaffnete sie und schickte sie weg. Als sie
zurückkehrten, wurden
sie bei Didele gefangengenommen. Muhammad
Amar, der Agha von Saliha,
hatte dem Gevriye Tuma gesagt: "Du hattest doch gesagt, deine Augen
werden
meine Augen nie sehen." Daraufhin
hatte Gevriye Tuma
geantwortet: "Der Staatsmann hat mir deinetwegen die Hände aufeinander
gelegt (gefesselt)." Dann wurde er vom Agha Muhammad Amar getötet. Daraufhin
hatte Gevriye Shamlan zum
Agha Muhammad Amar gesagt: "Töte mich nicht, wir sind doch von der
selben
Seite." Folglich erschoss nun Ramazan Ismail den Gevriye Shamlan um
Gevriye Tuma zu rechen. Aber
schon davor hatte Gevriye Tuma
zu den Aghas von Saliha gesagt, daß sie bezüglich Tahlo aus Sohrane die
Augen
offen halten sollen. Tahlo der Anführer der Banden, war an jenem Tag
krank,
während die beiden Gevriyes ermordet wurden, deshalb konnten die sie
das Dorf
Keferbe nicht angreifen. Sie
waren allein, weil ihr Anführer
krank war. Tahlo hatte dann Ato aus Keferbe zu sich gerufen und zu ihm
gesagt:
"Gevriye Tuma hat zu mir gesagt, daß ich euch beschützen soll. Wenn ich
gestern in der Nacht nicht in diesem Zustand wäre, so wären sie
gekommen und
hätten Keferbe massakriert. Jetzt gehe und sage ihnen, daß sie entweder
das
Dorf verlassen oder sich in ihre Kirche begeben und sich von dort aus
verteidigen sollen." Ato
kehrte ins Dorf zurück, kam am
Abend an, ging zu Safar Komo und teilte ihnen die Botschaft mit.
Schließlich
gingen wir in unsere Kirche und nahmen noch einige Sachen mit. Manche
sagten
dann: "Es sind nicht ein, zwei oder drei Tage. Es ist besser, wenn wir
von
hier weggehen." Es gab noch 10 Soldaten im Dorf, die in einem Haus
stationiert waren. Die Beziehung zwischen Yahko und dem Qavuä
(Unteroffizier)
war gut. Dieser (Yahko) sagte: "Ich gehe und rede mit ihm, vielleicht
beschützt er uns." Man sagte dem Yahko: "Geh nicht, es ist sinnlos.
Egal wie lange wir bleiben, sie werden uns letztlich doch tötet." Schließlich
einigten wir uns das Dorf
zu verlassen. Aber
sobald wir aus der Kirche
rausgingen, öffneten sie das Feuer und es begann Blei auf uns zu
Regnen. Und
die Soldaten beschützten uns nicht. Nachdem wir das Dorf verließen,
gingen die
Familien Usefke, Safo und Zato zu Sühdüko nach Rayite. Und wir gingen
dann nach
Basibrin. Hanun und einige andere kamen dann am nächsten Tag nach. Wir
hatten
so gut wie nichts mit, außer einen kleinen Topf, einen kleinen Teppich,
einer
Decke auf den Rücken meiner Schwester und ich hatte das Gewehr von Galo
Gerib
mit. Malke hatte auch einige Kleinigkeiten mit dabei. Alles andere
hatten wir
zu Hause belassen. Allein in einem Lager hatten wir 20 Säcke Weizen
gehabt. Die
Leute aus Keferbe haben alles genommen. Wir hatten nur noch 6-7 Mecidi
(osmanische Währung). Malke kaufte dann einige Säcke Weizen von den
Nomaden.
Damit konnten wir 10 Tage auskommen und zogen dann nach Aynverd. Von
dort zogen
wir einige Tage später nach Rayite weiter. Unsere Verwandten, die
Safos, waren
auch dort. Wir
blieben 2-3 Monate dort und dann
gingen wir in die Steppe hinunter. Wir nahmen einige Säcke Lebensmittel
mit und
kehrten nach Bsheyire zurück. Die Leute aus Kartmin sagten den Dörflern
von
Rayite: "Die Leute aus Keferbe, die sich bei euch befinden, beschädigen
unsere Felder. Deshalb sollt ihr sie von hier vertreiben." Daraufhin
warfen sie uns hinaus und wir mußten erneut nach Aynverd gehen. Wir
blieben
dort 1-2 Monate, dann nahm uns der Sohn von Cemo Heshterakli wegen der
Weberei
auf. Wir arbeiteten also 1-2 Monate bei ihm. Mein Cousin Steyfo aber
trennte
sich von uns und ging nach Derkfan. Die Leute aus Saliha, die das
hörten,
wollten Steyfo töten. Steyfo hatte doch zuvor Rabiho getötet, deshalb
wollten
sie ihn rechen. Als Steyfo wusste, daß die Leute aus Derkfan ihn nicht
beschützen würden, flüchtete er und ging nach Rayite und von dort nach
Nusaybin. Seine Tochter war vorher gestorben und sein Sohn war schwer
krank.
Sie hielten sich in einer Mühle auf. Als die Mühle überflutet wurde,
ertranken
beide darin. Damals war es so, wenn jemand erkrankte musste er auch Sterben. Weil niemand sich um den anderen kümmern konnte. Während dieser Zeit waren auch deutsche da und bauten die Eisenbahnlinie von Nusaybin nach Mosul. Einige Suryoye, die das Massaker überlebt hatten, arbeiteten bei ihnen. Auch wir arbeiteten eine Zeitlang dort. 6 Jahre später kehrten wir mit Hilfe von Tschelebi wieder ins Dorf zurück. Wir vertrieben dann die Sippe Azam aus dem Kloster Mor Gabriel und sorgten dafür, daß die übrigen Mönche wieder zurückkehrten."
Quelle: Die Verfolgung und Vernichtung der Syro-Aramäer im Tur Abdin 1915 (vom Erzpriester Sleman Henno, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Vergossenes Blut (von Naaman Abdelmesih, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Zu beziehen über Förder-und Entwicklungsverein Sare e.V. Anmerkung! Man sagt, dass Mor Aphrem Barsaum
(sluthe 'aman), zu seiner Zeit, noch als Bischof im Jahre 1919 beim englischen
Premierminister eine Klage gegen das Osmanische Reich erhob. Folgende Tabelle
soll er als Ausmaß des Schadens vorgelegt haben: original siehe hier Diverse Berichte aus Tur-Abdin (u.a. aus Sare sowie Bsorino)
Erlebnisse
und Berichte mancher Assyrer-Suryoye Volksangehörigen bezüglich der
Massenmorde
von 1915 Schleman
Hanna Maskobi aus Midin/Tur-Abdin (Türkei) und seine Erzählung über die
Ereignisse der Jahre 1914-1918. Hr. Schleman Hanna Maskobi hat das was
er hier
berichtet, nicht selbst erlebt, sondern von seinen Eltern und
Verwandten
gehört. Er wurde 1961 seitens Prof. Helmut Ritter in Istanbul
interviewt. Mein
Name
ist Schleman Maskobi, geboren 1913 in Midin/Tur-Abdin (Türkei). Die
Gegend von
Midin ist sehr umfangreich und von vielen Weingärten umgeben. Auf den
Feldern
wächst Getreide, Weizen, Kichererbsen, Linsen, Wasser- und
Zuckermelonen... Damals,
im
Jahre 1914, sammelte der türkische Staat Jungemänner für seine Armee.
Sie kamen
in die Dörfer, auch nach Midin, nahmen dabei alle jungen Männer mit und
verpflichteten sie zum Militärdienst. Auch mein Vater befand sich unter
denen,
die zur Armee mussten und ich war erst 1 Jahr alt. Nachdem alle jungen
Männer
in die Armee genommen worden waren, kam 1915 die Nachricht, dass Malke
Hanna
sich in Basebrino befindet. Malke Hanna hatte bezüglich der Ereignisse
in
Midyat folgendes gesagt: "Eine protestantische Familie namens Hirmizi
in
Midyat wurde getötet und das Massaker gegen die Christen hat begonnen.
Das ist
ein Ereignis zwischen Christen und Moslems. Passt auf und tötet die
Soldaten,
die sich bei euch aufhalten. Nehmt ihnen die Waffen weg." Basebrino
liegt in der Nähe von Midin, und Malke Hanna hatte jemanden nach Midin
geschickt und folgende Nachricht übermitteln lassen: "Sucht die
Soldaten,
die sich bei euch aufhalten, findet sie und nimmt ihnen die Waffen
weg." In
Midin
gab es 30 türkische Soldaten und sie waren in der Burg stationiert. Als
die
Dörfler diese Nachricht hörten, bekamen sie Angst, aber sie überfielen
dennoch
die Soldaten und entwaffneten sie. Die Soldaten wehrten sich nicht. Die
Dörfler
ließen später die Soldaten frei und sagten ihnen: "Geht, wir wollen
euch
nicht töten." Die Soldaten verließen dann das Dorf. Die älteren Männer
des
Dorfes und die kirchlichen Anführer kamen dann zusammen und beredeten
diese
Angelegenheit. Das
Ergebnis: "Nun sind die Soldaten fort. Sie haben Midyat verlassen und
werden nach Diyarbakir gehen. Dort werden sie erzählen, was wir ihnen
angetan
haben. Dann wird die Behörde (Staatsmacht) kommen. Und wir können gegen
die
Behörde nichts machen." Daraufhin
schickten sie den Soldaten einen Mann nach und holten sie wieder
zurück. Die
türkischen Moslems waren sehr wütend, weil man die Soldaten zuerst
entwaffnet,
dann zurückgeholt und ihnen nochmals die Waffen ausgehändigt hatten.
Die
Soldaten wurden dann im Hause Be Tschello untergebracht. Als es Nacht
wurde,
gingen manche der Soldaten zu den Kurden. Rund um Midin gab es viele
kurdische
Dörfer. Die türkischen Soldaten haben den Kurden folgendes gesagt:
"Seid
mit uns! Wir wollen gemeinsam die Leute (Christen) aus Midin töten!
Dann könnt
ihr das Dorf plündern und nehmen was ihr braucht!" Die
Kurden
benachrichtigten ihre Männer und bei Nacht weckten sie die Soldaten
auf, die
noch im Hause Be Tschello waren. Als die Dörfler am Morgen aufwachten,
wurden
sie von allen Vier Seiten unter Beschuss genommen. Die Dörfler
versuchten, sich
aus der Burg, aus dem Hause Adday und aus der Kirche zu wehren. Diese
große
Kirche war wie eine Burg. Aber die Burg von Midin war auf so einem
Platz
errichtet worden, dass man von hieraus die ganze Gegend sehen konnte. Alle
Kurden aus der Umgebung waren gekommen. Und die Christen aus den
nahegelegenen
Dörfern, hatten sich alle in dieser Burg verschanzt. In der Mitte des
Dorfes,
gab es einen Teich und im Hof der Kirche Mar Yakup, befand sich ein
Wasserbrunnen. Deshalb erlitten die Menschen, die dorthin gekommen
waren, keine
Wassernot. Die
Kurden
und die türkischen Soldaten hielten Midin 10 Tage lang umzingelt, aber
sie
konnten es nicht einnehmen. In der letzten Nacht griffen sie von allen
Seiten
an, jedoch mit Hilfe Gottes, wurden alle ihre Anführer getötet. Es wird
erzählt, dass in jener Nacht 30 kurdische Agha (Anführer) getötet
worden seien.
Am nächsten Tag stellten die Menschen in Midin fest, dass niemand mehr
da war.
Keine Kurden und keine türkischen Soldaten. Es
wurde
dann beraten, was nun zutun wäre. Und die älteren Männer kamen zum
Entschluss
und sagten: "Basebrino wird in diesem Krieg nicht fallen. Aber wenn es
ein
Massaker gibt, dann wird das Dorf Azach verlieren. Für uns wäre es
besser, wenn
wir Midin verlassen und nach Basebrino gehen. Wir können mit den
anderen
Christen dort besser Widerstand leisten." Sie
schickten jemanden zum Malke Hanna, um zu erfahren, was er gedenke.
Malke Hanna
erwiderte so: "Kommt gleich! Wir sind bereit, alles was wir besitzen
mit euch
zu teilen, bis wir diesem Massaker entkommen sind." Als
es
Nacht wurde, verließen alle das Dorf Midin. Sie belasteten ihre
Maultiere so
viel sie tragen konnten, schulterten selber manches auf und machten
sich auf
den Weg. Auch Frauen und Kinder trugen was konnten. Außerdem wurde auch
die
Herde mitgenommen. Somit marschierten sie bei Nacht einen Weg, der von
Midin
bis Basebrino 4 Stunden dauerte. Sie kamen in Basebrino an, ohne von
den Kurden
entdeckt worden zu sein. Die Kurden, die es mitbekommen hatten, dass
die Leute
aus Midin geflohen seien, versuchten den Weg zu schneiden, aber sie
konnten
lediglich 3 oder 4 alte Männer töten. Sie
lebten
eine Zeitlang alle gemeinsam in diesem Dorf. Aber schon bald wurde das
Lebensmittel knapp, weil zu viele Menschen da waren. Sie haben keine
andere
Wahl mehr gesehen, als einige Überfälle zu organisieren, um die Tiere
der
Kurden zu stehlen. Indessen versuchten die Kurden von der hinteren
Front die
Christen zu erschießen. Die
Nachricht bezüglich der Lage im Dorf, war in Midyat schon bekannt
geworden. Die
Behörde schickte daraufhin eine Gruppe von 30 Mann zu Malke Hanna, der
Hanna
Haydos Sohn war. Die Gruppe erbrachte folgende Mitteilung: "Wir, als
Staatsgewalt, wolle euch mit diesen 30 Soldaten gegen die Kurden
verteidigen."
Malke Hanna glaubte der Mitteilung und erlaubte den Soldaten, sich in
der
Kirche Mar Dodo niederzulassen. Er ging jeden Tag zu ihnen in die
Kirche und
spielte mit ihnen Karten. Der
anwesende Offizier gab später den Soldaten folgenden Befehl: "Wenn
Malke
hierher kommt, dann nimmt eure Gewehre und tötet ihn!" Aber als Melke
kam,
befolgten die Soldaten nicht dem Befehl. Und so vergingen Wochen. Als
Malke
Hanna eines Tages wieder beim Offizier war, suchte sich der Offiziere
eine
Ausrede, ging hinaus und sperrte hinter sich die Türe zu. Der Raum
hatte keine
Fenster und es gab daher keinen anderen Ausgang. Und die Türe war sehr
massiv.
Der Offizier befahl den Soldaten, dass sie Stroh besorgen und es
anzünden
sollen, damit Malke im Rauch ersticke. Diesmal gehorchten die Soldaten,
zündeten das Stroh und schoben es unterhalb der Türe in den Raum durch.
Malke
Hanna hatte zu husten begonnen und konnte sonst nichts machen. So wie
es in den
Kirchen üblich ist, befand sich in der Ecke im oberen Teil des Raumes
ein
Luftschacht. Von hierdurch konnte man aufs Dach gelangen. Es
gab
auch Bettgestell im Raum. Malke stieg auf dieses Bettgestell und
versuchte aufs
Dach zu klettern, um sein Leben zu retten. Aber er konnte den Deckel
des Kamins
nicht öffnen. Die Soldaten hatten vermutet, dass sich im Raum etwas
abspiele.
Sie öffneten die Tür und gingen hinein. Sie sahen das Bettgestell und
den
offenen Kamin. Sie nahmen dann das Gestell hinaus, häuften im Raum
Stroh auf
und zündeten es an. Dann gingen sie wieder hinaus und versperrten die
Türe
hinter sich. Malke Hanna versuchte weiterhin vergeblich den Deckel des
Kamins
zu öffnen. Als er einsehen musste, dass der Deckel nicht aufgeht,
sprang
hinunter, ohne zu wissen, dass die Soldaten das Bettgestell entfernt
hatten. Es
war Erde auf den Boden gefallen und das Gewehr im Schacht hängen
geblieben. Ein
Weilchen später musste Malke durch den Rauch ersticken und so sterben. Die türkischen Soldaten hatten in dieser Zeit folgende Nachricht den Kurden übermittelt. "Wenn wir aus Dach der Kirche Mar Dodo in Basebrino steigen und einen Schuss abfeuern, greift das Dorf von allen Seiten an!" Nachdem der Herr des Dorfes Malke Hanna gestorben war, stiegen sie aufs Dach der Kirche und gaben das Zeichen, wie sie es angekündigt hatten. Die Kurden griffen sofort das Dorf an und die Soldaten öffneten das Feuer von der Kirche aus auf die Christen. Später dann drangen die Moslems in das Dorf und nahmen alle Männer gefangen. Sie banden ihnen die Hände und brachten sie in ein großes Gebäude. Dort standen sie bei der Tür, begannen zu schießen und töteten einen nach dem anderen. Quelle: Die Verfolgung und Vernichtung der Syro-Aramäer im Tur Abdin 1915 (vom Erzpriester Sleman Henno, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Vergossenes Blut (von Naaman Abdelmesih, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Zu beziehen über:Förder- und Entwicklungsverein Sare e.V (FEVS) - www.sare-online.com - Anprechspartner: Dipl.-Ing. Matthäus Lukas Turan Tel: 030/ 44 05 23 03 - Fax: 030/ 44 05 23 04 Das Land Mesopotamien wurde Zeuge der
fortschrittlichen Zivilisation und Kultur, welche unser Volk geschaffen hat.
Gleichzeitig wurde es jedoch auch Zeuge wie Massaker und Völkermorden über ihn
gekommen sind. Das Land Bethnahrin, das mit dem Blut der unschuldigen Märtyrer
des Assyrer-Aramäer-Chaldäer-Suryoye Volkes so sehr ertränkt wurde, so dass
sich die Erde mit diesem Blut rot färbte. Zeitalter hindurch, nachdem seine letzten
Imperien von Assur und Babil, die seine grossen Stützen/Rückgrat waren, ist
unser Volk durch die Angriffe und Unterdrückung der herrschenden zum Opferlamm
gegenüber den Regierenden, welche das Land Bethnahrin beherrschten,
geworden. Jede Macht, die aufgetaucht ist, hat uns ausgeraubt, jeder
Herrscher der gekommen ist hat uns unterdrückt, jedes Reich, das über uns
herrschte, hat an uns Massaker und Völkermorde begangen. Und auf Grund dieser
Massaker und Völkermorde hat sich die Zahl unseres Volkes von vielen
Millionen auf so sehr verringert, dass es heute am Aussterben ist. Besonders die Völkermorde in den letzten
zweihundert Jahren haben unser Volk aus den Wurzeln hinaus entrissen. Ausser
diesen grossen und bekannten Völkermorde , hat unser Volk viele unzählbare
regionale Massaker erlitten. Unser Assyrer-Suryoye Volk hat sich
unter schwersten Umständen am Leben erhalten und seine Identität bis heute beibehalten.
Aber wenn man die politischen, militärischen und ökonomischen Verhältnisse
jener Zeit nicht verstehen und analysieren kann, so kann man dem heutigen Leben
keinen Sinn zuordnen/beimessen. Nach den Kenntnissen und den uns vorliegenden
Informationen aus den Dokumenten, wird überliefert, dass es im 17. Jahrhundert
72.000 Nestorianisch-Chaldäische Familien, 700 Syrisch-Katholische Familien und
30.000 Suryoye Familien im irakischen Teil Bethnahrins gegeben hat. Alles
in allem machen es zusammengezählt 102.700 Assyrer-Suryoye Familien. Nach dem Massaker des 15. Dezember des Jahres
1895, welches sich in Omid und Urhoy sowie den näheren Umgebungen ereignet
hatte, lebten 35.000 Familien im Tur-Abdin, Beth Zabday und in Mardin, 20.000
Familien in Omid und in 17 der umliegenden Dörfer, 40.000 Familien in
Urhoy, Antakya und Umgebung sowie 20.000 Assyrer-Suryoye im Hakkari.
Desweiteren gibt der russische Professor Leyan, nachdem er die Türkei bereist
hatte, bekannt, dass es im Jahre 1915 vor Beginn der Massaker 941.000
Assyrer-Suryoye innerhalb der Grenzen des Osmanischen Reiches gegeben hat. Die Zahl der bei den bekannten Massaker und
Völkermorden der letzen 150 Jahren umgekommenen Assyrer-Suryoye sind wie folgt
bekannt: Bei den von Bedir Khan begangenen Massaker in
den Jahren 1843 bis 1845 waren bis zu 50.000, beim Massaker 1850 bis zu
100.000, bei den Massaker in Omid und Urhoy des Jahres mehr als 20.000, beim
Massaker 1909 waren 3.000 und beim grössten Völkermord der Jahre 1915 bis 1918
wurden 500.000 Assyrer-Suryoye, abgeschlachtet und massakriert worden. Infolge
dieser Völkermorde ist unser Volk zu Hunderttausenden geflüchtet Vieler dieser Völkermorde wurden in Folge der
Ausrufung der heiligen Kriege durch die Osmanische Herrschaft begangen und auch
die Kurden, denen man Versprechen machte, wurden für diese Sache gewonnen und
in Aktion gesetzt. Die Hamidiya Einheiten in der osmanischen Armee, welche von
den Kurdischen Feudalherrschaften gebildet wurden, sind ein Beispiel dafür.
Ziel der Festsetzung dieser Hamidiya Einheiten war es im einen im positiven
Sinne die vorherrschende islamischen Politik innerhalb der Grenzen des
Osmanischen Reiches fester zu etablieren und im anderen sich negativ auf die
christlichen Völker, welche dabei waren sich zu organisieren und auf eigene
Beine zu stehen, zu wirken. Um das Fortschreiten und all das, was daraus folgen
könnte, aufzuhalten, mussten die christlichen Völker, wie wir Assyrer-Suryoye,
das Armenische Volk und das griechische Pontus Volk entweder vernichtet oder
zumindest mit Gewalt zum Islam bekehrt werden wie auch ihren Einfluss auf das
gesellschaftliche Leben zu verringern. Die Hamidiya Einheiten waren es
schliesslich, welche den Plan des Massakers von 1915 in die Tat umsetzten und somit
den grössten praktischen Teil zur Ermordung beitrugen. Das bitterste und traurigste Genozid, welches
in die Geschichte unseres Volkes einging, war jenes des Jahres 1915. Dieses
Massaker, welches grosse und tiefe Wunden im Gedächtnis unseres Volkes hinterlassen
hat, wurde durch Erzählungen und die Geschichten, durch die Gedichten und
schriftlichen Überlieferungen wurde auch in die Gedächtnissen unserer Jugend
lebendig gemacht. Es ist undenkbar das jemand dieses an unser Volk begangenes
Massaker vergiesst. Im Monat Juli des Jahres 1914 begann
der 1. Weltkrieg. Nachdem sich dieser Weltkrieg ausweitete, hatte die
Weltgeschichte eines der blutigsten Völkermorde durchlebt. Aus Angst, die
östlichen Gebiete ihres Reiches an die dort ansässigen christlichen Völker, wie
unser Assyrer-Suryoye Volk und das Armenische Volk, zu verlieren, begann das
Osmanische Reich ihre Vernichtungspläne in die Tat umzusetzen. Mit der
Umsetzung dieses Vorhaben wollte sie auch ihr turanistisches Gedankengut
weitervermitteln. Dieser Gedanke sah es vor die Turkvölker in Asien mit den in
Anatolien lebenden Türken zu vereinen. Jedoch stellten die christlichen Völker,
welche im Osten des Osmanischen Reiches ansässig waren, für die Ziele der
Turanisten ein Stolperstein dar. Der erste Weltkrieg war dann auch eine
willkommene Möglichkeit, um dieses Problem aus dem Weg zu schaffen. Für dieses
Massaker, das vom Kalifat der Moslems, welche die Herrschaft über das
Osmanische Reich inne hatte, feierlich verkündet wurde, wurden die Christen allgemein
zu Vaterlandsverrätern erklärt sowie ihre Ermordung als heilig und ehrenhaft
für alle Moslems propagiert. Genau zu der Zeit, an der dieser Krieg
zunehmend schlimmer wurde, ist aufgrund des Befehls von Cemal, Taalat und
Enver Pascha, welche zu jener Zeit die politischen Führer des Osmanischen
Reiches waren, mit dem Völkermord an die dort lebenden Christen begonnen
worden. Das Deutsche Reich war ein Bündnis mit dem Osmanischen Reich
eingegangen, damit die dem Osmanischen Herrschaft untertänigen Christen nicht
die Russen, Briten und Franzosen helfen und unterstützen sollten. Das Deutsche
Reich hatte den Völkermord gebilligt und seine Augen vor dem Gemetzel
verschlossen und auf blind getan. Als das Massaker in Gang gesetzt wurde, war
unser Assyrer-Suryoye Volk nicht organisiert. Die herrschenden Despoten
kreisten wie die Wespen um unser Volk, mit dem Ziel es bis hin zu den
Wurzeln auszurotten. Viele Assyrer-Suryoye wurden auf eine Art geschlachtet,
als seien sie der Menschheit und der Menschlichkeit unwürdig. Viele wurden
enthauptet, jene die sich in den Kirchen versteckten wurden kurzerhand
verbrannt. Frauen und Mütter wurden vergewaltigt. Mädchen und Kinder wurden wie
Beute geraubt und entführt. Die skrupellosen und blutdürstigen Ausbeuter
kannten keine Grenzen, keine Hemmschwelle. Mord, Hängen, Vergewaltigungen,
Plünderungen, Raub, Verrat und Blutvergießen.... ”Die Geistlichen, welchen sie die Nasen
durchbohrten und so angekettet durch die wurden durch die Straßen von Omid und
Midyat geschleift; Kirchen und Klöster wurden willkürlich in Brand gesteckt;
Frauen wurden von Dutzenden Männer vergewaltigt; den schwangeren Frauen wurde
der Bauch aufgeschlitzt und deren Föten zuerst an den Speerspitzen gespießt und
danach auf die Mauern geschleudert; die Jungen Mädchen sprangen von
Bergen und Schluchten, um dem Feind nicht in die Hände zu fallen; wer kann
dieses vergessen? Wer setzt sich nicht ein, deren Tod zu sühnen? Wer ist
Manns genug ihnen die verdiente Ehre zu verweigern? Welcher Waise schwört nicht
vor ihnen? Mit diesen Worten beschrieb der Mönch Ishaho des Klosters Mar Evgin
den Völkermord und das Gemetzel, welches unserem Volk widerfahren ist: weiter
fügte er an:” Gott möge so etwas über unseren Feinden nicht zukommen lassen. Bei diesem Massaker, welches sich vom
Frühling bis zum Herbst des Jahres 1915 hinzog, wurden mehr als 500.000
Assyrer-Suryoye erbarmungslos ermordet. Viele Zehntausende waren verdammt ein
Leben in den Flüchtlingslagern zu führen, wiederum Zehntausende waren gezwungen
ihre Heimat zu verlassen. Dutzende Städte des Assyrer-Suryoye Volkes wurden
zerstört und hunderte Dörfer, Kirchen und Klöster in Ruinen verwandelt. Das Hab
und Gut wurde gewaltsam entrissen. Bis hin zu den Toten, die auf den
Wegen, Straßen und Gassen lagen, hatte man bestohlen. Was ist aus den 153.000 Assyrer-Suryoye,
welche in Hakkari und Umgebung lebten, geworden, wo sind sie? Was ist aus Sivas
und den 25.000 Assyrer-Suryoye geworden? Wo sind die Sechzigtausend, welche in
Omid ihr Zuhause hatten, geblieben? Wo sind sie hin, die Achtundneunzigtausend,
welche in Van lebten? Und wo sind die 250.000 Assyrer-Suryoye, die in der
Region der Berge der Knechte Gottes ”Tur-Abdin”, was ist aus ihnen geworden? Dieses Massaker fegte wie ein Wirbelsturm
über das Assyrer-Suryoye Volk hinweg. Sein Rückrad wurde gebrochen und mit
einem Bein in das Grab der Geschichte gelegt. Unser Assyrer-Suryoye Volk konnte
trotz der Unbarmherzigkeit und Blutrünstigkeit der Angreifer an einigen Orten
großen Widerstand leisten, das unser Geschichte gerecht ist, und sich damit am
Leben halten: Hewardo, Hah, Bsorino und Mor Malke sind einige dieser genannten
Orte. Über diesen Völkermord, das an unser Volk
begangen wurde, ist Jahre lang nicht mehr gesprochen worden. Das Osmanische
Reich wurde nicht angeklagt und belangt, so das sie als Türkei ihr Dasein
weiterführt. Von dieser Tatsache ermutigt, fährt die Republik der Türkei mit
ihrer Politik der Unterdrückung und Vernichtung gegenüber dem Assyrer-Suryoye
Volk fort. In den letzten 10 Jahren wurden bis zu 45 ausgewählten Personen
unseres Volkes von der Hand der unsichtbaren und paramilitärischen
Einheiten des Staates ermordet. Und diese Morde sind weder die Ersten
noch sind sie die Letzten. Für was floß das Blut der Kinder und Alten in
den Straßen und Gassen; warum wurde Müttern und Schwangeren der
Bauch aufgerissen und der Fötus an die Wand geschleudert sowie ihre
unschuldigen Kinder massakriert; Weshalb wurden die Mädchen und jungen Frauen
gewaltsam entführt; Warum wurden die leblosen Leiber der Märtyrer auf die Wege
und Straßen geworfen, so daß sie Nahrung für die Vögel des Himmels wurde; warum
all dies?? Nicht weil sie Revolutionäre jedoch aber weil sie Chaldäer waren.
Und nicht weil sie in der ”Mtakasto” waren, jedoch aber weil sie Aramäer
waren. Nicht weil sie vom ”Zawco” waren, jedoch aber weil sie Suryoye waren,
wurden sie ermordet. Nicht weil wir von den Revolutionären, der Mtakasto oder
Zawco sind, müssen wir all diesen Märtyrern gedenken, sondern weil wir
Assyrer-Aramäer-Chaldäer-Suryoye sind, gerade deswegen müssen wir die Märtyrer
ehren. Kurz gesagt, gerade weil wir Menschen sind, müssen wir diesen
Märtyrern gedenken. Die Möglichkeit am Leben zu bleiben ist durch
den nationalen Befreiungskampf in den Bergen Bethnahrins und in den Städten
Europas von der Patriotischen Revolutionären Organisation Bethnahrin gegeben
worden. Das Einnehmen einer Stellung und Aufgabe im Nationalen Befreiungskampf
ist für all die eine Pflicht und Aufgabe, die sagen: ”Wir sind Menschen
haben Rechte und wollen am Leben bleiben.” Jugend von Tur Abdin/Bethnahrin/Suryoye, werde dir bewußt, das
daß Weiterleben als Volk vom Erlangen seiner Rechte abhängt. Es ist abhängig
vom nationalen Befreiungskampf und den Kampf und die Mühe den Du gibst. Dann
können wir sagen: ”Das Assyrer-Suryoye Volk wird nicht mehr sterben, es wird
nicht mehr sein Haupt vor den anderen Völkern beugen und seinen Platz in den
Reihen der Völker annehmen. Die Jugend von Tur-Abdin / Bethnahrin /Suryoye, wirst das Erbe des Widerstandes antreten, welche die geehrten Märtyrer und Helden wie: Gello Sabo, Marika d`Be Keco, Meshud Mzizahi, Semhune Hanne Haydo, Hanna Maqdisi Camune und Isoh Hanne hinterlassen haben sowie das was sich die Hazhoye gegenseitig geschworen und gesagt hatten: ” Lieber sterben wir einen heldenhaften Tod, als das wir unehrenhaft sterben.” Jugend von Bethnahrin, DU wirst dieses Erbe antreten! Diverse Berichte in pdf-Dateien aus Tur-Abdin (u.a. aus Sare sowie Bsorino Anmerkung! Man sagt, dass Mor Aphrem Barsaum
(sluthe 'aman), zu seiner Zeit, noch als Bischof im Jahre 1919 beim englischen
Premierminister eine Klage gegen das Osmanische Reich erhob. Folgende Tabelle
soll er als Ausmaß des Schadens vorgelegt haben: original siehe hier 1850-1950 yillari
arasi Turabdin'de Heverka ve Mala Osmên -2 Ali Battê yalniz
Heverkalilari degil komsu asiretleri de yönetmeye basladi. Ulusalci
birçok
asiret reisi tarafindan ziyaret edilerek gittikçe büyük bir destek
buluyordu.
Mardin'in yerli esrafi ile olumlu görüsmeler yapti; çogunun destegini
aldi MUSTAFA ALDUR 1917 yilinda Ali
Batte vê Samun Harput cezaevinden kaçarak Midyat'a geldiler.
Anlatilanlara göre
cezaevindeyken asiret reisleri ile anlasmali olarak kaçip Kürdistan'in
kurtulusu için silahli bir isyan baslatilacakti ve tutuklu asiret
reisleri de
mensup olduklari asiretlerle isyani dektekleme sözünü vermislerdi. Ali idamla
yargilanmisti. Ancak devlet çok karmasik bir dönemden geçiyordu, Dünya
Savasi'ndan yeni çikmis, perisan bir durumu yasiyordu. Bu nedenle
Midyat'taki
hükümet yetkilileri, Ali Battê'nin üzerine gitmeyi göze alamadi. Dört yil süren Dünya
Savasi Kürdistan'i çok tahrip etmis ve zayif düsürmüstü. Savasin son
iki
yilinda açlik ve hastalik Kürdistan'in her tarafinda korkunç bir
sekilde
sürmüs, feci yaralar açmisti. Ermeniler katliamdan geçirilmis, Tor
Abidin
bölgesinde Süryanilerin çogu öldürülmüs, halk kitlik ve sefalet içinde
yasiyordu. Ali Battê yalniz
Heverkalilari degil komsu asiretleri de yönetmeye basladi. Ulusalci
birçok
asiret reisi tarafindan ziyaret edilerek gittikçe büyük bir destek
buluyordu.
Mardin'in yerli esrafi ile olumlu görüsmeler yapti; çogunun destegini
sagladi,
ancak Haco III hala Harput cezaevinde tutuklu idi ve idamla
yargilaniyordu.
Disarda olsaydi amcasioglu Ali Battê'ye yardimda bulunacagi gibi karsi
konulmaz
bir güç teskil edeceklerdi. Türk devletine karsi
bir isyani baslatmak için birçok asiret reisinin destegini almasina
regmen,
bütün Kürdistan'da oldugu gibi Mardin bölgesinde de Kürdün Kürde karsi
kin ve
nefreti söz konusu idi. Bazi asiret reisleri tamamiyle bu isyana
karsiydi ve
devletten yana tavir sergilemekteydiler. Ali Battê: Öncü
kisilik Birçok Hiristiyan,
Türk otoritesinin uyguladigi baskiya dayanamayarak Ingiliz güçlerine
siginmaktaydi. Türk devleti için bütün Hiristiyanlar Avrupalilarin
ajani,
provaktörüydü. Ingilizlerin Halep
mintikasi sefi Ali Battê'ye bir mektup göndererek otoritesi altinda
bulunan
Hiristiyanlarin güvenliklerinin saglanmasini arz etmisti. Midyat'in
Estel
kesiminde birçok asiret reisi ve taninmis kimseler bir araya gelerek
Tor Abidin
bölgesinde Hiristiyanlara bir darbe vurmak ve onlari devlet istegi
dogrultusunda bu bölgeden çikarmak fikrinde birlestiler. Ancak Ali
Battê bu
toplantiya karsi çikarak, "Her kim ki Hiristiyanlara karsi bir eylemde
bulunursa beni karsisinda bulacaktir'' deyip, toplantiyi dagitmistir. Bundan olsa gerek
Türkler, Ali Battê'yi Ingiliz ajani olarak nitelendirmektedirler. Yöre halki üstü
kapali bir sekilde baskan Wilson'un sartlarinin kabul edilmesini ve bir
baris
konfaransi ile kendi istemlerinin devlet yonetimine prensip
olusturmasini arz
ettiler. Ali Battê, Diyarbekir'de bulunan (1917, Diyarbekir'de ordu
kumandani)
Mustafa Kemal'e bir mektup göndererek, Kürdistan'dan elini çekmesini ve
yapilacak bir katliamdan devletin sorumlu olacagini bildirdi. Mart 1919'de Ali
Battê Suriye tarafina geçerek Hamza Aga (Haci Silêmana asireti reisi)
ve Arab
Taya asiret reisi Seyh Mihemed ile görüserek Türk devletine karsi
yapilacak
isyanda onlardan destek sözünü aldiktan sonra tekrar Nusaybin'e geri
döndü.
Nusaybin'de bulunan devlet memurlari halka baski yaptiklarindan, onlari
kontrol
altina aldi. Halkin istegi üzerine Nusaybin kaymakamindan tutuklularin
serbest
birakilmasini istedi. Bu istege karsi kaymakam "Vilayetten izin istemem gerekir, aksi takdirde onlari birakamam'' dedi.
Ali Battê buna itiraz
etti. "Bu insanlar suçsuz ve yoksuldur, birakin ailelerine
dönsünler." Fakat kaymakami razi edemedi. Kaymakam ileri bir tarihte
tutuklulari salacagini söylediyse de Ali Battê onu dinlemeden, Semun
ile
birlikte Nusaybin cezaevinin kapisina geldi. Semun tehlikeyi fark
etmisti. Çünkü yapilacak baskaldiri için yeterli hazirliklar
yapilmamisti.
Almanlar, Türk yetkililerden, Nusaybin-Bagdat demiryolu ihalesini
almisti. Ve
demiryolunun dösenmesi de Ali ile Semun'un kontrölünde yapiliyordu.
Ingilizler
de Nusaybin-Bagdat demiryolu ihalesi pesindeydi. Bu demiryolu
ihalesinin
Almanlarin elinde olmasi, Ingiliz hükümetini gücendiriyordu. Semun, Ali Battê'ye
cezaevini açmamasini tavsiye ettiyse de dinletemedi. Ali,
gardiyanlardan
tutuklularin serbest birakmalarini istedi, gardiyanlar buna
yanasmayinca
yaninda bulunan silahli adamlari ile birlikte cezaevinin tüm kapilarini
kirdirtarak 11 Mayis 1919 günü tutuklulari serbest birakti. Ve isyan basliyor... O sirada
Kürdistan'da, merkezi Diyarbekir'de bulunan 13. Kolordu vardi. Nusaybin
kaymakami Midyat'ta bulunan 24. Dag Alay Komutanligi'ndan yardim
istedi. Ancak
24. Alay Heverkalilar tarafindan sarildi. 12 Mayis 1919 günü, 5. Tümen
Komutanligi isyan bölgesine yeni kuvvetler gönderdi. Ali Battê ve
arkadaslari Nusaybin kislasini basarak kaymakam ve savciyla birlikte
içinde
bulunanlari rehin aldilar, halka zarar gelmesin diye, sehir etrafindaki
çemberi
yararak Omeriya daglarina dogru çekildiler.
Daglara vardiktan
sonra kaymakam, savci, asker ve devlet memurlarini serbest biraktilar.
Tinat
köyünde Habezbeni ve Omeriya asiret reisleri ile görüstü, onlardan
devlete
karsi birlikte koymalarini istedi fakat onlari razi edemedi. Çünkü
devlet zayif
olmasina ragmen Kürtlerin çogu hala devletten korkuyordu. Sabahin erken
saatlerinde yogun top atislari altinda Heverkalilar çarpismalara devam
etti.
Heverkalilarin diger asiret reisler (Hitto, Omerê Sêro, Mihame'yê ælo,
Alikê
Segvên Osê Azam ve digerleri) yardima gelerek çarpismalara katildi.
Semunhe
Hanne Haydo topu kullanan subayin üzerine hücum ederek onu öldürdü ve
topu
asagiya dogru yuvarladi. Heverkalilar büyük moral kazandi. Çarpismalar
Omeriya
bölgesinde 20 gün araliksiz sürdü. Ali Battê askerlerini
Midyat'a dogru çekti. Midyat sokaklarinda gögüs gögüse çarpismalar
yasandi, her
iki taraftan da çok kisi vuruldu. 6. Alay ve bölge halkindan toplanan
binlerce
devlet milis müfrezesi Heverkalilarin üzerine yürüdü. Ali Battê kendi
köyü olan
Mizizax'a çekildi ve burada savunma durumuna geçti. Ancak Çelebi Aga
cezaevinden serbest birakilmis, Saroxan II ile birlikte devletin
yaninda yer
alarak karsi saldiriya geçmisti. Deksuri asiretlerinin çogu Çelebi'nin
yaninda
yer aldi. Yogun çarpismalardan sonra Mizizax köyü top atesine tutuldu.
Battê
köyü terk etmek zorunda birakildi. 6. Alay komutani
Binbasi Nuri Pehlivanzade Midyat'ta bir bildiri yayarak hükümetin
yalniz Ali
Battê'yi takip ettigini, asiretlerin kendisine yardim etmedigi taktirde
kimseye
dokunulmayacagini ilan etti. Devlet güçleri
firsati ellerine geçirmislerdi. Bazi asiret reislerine silah dagitarak
milis
güçlerinin sayisini artirdilar. 17 Agustos 1919'da Cehennem deresinin
kenarinda
yer alan Midih köyünün çevresi devlet ve Deksuri asiret kuvvetleri
tarafindan
sarildi. Çarpismalar gün boyu sürdü. Ertesi günün aksaminda (18 agustos
1919)
Ali Battê vurulduktan sonra cesedi Midyat'a getirilerek hükümet
konaginin
önünde kasap çengellerine asildi. Bir hafta bekletildikten sonra
akrabalari
tarafindan altin karsiliginda alinan ceset Mizizax köyü mezarligina
gömüldü.
Heverka asiretlerinin birlik ve beraberligi tekrar bozuldu. 1925-Seyh Sait Isyani
ve Haco 1925 yili Subat
ayinda baslayan Sêx Said hareketini organize eden ve Kürdistan'da 23
subesi
bulunan Azadi örgütüdür. Kürdistan'in her bölgesindeki, (Botan, Garzan
ve
Midyat) asiret reisleri ve taninmis etkin sahsiyetlerle tamas kurup
isyani
bütün Kürdistan'i kapsayacak sekilde en ufak noktasina kadar planlayan
Azadi
örgütü, çalismalarini Mardin ve Midyat bölgesinde de sürdürmüstür. Haco
III,
yöredeki önemli sahsiyetlerle toplanti düzenleyerek, birlikte harakete
katilacaklari hususunda and içmislerdi. Beytüssebap isyani ve
isyanin planlanan tarihten önce patlak vermesi Sêx Said isyanini
etkileyen
önemli bir etkendir. Isyan planlanmisti. Haco bu durumda ikincil bir
rol
oynayabilirdi, bu nedenle beklemeye karar verdi. Devlet ise bos
durmayarak asiretleri isyanin üzerine saldirtmaya çalisti. Haco 3000 kisilik (Müslüman,
æzidî ve Süryanilerden olusan) silahli bir güçle Diyarbekir'e yöneldi.
Amaci
Diyarbekir'de Sêx Said kuvvetleri ile birlesmekti. Midyat'tan çikarken,
Diyarbekir'e kadar devlet güçleri ile çarpisip zaman kaybetmek
istemiyordu.
Bütün adamlari tembihliydiler. Haco henüz
Diyarbekir'e varmadan Adana'dan Sark Ekspresi ile Mardin'e indirilen
Naci Pasa
kumandasindaki kolordunun siddetli taarruzu sonucunda Sêx Said
Efendi'nin
kuvvetleri tutunamamis, güneyden kuzeye dogru çekilmislerdi. (Zinnar
Silopi
Doza Kurditan s.89) Diyarbekir'e varmadan
Sêx Said kusatmasinin kalkmis oldugu ve kuzeydeki daglara dogru
çekildigi
haberini almasina ragmen, yardim için Haco kuvvetlerini Siverek
yönünden
Diyarbekir'e sokmayi amaçliyordu. Fakat burada da devlet güçleri ve
devlet
yanlilari tarafindan engellendigi için geri dönmek zorunda kaldi. Türk devleti Haco'nun
devlet yanlisi degil Sêx Said yanlisi oldugunun farkina varmisti.
Siverek'te
devlet güçlerine karsi çarpismisti. Sêx Said
tutuklandiginda Haco da mahkemeye çagrildi, devlet Sêx efendinin
ifadesine
basvurup Haco'yu idam etmek istiyordu. Istiklal mahkemesi
savciliginin, "Haco'yu taniyor musun, size yardim etmis midir?"
sorusuna karsilik Sêx Said efendi: "Hayir ben o insani tanimiyorum,
diyorlar ki Haco ve asireti æzidi olup bize karsi savasmis'' seklinde
beyan
veriyor. Ancak bu beyan Haco ve arkadaslarini Istiklal Mahkemesi'nin
serrinden
korumak için söylenmistir. Ingiliz ve Fransiz
kaynaklarinda da, Sêx Said hareketinin en büyük desteginin Haco
önderligindeki
Heverka güçleri oldugu belirtiliyor. Sêx Said Efendi'nin
kardesi Mihamed Mihdi mücadeleye devam etmek için Irak'tan Suriye'ye,
Haco'nun
yanina gitmek istiyordu. (Cigerxwin Jînenîgeriya min s.164) Melle Cuma'nin da
anlattigina göre Sêx Said tutuklanmadan önce Haco'ya bir mektup
göndererek
yarim kalan mücadeleye devam etmesi tavsiyesinde bulunmustu. Haco, Fransiz
güçlerle çatisiyor 1920 tarihinde
Fransizlar Suriye'yi isgal ederek Osmanlilardan aldilar. 1924'te
simdiki kuzey
Suriye'de otoritelerini güçlendirerek El-Cezira mintikasina kadar el
attilar
ancak Osmanli devleti buradan Fransizlari geri püskürtmek için çaba
sarfediyordu. O sirada Kürtlerle Arap Samar asiretleri arasinda devamli
bir
çatisma vardi. Samarlar öteden beri Osmanlilari destekliyorlardi. Fransiz baskumandani
Rolgan ve yardimcisi Kimyni, Cezira'ya (Kamislo-Derik-Andivere)
geldiklerinde
Samar asiret reisi Misal Baso El Erba onlari büyük bir memnuniyetle
karsiladi.
Bu seyhin amaci Kürtlere karsi destek kazanmakti. Arap Samar asiretine
karsi
olan Arap Taya asireti Kürtleri (Heverkalilari) destekliyordu, hem
Osmanli hem
Fransizlara karsi Kürtlerin yaninda yer almislardi. Taya asiretleri
Kürt-Arap
dayanismasiyle bir devlet kurmak istiyorlardi. Fransizlar Beyandur
köyünun tepesinde bir kisla kurmuslardi ve Kürt ileri gelenlerini
tutuklayip
onlari canli halde bogazlarina kadar topraga diktiler. Ose isminde
(Tilminar
köyünden) birini öldürdükten sonra digerlerini de bu sekilde topraga
dikip
üzerlerine aç köpekler saldirtarak öldürttüler, diger asiret reisleri
kaçti,
tutuklanan bazilari ise sürgün edildi. Topraga dikilenler
arasinda, Abasê Mihimid (Beyandur köyü muhtari), Heverka asiretinin
Dorika kolu
asiret reisi Avdê Timar, Heso'yê Avdila ve Haci Heso'yê Teya vardi. Bunun üzerine
El-Cezira'da bulunan asiretler Heverka asiret reisi Haco'den yardim
istediler.
Haco, Heverka asiret ileri gelenleri ile görüstükten sonra 2000 kisilik
silahli
bir güç ile Midyat'tan Bagok Dagi'na geçti, oradan da El-Cezira'ya
indi. Ilk
etapta Beyandur'da bulunan Fransiz askeri kislasina saldiridi. Siddetli
çatismalar sonucunda Rolgan haber aldi ve Andiver bölgesinden Cerih'a
dogru
takviye güçlerini aktardi. Bazi asiret reisleri
Haco'ye tavsiyelerde bulunarak, Fransizlarin elinde güçlü silahlar
oldugunu ve
bu büyük güç karsisinda çok zayiat vereceklerini söylediler. Haco ise,
"Kesinlikle ve her ne pahasina olursa olsun, Fransizlarin burada
Kürtler
üzerindeki zulmünü kirmak için savasmadan geri dönmeyecegiz. Böylece Haco'nun emri
ile kuzey Suriye'nin hemen hemen her yerinde Fransiz güçleri ve Kürtler
arasinda silahli çatismalar yasandi. Tirbespi ve Derik arasinda bulunan
Girê
Topê koyu civarinda taraflar arasinda siddetli çatismalar meydana
geldi.
Heverka asiretleri karar vermislerdi: Kesinlikle imha bile olsalar geri
çekilmiyeceklerdi. Iki taraf da yüzlerce kayip verdi. Fransiz
baskumandani
Rolgan öldürüldü, Beyandur kislasi ele geçirildi ve Fransizlar güney
Suriye'ye
dogru çekildiler. Haco ve Heverkalilar ise Midyat'a geri döndü. Not:1985 Kasim ayinda Sam'da yayinlanan Direset-i Istiraki isimli Suriye Komünist Partisi yayin organindan alinmistir. Die Verfolgung und Vernichtung der Syro-Aramäer im Tur Abdin 1915 (vom Erzpriester Sleman Henno, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Vergossenes Blut (von Naaman Abdelmesih, ins Deutsche übersetzt von Amill Gorgis und Georg Toro) Zu beziehen über:Förder- und Entwicklungsverein Sare e.V (FEVS) - www.sare-online.com - Anprechspartner: Dipl.-Ing. Matthäus Lukas Turan Tel: 030/ 44 05 23 03 - Fax: 030/ 44 05 23 04 |
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